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Wie alles begann

von Silvana
KurzgeschichteFreundschaft / P12 / MaleSlash
Esteban Ocon Lance Stroll
30.12.2019
06.01.2020
2
4.226
9
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06.01.2020 2.701
 
Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr und heiße euch damit herzlich willkommen im Jahr der Ratte! (Kein Scherz, 2020 ist wieder eins) :D In diesem Sinne viel Spaß mit dem zweiten Teil... ;)


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(ein paar Stunden später)

„Danke, dass du mir beim Aufräumen hilfst“, sagte Lance müde und stapelte ein paar leere Verpackungen ineinander, die er gerade eingesammelt hatte. Inzwischen waren alle seine Kumpels gegangen, nur Esteban war noch da, denn er übernachtete bei ihm.

Der Angesprochene grinste. „Meinst du etwa ich geh schlafen, während du hier das ganze Chaos beseitigst?“

„Viele hätten das gemacht“, entgegnete Lance nachdenklich.

„Dann sind viele  eben schlechte Freunde“, antwortete Esteban zwinkernd und nahm sich einen weiteren Müllsack für die leeren Flaschen.

„Wem sagst du das!“ Erschöpft stützte sich Lance auf den Besen, mit dem er die Chipsreste zusammenfegen wollte und grübelte vor sich hin, was dem Franzosen nicht verborgen blieb.

„So war das nicht gemeint. Deine Freunde sind nett, der Abend war cool“, gab Esteban ihm Zuspruch und versuchte ihn aufzumuntern, anstatt Salz in die Wunde zu streuen, indem er ihm verklickerte, dass jeder Kindergeburtstag besser war als seine Feier.

„Er hätte vielleicht gut sein können, wenn Julien nicht dabei gewesen wäre. Dieser Idiot, ich konnte den nie leiden!“, grummelte Lance missmutig.

„Warum lädst du ihn ein, wenn du ihn gar nicht magst?“, hakte Esteban vorsichtig nach obwohl er die Antwort ahnte, denn er wusste wie einsam Lance oft war und wie gern er dazugehören wollte.

„Er ist der beliebteste Junge auf meiner alten Schule und die halbe Stadt reißt sich darum, mit ihm befreundet zu sein“, erklärte der 16-Jährige schamhaft. „Ich dachte, wenn er zu meiner Party kommt, spricht sich das rum und... Ach, ich bin ein Trottel! Esteban, es tut mir so leid, wie dieser Mistkerl dich behandelt hat und ich hätte ihm dafür fast eine gescheuert. Als du das Essen geholt hast, habe ich ihm die Leviten gelesen und gedroht ihn rauszuschmeißen, wenn er sich nicht endlich benimmt, was er ja dann Gott sei Dank gemacht hat. Trotzdem bin ich so was von durch mit ihm!“

Esteban pfiff anerkennend durch die Zähne. „Du legst dich für mich mit dem beliebtesten Jungen der Stadt an?“

„Natürlich! Du bist mein allerbester Freund und wer dir blöd kommt, kriegt es mit mir zu tun, da kann er der Papst persönlich sein!“, stellte Lance übermütig klar. „Ich verstehe auch gar nicht, was Julien für ein Problem mit dir hat und weshalb er dich nicht leiden kann, er kennt dich doch kaum und du bist so nett zu allen gewesen?!“

„Na die Frage kann ich dir beantworten. Er verachtet mich, weil seine Familie wohlhabend ist und meine arm und es gibt ihm ein gutes Gefühl, mich das spüren zu lassen. Das ist der ganze Grund dahinter.“ Menschen wie ihn kannte Esteban sein halbes Leben lang und er hatte sich fest vorgenommen, eines Tages wenn er die große Karriere gemacht hatte, die ihm vorbestimmt war, lachend auf diese Menschen herabzuschauen. Doch fürs Erste musste er sich mit etwas subtilerer Rache begnügen.

Der Blick des Jüngeren verdunkelte sich. „Esteban, ich... ich finde solches Verhalten bescheuert und widerlich, das musst du mir glauben“, bat er eindringlich. Julien war genau das, was viele Leute in Lance sahen, was er aber niemals werden wollte: Ein eingebildeter, reicher, herablassender, verzogener Schnösel. „Wenn ich das vorher geahnt hätte, ich hätte ihn garantiert nicht eingeladen.“

„Das weiß ich doch, mach dir keine Vorwürfe. Ich bin froh, dass du nicht bist wie er und ganz ehrlich, du hast es auch nicht nötig, dich mit Typen wie ihm gutzustellen, um Anschluss zu finden. Du hast einen tollen Charakter und wer dich nur mag, weil du dich mit Julien umgibst, der hat deine Freundschaft nicht verdient. So klein solltest du dich nicht machen“, redete Esteban ihm ins Gewissen und bekam statt einer Antwort eine feste Umarmung von dem 16-Jährigen. Lance wusste, dass er recht hatte und seine Worte waren purer Seelenbalsam. „Sag mal, was hältst du eigentlich von Juliens Freundin?“, wechselte Esteban urplötzlich das Thema und der Schalk blitzte in seinen Augen.

„Von Alessia?“ Lance ließ den Älteren los und dachte nach. „Mh, sie ist eins der hübschesten Mädchen, die ich kenne, aber viel sympathischer als ihn finde ich sie nicht. Sie ist ziemlich hochnäsig und zickig, mir wäre es wahrscheinlich auf Dauer zu anstrengend mit ihr als feste Freundin, aber Julien und sie sind jetzt schon seit einem Jahr zusammen. Das absolute Traumpaar, na ja, charakterlich passt das anscheinend ganz gut, beneiden tu ich ihn nicht. Chloe hat vor einer Weile gesagt, dass...“

„Ich hab sie gefickt“, unterbrach Esteban trocken seinen Redeschwall und setzte sich auf den Küchentisch.

„WAS?“, entfuhr es Lance schrill und locker drei Oktaven zu hoch. Seine Augen leuchteten vor Neugier wie die eines Kindes zu Weihnachten und die trübselige Stimmung war wie weggeblasen. „Oh mein Gott, wann?“

„Vorhin. Nachdem mich ihr feiner Freund zur Tür geschickt hatte, wollte sie ins Bad gehen um sich frisch zu machen, erinnerst du dich?“

„Ja, sicher!“

„Sie ist nur nie im Bad gewesen und ich hab mich nicht bloß um die Snacks gekümmert“, klärte Esteban ihn auf und Lance fing an, albern zu kichern.

„Du bist ein Phänomen, echt! Du und Alessia, ich glaub’s nicht, Julien würde ausflippen, wenn er davon wüsste. Wie war’s mit ihr?“, fragte er euphorisch.

„Für einen Quickie nicht übel“, urteilte Esteban. Aus seiner Sicht war das ausgleichende Gerechtigkeit, Julien wollte ihn zu seinem Dienstmädchen machen, also machte er dessen Freundin zu seiner Bitch. Auge um Auge, Zahn um Zahn und die erneute Bestätigung, dass seine Flirts ihre Wirkung taten. Ab Juliens erstem Seitenhieb versuchte er, Alessia zu becircen und am Ende hatte er alles von ihr bekommen, was er wollte. Niemand demütigte ihn ohne Konsequenzen. „Da fällt mir ein, wir sollten den Tisch mal abwischen“, fügte er anzüglich hinzu.

„Mein Dad bringt dich um, wenn er rauskriegt, dass du auf seinem teuren Tisch... Nein warte, er bringt mich um, denn ich hab die Party geschmissen“, überlegte Lance, bevor er schließlich resignierte. „Er bringt uns beide um.“ Die Jungs hielt es nicht mehr, sie prusteten zeitgleich los vor Lachen.

„Oder wir machen schön sauber und er erfährt’s nicht mal.“

„Nein, du, der wittert das. Das ist sein Zwanzigtausend-Dollar-Tisch, den er extra aus Kanada hat einfliegen lassen, da merkt er jede Kleinigkeit“, witzelte Lance weiter.

„Zwanzigtausend???“, wiederholte Esteban und ihm klappte die Kinnlade runter. Der komplette Wohnwagen, in dem er jahrelang mit seiner Familie gelebt hatte, war etwa halb so teuer gewesen. Behutsam strich er über das glatte Holz des Tisches, auf dem er nach wie vor saß und es erregte ihn. Ein solch kostspieliges Möbelstück sollte auch wenigstens einmal entweiht werden, dachte er schmunzelnd. „Dann läuft jetzt wohl ein Wettstreit, wer mich eher umbringt, dein Vater oder Julien und Julien hätte, wenn ich es recht bedenke, gleich zwei Gründe.“

„Wieso zwei?“

„Na ja... wie soll ich mich ausdrücken? Der Inhalt des Kondoms, das ich mit Alessia benutzt habe, ist mysteriöserweise auf seinem Burger gelandet.“

„NEIN!“, kreischte Lance voller Begeisterung. „Das hast du nicht gemacht?!“

„Doch.“

„Dich möchte ich nicht zum Feind haben“, schlussfolgerte er amüsiert.

Nein, das bekommt keinem!  „Er ist selber schuld. Jeder weiß, dass man sich nicht mit dem anlegt, der sich ums Essen kümmert“, antwortete Esteban unschuldig und sein Freund kriegte sich kaum noch ein. „Am lustigsten finde ich, in was für höchsten Tönen Julien hinterher von dem tollen Burger geschwärmt hat, der muss ihm ja echt geschmeckt haben. Ich frage mich, was Alessia sagen würde, wenn sie wüsste, dass ihr Freund heute sogar mehr von mir hatte als sie selber?!“

Von einem erneuten Lachanfall geschüttelt japste Lance nach Luft. „Du bist versaut“, brachte er unter Tränen hervor.

„Du würdest mich nicht anders haben wollen oder?“

„Niemals!“ Atemlos lehnte er sich gegen Estebans Schulter und ließ den Abend Revue passieren und er konnte nicht anders als sich einzugestehen, dass er in den letzten fünfzehn Minuten mehr Spaß gehabt hatte, als in den ganzen Stunden zuvor. Mit ein paar seiner früheren Schulkameraden verstand er sich gut, aber mit keinem konnte er so ausgelassen sein, wie mit Esteban, so ungezwungen, so herzlich. Lance hatte ihn wahnsinnig lieb und ihm kam der Gedanke in den Sinn, was ihm hundert oberflächliche Kumpels nutzten, wenn es nur einen einzigen gab, dem er blind vertraute und den er wirklich brauchte, um glücklich zu sein. „Du Esteban... was ich dir unbedingt noch sagen muss... Unser Kuss vorhin, der war der Hammer! Mit wie vielen Mädchen hast du das bloß geübt?“ Es war kein Geheimnis, dass sein Freund in Sachen Sex und Beziehungen einen riesigen Erfahrungsvorsprung hatte, obwohl er nur zwei Jahre älter war. Er hatte bereits ein Dutzend Freundinnen und sicher ähnlich viele Liebschaften, wobei Lance die genaue Zahl gar nicht kannte. Die Dunkelziffer musste hoch sein, dachte er schmunzelnd und fast sein komplettes Wissen über Frauen sowie zahlreiche praktische Anmachsprüche hatte er durch Esteban erworben. Er selbst war bislang nur mit einem Mädchen im Bett, mit Stella, seiner Ex-Freundin, die ihn vor zwei Monaten verlassen hatte. Obwohl ihm die Trennung wochenlang das Herz brach, bereute er die Beziehung mit ihr nicht, eher bereute er, nie genug Zeit für sie gehabt zu haben.

Der Angesprochene lächelte tiefgründig. „Es waren nicht bloß Mädchen, mit denen ich geübt habe...“

„Echt? Du hast schon mal einen Jungen geküsst?“

„Mehr als das, Lance, ich hatte auch was mit Jungs“, gab Esteban abwartend zu und als er sah, dass die Augen seines Gegenübers immer größer wurden vor Erstaunen, setzte er einen verletzlichen Blick auf. „Findest du das schlimm?“, fragte er vorsichtig, doch die verlegene Unsicherheit in seiner Stimme war genauso aufgesetzt wie der scheue Rehaugen-Blick. Er wusste, dass Lance tolerant war und die Art und Weise wie er vorhin den Kuss erwidert hatte, beseitigte sämtliche Restzweifel. Esteban befand die Zeit für reif, um den nächsten Schritt zu gehen und das tat er hiermit.

„Nein... nein, gar nicht“, versicherte ihm Lance umgehend. „Ich find’s eher schlimm, dass ich erst jetzt erfahre, dass mein bester Freund bi ist. Wie lange weißt du das schon, ich meine, wann hast du zum ersten Mal mit einem Mann geschlafen?“

„Ähm, das ist eine Weile her“, sagte Esteban vage und biss sich auf die Lippe. Als ich zum ersten Mal einen Mann hatte, warst du elf, dachte er. Damals kannten sich die beiden gerade ein paar Wochen und Lance war wohl kaum im richtigen Alter für solch ein Thema. „Tut mir leid, dass ich mich dir nicht früher anvertraut habe, aber ich bin da immer ein bisschen vorsichtig, denn nicht jeder würde so positiv reagieren wie du“, redete sich Esteban heraus.

„Das stimmt, leider, und ich bin dir auch nicht böse deswegen“, zeigte sich Lance einfühlsam und nicht nachtragend. „Bei mir brauchst du dir jedenfalls keine Sorgen machen, dass ich ein Problem damit haben könnte, im Gegenteil, jetzt wo ich Bescheid weiß, musst du mir einfach alles erzählen! Wie läuft das genau und wie fühlt es sich an und...“

„Sachte!“, bremste Esteban ihn. „Ich verrate dir was du wissen willst, nur nicht mehr heute, heute lassen wir den Abend anders ausklingen“, meinte er vieldeutig, stand auf, schnappte sich die Fernbedienung vom Schrank und schaltete die Radioanlage ein, aus der ein ruhiger Oldie* erklang. Nicht die Art von Musik, die er erwartet hatte, aber was sollte es, vielleicht war das nicht mal so schlecht. Er zog seine Schuhe aus und stieg auf den Tisch.

„Was machst du da?“, wunderte sich Lance.

„Tanzen. Komm hoch!“, forderte Esteban und hielt ihm die Hand hin. „Wie sagt man, kaum ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch“, ergänzte er und zwinkerte ihm zu. Nervös schaute sich Lance um und Esteban kicherte. „Du guckst, als ob dein Vater jeden Moment um die Ecke kommt, nun bleib ruhig, deine Eltern sind das gesamte Wochenende weg, sie erwischen uns nicht oder haben sie in der Küche etwa Kameras installiert?“

„Nein, das nicht. Aber Chloe könnte uns erwischen.“

„Ja. Klar. Wenn sie sich mal schnell aus Wien hierher teleportiert“, entgegnete Esteban amüsiert. „Bestimmt schläft sie nach dem Konzert bei Freunden, aber selbst wenn sie heimkommen sollte und uns sieht, sie würde sofort mit uns mitmachen anstatt uns den Spaß zu verderben, das wissen wir beide. Sag mir nicht, ich kenne deine eigene Schwester besser als du“, neckte er ihn. „Los komm, Lance, hab nicht immer so viel Angst, wir tun ja nichts Böses.“

„Du hast recht.“ Sein Freund schüttelte die Hemmungen ab und stieg zu Esteban auf den Tisch, wo er ihn in seine Arme zog. Sie tanzten langsam zu dem Song und Lance legte das Kinn an die Schulter des Älteren.

„Trau dich ruhig ein bisschen mehr und lass vor allem andere nicht merken, wenn du dich unwohl fühlst, wie vorhin bei dem Spiel. Das macht dich angreifbar“, flüsterte Esteban ihm ins Ohr.

„Ich weiß, es fällt mir bloß schwer“, gestand der 16-Jährige. Deswegen war er am liebsten mit Esteban zusammen, denn bei ihm musste er sich keinen Kopf um solche Dinge machen. „Ich wünschte manchmal, ich hätte dein Selbstbewusstsein.“

„Das steckt längst in dir und du zeigst es auch, zum Beispiel als du Julien die Meinung gegeigt hast. Der Rest kommt mit der Zeit von ganz alleine“, ermutigte ihn der Franzose. „Wie haben die anderen eigentlich in dem Moment reagiert? Ich meine, wenn Julien hier so eine große Nummer ist, haben die dann alle geschwiegen und dich reden lassen?“

„Am Anfang schon, aber je mehr ich ihm vorgeworfen habe, desto mehr sind sie aufgetaut. Charlotte und Joris haben mir ziemlich schnell zugestimmt und sich auf deine Seite geschlagen und sie blieben nicht die einzigen. Das hat mich richtig überrascht, weil sich normal keiner traut, was gegen ihn zu sagen“, meinte sein Freund und diese Nachricht entlockte Esteban ein zufriedenes Lächeln, von dem Lance nichts mitbekam.

„Was machen wir denn morgen Schönes?“, fragte der 18-Jährige nach kurzem Schweigen.

„Wir könnten shoppen gehen!“, schlug Lance vor. „In der Innenstadt hat ein neuer Klamottenladen aufgemacht, der ist ge-ni-al, genau unser Style, ich sag dir, den willst du auf der Stelle leerkaufen!“

„Hm, das hört sich super an, leider bin ich schon wieder pleite. Aber egal, ich kann ja trotzdem mitkommen und dich beraten.“

„Machst du Witze? Als mein Berater wirst du natürlich auch komplett von mir eingekleidet!“, stellte Lance enthusiastisch klar. Er hatte genug Taschengeld, weit mehr als er für sich ausgeben konnte und er machte Esteban gerne eine Freude. Außerdem liebte er es so sehr, mit ihm shoppen zu gehen, weil er einen ausgezeichneten Geschmack hatte.

„Ehrlich? Ich will dir nichts wegnehmen“, heuchelte der Ältere.

„Tust du nicht, ich teile gern mit dir, wirklich“, gab Lance zurück und schmiegte sich eng an Estebans Körper, während sie langsam weitertanzten. Wie süß er war... Lance ertappte sich zum ersten Mal bei dem Gedanken, dass er ihn süß fand und es fühlte sich gar nicht seltsam an. „Irgendwie verrückt. Als ich vorhin diesen Zettel in der Hand hatte, auf dem stand, dass ich dich küssen soll, da wäre ich am liebsten im Erdboden versunken, weil ich Angst vor deiner Reaktion hatte und davor, dich zu blamieren. Und jetzt... bin ich heilfroh, dass die Flasche auf mich gezeigt hat“, offenbarte er versonnen.

„Möchtest du’s noch mal machen, ohne Publikum?“, fragte Esteban verheißungsvoll und Lance brachte als Antwort nur ein Nicken zustande. Als sich ihre Lippen trafen, ging ein Schauer der Verzückung durch seinen Körper und er hielt sich nicht zurück, wie bei ihrem ersten Kuss, sondern er duellierte sich mit Esteban von Anfang an auf leidenschaftlichste Weise. Er gab sich seinen Glücksgefühlen hin und nach wenigen Sekunden stellte sich erneut die Wärme in seinem Herzen ein, diese allumfassende, wundervolle Wärme. Er hatte keine Schmetterlinge im Bauch, da war etwas viel stärkeres. Wären jetzt in diesem Augenblick echte Schmetterlinge in seinem Bauch gewesen, wären sie samt und sonders verbrannt, so heiß war ihm. Er kochte von innen.

Sie genossen den Kuss minutenlang, ehe sie sich voneinander lösten und zu dem Zeitpunkt wusste Lance es noch nicht, aber das war sie, die Nacht.

In der alles begann.


**********


Ende


* gemeint ist hier „Fooled Around And Fell In Love“ von Elvin Bishop
 
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