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Wendungen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Jasper Whitlock Hale OC (Own Character) Rosalie Hale
02.01.2020
10.10.2020
85
279.809
30
Alle Kapitel
387 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
06.04.2020 1.842
 
Hallo ihr Lieben,
hier noch ein kürzeres Kapitel zum Gespräch mit Carlisle und Esme. Ich hoffe ihr seid weiterhin alle gesund und es geht auch gut.
Mir persönlich ist ja wirklich langsam langweilig.
Ich würde mich über Feedback sehr freuen.
Fühlt euch umarmt. :)
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Sofia fing die Besorgnis ihrer Pflegeschwester ungefiltert mit ihren blauen Augen auf, während ihre Hände ruhig am Treppengeländer lagen. Hatte sie etwas falsches gesagt? "Ich hatte eben ein ziemlich komisches Gefühl", versuchte Alice sich zu erklären und als Carlisle sich plötzlich in ihr Blickfeld schob, wandte Sofia den Blick kurz von ihr ab. "Kennst du das nicht? Manchmal ahnt man eben etwas in die Richtung", erklärte sie weiter und als sie ihren goldenen Blick wieder aufnehmen wollte, lag wieder diese elfenhafte Gelassenheit darin. Ganz so, als wäre nichts gewesen. Ob sie sich das eingebildet hatte? Verwirrt beobachtete sie, wie Alice fluchtartig im Esszimmer verschwand, als wäre sie gerade bei etwas ertappt worden. Carlisle nachdenklicher Blick machte die Sache nicht besser, was hatten sie denn heute? Doch bevor Sofia auch nur eine Frage formulieren konnte, schob Carlisle sie lächelnd ins Esszimmer. "Esme hat Spagetti gemacht", sagte er halbwegs euphorisch und ließ sich auf einem der teuren Stühle sinken. Sofia jedoch wusste, dass dies keine einfache Information darstellen sollte, sondern eine versteckte, strikte Aufforderung. Der Appetit war ihr aufgrund der vergangenen Stunden schon wieder furchtbar vergangen, aber sie vermied es dies auch anzumerken. Sie würden sie sowieso nicht eher vom Tisch aufstehen lassen, wenn sie es nicht wenigstens versuchte. Also nahm sie den dampfenden Teller entgegen und stocherte etwas lustlos darin herum, ehe sie Carlisles  warnender Blick streifte. Dann würde sie diesen blöden Teller eben aufessen. Wenn die Cullens sonst keine anderen Sorgen hatten! Ohne die Tomatensoße tatsächlich zu schmecken würgte sie die Nudeln hinab und schob ihren Pflegeeltern schlussendlich leicht provokant den leeren Teller entgegen. Mehr würden sie heute nicht mehr von ihr verlangen können. "Kann ich jetzt aufstehen"?, fragte Sofia, als auch Alice und die anderen vom Tisch wichen. So gelöst die Situation gerade im Badezimmer auch gewesen war, umso befremdlicher war die Stille bei Tisch. Niemand hatte auch nur ein einziges Wort geredet und die Blicke, die ihr Rosalie und Edward zugeworfen hatten waren beschämend gewesen. "Eigentlich wollten wir noch mit dir reden", entgegnete Esme leise. "Ich denke das sollten wir wirklich", warf nun auch Carlisle dazwischen, der Sofias ablehnende Mimik unterbunden hatte, ehe sie tatsächlich etwas in diese Richtung erwidern konnte. Sie ahnte schon, welche Art Gespräch das werden sollte und darauf hatte sie wirklich keine Lust.

Trotzdem folgte sie ihren Pflegeeltern nach oben in Carlisle Büro, weil sich dort eine höhere Privatsphäre erhoffen und ungestört waren. Betreten setzte sie sich gegenüber und schob die Handflächen unter ihre Oberschenkel, während sie penibel genau vermied das ihre Blicke sich kreuzten. Sie hatte keine Lust, diese ganze Demütigung nun nochmal in Worte zu fassen. "Also Liebes", begann Esme zögerlich und lehnte sich etwas zu ihr vor. "Kannst du dir denken warum wir mit dir reden wollen"? Stumm nickte Sofia, es war nicht sonderlich schwer zu erahnen was sie von ihr wissen wollten. Schweren Herzens blickte sie nun doch in die neugierigen, interessierten Gesichter des Ehepaars und seufzte ergeben. Sie schienen abzuwarten, sie allerdings auch. Sollte sie einfach drauf los erzählen? Unvorstellbar! Die Stille dauerte noch einige Augenblicke an, ehe Carlisle sie seufzend beendete. "Also, was ist vorhin in der Umkleide passiert, Sofia"?, fragte er eindringlich. Sie ahnte schon, dass sie die Beiden nicht mit billigen Ausreden abfertigen könnte, weswegen sie sich für eine mildere Variante der Wahrheit entschied. "Ich weiß nicht genau, jemand hat meine Klamotten mitgenommen", sagte sie und sah wieder weg dabei. "Als ich aus der Dusche kam, waren sie weg und ich konnte mich nicht anziehen". Klang das überzeugend? Sie war sich nicht sicher. "Und du weist nicht, wer die Kleidung genommen haben könnte"? Esmes Gesicht spiegelte so viel Skepsis wieder, dass sich Sofia verlegen auf die Unterlippe biss. Sie wollte sie nicht anlügen, aber ihnen Sorgen bereiten wollte sie auch nicht. Würde sie nun alles erzählen, gäbe es sicherlich Gespräche in der Schule oder zumindest mit Lolas Eltern. Sie würde das schon alleine irgendwie überstehen. Ihr Training wollte sie sich davon nicht vermiesen lassen. "Nein, ich war ja in der Dusche", antwortete sie also ausweichend, während Carlisle und Esme sich vielsagende Blicke zuwarfen. "Es tut mir ja auch leid das ich nicht besser auf die neuen Sachen aufgepasst habe". Und das tat es wirklich, für die neue Kleidung hatten sie beim shoppen Unsummen von Geld ausgegeben. Und eigentlich ging Sofia mit teuren Geschenken wie diesen auch wirklich sorgsam um, sie hatte diese Geste ihrer neuen Familie sehr geschätzt. Aber mit Mädchen wie Lola und ihren Freundinnen hatte eben auch sie nicht gerechnet. Das sie tatsächlich so gemein sein konnten...

"Es geht nicht um das Geld", antwortete Carlisle sofort. "Nur denke ich, dass du uns vielleicht nicht die ganze Wahrheit erzählst, hm? Du warst sehr aufgelöst, als ich dich gefunden habe. Das lag doch nicht nur daran, weil jemand deine Kleidung genommen hat"? Er versuchte wirklich zu verstehen warum sie nicht ehrlich zu ihnen war, aber er konnte nicht. Vertraute sie ihnen so wenig, dass sie nicht einmal ein bisschen über ihren eigenen Schatten springen konnte? Ließ sie sich lieber triezen, anstatt sich Hilfe zu holen? Anscheinend! "Ich...wusste halt nicht wie ich so nach Hause kommen sollte", rechtfertigte sie ihre Tränen und zuckte betont lässig mit den Schultern. "Ich wusste ja auch nicht, ob du auf die Idee kommst mich zu suchen". Das war ein kleiner, unbedachter Seitenhieb. Aber er saß. "Denkst du echt ich fahre ohne dich"?, entgegnete nun auch Carlisle mit gerunzelter Stirn, manchmal machte ihm dieses Mädchen wirklich zu schaffen. "Nein, aber ich wusste ja nicht genau, wann du kommst". Er seufzte. "Und es hat nichts mit diesen Mädchen zu tun? Du hast selbst gesagt es gibt Probleme mit einigen". Sie fühlte sich erwischt dabei, wieso hatte sie ihm auch davon erzählt? Weil sie dachte das Lola hinter ihren fiesen Worten nichts weiter drauf hatte? Gut, da hatte sie sich vertan. "Nein, Quatsch. Das habe ich unter Kontrolle". Sie versuchte sich an einem Lächeln, aber es erreichte ihre Augen nicht wirklich. "Liebes, du kannst uns wirklich erzählen, wenn du Probleme hast. Wir wollen dir nur helfen", versuchte nun Esme, deren goldene Augen intensiv leuchteten. "Aber wenn du nicht mit uns sprichst, dann können wir das nicht. Du musst uns vertrauen". Sie versuchte nach ihrer Hand zu greifen, aber Sofia war diesmal schneller. "Ich brauche eure Hilfe nicht, weil nichts schlimmes passiert ist. Macht euch doch nicht immer Sorgen um mich", wirbelte sie auf und kam nicht umhin, diese wachsende Zuneigung als störend zu empfinden. Sie würde diese Mädchen schon irgendwie unter Kontrolle halten, zumindest würde sie zusehen, nicht mehr mit ihnen alleine zu bleiben. Manchmal war Rückzug besser als Angriff. Vor allem in ihrer, besonders misslichen Lage. "Nun, du gibst uns ja auch Grund zur Sorge wenn du bei diesen Temperaturen barfuß nach Hause kommst. Verzeih mir, aber ich glaube nicht das jemand versehentlich die Kleidung vertauscht hat. Immerhin fehlt dir selbst die Jacke".
"Esme, ich habe euch doch gesagt das nichts schlimmes passiert ist". Sie hatten es wirklich nicht verdient sich wegen ihr jede Woche den Kopf zu zerbrechen. Sie wollte das sie glücklich waren, unbeschwert. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie sich mit ihr nur einen Sack Ballast aufgeladen hatten. Davor war ihr Leben sicherlich leichter gewesen.

Esme seufzte und lehnte sich ergeben an die lederne Sitzlehne des Sofas. Carlisle tat es ihr gleich. Sie waren mit ihrem Latein am Ende, Sofia sah es ihnen an. Mit ein wenig Glück, würden sie es dabei belassen. "Können wir uns darauf verlassen, dass du uns aber erzählst wenn dich etwas bedrückt? Oder in der Schule etwas vorfällt"?, fragte nun wieder Carlisle und Sofia nickte vielleicht eine Spur zu optimistisch. Wenn sie Probleme hätte die sie nicht mehr alleine lösen könnte, würde sie sich schon Hilfe holen. Aber auch diese Sorge schien sie ihnen nicht vollständig nehmen zu können und das versetzte ihr einen leichten Stich im Herzen. Also schob sie etwas besonders lässiges nach. "Entspannt euch einfach, ich habe alles im Griff". Sie lächelte aufgesetzt und Carlisle nickte daraufhin beunruhigend nachdenklich, während Esme nichts sagte. "Wenn du willst, kannst du gehen", bot Carlisle ihr an und sie ließ sich das nicht zwei Mal sagen. Mit einem Fuß schon Richtung Tür gelaufen, wandte sie sich doch noch einmal um und bückte sich zu ihnen nach unten. Sie legte einen Arm und Carlisle Schulter, einen um Esmes, ehe sie sie kurz umarmte und diesen Moment der Nähe genoss. Gerade nach solchen Tagen wünschte sie sich nichts sehnlicher als eine warme, liebende Umarmung. Beinahe wie die der Cullens, auch wenn diese immer sehr kühl waren und niemals das wärmende Gefühl in ihr auslösten. Sie fühlten sich an wie...Steine. Verwirrt löste sie sich wieder und deutete zur Tür. "Das nächste Mal, wenn Alice mit ihrer super Hellsehergabe in die Zukunft sieht, kann ich ja besser auf meine Kleidung achten", meinte sie zum Spaß und sah das Ehepaar auf dem Sofa versteifen. Nun hatte sie anscheinend eine ganze Lawine von Reaktionen losgetreten. Carlisle räusperte sich, während Esme die Stirn in Falten legte und Sofia in ihrer Bewegung inne hielt. Was war denn nun schon wieder? "Keine schlechte Idee, Liebes", löste Carlisle die Situation auf und sie wünschen ihr noch eine gute Nacht, ehe Sofia nachdenklich über den Flur in ihr Zimmer wanderte. Manchmal benahmen sich diese Cullens wirklich eigenartig. Verstanden sie ihren Humor nicht? Niemand konnte in die Zukunft sehen.

"Woher weiß sie davon"?, fragte Esme nervös, nachdem sie sicher war, dass Sofia sie nicht mehr hören konnte. Carlisle winkte ab, konnte seine Unruhe deswegen allerdings auch nicht wirklich verbergen. "Sie hat nur Unsinn geredet. Das war leichtfertiger Spaß", versuchte er seine Frau zu beruhigen, die unruhig auf der Sitzfläche umher rutschte. Würde Sofia auch nur ein kleines bisschen hinter ihr Geheimnis kommen, schwebten sie alle in Gefahr. Es war besser für sie, wenn sie nichts von ihrem Vampirdasein ahnen würde. "Trotzdem müssen wir vorsichtiger sein, wir sollten uns heute Abend mit den Kindern zusammensetzen", sprach Carlisle weiter und erhob sich vom Sofa. "Ich habe ein schlechtes Gefühl dabei". Esme sah ungemein besorgt aus. Aber dieses große Geheimnis war nicht das einzige, was sie vor einen schier unüberquerbaren Berg voller Probleme stellte. "Wieso lügt sie uns an"?, war ihre nächste Frage.
Denn das Gespräch im Badezimmer hatten sie alle, dank ihrer übersinnlichen Kräfte mitgehört.
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Es ist schon ein komisches Gefühl zu wissen, dass Vampire einen IMMER hören können, oder? :)
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