Mitternachtshäppchen

von Chai
OneshotRomanze, Horror / P16 Slash
Christopher Alcott Tetsu / T-chan
30.12.2019
30.12.2019
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Mitternachtshäppchen

Die Luft war so kalt, dass ihm beim Atmen die Zähne wehtaten. Aber der Verdächtige floh mit unmenschlicher Geschwindigkeit und schlug einen Haken wie ein Hase um eine Hausecke, hinein in eine finstere Seitenstraße, eine Sackgasse.
Keuchend warf sich Chris an die Ecke, spähte vorsichtig in die Gasse. Sowas konnte leicht zu einer Falle werden! Besonders, wenn das Kaninchen völlig verängstigt und in die Ecke gedrängt war. Sein Bruder Leon wäre dem Verdächtigen sicher mit Leidenschaft hinterher gesprungen und in Gefahr geraten. Aber Chris war kein einfacher Officer wie er, sondern ein FBI Agent.
Er überlegte, der Kerl war bewaffnet und stand nun mit dem Rücken zur Wand.

Ein Streifenwagen bremste neben ihm scharf ab und kam punktgenau zum Stehen. Doch wirkliche Verstärkung war das nicht. „Chris!“, rief der junge Polizist und lief auf den blonden Agent zu.
„Verdammt! Kopf runter.“, zischte Chris ihm zu und packte den Jüngeren um ihn hinter sich an die Wand zu drücken. „Bist du verrückt? Du kommst gerade von der Akademie und das hier ist kein Platz für dich.“, schimpfte Chris harsch. „Ich wollte einfach vom Besten lernen.“, schmollte er.
„Also gut, du gibt’s mir Deckung und ich geh rein.“, sagte Chris und schob sich um die Ecke.
Die Gasse vor ihm lag im Dunkeln. Das Licht der Straßenlaternen an der Hausecke hinter Chris warf die Form seines eigenen Körpers als mahnenden Schatten voraus.

„Hau ab oder ich schieße!“, brüllte der Verdächtige aus dem Schatten heraus. Er keuchte! Also hatte die Verfolgung nicht nur an Chris gezehrt. Das war gut. „Du hast eine Affäre mit der Frau vom Bürgermeister angefangen, dann hast du nicht nur ihren Schmuck, sondern irgendwann auch die geheimen Unterlagen ihres Mannes gestohlen. Und als die Mafia das merkte wurdest du erpresst. Keine schöne Sache, aber noch lange nicht Aussichtslos. Leg die Waffe auf den Boden und kick sie zu mir rüber. Ich kann dir helfen, lass uns reden.“, versuchte Chris ihn zu beschwichtigen.

Auf Grund der Finsternis konnte Chris nur hören was geschah: Der Abzug wurde gespannt, Muskeln die unter messerscharfen Zähnen zerrissen was ein Geräusch bot wie zerbrechende Ästchen, ein Schrei der im Gurgeln von Blut unterging und schließlich ein nasser Sack der zu Boden fiel.
„Chris? Bist du in Ordnung?“
„Alles klar, ruf die Kollegen und jemanden der hier sauber macht.“
Aus dem Schatten heraus floss schwarzes Blut, zumindest sah es auf Grund der spärlichen Lichtverhältnisse so aus. Chris machte kehrt bevor es ihn erreichte. Er wusste der da genüsslich schmatzend in der Dunkelheit an den Knoche des Verdächtigen nagte.
Ein kurzer Seitenblick bestätigte Chris die Ahnung, dass eine Überwachungskamera alles aufgezeichnet hatte. Er hoffte, dass die wilde Bestie darauf nicht zu erkennen sein würde. Immerhin hatte er ihr verboten das Apartment zu verlassen und nun musste er erscheinen vertuschen.

Mit den Zähnen knirschend und unerträglich angespannt schlich sich Chris zum Büro der Verkehrsüberwachung. Leider war das Zimmer hell erleuchtet. Als Chris eintrat wurde er sofort erkannt. „Hey-hey, unser Held. Du hast dem Bürgermeister den Arsch gerettet und das gibt sicher `ne saftige Belohnung.“, rief der eine. Der andere gab weit haarsträubendere Theorien zum Besten: „Das war Psychokinese, richtig? Auf dem Band ist absolut nichts zu sehen! Wir haben die letzten 72 Stunden überprüft, da ist niemand außer euch rein oder raus und es ist `ne Sackgasse. Saugeil! Du musst so ein übersinnlicher Mensch sein der-“
Er bekam von seinem Kollegen eine voll Fanta Dose an den Schädel was den Redefluss zum Glück unterbrach. „Gut gemacht Arschloch, jetzt ist die Kohlensäure raus.“, meinte der Werfer.
Chris atmete erleichtert auf. Er selbst war nicht zum Verdächtigen geworden. „Kann ich das Band sehen?“
In den nächsten Minuten konnte der Blonden alles noch einmal Revue passieren lassen. Doch ohne Ton konnte kein Fremder der das Video ansah Rückschlüsse auf das Geschehen ziehen. Die Finsternis hatte die wilde Bestie vor den Augen der Ermittler und etwaiger Schaulustiger verborgen. Man sah nur wie Chris die Gasse betrat, kurz im Lichtschein verweilte und sie dann wieder verließ. Erst einige Zeit später wurde Licht ins Dunkel gebracht als die Spurensicherung mit ihren Scheinwerfern eintraf.
„Unheimlich!“, grinste der Mann mit der Beule am Kopf. „Du hast ihm Vadermäßig den Gar aus gemacht.“ Chris hob eine Augenbraue, schüttelte dann den Kopf. „Ich hab nur das Blut gerochen und bin dann umgedreht, keine Ahnung was da passiert ist. Gute Nacht die Herren.“ Damit verließ er die Dienststelle und fuhr Heim, den Bericht würde er am nächsten Morgen verfassen.

Home, sweet Home.
„Ich hoffe du hast dir das Blut abgewaschen bevor du zurückgekehrt bist und die Zähne geputzt.“, schimpfte Chris als er seine Wohnung betrat. Ein Knurren meldete sich aus dem Dunkeln während Chris die Tür verriegelte und das Licht anschaltete. Der gehörnte Widder-Zentaur streifte Chris Hüfte mit seinem Kopf. Sein menschenähnliches Gesicht schaute mit gefährlich glitzernden Augen zu dem Blonden auf, dann leckte er sich genüsslich über die Lippen und zeigte bei einem breiten grinsen seine spitzen Zahnreihen.
„Bist du wenigstens satt geworden? Ich kann das nicht ständig erlauben. Du darfst eigentlich nur die ganz schlimmen Verbrecher auffressen.“, sagte Chris, die Stimme in versöhnlichem Klang. Der Blonde ließ einen Arm sinken und streichelte dem Widderähnlichen Wesen über den Kopf. Für alle anderen Menschen sah der kleine Zentaur aus wie ein exotisches Tier.
Der Widderkörper entete jedoch nicht in harmlosen Hufen, sondern in den Tigerpfoten mit scharfen Krallen. Zudem war der Fleischfresser nur mit einem Menschenopfer zufrieden zu stellen.

Tetsu begann zu schnurren und lief zur Couch zurück um es sich dort erneut bequem zu machen. Chris hatte viele Jahre seiner Kindheit in einem dubiosen Petshop in Chinatown verbracht. Dort sahen fast alle „Tiere“ für Chris jedoch aus wie Menschen. Auch dem Widder-Zentaur, der auf den Namen Tetsu hörte, war der Junge dort begegnet. Eine Schicksalhafte Begegnung. Denn nachdem der Besitzer des Petshops und sein älterer Bruder Leon 20 Jahre zuvor spurlos verschwunden waren, war einzig Tetsu bei ihm zurückgeblieben.
Chris hatte Tetsu viele Jahrelang nicht mehr in seiner Menschengestalt gesehen. Dieser Umstand hatte sich erst wieder verändert, als der Widder-Zentaur nicht mehr nur sein geheimer Beschützer war, sondern zu seinem Liebhaber wurde.
Grrr.
„Ich weiß du magst das künstliche Licht nicht, einen Moment bitte.“, hauchte Chris und entzündete Kerzen sowie ein spezielles Räucherwerk. Wo Tetsu es bei seinen Streifzügen gefunden hat wollte Chris gar nicht erst wissen. Aber er wusste, dass der Besitzer des Petshops dasselbe benutzt hatte. „Count D hat immer gewusst was gut ist.“, murmelte der Blonde als er sich daran erinnerte.
Es war romantisch ohne Licht, nur im Kerzenschein und der süßliche Duft des Räucherwerks.
Chris setzte sich zu Tetsu auf das Sofa. Es war mit weichen Decken und Kissen ausgelegt und die Schlafstätte des Widder-Zentaur.

Der Kopf der Bestie schob sich unter Chris Arm hindurch und der Blonde begann ihn unterm Kinn zu kraulen. Langsam schmolz das Fell unter der liebevollen Behandlung und gab zarte glatte Haut frei. Kichern weckte Chris aus seiner Trance und er sah sanft auf den gehörnten Mann mit den wilden Haaren hinab. „Du bist verspannt Chris. Lass mich dir helfen.“, schnurrte Tetsu. Er richtete sich auf und schmiegte sich verführerisch an die Brust des Blonden.
„Hmmm.“
Tetsus Hand fuhr langsam über Hals und Schultern des Menschen. „Lecker.“, murmelte er verliebt.
„Deine Zähne lässt du heute bitte bei dir.“
„Schade. Aber vielleicht gefällt dir das hier.“
Der Widder-Zentaur ließ die Spitzen seiner langen Fingernägel über Chris Brust kratzen.
„Ja, daran könnte ich mich gewöhnen.“
„Du redest zu viel, Mensch.“
Mit einem stürmischen Kuss warf sich der Menschenfresser auf Chris. Der sank in die Kissen zurück und zog seinen Geliebten im Nacken über sich. Verbotene Früchte schmeckten eben am besten.

Chris stöhnen vibrierte dunkel und verband sich mit Tetsu‘s keuchen zwischen den verheißungsvollen Küsschen die über seinen Bauch wanderten. Die Lippen waren verspielt und zielstrebig zugleich. Die Hose des Blonden fiel den scharfen Krallen des Widder-Zentaurs zum Opfer. Doch das heizte die Stimmung nur noch mehr an.
Der Blonde wandt sie wie im Fieber und seine Finger woben sich durch die langen Haare und streiften die Widderhörner, was ein wildes Grollen hervorlockte.
Ein heißer Schauer erregte Chris. Er war der einzige Mensch der diese Laute nicht fürchten musste. Um sein Vertrauen zu zeigen schob der Blonde die Hüften vor und spreizte die Beine um Tetsu Platz zu machen. Der Widder-Zentaur kniete sich zwischen die Schenkel und senkte den Kopf.

Tetsu tastete sich mit den Lippen vor und umschloss die Eichel nur ganz sachte. Seine Zähne waren auch in Menschenform nicht so harmlos wie sie aussahen.
Doch er machte es gut und Chris stöhnen wurde lauter. Der Blonde war sogar so frech und packte den Widder an den Hörnern und provozierte Tetsu damit. Gierig saugte er an dem prächtigen Schwanz und rieb mit seiner rauen Zunge darüber. Dieser Mensch machte ihn einfach verrückt.
Und so konnte er auch von seiner Liebe zurückgeben. Mit den Lippen fest um den Schaft gepresst steigerte er das tempo bis Chris schließlich kam.

„Gar nicht mal schlecht Christopher.“, schnurrte Tetsu und stieg wieder auf das Sofa um sich an den Blonden zu kuscheln.
Das Räucherwerk erlosch und der Widder-Zentaur nahm seine tierische Gestalt wieder an.
„Das war der letzte Krümel von dem Räucherwerk.“, seufzte Chris.
„Keine Sorge Chris, ich weiß wo es Nachschub gibt und beim nächsten Mal reicht es dann für die ganze Nacht.“