Schneekristalle

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P16
30.12.2019
14.01.2020
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Josephine Larsson

(PoV: Autorin)
Ich schloss gerade die Tür auf als ich schon Gingers begeistertes Quietschen von drinnen hörte.
„Es schneit, es schneit...“, sang sie mehr schlecht als recht. Naja, singen war auch schon viel gesagt. Quietschen traf es besser. Carrie und ich mussten beide grinsen und gingen dann hinein. Kat und Ginny zogen Care sofort zu sich und schmiedeten mit ihr Pläne was sie alles machen würden, wenn der Schnee liegen blieb, während Josephine sich jedoch offensichtlich zurückhielt, was ungewöhnlich für sie war. Langsam trat ich zu ihr.
„Alles in Ordnung?“, fragte ich vorsichtig. Die Sache mit Carrie hatte mir einmal mehr bewiesen, wie ernst die ganze Situation für meine OC‘s war, wenn ich sie denn noch so nennen konnte. Ich wollte nicht so sein wie Fenoglio und behaupten die Personen würden mir gehören, wo sie doch offensichtlich ein Eigenleben hatten…
Josephine legte nachdenklich den Kopf schief.
„Eigentlich ja.“, dann zeigte sie, was sie in der Hand hielt. Es war ein Foto von mir und meiner besten Freundin. Ich blickte sie verwundert an.
„Was ist damit?“, auch wenn ich schon etwas vermutete, wollte ich es von ihr hören.
„Sie heißt Josephine. Wieso hast du mich so genannt, wenn sie so heißt?“, fragte sie und ich hörte keine Klage in ihren Worten, nur reine Neugierde. Wieder erinnerte sie mich daran, wieso ich sie so sehr mochte. Sie konnte wirklich schrecklich anstrengend sein, aber sie war stets loyal und würde niemals vorschnell über jemanden urteilen. Leicht musste ich lächeln, als ich es ihr erklärte.
„Josi ist die stärkste und wundervollste Person die ich kenne. Sicher, sie ist nicht fehlerlos, wer ist das schon. Aber sie ist einfach…“, einen Moment lang suchte ich nach den richtigen Worten und musste leise lachen, als ich ein Zitat fand, das wirklich passte.
„Sie ist stark. Und wunderschön. Sie ist voller Licht. Ich genieße es, in ihrer Nähe zu sein, egal ob es uns gut geht und egal worüber wir reden.“
Josephine nickte zufrieden.
„Dann ist es eine Ehre für mich, ihren Namen zu tragen.“, lächelte sie. „Aber erzähl mir mehr. Du weißt alles über uns, aber wir kaum etwas über dich. Das will zumindest ich ändern.“, grinste sie. Gespielt genervt seufzte ich, zuckte aber mit den Schultern, deutete ihr, sich zu setzen, tat das dann ebenfalls und sah sie an.
„Also, was willst du wissen?“
„Naja, erst mal deine Hobbys.“, lachte sie.
„Schreiben, ist das nicht offensichtlich?“, fragte ich amüsiert.
„Pff… Wie sieht es aus mit Lieblingstieren? Und wehe du sagst Warge! Es müssen schon Tiere von hier sein!“
Ich grinste nur. „Orcas und Katzen.“, antwortete ich dann doch.
„Man bekommt echt keine ausführlichen Antworten von dir, oder?“, seufzte sie.
Jetzt musste auch ich lachen.
„Nicht wirklich. Wenn ich anfange zu reden dann plappere ich und das nervt die meisten nur.“, grinsend lehnte ich mit an die Wand.
Sie nickte nur.
„Leute schreiben, weil niemand zuhört.“, sprach sie dann lächelnd. „Das waren doch deine Worte.“
Ich murmelte nur zustimmend.
„Nun gut, dann gib mir ein paar Spoiler über mich!“, überlegte sie zufrieden.
„Okay okay!“, lachend gab ich mich geschlagen und dachte kurz nach.
„Hm, was könnte ich sagen… Also sagen wir es so, das mit Legolas und dir wird noch interessant, also ärgere ihn bloß nicht zu sehr. Oh und du wirst noch einiges an Stress mit Thranduil bekommen.“, grinste ich ein wenig heimtückisch.
„Na danke.“, lachte auch sie und schlug mir spielerisch auf den Arm.
„Ey, ist ja nicht meine Schuld. Die Idee hast du mir geliefert! Aber naja, mehr sage ich nicht, du wirst es ja sehen. Nur Geduld wirst du brauchen, es dauert noch ein bisschen bis Ginger und Kat zu euch stoßen.“
Sie nickte verstehend. Natürlich. Soviel wusste sie auch, sie war nicht so naiv zu glauben, dass jetzt alles einfach gehen würde. Sie meinte neulich ja sogar selbst, dass das dem Prinzip einer guten Geschichte widerspräche. Dennoch wäre mir wohler dabei, müsste ich sie nicht dem aussetzen was noch passieren würde. Aber erst einmal könnte sie sich ein wenig entspannen und lediglich an ihrer Situation herummeckern. So oder so würden sie alle das schon schaffen. So gut es halt geplant war. Sie lächelte noch einmal zufrieden und trat dann zu den anderen um die schlimmste Katastrophe zu verhindern.
Ich blieb stehen und blicke gedankenverloren in das Kaminfeuer, was sich hell gegen die Schatten abhob. Kurz wanderte mein Blick zum Fenster, wo der Schnee nun von Windböen durch die Landschaft gepeitscht wurde.
Auch das passte zu ihr. Nicht nur zu ihr. Auch zu ihrer Namensverwandten. Sie waren beide meine Sturmmädchen.
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