Galdur-Arus Band 3

GeschichteRomanze, Fantasy / P18
31.12.2019
26.03.2020
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Zwei Tage später hatte Haru bereits ein ganzes Schwein verspeist und auch Sezunas Vorräte fast vollkommen geplündert. Sie hatte die Vorräte der Dorfbewohner nicht mehr zu sehr strapazieren wollen und war sogar auf die Idee gekommen mit Magie einige Vögel zu jagen.

   Als er dieses Mal erwachte, fühlte er sich sehr gut. Es war zwar besser geworden, aber erst jetzt schien sein Körper wieder völlig fit zu sein. Sezuna lag ihn seinen Armen und er drehte sich lächelnd zu ihr, um ihr schlafendes Engelsgesicht anzusehen.

   Sie hatte wesentlich weniger geschlafen und auch gegessen als er. Während sie auf der Reise sogar sehr viel geschlafen und gegessen hatte, schien auch sie langsam wieder ihrem normalen Rhythmus zu haben. Daher reagierte sie auch auf seinen veränderten Herzschlag und Atemrhythmus und regte sich ein wenig.

   „Guten Morgen Wildkatze“, grüßte er sie grinsend und strich ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Akira hatte sie in den letzten Tagen in Ruhe gelassen, denn er wusste, dass sie Ruhe brauchten.

   „Guten Morgen, Tiger“, murmelte Sezuna zurück und streckte sich ein wenig.

   Sofort kitzelte er sie sanft bei ihren neckenden Worte und knurrte wie ein Tier. „Wie viele Tage habe ich verpasst?“, wollte er schließlich wissen. Immerhin hatte er keine Ahnung, wie lange er wirklich geschlafen hatte.

   „Es waren zwei“, brachte sie kichernd hervor, während sie sich ein wenig wand. Er schaffte es sie an sehr empfindlichen Stellen zu berühren und das machte sie atemlos.

   Sobald sie sich wand, rollte er sich über sie und stützte seine Arme rechts und links von ihr ab. „Liegt wahrscheinlich an dir und deiner Versorgung“, hauchte er heiser gegen ihre Lippen und sah ihr dabei tief in die Augen.

   Sie erwiderte den Blick und fühlte sich unglaublich wohl. „Ich habe mir Mühe gegeben.“

   „Braves Mädchen“, grinste er sie an und gab ihr einen langen Kuss auf ihre Lippen. Haru fühlte sich beinahe wie neu geboren, vor allem mit Sezuna hatte er jemanden gefunden, den er begehrte, brauchte und liebte. Seine Zweifel waren beinahe verschwunden und er konnte nicht anders, als sie nun zu necken, indem er ihren Hals küsste und sogar daran saugte.

   Sezuna seufzte zufrieden. „Ich bin nicht immer brav“, warnte sie leise, aber mit einem lustvollen Unterton.

   „Das will ich sehen“, sagte er spöttisch zwischen den Küssen. „Außer du meinst genau das wie vor ein paar Tagen. Da warst du ganz böse“, kicherte er gegen ihren Hals und sah unschuldig zu ihr auf.

   Sezuna seufzte zufrieden. „Ja, genau das.“

   „Du bist nur ganz böse, wenn du deinen Kopf durchsetzen willst und das auch mit allen Mitteln schaffst. Aber vergiss nicht, ich kann dich immer noch unbeweglich machen“, lächelte Haru und Küsste ihre Stirn. „Aber so glaube ich nicht, dass du so unartig bist. Vielleicht in diesem Gebiet, aber nicht auf den anderen.“

   Sezuna grinste. „Da hast du Recht. Ich bin eigentlich eine ganz liebe.“ Sei begann ihn sanft zu streicheln. „Wie fühlst du dich?“

   „Um einiges besser als vor drei Tagen“, gab er zu und genoss ihr streicheln. Noch immer lag er über ihr, aber er machte keine Anstalten, aufzustehen. „Dank dem Essen und dem Schlaf fühle ich mich beinahe wie neu geboren“, flüsterte Haru und fuhr ihr Kinn zärtlich nach.

   „Das ist sehr gut“, sagte sie zufrieden und hielt nicht in ihrer Tätigkeit inne. Das Haru sich besser fühlte, sorgte dafür, dass auch sie sich besser fühlte. „Heißt das, du bist bald wieder soweit, dass du nicht mehr so viel im Bett bleibst?“

   Grinsend nickte er. „Genau das heißt es. Und zwar fange ich gleich damit an, aufzustehen“, sagte er leise. Er wollte aufstehen, doch Sezunas streicheln ließ ihn bewegungslos bleiben. „Allerdings solltest du aufhören, mich zu streicheln, sonst kann es wirklich sein, dass ich länger im Bett bleibe“, grinste er frech und mit einem zweideutigen Ton.

   Sezuna zog ihre Hand zurück und grinste. „Ich will mir ja nicht nachsagen lassen, dass ich dich manipuliere“, sagte sie und versuchte dabei ernst zu klingen, doch es funktionierte nicht ganz.

   „Das tust du bereits seit dem ersten Tag, an dem ich dich gekauft habe“, sagte Haru trocken. „Du manipulierst mich mit dem Essen, dann setzt du dich gegen meine Verbote hinweg, berührst mich, dass ich nicht mehr weiß wo oben und unten ist“, zählte er auf. „Und das nennst du nicht manipulieren?“ Haru schüttelte ungläubig den Kopf.

   Sezuna grinste breiter. „Ach so, das. Das war nur, um dich zu necken und aus deiner miesepetrischen Laune raus zu holen“, erklärte sie und klang dabei sehr selbstzufrieden.

   Seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als sie das sagte. „Was war nur, um mich zu necken und mich aus meiner Laune rauszuholen?“, wollte er genau wissen, wobei seine Stimme knurrend klang.

   Sezuna hob die Hand und streichelte ihn sanft. „Jeder hat ein Recht sein Leben genießen zu dürfen und du hast es mir von Anfang an angetan“, gestand sie leise. „Aber du warst so ... verbittert und kontaktscheu. Das musste ich doch irgendwie überwinden. Hätte ich da auf dich gehört, wären wir heute wohl nicht hier.“

   Haru seufzte, denn sie hatte Recht. Er war es tatsächlich gewesen und war es teilweise immer noch, weil er sich nicht selbst traute. Ständig die Angst, andere zu verletzen und Sarahs Tod hatten ihn in ein tiefes, dunkles Loch geworfen, aus dem er sich selbst nicht mehr hatte befreien können. Aber er hatte es auch nicht gewollt, weil er es als eine direkte Bestrafung für das, was er getan hatte, ansah.

   Sezuna erhob sich ein wenig unter ihm, so dass sie es schaffte ihn auf das Kinn zu küssen.

   „Woher willst du wissen, dass ich es heute nicht mehr bin?“, fragte er sie und ließ seinen Kopf seufzend auf ihrer Schulter nieder, sodass sein Gesicht an ihrem Hals vergraben war. „Wenn ich es dir von anfang an angetan habe, verstehe ich endlich, warum du mich ständig verfolgt hast.“ Sezuna war wirklich lieb, aber Haru konnte nicht verstehen, warum sie so viel für ihn getan hatte, nur um ihm ein kleines bisschen in das Licht zu helfen, um das Leben ein wenig genießen zu können.

   „Du bist es nicht mehr ganz so sehr, aber doch noch immer“, flüsterte sie und streichelte seinen Kopf.

   „Du zwingst mich geradezu, meine gewohnte Dunkelheit zu verlassen, wo ich mich ... wohl fühle“, murmelte er an ihrer dunklen und weichen Haut. Normalerweise wäre Sezuna unter ihm längst zerquetscht, da er viel schwerer als sie war und zudem die Gewichte trug, allerdings machte er sich so leicht wie möglich und benutzte zudem einen Zauber, um sie nicht zu schaden.

   „Und hier fühlst du dich nicht wenigstens ein bisschen wohl?“, fragte sie leise und fast schon ängstlich. Sie wollte nicht, dass er sich wieder in seine Dunkelheit verkroch. Dort, wo sie ihn nicht berühren und ihm nicht folgen konnte.

   „Bei dir fühle ich mich wohl ...“, gestand Haru leise.

   Erleichtert stieß Sezuna die Luft aus und umschlang Haru mit den Armen. „Das ist beruhigend.“

   „Aber auch nur solange, bis du wieder deinen Kopf durchsetzt und mich zu etwas bringst, was nicht immer eine gute Idee ist“, lächelte er an ihrer Haut und küsste sie dort sanft. Ihr Geruch war so beruhigend und auch wenn er aufstehen wollte, konnte er die ganze Zeit so liegen bleiben.

   „Im Moment habe ich das, was ich wollte“, gestand sie. „Ich habe nicht vor, dich zu noch mehr zu bringen“, murmelte sie leise und fuhr ihn mit der Hand durch die Haare.

   „Was wolltest du denn?“, fragte er sie und erschauerte bei ihren Fingern. Seine Augen hatte er geschlossen und entspannt lag er da.

   Sezuna drehte sich zu seinem Ohr und flüsterte lediglich ein Wort: „Badewanne.“

   Haru musste unwillkürlich grinsen. „Natürlich, wie konnte ich das vergessen. Du hast mich mehr als verführt, weißt du das? Ich habe keine Ahnung, wie lange du das geplant hast, aber du solltest wissen, dass ich nicht vorhatte, das so schnell geschehen zu lassen“, meinte er.

   „Geplant habe ich es nicht“, gestand sie und wand sich ein klein wenig. „Ich hab einfach nur ... auf meine Gefühle gehört“, murmelte sie und es war ihr fast schon peinlich.

   Sanft streichelte Haru über ihren Kopf. Vielleicht war es das gewesen, nach was er sich gesehnt hatte. Jemanden, dem er vertrauen konnte und bei dem er sich gut fühlte. Nach Sarah hatte es keinen mehr gegeben, der solche Gefühle in ihm ausgelöst hatte. „Wenn ich auf meine Gefühle gehört hätte, wäre es schon längst passiert ...“ sagte er leise und küsste ihren Mundwinkel.

   Sezuna lächelte leicht. „Immer diese Gedanken. Die sorgen oft genug dafür, dass man gute Dinge verpasst.“

   „Du hast Recht. Mein Kopf wollte nicht, auch nicht in der Badewanne. Mein Körper hatte allerdings andere Vorstellungen“, gab er zu. „Es ist schwer, wenn Kopf und Körper nicht dasselbe wollen. Und weißt du was? Oft hat mein Kopf sogar daran gedacht, aber dann hat mein Körper sich geweigert. Es ist so, als ob es zwei unabhängige Dinge wären, die eigentlich zusammengehören, aber nicht dasselbe wollen“, versuchte Haru zu erklären und stand endlich von ihr auf, um sich an die Bettkante zu setzen. Schon jetzt vermisste er das Gefühl ihrer warmen Haut und hätte sich am liebsten gleich wieder an sie gekuschelt.

   Sezuna erhob sich ebenfalls und schmiegte sich nun an seinen Rücken. „Das kenne ich sehr gut“, gestand sie. „Wobei bei mir kein Kopf generell immer viel lauter ist, als mein Körper.“

   „Deswegen habe ich mich gewundert, dass du es wolltest. Weil du doch mit ... Gefühlen nicht immer zurechtkommst“, erinnerte er sich an Leilas Worte. „Ich hatte Angst, dass es dich überfordern würde.“

   „Manche Gefühle, gerade dann wenn sie sehr stark sind, verstehe ich durchaus. Zumindest irgendwie“, meinte sie mit einem schiefen Lächeln und küsste seinen Hals.

   Haru lehnte sich ein wenig gegen sie, um die Küsse zu genießen und schwieg. Ihm gingen viele Gedanken durch den Kopf und er wusste nicht, wie er sie einordnen sollte.

   „Ich gehe erst einmal baden. Nach drei Tagen habe ich das dringend nötig“, lächelte er und zog ihren Kopf ein wenig mehr zu sich an den Nacken, um sie besser zu fühlen. Ihre Küsse hatten kleine Blitze durch seinen Körper gejagt und er fühlte sich erhitzt dadurch.
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