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A Red Dead story: Outlaws for life

GeschichteAbenteuer / P18 / Gen
01.01.2020
07.08.2020
3
8.665
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.08.2020 1.902
 
Wiedermal tut mir die lange Wartezeit leid. Der Umzug und eine neue Arbeitsstelle erschweren mir momentan die Möglichkeit richtig an meinen FanFiktions zu arbeiten. Da ich nicht weiß, wann es wieder richtig weitergeht, lade ich das hoch,  was ich bisher von diesem Kapitel geschafft habe. Es ist recht wenig, was mir sehr leid tut, aber immerhin besser als gar nichts.
Ich möchte mich bei Lucky400 für deine Rückmeldungen herzlich bedanken! Es freut mich sehr, dass dir die FF so gut gefällt.
Wann das nächste Kapitel kommt, kann ich wegen den momentanen Umständen leider nicht sagen. Wahrscheinlich kann es auch passieren, dass eine ganze Weile nichts kommt und ich eine ganz neue FF veröffentliche. Doch bis dahin wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!


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Wie sich herausstellte, hielten sich die Zwei am Bahnhof auf, wo sie etwas vom Stationsangestellten annahmen. Darunter ein Brief, sowie mehrere Schachteln Munition. „Expressmunition?“, las ich leise vor. „Wofür braucht ihr so viel Expressmunition?“ „Gehören Sie zu denen?“, fragte der Angestellte, worauf ich nickte und er mit gesenkter Stimme antwortete. „Das werden Sie früh genug erfahren. Normale Menschen brauchen normale Munition. Denen hier ist das Beste gerade gut genug.“ Als mein Blick auf die Stummen fiel, nickten diese nur, bevor wir den Bahnhof verließen.



Die Fahrt verlief weiter nach Süden, immer den Gleisen entlang. Zwar dauerte es nicht lange, aber ich hatte genug Zeit hier und da etwas von der weiten Landschaft aufzunehmen, bevor wir in einen Wald einbogen. Hinter dem natürlichen Blickschutz aus Bäumen befand sich ein recht leerer Platz, der von einem Lager eingenommen wurde. „Ah, Sie sind zurück!“, hörte ich jemanden rufen und ein alter Mann kam zum Vorschein. Wie aus dem Nichts tauchte auch noch ein Hund auf, der bellend auf uns los ging. „Und wie ich sehe, haben Sie Freunde mitgenommen. J.B. Cripps“, stellte der Alte sich vor und reichte mir die Hand, als ich vom Wagen stieg. „Javier Escuella. Sie kennen diese Frauen?“ „Sie“, er zeigte auf Siete, die mit dem Husky beschäftigt war, „ist mein Boss. Die Anderen sind Freunde von ihr…und das ist Conor. Ich konnte Hunde nie leiden, aber er benimmt sich.“ „Conor…ein schöner Name. Hola Conor“, grüßte ich den Hund, der erst an meiner Hand schnüffelte und schließlich meine Streicheleinheiten mit wedelndem Schwanz genoss.


Nachdem wir die Sachen von dem Wagen geladen und die Tiere am Schlachttisch gebracht hatten, machten wir es uns am Lagerfeuer gemütlich. Während die Frauen sich am Lagerfeuer irgendwelche Sachen zubereiteten und herstellten, kümmerten sich Cripps und ich um die Verarbeitung der Kadaver. Dabei erzählte ich ihm, wie Siete und ich uns getroffen haben. Ich erzählte von der Gang, unseren Problemen und dass wir bereit waren den Stummen zu helfen, wenn diese uns unterstützten. Dann war er an der Reihe mit Erzählen. Es tat gut endlich jemanden gefunden zu haben, der mir etwas über diese Bande und vor allem Siete erzählen konnte. Cripps verriet mir vieles: Wie alles letztes Jahr begann, mit einem einfachen Gefängnisausbruch. Er berichtete von Jessica LeClerk und Horley, wie sie Gesetzlose jagten, Banken überfielen und Abenteuer erlebten. Von ihrer Zusammenarbeit als Händler, von Schatzsuchen, Mysterien, Madame Nazar, Schwarzbrännerangelegenheiten mit Maggie Fike und Steuerbeamten. Kriege zwischen anderen Gangs und Banden seien in letzter Zeit vermehrt aufgetreten. Gangs wie die Sioux. „Krieg mit den Sioux Indianer?“ „Nein. Es gibt eine große Community, die sich Sioux nennt. Richtige Bastarde. Sie denken, dass die O´Driscolls und Del Lobos schlimm sind? Die Sioux haben genauso wenig Abstand vor Frieden, wie sie mit den Indianern etwas zusammenhaben. Diese Community wird durch feindliches, zerstörerisches und aggressives Verhalten zusammengehalten. Jeder der sich in ihren Weg stellt wir ohne zu Zögern vernichtet. Siete – ich weiß zwar ihren echten Namen nicht, da sie auch nach einem Jahr nicht mit mir spricht, aber wir nennen sie jetzt mal so – ist seit etwa einem halben Jahr bei einer Community dabei, die gegen Leute wie die Sioux kämpfen. Sie nennt sich TM „Die TM?“


„Troublemakers. Jedenfalls kämpfen sie gegen Griefer, so werden die Leute in solchen Communitys genannt, die sich rücksichtslos verhalten, wie die Sioux.“ „Troublemakers hört sich aber nicht sehr friedlich an“, sagte ich ironisch. Cripps zuckte nur mit den Schultern. „Keine Ahnung, wie die auf den Namen gekommen sind, aber ich kann Ihnen versichern, dass sie auf Grund hin friedliche Stumme sind. Jedenfalls solange, bis es Ärger gibt. Ihr Motto würde in einem Satz zusammengefasst etwa heißen: Lebe dein Leben und lebe deinen Traum, und wenn dich einer daran hindert, räume ihn aus dem Weg.“ „Aha.“ „Aber das ist noch nichts alles. TM ist eine vergleichsweise kleine Community, auch wenn deren Mitglieder über mehrere Staaten reichen. Die Troublemaker sind eine kleine Bande, die Teil einer sehr großen Community ist, welche wiederum aus vielen anderen, kleineren Communiys besteht. Diese nennt sich AGA. Anti-Griefer…irgendwas. Und wenn die sich vereinen, um gegen einen Feind anzutreten…uff. Da hoffen Sie Mal, dass Sie sich in einem anderen Bundesstaat befinden. Ihre aktiven Kriege können lange dauern, manchmal ganze Wochen. Stellen Sie sich das Mal vor, dass ist wie echter Krieg. Und da knallt es gewaltig. Explosionen sind da an der Tagesordnung. Einfache Munition hat keine Wirkung, also nehmen sie sich härtere Mittel vor. Dabei können sie sehr kreativ werden.“

Unsere Blicke vielen auf die Drei am Lagerfeuer. „Deswegen die Expressmunition“, murmelte ich langsam. Noch eine Frage, die ich beantworten konnte. „Die brauen sich Sachen zusammen, da denkt man sich manchmal, die könnten Naturwissenschaftler sein. Aber es wirkt. Wenn die aktiven Kriege vorbei sind, kommen die nicht selten schwerverletzt wieder, mit endlosen Wunden und Blutergüssen. Dasselbe gilt für die Pferde. Augenscheinlich kurz vor dafür dem Tod ins Gesicht zu blicken.“ „So wie Sie mir dies erzählen…da müssten doch sicher viele Menschen sterben.“ „Oh, machen Sie sich da keine Sorgen. Die Menschen wissen mittlerweile gut Bescheid, wie sie sich verhalten müssen, um den Krieg umzugehen. Beim letzten Mal, soweit ich weiß, gab es keine Unschuldigen, die mit in der Sache verwickelt wurden. Zudem passiert es meistens an denselben Orten.“ „Das meinte ich nicht ganz. Wie viele Mitglieder sterben daran?“ Plötzlich warf mir Cripps einen ernsten Blick zu. „Die Stummen haben nicht umsonst den Spitznamen „Ghostrider“ erhalten. Wenn es aussieht, dass ein Stummer stirbt, verschwinden sie für einen Moment und kommen dann wieder. Wie aus dem Nichts. Wie…Geister.“


Ich stoppte die Arbeit, um zu verarbeiten, was er mir da gerade gesagt hatte. Sie sterben, verschwinden…und kommen dann wieder? Wie Geister? „Was meinen Sie mit…sie verschwinden und…tauchen wie Geister wieder auf?“ Nun schien der Alte innerlich mit sich selbst zu kämpfen. „Wenn Sie die Gelegenheit haben sollte Zeuge zu werden…Sie werden es verstehen.“ Daraufhin wagte keiner von uns für die Weile etwas zu sagen. Die Zeit nutzte ich, um aus den ganzen Informationen sinnvolle Zusammenhänge zu erstellen. Ich hätte nicht gedacht, dass hinter all dem so viel stecken würde. Wenn Hosea nur wüsste, wie wenig er tatsächlich über die Stummen wusste. Dann fiel mir plötzlich etwas auf.


„Sie benutzten auch das Wort „Stumme“. Wenn genau meinen Sie damit?“ „Wie meinen Sie das?“, fragte Cripps etwas orientierungslos, als wäre ich derjenige, der immer noch nicht die ganze Wahrheit kannte. „Bei Ihnen klingt es, als ob alle Mitglieder dieser ganze…Communitys stumm wären. Hosea erzählte mir es so, dass nur Sietes Gang als „die Stummen“, bezeichnet wären. Verstehen Sie?“ Ich wusste nicht wieso, doch der Alte lachte auf meine Frage. „Ich sehe, Sie waren wohl noch nie in diesem Gebiet gewesen. Sind Sie erst seit kurzem hier in Amerika?“ „Seit fast fünf Jahren“, antwortete ich ehrlich. „Bis jetzt war der westlichste Staat, den ich je besucht habe, New Austin.“ Langsam nickte Cripps. „Die Van der Linde Gang. So berüchtigt und doch scheint sie keine Ahnung über andere Banden zu haben.“ Ich wusste nicht, was ich auf diesen Kommentar antworten soll lies ich es dabei.


Die Arbeit und das ganze Gerede lies die Stunden wie Wasser vorbeifließen. Ich bekam noch einige sinnvolle Informationen von Cripps. Er klärte mich auf, dass „die Stummen“ eine ganze Gruppe von Menschen beinhaltet, die Schweigen bevorzugen und nicht nur Sietes Gang betroffen war. Die Hotspots für die aktiven Kriege, also die Zeit, wo größere Mengen an Mitgliedern gegeneinander kämpften, sind im Zentrum von New Austin, die Berglandschaften von Ambarino und das Gebiet um Emerald Station hier in New Hannover. Während dieser Zeit sollte ich mich am Besten so weit wie möglich von den Stummen entfernen, bevor ich unnötig sterben würde. Ehrlich gesagt war mein Verlangen nach dem Tod momentan sehr gering und mit meinen sechsundzwanzig Jahren wollte ich gerne noch das ein oder andere Erleben, bevor ich sterbe.


Um kurz zwei lag es an Cripps und mir uns endlich am Lagerfeuer auszuruhen. Die Drei waren wieder unterwegs. Sheva und Slowmow hatten sich verabschiedet und Siete würde wohl auf der Suche nach nützlichen Sachen sein. Wir aßen unseren Eintopf, welcher glücklicherweise gut schmeckte und ich nahm mir noch einmal die Chance, um weitere Fragen zu stellen. „Noch eine Frage zu diesen Kriegen…woher weiß ich, dass einer anfängt? Bzw. was ist überhaupt der Auslöser dieser Kriege?“ „In der Regel beginnt es damit, dass die Griefer aktiv werden, also für Ärger sorgen. Einwohner werden Sie im Notfall warnen, falls Sie sich zur falschen Zeit am falschen Ort befinden sollten.“ „Klingt, als ob diese Kriege häufig passieren.“ „Oh ja“, prustete der Alte nickend.


„Eigentlich jeden Tag, aber in der Regel sind das kleinere, wo nur ein paar Personen beteiligt sind. Die großen, die eine richtige Gefahr darstellen, passieren wiederrum maximal einmal die Woche, in der Regel alle zwei Wochen. Genaue Wochentage und Zeiten sind irrelevant. Es kann jederzeit passieren.“ „Ay dios mio“, seufzte ich. „Dutch will unbedingt, dass wir uns fürs erste hier im Osten aufhalten.“ „Mhm…kleiner Tipp…falls Ihre Gang tatsächlich in solche Gebiete geraten sollte, haltet euch am Besten in Städten auf. Soweit ich weiß, finden die Kriege immer auf offenem Land statt. Städte werden eher gemieden. Inklusive fremde Lager.“ „Dann hoffe ich Mal, dass Sie Recht haben.“ Cripps breitete vielsagend die Arme aus. „Sehen Sie mich an. Ich bin der lebende Beweis dafür.“ „Wie Sie meinen.“


Bevor wir wieder in unangenehmes Schweigen verfielen, kam zum Glück der Husky, um nach Aufmerksamkeit zu betteln. „Da hast du ja Glück eine so tolle Herrin zu haben“, sagte ich gedankenverloren, streichelte lächelnd den Hund. Ich brauchte einen Moment, bis ich bemerkte, dass Cripps mich beobachtete. „Was?“ „Du magst sie.“ Siete?“, fragte ich sicherheitshalber nach, nicht, dass er den Hund meinte. Dieses Tier mochte ich auf jeden Fall. Der Mann nickte. „Zugegeben, diese Frau hat schon etwas an sich. Schön, begabt…anders.“ „Bist nicht der Erste, der so denkt“, meinte er, stocherte mit eine Stock in der Asche.


„Ein paar Stumme haben bereits ein Auge auf sie geworfen. Nur leider gehört eine Liebesbeziehung nicht in zu ihren Lebenszielen. Freundschaft ist eigentlich das höchste, was sie annehmen würde.“ Etwas bedrückt senkte ich den Kopf. Aber warum eigentlich? Empfand ich bereits so viel für eine Frau, welche ich erst wenige Male gesehen habe? Eigentlich wusste ich, wie es sich anfühlte, verliebt zu sein. Das hier fühlte sich anders an. „Aber sie scheint dich auch zu mögen“, fügte Cripps leise hinzu. Überrascht sah ich auf. Mein Herz klopfte schneller in meiner Brust. „Wirklich?“ „Normalerweise bringt sie nicht einfach so einen normalen Menschen in ihr Lager. Den Blick, den sie dir vorhin zu geworfen hatte, als sie gegangen ist…Zeiten ändern sich.“
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