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Wendungen

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Carlisle Cullen Edward Anthony Masen Cullen Esme Cullen Jasper Whitlock Hale OC (Own Character) Rosalie Hale
02.01.2020
10.10.2020
85
279.809
30
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
05.04.2020 2.476
 
Hallo ihr Lieben,
hier ist schon der 2. Teil von Sofias schlimmsten 30 Minuten ever. Ich hoffe es gefällt euch :)
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Im Auto war die Stille bald drückend.
Sofia badete noch immer in ihrer schrecklichen Demütigung und Carlisle blähte die Nasenflügel vor Verärgerung. Er wusste zwar nicht was unter diesen Mädchen geschehen war, aber er konnte sich die Tatsachen herleiten. Das man seine Pflegetochter halbnackt in der Umkleidekabine zurückgelassen hatte wog für ihn schwerer als der Umstand, dass sie sich furchtbar vor ihm schämte. Es klang zwar nicht sonderlich einfühlsam, doch für ihn als Arzt waren nackte Körper nichts Besonderes. Zu viel hatte er gesehen, als dass er sich daran noch sonderlich aufhalten konnte. Allerdings würde er wohl schnell daran verzweifeln, dies auch einer pubertären Fünfzehnjährigen zu erklären, für die Nacktheit und der eigene Körper so etwas wie der Supergau der Weltgeschichte bedeuteten mussten. Er wusste nicht viel über Teenager, aber seine übermenschliche Lebenserfahrung genügte um zu wissen, dass diese Diskussion zu nichts führen würde. Mädchen in Sofias Alter steckten zu tief in der Selbstfindungsphase, im Konflikt mit sich selbst. Er konnte und wollte diesen Prozess nicht beeinflussen.
Also blieb er ruhig und konzentrierte sich einige Minuten nur auf die Straße, ehe er sein Handy aus der Mittelkonsole nahm und den Chatverlauf mit seiner Frau öffnete. Gerade als er ihr mitteilen wollte, dass sie für Sofia eine warme Badewanne vorbereiten sollte, ertönte ebenjene Stimme sorgenvoll von der Rückbank. "Kannst du das vielleicht weglegen"?, fragte sie schüchtern und ihr Gesicht spiegelte dabei ungewöhnlich viel Angst wieder. Verwundert hielt er ihrem Blick einen Moment über den Rückspiegel stand, ehe er seufzend kapitulierte. Sie traute ihm nicht zu, dass Auto mit dieser kleinen Ablenkung in der Hand unter Kontrolle zu halten. Dabei würde sie sich bei keinem Mitglied ihrer neuen Familie jemals ängstigen müssen, abermals in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Ihre Sinne waren so scharf, die Reflexe so schnell, dass sie immer rechtzeitig reagieren können würden. Aber das konnte er ihr natürlich nicht erklären, ohne sich selbst zu verraten. "Natürlich Liebes. Entschuldige", murmelte er sanft, tippte die Nachricht jedoch trotzdem noch zu Ende.

Es dauerte durch den Feierabendverkehr ein wenig länger als üblich, trotzdem bog der dunkel gehaltene Mercedes schlussendlich in die Garage ein. Sonderlich erleichtert war Sofia allerdings nicht, die unruhig auf den Ledersitzen umher rutschte und sich weigerte aus dem Auto zu steigen. Die Luft in der Garage war kühl und der Boden sicherlich furchtbar kalt. "Komm schon, es sind nur ein paar Treppen", versuchte Carlisle einfühlsam als er das Auto einmal umrundet hatte und mal wieder am schwarzen Lack lehnte. "Aber ich will so nicht an Allen vorbeilaufen. Sie lachen mich sicher aus", jammerte sie, was Carlisle ein eindringliches Kopfschütteln entlockte. "Niemand lacht, versprochen"! Zumindest würde er jede weitere Demütigung unterbinden, allerdings schätzte er seine Familie auch nicht so ein. Sie waren taktvoll, selbst Rosalie wusste in solchen Momenten ihre Giftigkeiten zu unterbinden. Hoffte er zumindest.
Jammernd stieg sie aus, (hatte sie doch insgeheim keine Chance einfach sitzenzubleiben und zu warten), ehe sie eilig die Treppen nach oben nahm und viel zu schnell wieder zu zittern begann. Die noch feuchten Haare klebten unangenehm auf ihrer Kopfhaut und die Kälte des Bodens grub sich stechend in ihren Körperkern. Im Auto war ihr gerade so warm gewesen, dass sie nicht mehr gezittert hatte. Nun, lange gehalten hatte das nicht. Sie spürte Carlisles bekräftigende Hand an ihrer Schulter, als dieser sie am Wohnzimmer vorbei ins obere Stockwerk führte und seinen neugierig dreinblickenden Kindern mit einer Geste zu verstehen gab, einfach nichts zu sagen. Sofia hatte diese stur ignoriert und den Blick zu Boden gesenkt, um ihrer Schande keine weitere Angriffsfläche zu geben. Es war furchtbar entbehrend so an ihnen vorbeizugehen. "Schätzchen, was ist denn mit dir passiert"?, ertönte plötzlich Esmes Stimme, die ein wenig zu schnell für übliche Verhältnisse aus dem dampfenden Badezimmer trat und Sofias Gesicht vorsichtig in ihren Händen wendete. "Wo ist deine Kleidung"? Aber auch darauf antwortete das Mädchen nicht. Stumm und erniedrigt kämpfte sie schon wieder mit den Tränen, während Carlisle und Esme intensive Blicke austauschten. Sie beschlossen stumm, es vorerst auf sich ruhen zu lassen und Carlisle dirigierte sie sanft ins Badezimmer hinein, ganz dicht gefolgt von Esme.

"Du bist ganz kalt, Liebes", war ihr abschätziges Kommentar und erst jetzt erblickte Sofia die volle Badewanne. Hatte das Carlisle etwa vorhin getextet? Für einen Moment abgelenkt bemerkte sie die Hand am Reisverschluss der Jacke erst, als dieser schon ein Stück geöffnet war und den Blick auf ein angetrocknetes, halb verrutschtes weißes Handtuch Preis gab. Aus Reflex schlug sie Esmes Hand weg, wich erschrocken einen Schritt zurück und kam nicht umhin ihre Hand als äußerst hart zu befinden. Carlisle räusperte sich währenddessen unangenehm berührt und Esme blinzelte entschuldigend. "Sofia", setzte sie schon entschuldigend an, konnte den finsteren Schatten, der geradewegs über das Gesicht ihrer Ziehtochter wanderte aber nicht ignorieren. "Nein, zieh mich nicht aus", rief sie wütend und hielt sich schützend die Arme vor die Brust. "Ich kann das alleine"! Manchmal meinte es Esme einfach zu gut, sie konnte sie hier doch nicht einfach vor allen ausziehen. Sie war verdammt nochmal 15 Jahre alt!! "Ich wollte nur sehen ob du verletzt bist", hielt sie dagegen und ihr Blick wanderte trotzdem über ihren schmalen Körper, der noch immer in Carlisle Jacke steckte. "Bin ich nicht. Und jetzt geh raus! Ihr Beide". Sie wollte keine verdammten Zuschauer beim baden haben!
Beschwichtigend hob Carlisle die Arme und dirigierte nun seine Frau aus dem Badezimmer heraus, nur um gleich darauf die knallende Tür in ihrem Rücken zu hören. Sofias Laune war wahrlich bescheiden. "Lass sie am besten bis zum Abendessen in Ruhe", wisperte Carlisle leise, ehe er ihr einen sanften Kuss auf die Wange drückte. "Sie schämt sich. Das ist normal, denke ich". Er spürte, dass sich seine Frau in ihrer Zuneigung  etwas vor den Kopfgestoßen fühlte, sie erwiderte jedoch nichts mehr sondern ging nach unten ins Wohnzimmer.

Währenddessen hatte Sofia ein paar Minuten mit verschränkten Armen gewartet, als könnte nochmal jemand einfach so hereinplatzen, ehe sie den Knoten vor ihrer Brust löste und langsam aus der großen Jacke schlüpfte. Sie kam nicht umhin den Duft, der von Carlisle Jacke ausging als äußerst anziehend zu empfinden, aber sicherlich bildete sie sich das nur ein. Esme hatte sicher etwas ins Wasser gemacht, dieses schäumte nämlich leicht. Also löste sie zuletzt auch das Handtuch, vermied einen Blick in den großen Spiegel und glitt erleichtert in das warme Badewasser, was ihren kühlen Körper umschmiedete wie ein schützender Mantel. Hier könnte sie sicherlich die nächsten Stunden verweilen, bis ihre Haut schrumpelig wurde. Es vergingen in etwa fünfzehn Minuten, ehe Sofia soweit gelöst war, sich mit ihrem Kopf an den Badewannenrand zu lehnen und die Augen zu schließen. Wie zur Hölle sollte sie diesen Mädchen jemals wieder unter die Augen treten? Es war beschämend, wie sie ihr einfach das Handtuch vom Körper gerissen und sich über sie lustig gemacht hatten. War sie wirklich so kindlich, so unattraktiv? So verabscheuenswert? Ganz kurz warf Sofia einen Blick nach unten. Eine große Oberweite hatte sie tatsächlich nicht, aber sie hatte auch noch Zeit, oder? Daran sollte man sich doch nicht messen, nicht wahr? Und warum fühlte sie sich dann so schlecht? Traurig wischte sie sich ein paar Tränen von den Wangen, ehe die Tür plötzlich geöffnet wurde und Sofia mit einer Geschwindigkeit nach oben fuhr, dass sie Vampiren gleichkam. Alice stand so selbstverständlich vor der Badewanne, als wäre sie zur Poolparty eingeladen worden. "Alice", zischte Sofia wütend. "Was machst du hier"?! Sie zog die Beine an und krümmte sich so, dass man höchstens einen Blick auf ihre Wirbelsäule erhaschen konnte. "Ich wollte nach dir sehen. Es war so ruhig", warf Alice dazwischen und an ihrer belustigten Stimme hörte sie raus, dass sie ihre Reaktion ziemlich witzig fand. Sofia allerdings, befand ihren Besuch als gar nicht witzig. "Okay, schön. Jetzt warst du ja da. Kannst du dann bitte wieder gehen und warten bis ich fertig bin"?! Ihre Stimme wurde drei Oktaven höher während sie das sagte, hatte sie hier denn kein bisschen Privatsphäre? Und warum war sie so doof gewesen zu vergessen die Tür abzuschließen? Sie war aber auch selber dämlich! "Jetzt sei nicht so", antwortete Alice, die bereits am Badezimmerschrank stand und nach einer gelben Flasche griff. Ungefragt kippte sie eine große Menge Badezusatz hinein und mischte dieses mit der Hand im Wasser. Beinahe sofort wurde aus dem bisschen Schaum eine ganze Wanne voll. Das verdeckte zumindest ihre intimen Stellen. "Entspann dich lieber wieder und erzähl mir, was passiert ist. Ich habe doch gesagt das du aufpassen sollst".

"Alice, kannst du mir mal sagen woher ich sowas ahnen sollte"? Verärgert schob sie sich den Schaum über den Körper. "Du musst lernen vorsichtiger zu sein", antwortete Alice, die sich mittlerweile auf dem zugeklappten Toilettensitz niedergelassen hatte. Sie wirkte tatsächlich ein wenig betroffen von ihrem Zustand. Sie redete wirres Zeug. "Was ist genau passiert"? Es folgte eine lange, künstliche Stille. Musste sie das nun tatsächlich auch noch in Worte fassen? Blieb ihr nicht einmal das erspart? "Keine Sorge, du kannst es mir ruhig sagen. Ich sage es Carlisle und Esme nicht weiter", versprach sie weil sie Sofias Zögern wohl richtig gedeutet hatte. Diese ließ ergeben die Schultern sinken. Warum eigentlich nicht? Alice war auch nur ein Mädchen, oder? "Sie haben mir die Klamotten weggenommen als ich duschen war", flüsterte sie äußert leise und ihre Wangen färbten sich rot dabei. Diese Demütigung wirklich zu formulieren war schändlicher als die ganze Situation an sich. "Und dann haben sie mir einfach das Handtuch runter gerissen und sich über meinen Körper lustig gemacht". Nun sammelten sich doch wieder Tränen in ihren Augen, es war ihr so furchtbar peinlich. "Sie haben meine Kleidung einfach mitgenommen und sind dann abgehauen". Alice´Blick wurde mitleidig, ehe sie sich auf den Boden vor der Badewanne sinken ließ und nach Sofias Hand angelte. Sie fühlte sich an, als hätte sie ihre Hände in Eis gebadet. Erschrocken zuckte Sofia zurück, was Alice betreten aber souverän überspielte. "Du solltest dir das auf keinen Fall zu Herzen nehmen. Diese Mädchen picken sich immer jemanden aus, an welchen sie ihr Selbstwertgefühl aufstocken können. Dabei ist ihr Verhalten absolut ekelhaft", begann sie ohne Sofia die Möglichkeit zu geben, sich wegen ihrer Kälte aufzuschaukeln. "Aber ich verstehe das nicht, ich habe ihnen doch keinen Grund gegeben mich nicht zu mögen". Es traf sie härter als gedacht. "Es gibt immer Menschen, die an allem das Negative sehen. Höchstwahrscheinlich hast du ihnen nichts getan und sie haben einfach nur Spaß daran, sich über ihre Mitschüler lustig zu machen". Alice wirkte gerade wirklich weise, manchmal fragte sie sich woher diese Cullen Kinder ihr Selbstbewusstsein und ihre Rationalität nahmen. "Aber vielleicht bin ich ja wirklich hässlich und sie waren die Ersten die es mir gesagt haben", begann Sofia traurig. "Vielleicht waren sie ja einfach nur ehrlich".
"Spinnst du? Du bist gar nicht hässlich, du bist wunderschön". Sie sagte das mit solcher Überzeugung, dass es Sofia schwer fiel zu wiedersprechen. Doch innerlich war sie nicht vollständig überzeugt. "Im Gegensatz zu euch bin ich wirklich hässlich. Ich weiß nicht wie ihr SO schön sein könnt. Sieh dich doch mal an...du schaust aus wie eine Fee".

Es klang bitter wie sie das sagte, aber es stimmte. Die Cullens waren wirklich perfekt. "Sofia", begann Alice langsam. "Sei nicht so hart zu dir selbst". Ihre Stimme war weich und samtig, trotzdem konnte sie nicht alle Zweifel vertreiben. Mädchen verglichen ihre Körper doch immer, oder? Zwar war Sofia nie eines dieser eitlen Mädchen gewesen, dennoch hatte diese Herabsetzung ihr ziemlich zugesetzt. Und dann plötzlich ohne Klamotten dazustehen war wirklich demütigend. "Uns mögen auch nicht alle", begann Alice kryptisch, obwohl sie wusste das sie nun aufpassen musste. Werwölfe zum Beispiel waren furchtbar abweisend zu ihnen. Das war allerdings kein gutes Gesprächsthema. "Das kann ich mir nicht vorstellen", erwiderte Sofia langsam, konnte aber gegen Alice Argumentation auch nicht weiter bestehen. Nachdenklich legte sie ihr Kinn auf den kühlen Rand. "Weißt du noch was"? Alice legte den Kopf schräg. "Sie haben gesagt, dass mich niemand attraktiv finden kann, weil...weil...ich zu kleine Brüste habe". Es war so komisch das auszusprechen. Aber wer wenn nicht ein Mädchen in etwa ihrem Alter würde das verstehen? "Ein Mann liebt eine Frau doch nicht nur wegen ihrer Oberweite", erwiderte Alice sofort. "Man liebt sich, weil die Chemie passt. Außerdem bist du erst 15 und das wächst noch". Als würde das so viel zu sagen haben, manche ihrer Klassenkameradinnen hatten eine Menge mehr Vorbau als sie. "Außerdem kannst du echt froh sein. Frag mal Rosalie. Mit viel Brust, wird man automatisch auch darauf reduziert".
"Ich frage sie besser nicht", war Sofias schmunzelnde Antwort und Alice pustete ihr daraufhin etwas Schaum ins Gesicht. Es folgte ein kleines, ablenkendes Geplänkel in welchem einiges an Wasser aus der Badewanne schwappte, ehe Alice plötzlich auf einen Bademantel deutete. "Ich kann dir die Haare machen wenn du willst. Fühl dich nicht schlecht wegen diesen Mädchen", schlug sie vor und nickte zögernd. Eigentlich hatte ihr das kurze Gespräch mit ihr wirklich gut getan. "Kannst du dann vielleicht kurz...also", sie deutete mit ihrem Zeigefinger eine kleine Geste an und Alice wandte ihr daraufhin den Rücken zu. "Daran soll es nicht scheitern. Denk doch nur dran wie toll du aussehen wirst wenn ich mit dir fertig bin", schwärmte sie und Sofia stieg in dieser Zeit unwohl aus der Badewanne. Ein wenig peinlich war es ihr dennoch. Ganz so, als hätte Alice Augen im Rücken.

Sie zauberte aus ihr wirklich einen kleinen Schwan, sodass Sofia ihre Haarpracht kaum mehr selbst erkannte. Seit wann hatte sie so seidige, wellige Haare? "Du siehst aus wie eine Prinzessin", rief Alice entzückt aus und strich ihr die Haare aus dem Gesicht. Sofia kam nicht umhin ihr zuzustimmen, sie hatte tatsächlich das Beste aus ihr herausgeholt. Sie sprachen noch eine Weile über belanglose Dinge, ehe sie die Tür des Badezimmers öffneten und gemeinsam nach unten ins Wohnzimmer gingen. "Alice"?, fragte Sofia da plötzlich und sie sah dabei aus, als wäre ihr plötzlich etwas wichtiges in den Sinn gekommen. "Warum hattest du eigentlich solch eine Vorahnung"?
Mit dieser Frage schien sie ihre Pflegeschwester kalt zu erwischen, denn ihr wich das Lächeln schlagartig aus dem Gesicht.
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Was Alice ihr wohl nun antworten wird? :)
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