Duschen für Fortgeschrittene 2.0

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Aubrey Posen Beca Mitchell Chloe Beale Cynthia-Rose Fat Amy/Patricia Stacie Conrad
30.12.2019
16.02.2020
56
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„Das waren die Nachrichten. Als nächstes spiele ich euch einen meiner absoluten Lieblingshits. „Titanium“ von David Ghetta. Ich bin Beca Mitchell und ihr hört WRFG – Radio Free Georgia auf 89.3 FM. Bleibt bei mir, denn gleich geht es weiter, mit meiner Nachmittagsshow.“
Einen kurzen Moment lauschte ich noch den Anfangsklängen von Titanium, ehe ich meine Kopfhörer abnahm und das Aufnahmestudio auf stumm schaltete. So konnten die Radiohörer mich nicht mehr hören. Freudig stellte ich ein paar Songs ein, sodass ich eine gute Viertelstunde für mich hatte. Heute war Freitag. Schon den ganzen Tag freute ich mich wie ein Schneekönig. Jeden ersten Freitag im Monat trafen sich die ehemaligen Bellas. Entweder bei jemandem zu Hause oder in einem Club, um die Nacht zum Tag werden zu lassen. Manchmal gingen wir auch nur gemütlich was Essen oder veranstalteten einen Spieleabend. Heute war es wieder so weit. Ich checkte mein Handy, weil ich die Befürchtung hatte, es könnte wer absagen. Aber es blieb stumm. Gott sei Dank.

Im Grunde waren wir alle das geworden, was wir uns vorgenommen hatten. Und wir waren auch alle in der Nähe geblieben. Zumindest soweit, wie unsere Jobs das zuließen. Bei Amy und Cynthia war das etwas schwierig, aber sie schafften es meistens zu unseren Treffen.

Amy hatte wie angekündigt ihre eigene Show raus gebracht und tourte durch ganz Amerika. Zur Zeit war sie in Oregon unterwegs, aber sie hatte mir gestern geschrieben, dass sie das Treffen heute auf jeden Fall schaffen würde.

Cynthia war wirklich Pilotin geworden und jettete um die Welt. Sie war immer noch bei der Army und flog auch teilweise gefährliche Einsätze. Meistens schrieb sie uns, wenn sie solch eine Mission antrat und meldete sich dann auch wieder zurück, wenn sie wieder in der Heimat war. Wir waren dann alle immer ziemlich erleichtert, dass sie wieder wohl behalten zu Hause angekommen war.

Lilly hatte sich erfolgreich als Schneiderin selbstständig gemacht und hatte ihren eigenen Laden. Er war klein und fein, aber sie war glücklich damit und brauchte auch nicht mehr. Das Geschäft lief gut, sie konnte sich nicht beschweren.

Stacie war wirklich in den Sportbereich gegangen und hatte ihre eigene Fitnesskette nur für Frauen gegründet. Schon jetzt lief es so gut, dass sie zwei weitere Studios eröffnen konnte. Auch sie war viel in Amerika unterwegs, fand aber immer am ersten Freitag im Monat zurück zu ihren Wurzeln.

Aubrey hatte bei einem großen Energiekonzern angefangen. Gut, es war jetzt nicht google oder apple, aber eine Firma mit mehreren Tausend Angestellten. In diesen drei Jahren, hatte sie sich zur rechten Hand des Geschäftsführers hochgearbeitet. Unermüdlich zog sie ihr Programm durch, bellte Anweisungen, wies Mitarbeiter an, coachte Auszubildende. Aber sie wurde geschätzt und gemocht. Zuckerbrot und Peitsche würde wohl am ehesten auf sie zutreffen. Aubrey machte ihren Job gerne und ich war davon überzeugt, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft den Laden übernehmen würde.

Chloe und ich waren immer noch zusammen. Genauso wie Stacie und Aubrey. Wir wohnten sogar gar nicht so weit voneinander entfernt. Nur drei Kilometer. Chloe hatte nach dem College Erfahrungen bei Tierärzten gesammelt und hatte sich vor einem Jahr mit ihrer eigenen Praxis selbstständig gemacht. Sie lief hervorragend. Finanziell konnten wir uns wirklich nicht beschweren.

Ich war die einzige, die nicht das erreicht hatte, was sie sich eigentlich vorgenommen hatte. Mein ursprünglicher Plan war, beim Radio anzufangen und mich dann auf die große Bühne zu katapultieren. Aber ich hing immer noch beim Radio rum. Und soll ich euch was sagen? Ich wollte nie wieder woanders hin. Ich hatte wirkliche meine Bestimmung gefunden. Vor zwei Jahren ging ich mit meiner eigenen Nachmittagsshow auf Sendung. Viele Kritiker hatten sie in der Luft zerrissen, mit dem Kommentar, sie würde sich ja niemals im Programm halten. Aber hey! Ich war noch da. Und die Hörer wollten es scheinbar auch. Sonst wäre ich schon längst abgeschossen worden. Nie hätte ich gedacht, mal meine eigene Radiosendung zu moderieren. Das erfüllte mich mit Stolz und ich liebte meinen Job. Ich liebte es, Songs zu mixen, denn das konnte und durfte ich immer noch und weiter hin. Ganz Georgia konnte Zeuge meiner gemixten Songs werden. Dieses Kribbeln, das mich durchströmte, wenn ich ein neues Mashup hochlud... Es machte einfach süchtig!

Der Timer an meinem Mischpult riss mich aus meinen Erinnerungen. Schnell setzte ich die Kopfhörer wieder auf und entfernte die Stummschaltung.
„Und da sind wir wieder zurück. Das Thema der heutigen Sendung verrate ich euch gleich, nach ein bisschen Werbung und drei neuen Songs. Bis gleich und bleibt gespannt.“
Erneut drückte ich die Stummtaste und seufzte einmal auf. Mein Leben war perfekt. Das gestand ich mir gerade ein. Ich hatte eine wunderschöne Frau an meiner Seite, Freunde, die unersetzbar für mich waren, und einen Job, der mich ausfüllte. Gekonnt routiniert moderierte ich mich durch meine Sendung, ehe ich um 18 Uhr Feierabend hatte. Ich übergab an den Kollegen von der Spätschicht, verabschiedete mich und machte mich schnell auf den Heimweg. Chloe war noch nicht da. Aber sie musste jeden Augenblick kommen. Gerade als ich mich auf die Couch gesetzt hatte, hörte ich die Wohnungstür und drehte meinen Kopf.
„Hey Süße. Wie war dein Tag?“, fragte ich.
„Anstrengend, aber gut.“
„Du hast mir gefehlt.“, gab ich ihr einen Kuss.
„Du mir auch. Aber bei mir war es nicht ganz so schlimm. Hab dich ja im Radio gehört.“, küsste sie zurück und ich grinste.
Dann rümpfte ich die Nase und verzog das Gesicht.
„Was ist?“
„Nichts für ungut, aber du riechst nach nassen Hund. Buchstäblich!“
Chloe lachte einmal laut auf.
„Sorry Süße. Ich musste heute einen Bernhardiner notoperieren. Der hatte sich vorher scheinbar im Dreck gewälzt. Ich springe schnell unter die Dusche. Heute ist Treffen, oder?“, schloss sie mit glitzernden Augen.
„Ja, ich freue mich schon total.“
„Dann beeile ich mich.“
„Soll ich mitkommen?“, fragte ich schelmisch.
„An sich ja gern, aber wenn ich mich beeilen soll, wird das nichts.“
Sie war schon fast aus der Tür, als sie sich nochmal umdrehte und mich angrinste.
„Ach noch was... Danke für Titanium.“
„Gern Süße.“, grinste ich. „Für dich immer.“
Nach ein paar Minuten hörte ich die Dusche, aber auch meine singende Freundin, die Titanium trällerte. Ich schüttelte amüsiert den Kopf. Sie war einfach unverbesserlich. Einige Augenblicke später stand ich auf und ging ins Schlafzimmer, um mich umzuziehen und mich für unser Treffen fertig zu machen. Mein Ginger lief nackt an mir vorbei und das Wasser perlte noch von ihr ab. Bleib stark Mitchell! Wir haben leider keine Zeit!
„Du bist echt gemein!“, raunte ich.
„Ich will dich nur für nachher schon mal anheizen.“, grinste sie unschuldig.
Ich entschied mich für Jeans, Bluse und Blazer, Chloe für ein blaues Kleid, das kurz unter den Knien endete. Schon wieder wurde mir bei dem Anblick wärmer. Aber es half ja nichts. Die anderen warteten. Noch einmal checkte ich mein Handy. Niemand hatte sich gemeldet, das hieß, dass alle kamen. Heute wollten wir uns in einem Lokal treffen und gemütlich Essen gehen. Als wir dort ankamen, saßen dort schon Amy, Lilly und Cynthia. Als sie uns erblickten, sprangen sie sofort auf und wir umarmten uns alle herzlich. Ich setzte mich neben Amy, Chloe mir gegenüber. Ein paar Minuten später erschienen auch Stacie und Aubrey. Wieder sprangen wir auf und wollten uns gar nicht mehr loslassen. Stacie setzte sich neben mich, Aubrey neben Chloe. Der Kellner brachte uns die Karte und wir bestellten einmal quer Beet.
„War ´ne super Show heute Mittag.“, sagte Stacie.
„Danke, wo hast du sie gehört?“
„Auf der Fahrt hierher. Ich kann das manchmal immer noch nicht glauben, dass ich nur das Radio anmachen muss, um dir zuzuhören.“
„Ehrlich gesagt, geht mir das manchmal ähnlich.“, grinste ich. Wir schwatzten fröhlich vor uns hin, erzählten, lachten, freuten uns. Ich war wirklich froh, dass sich nach unserem Abschluss alles so gefügt hatte. Keine von uns war wirklich weg gezogen. Wir waren alle in Atlanta geblieben. Mehr oder weniger. Aber diese monatlichen Treffen ließ sich keine von uns entgehen, egal, wo wir gerade waren. Mittlerweile hatten wir das Dessert hinter uns und ich spürte, wie mir mein Herz bis zum Hals schlug. Denn ich hatte noch etwas vor. Unauffällig tastete ich nach der Beule in meinem Blazer. Gut, sie war noch da. Das erleichterte mich schon mal. Ich hatte mir so viel zurecht gelegt, aber als ich ansetzen wollte, war davon nichts mehr da. Ich sah zu meiner Freundin, die sich gerade angeregt mit Aubrey unterhielt. Ließ die letzten Jahre Revue passieren, was wir alles erlebt und durchlebt hatten und dann war ich mir meiner Sache sicher. So sicher, wie ich es mir nur sein konnte.
„Chloe!“, rief ich in das Gespräch hinein.
Etwas verwundert sah sie mich an. Ich folgte einfach nur meinem Herzen und hoffte, ich würde es nicht versauen. Immer noch fragend sah sie mich an. Schnell griff ich mit einer Hand nach ihrer, die andere wanderte in meine Tasche und griff nach dem kleinen schwarzen Etui aus Samt um es sogleich hervor zu holen. Jeder am Tisch erkannte sofort, was das war. Ich ließ das Kästchen aufschnappen und zum Vorschein kam ein Ring.
„Chloe Beale...“, eröffnete ich und musste mich jetzt schon zusammen reißen, weil meine Stimme so brüchig war. Ich räusperte mich einmal und fuhr fort. Ihre Augen leuchteten mich an und bestärkten mich, fort zu fahren.
„Wir sind jetzt schon so lange zusammen. Haben viel durchgemacht, die Welt bereist, uns ein Leben aufgebaut.“
Ich sah meine Freundin an. Ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt, sie hörte mir gebannt zu und schenkte mir ihr schönstes Lächeln.
„Ich will nie wieder ohne dich sein. Du machst mich komplett. Ich liebe dich über alles. Chloe... Willst du mich heiraten?“
Die letzten Worte flüsterte ich fast nur noch, weil meine Stimme versagte. Doch sie hatte mich schon verstanden.
„Ja, Beca. Das will ich. Ich will deine Frau werden.“, antwortete sie mit Tränen erstickter Stimme.
Ich nahm den Ring aus dem Etui und steckte ihn ihr an den Finger. Sofort griff sie über den Tisch meinen Hals und zog mich zu einem Kuss zu sich. Die anderen jubelten, während wir in unserem Glück versanken.
„Ich liebe dich!“, raunte sie mir noch zu, ehe sie sich wieder hinsetzte.
„Ähm... Ich hätte da auch noch was!“, schaltete sich Stacie dazu. Wir sahen sie verwundert an und auch sie zückte ein schwarzes Etui.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst!“, rief Aubrey und bekam große Augen.
„Beca hat mir die Show gestohlen!“, funkelte sie mich amüsiert an.
„Tut mir Leid, Stace. Das wusste ich nicht.“
„Kein Problem, Becs. Ich hab ja jetzt gesehen, wie es geht und versuche mein Glück.“
Sie blickte voller Liebe zu Aubrey. Auch in ihren Augen schimmerten Tränen.
„Bree! Ich liebe dich. Über alles!“, eröffnete sie. „Seit wir auf dem College waren und du die Bellas zu Ruhm und Ehre geführt hast. Wir haben uns zusammen ein Leben erarbeitet. Aber nicht nur wir beide, sondern wir Sieben. Alle gemeinsam. Wir stärken und unterstützen uns. Aber bei mir geht es noch weiter. Du bedeutest mir alles, Aubrey. Ich will den Rest meines Lebens mit dir verbringen. Also stelle ich dir die gleiche Frage. Willst du mich heiraten?“
Aubrey sprang auf und umarmte Stacie glücklich, wobei ihr Tränen über die Wangen liefen.“
„Ja, Stace, das will ich! Nichts will ich lieber, als deine Frau zu werden.“
Jetzt steckte auch Stacie Aubrey den Ring an den Finger.
„Cool, also ´ne Doppelhochzeit!“, feixte Amy.
„Gar keine schlechte Idee.“, raunte ich.
„Was haltet ihr davon? Wir finden sicherlich ein Datum, womit wir alle leben können.“
Zur Bestätigung wurde ich nur angegrinst.
„Ich hatte wirklich keine Ahnung, dass du heute Bree einen Antrag machen willst. Sonst wäre ich dir nicht so in die Parade gefahren.“, versuchte ich mich bei Stacie zu entschuldigen.
„Hey, alles gut. Das konntest du nicht wissen und außerdem haben sie doch ja gesagt. Was will man mehr?“, schloss sie und umarmte mich.
„Also ist das mit dem Datum beschlossene Sache?“, fragte ich in die Runde.
„Aber klar.“, kam die Antwort von Chloe.
Wir ließen den Abend gemütlich ausklingen und fuhren glücklich wieder nach Hause. Als ich den Wagen geparkt hatte, ergriff Chloe meine Hand. Ihr Ring funkelte mir entgegen und ich sah ihr strahlendes Lächeln.
„Ich liebe dich, Becs. Du hättest mir kein schöneres Geschenk machen können. Ich freue mich auf unsere gemeinsame Zukunft.“
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