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Wendungen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Jasper Whitlock Hale OC (Own Character) Rosalie Hale
02.01.2020
22.09.2020
83
267.732
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Dieses Kapitel
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31.07.2020 2.224
 
Hallo ihr Lieben,
herzlich Willkommen zu Tag 3/7. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen und freue mich auf eure Rückmeldungen <3
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„Du hast mir überhaupt nichts zu sagen, du bist nicht meine Mutter“!
Alternativ war sie auch weder der Feldwebel des Hauses, noch die Königin der Welt. Aber auf andere, etwaige Vergleiche verzichtete Sofia großzügig, nachdem sie Rosalie verächtlich schnauben hörte. Sicher schluckte sie gerade eine Menge gemeine Dinge herunter, aber das schien auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Sie konnte diese blonde Zicke einfach nicht leiden. „Glaub mir, wäre ich deine Mutter, würde hier ein ganz anderer Wind wehen. Kaum zu glauben wie bockig du bist“, antwortete die Blondine dennoch abfällig, als müsste sie zwingend etwas darauf erwidern. Sie schien sich wohl ebenso wenig die Butter vom Brot nehmen lassen zu wollen wie Sofia. Es war also wirklich fraglich, wie lange sie diese Konfrontation noch für sich gewinnen konnte, ob Rosalie sofort Esme und Carlisle anrufen würde? Oder ob sie sie wieder so beschimpfte, wie Wochen zuvor? Sofia war zwar nicht so dumm zu glauben, dass sie gegen ihre außergewöhnliche Aura eine Chance hatte, aber sie war naiv genug um es immer wieder zu versuchen. Rosalie hatte ein Problem mit ihr, was sie ihr nie explizit mitgeteilt hatte. Es war nicht schlimm, wenn sie sich nicht verstehen würden. Aber diese ständige Zickenkrieg zerrte schon manchmal an den Nerven. Vor allem dann, wenn man eigentlich etwas anderes zu bewerkstelligen hatte. „Dann bekommt du hoffentlich nie Kinder. Die tun mir jetzt schon leid“!
Eigentlich war das eine beiläufige, gar harmlose Aussage, wenn man bedachte wie wüst Sofia eigentlich werden konnte. Trotzdem nahm sie wahr, wie Rosalie erstarrte und etwas zurückschreckte, als hätte das Mädchen sie geradewegs verbal geohrfeigt. Verwirrt folgte sie ihrer Bewegung, doch nach einem Augenaufschlag sah sie genauso kalt und unbarmherzig aus wie zuvor. Hatte sie sich das eingebildet, oder hatte sie da gerade einen wunden Punkt getroffen?
Setz dich endlich hin", zischte Rose nun wütender und sie erhob sich unheilvoll dabei, als wollte sie Sofia allein mit ihrer Körpergröße einschüchtern. Sie musste ja zugeben, dass sie für ein Mädchen gut gebaut war. Groß und schlank, die Kurven an den richtigen Stellen und das Gesicht ebenso makellos wie das von Esme oder Alice. Wenn sie sich nicht sogar täuschte, war Rosalie die Schönheit schlechthin. Aber das würde sie ihr natürlich niemals unter die Nase reiben. Jegliches Kompliment war zu viel für eine Person wie Rosalie Hale! Neben ihr fühlte sie sich trotzdem unterlegen. Nicht nur körperlich, auch in der Attitude hatte Rosalie anscheinend viel mehr zu bieten als Sofia, die dennoch beleidigt die Arme vor der Brust verschränkte und einen Punkt hinter ihrer Pflegeschwester fixierte. Nun würde sie extra nicht das tun, was sie von ihr verlangte. Sie würde diese doofe Übersetzung schon auch alleine hinbekommen, zur Not würde sie einfach Carlisle fragen. Wieso also, bestand Rosalie auf diese dämlichen Aufgaben? Sie sah ihr doch an, dass sie ebenso wenig Lust darauf hatte, wie Sofia selbst.Tat sie das nur, um sie zu provozieren? Um ihr zu verdeutlichen, wer am längeren Hebel saß? „Sofia“, warnte sie wieder, ließ ihr diesmal aber keine Zeit mehr zu reagieren. Mit einer schnellen Bewegung packte sie sie grob am Handgelenk und zog sie so ruckartig zu einem der Stühle, dass Sofia beinahe darüber gefallen wäre, hätte Rosalie sie nicht festgehalten. „An deiner Stelle würde ich meine Geduld nicht so sehr auf die Probe stellen. Ich werde dich sicher nicht in Watte packen wie Carlisle und Esme“. Sie ließ sich nun selber auf den Stuhl daneben fallen und ignorierte Sofias schockierten Gesichtsausdruck, die mittlerweile ihr Handgelenk umklammert hielt und erschrocken zwischen Rosalie und ihren Heftern hin und her sah. Diese Frau war doch eindeutig nicht ganz dicht!
„Bist du bescheuert“?!, keuchte sie, als sie sich zumindest halbwegs sinnvolle Sätze zurecht gelegt hatte. Ihr Handgelenk pochte noch unter der festen Eiseskälte, mit welcher Rosalie zum Tisch gezogen hatte. „Willst du mir die Hand brechen“? Sie packte wirklich viel fester zu, als man es von ihr erwartet hätte. „Stell dich nicht so an“, wiegelte sie ab und knallte ihr stattdessen das Buch mit der bereits geöffneten, passenden Seite auf den Tisch. „Übersetz das endlich. Ich kontrolliere das danach. Eine Stunde wird dir für die paar Sätze wohl ausreichen“. Sie erhob sich und stolzierte zur Tür wie ein stolzer Schwan, als müsste sie sich erst wieder abreagieren, bevor sie  sich wieder mit ihr an den Tisch setzen konnte. Dabei war das Sofia nur recht, sie würde sich von dieser Furie sicher nichts sagen lassen! „Ach, und noch was, Sofia“, ertönte ihre helle Stimme nochmals, als hätte sie etwas vergessen. „Ich habe auch kein Problem damit, Seiten aus deinem Heft zu reißen, wenn du dir keine Mühe machst. Also streng dich an und versuch wenigstens so zu schreiben, dass ich es lesen kann, klar“? Damit verschwand sie wirklich auf der Veranda und schlussendlich aus ihrem Blickfeld, während Sofia nur stumm mit den Augen rollte. Am liebsten würde sie sich einfach in ihrem Zimmer verbarrikadieren und solange dort drin verweilen, bis Esme und Carlisle wiederkommen würden. Aber andererseits musste sie diese blöde Übersetzung ja auch irgendwann machen. Daran führte wohl kein Weg daran vorbei.
Gerade als sie einen Stift zur Hand nehmen wollte, hörte sie Schritte die Treppen nach unten poltern und es war Jasper, der sich ihr von hinten näherte. „Hey“, flüsterte er ihr leise ins Ohr, als er sich über ihr mit dem Arm auf dem Tisch abstützte und ebenfalls einen Blick ins Schulbuch warf. „War sie sehr gemein zu dir“?
„Sie hat mich attackiert“, erwiderte Sofia sofort und hielt ihm ihr ertötetes Handgelenk vor das Gesicht. „Sie ist gemeingefährlich! Was habe ich ihr denn getan“?! Das hatte sie sich schon so oft gefragt. Wieso hatte Rosalie sie von Anfang an nicht leiden können? Es hatte keinen Grund gegeben, keinen Auslöser. Sie war ihr einfach schon immer ein Dorn im Auge gewesen und nichts hatte dies jemals ändern können, selbst wenn sie sich wirklich Mühe gemacht hatte, ihr irgendwie zu gefallen. Rosalie ließ sie nie hinter ihre Fassade blicken. „Es ist halt Rosalie“, murmelte Jasper, der sich ernsthaft besorgt ihr Handgelenk besehen und es schlussendlich als Kinkerlitzchen abgetan hatte. „Was hältst du davon, wenn wir das zusammen machen? Vielleicht klappt das mit uns ja besser, hm“?  Eine bessere Lösung hätte er ihr gar nicht vorschlagen können!
Zwar war sie noch immer nicht begeistert davon, nun diesen blöden Text zu übersetzen, aber mit Jasper hatte sie immerhin keine Angst, sofort mit Steinen beworfen zu werfen, sollte sie einen Fehler machen. Rosalie würde sie wirklich zutrauen, ihre komplette Mühe im Ofen zu verbrennen, sollte dort auch nur ein Fehler zwischen den Zeilen auftauchen. Eines hatte sie bisher nämlich gelernt: Rosalie machte keine halben Versprechen.

Jasper entpuppte sich als wirklich sehr geduldiger Lateinlehrer und obwohl sie sich fragte, woher er diese blöde Sprache so gut gelernt hatte, fragte sie nicht nach. Es reichte ihr aus, dass er sein Wissen mit ihr teilte und ihr damit eine Reflexion ihrer Hausaufgaben mit Rosalie ersparte. Dabei ließ er sie zwar genauso angestrengt nachdenken wie beim Schach, half aber rechtzeitig nach, bevor sie die Motivation verlieren konnte. Sie schafften den Text zusammen sogar in weniger als einer Stunde, was ihm ein stolzes Lächeln über die Lippen huschen ließ. „Und jetzt zeig es Rosalie und sag ihr, du hast es alleine gemacht. Ich war nie hier, Deal“? Er zwinkerte. „Deal“. Sie zwinkerte auch, als sie Rosalie im Haus suchen ging und sie schlussendlich in ihrem Zimmer mit Emmett reden hörte. Kurz zögerte sie, ehe sie doch die Hand hob und sachte an der Tür klopfte. Schneller als man es vielleicht für normal halten konnte, wurde die Tür aufgerissen und Rosalie sah auf sie hinab, als hätte sie etwas wirklich ekelhaftes entdeckt. Sie war wirklich der Drache höchstpersönlich! „Ich bin fertig“, murmelte sie leise und hielt ihr unsicher die Hausaufgaben entgegen, als könnte sie ihr diese gleich aus der Hand schlagen. Entgegen aller Erwartungen nahm sie ihr die Hefter relativ sanft aus der Hand und überflog die Übersetzung mit verbissenem Gesichtsausdruck, während Emmett ihr im Hintergrund ermutigend zuzwinkerte. Es war ihr schleierhaft, wie er es mit so einer Zicke überhaupt auch nur einen Tag aushalten konnte. „Das willst du selbst gemacht haben“?, fragte sie nach ein paar Augenblicken der Stille nach und Sofia erkannte schon wieder diese leise Provokation in ihrer Stimme. Sie fand aber auch immer etwas, woran sie meckern konnte. „Ja“, log sie automatisiert und es verklang ein verächtliches Geräusch, als Rosalie ihr das Heft wieder in die Hand drückte. „Merk’ dir eine Sache gut, Kleine: Du kannst nicht lügen. Und du hast eine fürchterliche Handschrift“. Dieser kleine Seitenhieb musste wohl sein, um ihr Ego zu polieren. Immerhin hatte sie rein grammatikalisch keinen Fehler gefunden, wenn man ihre Miene richtig deutete. Aber das alles hier war noch immer besser als den gesamten Text unter ihrer Aufsicht nochmals zu übersetzen. Sie wollte schon den Rückzug antreten, als sich Rose es doch nochmal anders überlegte und die Arme vor der Brust verschränkte. „Weißt du, ich habe vielleicht keine Fehler gefunden, aber so macht das keinen Sinn. Du kannst dir nicht einfach einen Text übersetzen lassen, ohne mitzudenken. So wirst du das nie lernen! Wer hat dir geholfen“?! Um Jasper zu schützen schwieg sie, wirkte aber dabei irgendwie ertappt. Dabei war sie eigentlich ganz stolz darauf gewesen, dass sie es mit Jaspers Hilfe Überhaupt so gut gemacht hatte. Konnte sie ihr diesen kleinen Erfolg nicht gönnen? „Niemand“, log sie weiter und sie spürte, wie ihr dabei das Blut in den Kopf schoss. Sie sollte wirklich gehen, ehe Rosalie wieder furchtbar wütend werden würde. „Lüg mich nicht an. Willst du etwa dumm bleiben?“, zischte Rosalie nun schärfer und sie ging schon einen Schritt auf sie zu, als Emmett’s Stimme sie plötzlich zurückhielt: „Rose, sie ist erst 15. Sie hat es doch erledigt, nun lass’ sie frei“. Er verdrehte heimlich die Augen und drehte sich in seiner liegenden Position auf den Bauch, als Sofia ihm einen verstohlenen Blick zuwarf. Immerhin war nun jemand da, der Rosalie in ihre Schranken weisen konnte.
Er schien sogar wirklich etwas bei ihr bewirkt zu haben. Als Sofia ihren Blick wieder zurück auf sie lenkte, wirkten ihre Züge um weiten sanfter als zuvor. Irgendwas schien in ihr zu arbeiten, auch wenn Sofia diesen Denkprozess nicht so ganz ausmachen konnte. „ Na schön“, seufzte sie und kurz zuckten ihre goldenen Augen an ihr nach unten und blieben auf ihrer Hand kleben. Langsam, vorsichtig, als könnte sie sie zerbrechen griff sie wieder nach ihrem Handgelenk und hielt es für einen Moment in einem bedächtigen Griff, ehe sie sie wieder losließ, als hätte sie sich geradewegs an der Herdplatte verbrannt. Sofia war so perplex, dass sie sich gar nicht bewegen konnte. Hatte sie nun den Verstand verloren?
„Hör’ zu, ich wollte dir vorhin nicht weh tun, okay“? Ihre Entschuldigung klang ehrlich, auch wenn es sie wohl ernsthafte Überwindung kosten musste, sich ihren Fehler nun so offen einzugestehen. „Kein Problem“, presste das Mädchen hervor und wich einen Schritt vor ihr zurück. Diese Situation war zu komisch! „Kann ich jetzt gehen“? Vielleicht hatte Rosalie ja noch andere Pläne um sie zu ärgern. „Klar“, stimmte sie distanziert ein. „Geh am besten zu Alice. Sie hatte irgendwas für dich geplant“.

Als wäre diese Aussage ihr Kommando gewesen, wurde von irgendwo auf dem Gang eine Tür aufgerissen und Alice tänzelte aufgeregt auf sie zu. „Bist du endlich fertig? Wir haben heute viel vor“, kreischte sie glücklich und dirigierte sie geradewegs zu der Tür, hinter welcher eigentlich Sofia lebte. Ungefragt drückte sie die Türklinke nach unten und deutete in einer fließenden Bewegung auf ihr Zimmer. „Was fällt dir auf“?
Perplex sah sie sich um. Was ihr auffiel? Nichts? „Keine Ahnung“, begann sie und wurde schon rot dabei, weil sie sich dunkel an eine von Esme’s Anweisungen erinnern konnte. „Ich räume später auf, okay? Ich mach es wirklich noch. Aber nicht jetzt, Alice. Ich bin müde“. Sie schätzte Alice zwar nicht so ein, aber noch eine Konfrontation wollte sie sich heute auf jeden Fall ersparen. Ihre Pflegeschwester jedoch, sprang ungeduldig im Raum herum und schüttelte unwirsch mit dem Kopf. „Du hast keine Zeit dafür, müde zu sein. Wir fahren in den Baumarkt. Zieh dich an, mach schon“. Sie warf ihr schon eine Jacke zu, die Sofia verwirrt auffing, sich allerdings um den Arm hing. Was sollte sie denn bitte im Baumarkt? Noch langweiliger konnte ihr Wochenendprogramm ja wohl nicht werden. Wollte sie sie nun mit einem Langeweileprogramm bestrafen? „Alice, wieso denn? Baumärkte sind voll langweilig und wir könnten wirklich andere Dinge tun. Schwimmen gehen zum Beispiel. Oder Fahrradfahren“. Sie folgte ihren Bewegungen, als diese sich daran machte, mit einem Meterstab irgendwelche Maße zu nehmen und diese auf einem Notizblock notierte. „Esme hat gesagt, dass wir etwas an deinem Zimmer ändern sollten weil es so kahl ist. Das heißt, DU darfst dir eine neue Wandfarbe aussuchen und alles, was du sonst noch willst. Ist das nicht total aufregend? Nun komm doch endlich“. Ungeduldig packte sie sie an der Hand und zog sie ohne Probleme die Treppen nach unten. Sofia war zu betäubt von ihrer Idee, um wirklich zu protestieren und wagte sich erst unten an einem leisen Einwand: „Ist das nicht zu teuer, Alice“?  

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Welche Farbe bekommt wohl ihre neue Wand?
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