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Ende gut, Alles gut! (Shaolin Wuzang)

GeschichteFantasy, Freundschaft / P12 / Gen
30.12.2019
14.02.2020
6
9.160
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Dieses Kapitel
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30.12.2019 883
 
Erzählung

Henan im alten China des 17. Jahrhunderts. Seit Hauptmann Daoshen und Wan Shun damals Heihu in eine Falle gelockt haben, war von eben diesem nichts mehr zu befürchten. Im Land verbreitete sich bald die frohe Kunde, dass Heihu wohl besiegt sei.

Der Kaiser ließ dafür in Kaifeng ein Fest ausrichten, welches sich jährlich an diesem Befreiungstag wiederholte.
Auch in diesem Jahr, 3 Jahre nach Heihu's Tod, stand das Fest wieder kurz bevor.

In Zhengzhou

In der dem Shaolinkloster nahegelegenen Stadt Zhengzhou wurde Qián Tao, ein junger Mann von 19 Jahren, gerade von seiner Mutter verabschiedet. Diese reichte ihm einen kleinen Beutel mit Proviant für die Reise nach Kaifeng. "Sei bitte vorsichtig auf dem Weg." "Ja Mutter.", sagte dieser leicht genervt.

Seine Mutter hielt ihm jetzt schon mehrmals diese Predigt: er solle auf dem schnellsten Wege nach Kaifeng reiten, sich auf keine Kämpfe einlassen und dennoch immer freundlich und hilfsbereit zu denen zu sein, denen er begegnet, allen voran seiner Verlobten gegenüber, die er in Kaifeng während der Festlichkeiten kennen lernen würde.

Wie oft hatte sie es mit ihm schon durchgekaut. Inzwischen kannte er ihren Monolog auswendig. "Liebe Mutter, ich habe 5 Jahre in der Armee gedient, ich werde es schon sicher nach Kaifeng schaffen. Der Weg ist mir nicht unbekannt und ich bin ein guter Reiter und Kämpf-" Frau Qián sah ihren Sohn mit erhobener Braue streng an. "Natürlich werde ich von meiner Kampferfahrung nur im Ernstfall Gebrauch machen und mich nicht provozieren lassen.", schwor er.

Milde gestimmt umarmte Qián Lan ihren einzigen Sohn, bevor er sich daran machte, sein Pferd zu besteigen. Mit einem letzten Blick zu seiner Mutter, gab er seinem Pferd den Befehl, sich in Bewegung zu setzen und ritt durch das Tor hinaus Richtung Kaifeng. Sich eine Träne aus dem Augenwinkel wischend, sah sie ihrem Sohn winkend hinterher.

Im Wald

Der junge Qián Tao war schon weit geritten, als er im Wald Schreie hörte. Er zog an den Zügeln und sein Pferd wurde langsamer, bis es schließlich komplett stehen blieb.

Flink sprang er ab, band den Mustang an einem dünnen Baum fest, schnappte sich sein Schwert aus der Satteltasche und schlich im Schutze der Bäume näher.

Hinter einem Baum versteckt, lugte er hervor und sah, wie Banditen mit schwarzen Masken eine ältere Dame auf ihrem Karren angriffen. Die Dame griff gerade nach einem der Fässer auf ihrem Karren, um damit 2 Angreifer vom Karren zu schubsen und es dem 3. über den Kopf zu stülpen.

"Alte Vettel!", brüllte der 4.

Der Karren wackelte, als die Angreifer von eben diesem fielen. Die Frau verlor das Gleichgewicht. Sie hielt sich an einem der Fässer fest und stürzte mit den restlichen Fässern vom Karren.

Tao beschloss, jetzt einzugreifen. "4 gegen 1, das ist ganz schön unfair, findet ihr nicht?" Mit gezücktem Schwert trat er aus seiner Deckung hervor und machte sich zum Angriff bereit.

"Ganz schön vorlaut, Bürschchen!", entgegnete der Größte der Banditen und griff an. Tao ging in Angriffsstellung und parierte den Schlag des Angreifers.

Mit gekonnten Hieben setzte er den Größten und Letzten außer Gefecht und half der Dame auf, welche bei ihrem Kampf vom Karren gefallen war und nun unter ihren schweren Fässern begraben lag.

"Geht es Ihnen gut, gute Frau." Tao rollte die Fässer beiseite und half der Frau auf. "Vielen Dank, mein Junge." Sie klopfte sich den Dreck ab und sah auf die 4 bewusstlosen Banditen. "Elende schwarze Füchse.", fluchte sie und begann, ihre Fässer wieder auf den Karren zu stellen. Tao tat es ihr gleich und stellte die restlichen Fässer dazu.

*-*-*


Wenig später ritt er neben dem Karren her, um der Dame Geleit auf dem Weg nach Shaolin zu geben. "Es ist sehr nett von dir, dass du mich begleitest, mein Junge. Mehr als eine kleine warme Mahlzeit kann ich dir als Dank leider nicht bieten." "Nicht der Rede wert. Als Soldat ist es meine Pflicht, den Bürgern Chinas zu helfen."

"So jung und schon so ein guter Soldat - erstaunlich.", meinte sie ehrlich und lächelte Tao an. "So jung bin ich nun auch nicht. Bald werde ich 20. Aber ja, ich habe mit 12 die Ausbildung zum Soldaten begonnen und nach meinem Abschluss mit 14 5 Jahre in der kaiserlichen Armee gedient."

"Ach ja, du wärst für mich der perfekte Ehemann-" "Wie bitte?", fragte er ungläubig. "Ich fühle mich geehrt, Verehrteste, aber-" "-für meine Enkelin."

Er hielt inne und dann atmete er erleichtert aus. Verschämt färbten seine Wangen sich rot. "Na, Sie sind mir einer! Ich bin wahrlich zu alt für Sie. Aber meine Enkelin ist im heiratsfähigem Alter. Sie würde Ihnen gefallen.", gab sie enthustiastisch von sich.

Abwährend hob er die Arme. "Es ehrt mich wirklich, dennoch-" "Wenn sie bloß nicht schon verlobt wäre.", fügte sie weniger freudig hinzu. "Ich würde sie Ihnen als Dank zur Frau geben." Tao wurde röter um die Nasenspitze. "Gute Dame, das ehrt mich sehr, aber ich bin auch bereits verlobt. Auf dem Fest in Kaifeng soll ich sie kennenlernen." "Was du nicht sagst.", entgegnete sie nachdenklich.
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