Verletzen - Ein schwaches Verb

OneshotRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
Borussia Dortmund FC Bayern München
30.12.2019
30.12.2019
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Die hier beschriebene Handlung ist frei erfunden, ebenso entsprechen die Dinge die von den entsprechenden Personen gesagt, gedacht oder getan werden nicht der Wahrheit und sind alles reines Fantasieprodukt.
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ver·let·zen
/verlétzen/

schwaches Verb

1. [durch Stoß, Schlag, Fall o. Ä.] eine Stelle am, im Körper beschädigen
"einen Menschen, sich verletzen"

2. jemanden durch etwas kränken
"jemanden, jemandes Gefühle verletzen"


Verletzen. Ein schwaches Verb. Was die Beugung anging vielleicht. Die Bedeutung hingegen konnte belastender nicht sein.

Eine Stelle am Körper beschädigen. Etwas, das innerhalb kürzerer oder manchmal auch längerer Zeit wieder verheilt sein würde. Im Fußball eine Verletzung zu erleiden war ärgerlich, aber meist nicht weiter tragisch. Klar musste man aussetzen, aber es war nichts was nicht wieder behoben werden konnte.

Jemandes Gefühle verletzten war hingegen was ganz anderes. Dabei handelte es sich nicht um etwas, das innerhalb einiger Wochen oder Monate ausgeheilt war. Nein, das konnte einen ein ganzes Leben lang begleiten und möglicherweise auch für immer prägen.

Julian wusste das nur zu gut. Er selbst war immerhin daran Schuld das Josh gegangen war. Er hatte ihn verletzt und nicht nur ihn. Sich selbst hatte er sich damit womöglich mehr weh getan, als er jemals zugeben würde.

Seufzend verfolgte er mit seinem Blick die Regentropfen, welche sein Fenster hinabliefen.



Lee·re
/Leére/

Substantiv, feminin [die]

1. das Leer sein
"die Leere des Zimmers, des Weltalls"


Leere. Die Leere im Zimmer.

Leere beschrieb seinen inneren Zustand vielleicht ganz gut, aber das Zimmer um seine Körper herum war gefüllt. Gefüllt von Dingen, die ihn mit Joshua verbunden hatten. Die der Wahlbayer ihm geschenkt hatte. Die dem Bayernspieler sogar gehörten. Doch diese Dinge würde bald nach und nach verschwinden und dann war die Leere nicht nur das Gefühl tief im Inneren von Julian, sondern auch im Raum um ihn herum.

Und dann konnte er sich sicher sein, dass sein Freund niemals zurückkehren würde. Die Leere könnte für immer anhalten. Ein Zustand, mit dem er sich nicht sein restliches Leben umgeben wollte, allerdings konnte er sich daraus allein wohl nicht mehr befreien.



al·lein1, alleine
/aˈla͜inə, alleín, alleíne/

Adjektiv

1. ohne die Anwesenheit eines anderen, ohne Gesellschaft
"allein reisen, fahren"

2. einsam
"sich sehr allein fühlen"


Allein. Allein, ohne die Anwesenheit eines anderen. Ohne die Anwesenheit Joshuas. Einsam. Genau das würde er sein. Auch wenn er jeden Tag seine Kollegen um sich hatte. Die Person, die er liebte, würde nicht um ihn herum verweilen.

Er hatte sie vergrault und damit musste er nun leben.

Ein Leben verletzt, leer und allein. Das war es was er verdient hatte. Zumindest für das, was er seinem jetzt Exfreund angetan hatte. Der Meinung war Josh zumindest und Jule ließ es sich von diesem einreden.

Er hatte sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert, dennoch hätte man die Situation entschuldigen können. Immerhin war er nicht fremd gegangen oder hatte fremd geküsst.

Sein Vergehen war zu diesen fast lachhaft.



Fas·sungs·lo·sig·keit
/Fássungslosigkeit/

Substantiv, feminin [die]

1. das Fassungslossein


Fassungslosigkeit. Ein Zustand bei dem die betroffene Person wortwörtlich aus allen Wolken fällt und das meistens nicht wegen irgendeiner Banalität.

Das traf auf auch Julian zu. Fassungslosigkeit beschrieb seinen Zustand wohl am besten, als Joshua mit seinem neuen Freund auftauchte, um seine restlichen Sachen abzuholen.

Das war an Dreistigkeit kaum mehr zu überbieten, aber Julian konnte den beiden kaum den Zugang verwehren. Schließlich war es mittlerweile auch in seinem Interesse, dass sein Exfreund seine restlichen Sachen abholte.

Und wenn Julian ganz ehrlich war, konnte er auf Josh verzichten.

Wie schnell er einen Neuen gefunden hatte kam den Dortmunder befremdlich froh und irgendwie war er in diesem Moment nicht nur fassungslos, sondern auch froh, dass er den Nationalspieler losgeworden war.



ver·liebt
/verliébt/

Adjektiv

1. von Liebe zu jemandem bzw. zueinander ergriffen
"ein verliebtes Paar"


Verliebt. Wenn man von der Liebe zu jemanden ergriffen ist. Auf ‚Wolke 7‘ zu schweben. Nur noch Augen für eine einzige Person zu haben.

Dieser Zustand traf auf Julian zu, als er nach der Winterpause wieder zum Training kam. Nach der Sache mit Joshua hatte er nicht mehr gedacht, dass ihm das jemals wieder passieren könnte. Aber irren ist menschlich. Zumindest hatte ihm das seine Oma immer und immer wieder eingebläut.

Wer diesmal für die Schmetterlinge in seinem Bauch verantwortlich war?

Der Neuzugang von RB Salzburg, Erling Haaland. Ein Blick von ihm und Julian wusste, dass er es bereuen würde, wenn er es nicht versuchen wurde.

Und förmlich von den Schmetterlingen beflügelt stürzte sich der Deutsche ins Training.



hoff·nungs·los
/hóffnungslos/

Adjektiv

1a. keine Hoffnung (1a) habend
"sie schaute hoffnungslos ins Leere"

1b. ohne Aussicht auf eine positive Entwicklung, auf Besserung o. Ä.; ohne erkennbaren Ausweg
"eine hoffnungslose Lage"

2. sehr, völlig
"hoffnungslos altmodisch, romantisch"


Hoffnungslos. Hoffnungslos ohne Aussicht auf Besserung, positive Entwicklung oder erkennbaren Ausweg. Das war wohl gerade die Situation, die Julians Lage am treffendsten beschrieb.

Zwar hatte sich der Däne und er relativ schnell angenähert und waren auch zu guten Freunden geworden, jedoch nicht mehr.

Julian hatte einfach der Mut verloren Erling nach mehr zu fragen. Er war Jule wirklich wichtig geworden und er wollte sich die Chance mit ihm nicht hoffnungslos zunichtemachen in dem er ihn um ein Date bat. Ein Date mit ungewissen Ausgang.

Es war immerhin die Möglichkeit da, dass die ganze Sache noch beschissener endete als mit Joshua und dafür wollte der Dortmunder das was er und der ehemalige Salzburger hatten wirklich nicht opfern.

Auch ok, fand der Braunhaarige.



Freu·de
/Freúde/

Substantiv, feminin [die]

1. [ohne Plural]
Gefühl des Frohseins
"eine tiefe Freude"

2. GEHOBEN
[Pluraletantum]
alles Beglückende, Schöne, was jemanden erfreut
"die Freuden der Liebe"


Freude. Alles Schöne, was jemanden erfreut. Ein Lebewesen, Gegenstand, Hobby oder was auch immer man als schön empfand.

Hätte man Julian gefragt, was das Schöne war, das ihn erfreute, hätte er vor nicht allzu langer Zeit noch mit Fußball geantwortet. Doch Zeiten ändern sich und so würde seine heutige Antwort Erling heißen. Der Blonde, fußballbegeisterte Däne konnte ihm die größte Freude bereiten.

Vor allem dann, wenn er den Dortmunder nach einem romantischen Abend fragte. Genau das war nämlich nach dem letzten Training geschehen und seitdem war das glückliche Lächeln von Julians Gesicht nicht mehr wegzudenken.

Und jetzt musste er sich auch keine Gedanken mehr darüber machen, ob er die Freundschaft zu den Dänen aufs Spiel setzte. Schließlich hatte dieser den ersten Schritt gemacht, das musste heißen, dass ihm das genau so wichtig war wie dem Braunhaarigen.



Kuss
/kʊs, Kúss/

Substantiv, maskulin [der]

1. das Berühren von jemandem, etwas mit den Lippen zum Zeichen der Liebe, Verehrung, zur Begrüßung oder zum Abschied (als Zeichen der Zuneigung oder Verehrung, zur Begrüßung o. Ä.)
"ein zarter, inniger, herzlicher, heißer, langer, leidenschaftlicher Kuss"


Kuss. Eine Berührung der Lippen zum Zeichen der Liebe. Etwas, das nur verliebte Paare miteinander teilten.

Und jetzt auch Julian und Erling. Zum Ende des Dates hatte Julian all seine Mut zusammengekratzt und den Wahldortmunder geküsst.

Der schönste, erste Kuss seines Lebens, würde er sogar sagen, wenn er im Nachhinein so darüber nachdachte.

Tatsächlich wurde der Mut des Deutschen bezahlt. Kurz nach dem Kuss kamen die Beiden zusammen. Wenn der Ältere ehrlich war konnte Joshua ihm sowas von gestohlen bleiben. Das was er mit dem 19-jährigen hatte, hatte er zuvor noch nie erlebt.

Jule war glücklich und das wollte er so schnell auch nicht ändern.

Und anstatt darüber nachzudenken tauschte er viel lieber süße, liebevolle und leidenschaftliche Küsse mit seinem Geliebten.



Hoch·zeit1
/Hóchzeit/

Substantiv, feminin [die]

1. mit der Eheschließung verbundenes Fest, verbundene Feier
"eine große Hochzeit"

2. DRUCKERSPRACHE
doppelt gesetztes Wort oder Zeile


Hochzeit. Eine Feier, welche auf die Eheschließung folgte. Ein Fest der Freude und Liebe.

Genau das war es bei Mr. und Mr. Weigl. Ein gelungenes Fest, um den Bund zu besiegeln, den sie schon vor mehreren Jahren eingegangen waren und jetzt auch mit allem was dazu gehörte festigten.

Das Fest war nicht in Worte zu fassen. Es wurde getanzt, gesungen, gelacht, geküsst und noch vieles mehr. Keine ruhige Minute hatten die Bräutigame, aber sie genossen das wilde Treiben.

Die Hochzeit war genau so, wie sie es sich vorgestellt hatten. Nein, sogar noch viel viel besser.

Hätte man Julian gesagt, dass sein großes Glück mit einem schwachen Verb anfing, hätte er demjenigen wohl den Vogel gezeigt. Wahrscheinlich hätte er ‚schwaches Verb‘ erstmal googlen müssen, um sich darunter etwas vorzustellen.

Doch jetzt tut das auch nichts mehr zur Sache.

Die Beiden sind glücklich und das ist doch das Wichtigste.

Und das ist für uns das Stichwort das Brautpaar zu verlassen.



-The End-
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