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The Killer-Biscuit

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor, Horror / P18 / Gen
Cuddles Giggles Lammy Nutty OC (Own Character) Toothy
28.12.2019
28.12.2019
1
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The Killer-Biscuit


Starring Killer Biscuit
    and Lammy & Mr. Pickles.
Featuring a few Friends:
    Nutty, Giggles, Cuddles, Toothy.



Noch lagen sie in nahezu völliger Dunkelheit, doch die lebhaften, energischen Stimmen und sonstigen Geräusche überall um ihr kleines Nest herum verrieten ihnen, dass man sie sehr bald ans Licht holen würde.
    Biscuit konnte sie beinahe spüren, die Aufregung seiner Dosengenossen, die überquellende Vorfreude darauf, endlich in den speichelsüßen, zahnscharfen Genuss der Genüsse zu kommen, auf den sie all die Stunden über gewartet hatten. Auch sein eigener, knuspriger Körper kribbelte so intensiv wie allerhöchstens zur Minute seiner Formung. Wie würde es sich wohl anfühlen? Und welche Wirkung würde er selbst in seiner doch hoffentlich gelungenen Zusammensetzung entfalten können? Er erinnerte sich noch gut an den blauen, stolzgeschwellten Rüssel und die hinter dicken Gläsern vor Freude leuchtenden Augen seines Schöpfers, da konnte er doch gar nicht so schlecht geworden sein...
    Mit den an Intensität gewinnenden Eindrücken von dort draußen setzte auch in ihrem Hort ein zunächst leises Gemurmel ein, die sich überlappenden Versuche, die eigenen Erwartungen in Worte zu fassen.
    „Also, Bisc', was, glaubst du, ist schöner; langsam und zart vom warmen Speichel aufgelöst oder kurz und knackig zerbrochen und zerbröselt zu werden?“
    Wenn sie nur über so etwas Arme verfügen würde, dessen war Biscuit sich sicher, dann hätte Sugar ihn zunächst angetippt, um ihn überhaupt auf sich aufmerksam machen, aber die Nennung seines Spitznamens erfüllte diesen Zweck auch recht gut...
    „Muss ich mich da entscheiden?“, fragte er. „Die Wahl liegt doch ohnehin nicht bei uns.“
    In seiner Vorstellung übten beide Möglichkeiten ihren unbestreitbaren Reiz auf ihn aus. Sowohl die weiche, süße Umarmung der zähen Flüssigkeit als auch der durchdringende, unnachgiebige Griff der Zähne mussten eine unvergleichliche Wonne für die Sinne sein.
    „Nein, nicht direkt... aber man erzählt sich doch, dass SIE da oben spüren können, was unser innigster Wunsch ist. Und ihn manchmal auch berücksichtigen.“
    „Glaubst du wirklich daran? Ich weiß ja nicht, wie viel da tatsächlich drinnen steckt... oder wer überhaupt darauf gekommen ist, aber ich glaube, ich lasse mich am liebsten überraschen.“
    Sugar schwieg einen Moment, vermutlich um über seine Worte nachzudenken. Da sie direkt neben ihm lag, konnte Biscuit ihren abgerissenen Hauch hören, als sie zum Sprechen ansetzen wollte, jedoch wieder abbrach, als wolle sie es nocheinmal überdenken.
    „Ich glaube... ich würde die harte Variante bevorzugen“, wisperte sie schließlich so leise und ehrfürchtig, als würde sie damit ihrer aller Schicksalsurteil fällen. „Ich will wissen, wie es ist, von einem Moment auf den nächsten in zwei Hälften geteilt zu werden, und was für Empfindungen das in mir auslösen kann. So stelle ich mir den Moment spannender und intensiver vor, als wenn ich einfach langsam zerfließe... wobei das sicher auch eine wunderschöne Erfahrung ist...“
    „...und das Entspannendste, das man sich nur vorstellen kann“, führte er ihre Ausführung fort. „Stell dir nur mal vor, wie dein aufgeweichter Leib langsam von dem rosigen Fleischbett zerdrückt wird...“
    „Oh ja...“, schnurrte sie. „Verdammt, am liebsten würde ich beides direkt hintereinander ausprobieren. Aber es geht ja nur eins davon...“
    „Ich sag's dir ja, Sugar. Einfach überraschen lassen, dann hast du bestimmt gar keine Zeit, um dich darüber zu ärgern, was du mit dem jeweils anderen verpassen könntest!“
    Eine mächtige Erschütterung riss das Gemurmel ab, ehe ihre Welt sich zur Seite neigte, und sie ein reißendes Geräusch vernahmen, das einmal im Kreis um ihren oberen Rand herumzuwandern schien. Dann erhob sich die Decke in die Luft, und das Licht strömte zu ihnen herein.

Das riesige, grüne Wesen nahm den Deckel von der Keksdose und blickte mit einem gierigen, das gesamte mit knallbunten Lutschern bedeckte Gesicht überspannenden Lächeln und seltsamen, zweifarbigen Augen lüstern auf sie herab. Das Linke hatte eine kleine, lediglich etwas neugierige Pupille, umgeben von einer großen, weißen Fläche, und war eindeutig das Harmlosere der beiden. Aber das Rechte...
    Seine Iris war von einem verrückten, beinahe giftig wirkenden Grün, zuckte wild hin und her, und als es sich schließlich mit seinem manischen Glanz direkt auf die erwartungsfreudigen Kekse fokussierte, war ihnen klar, dass es sie alle lieben würde, und sie den richtigen Genießer gefunden hatten.
    Eine große, pelzige Hand senkte sich zu ihnen herunter und tastete zwischen ihnen herum, wobei sie auch Biscuit kurz streifte. Sie entschied sich, packte zu und nahm die vor Vergnügen jauchzende Sugar mit sich nach oben.
    Mit angehaltenem Atem sahen die übrigen Kekse zu, wie das Wesen Sugar kurz anstarrte, sie dann zum Mund führte und genüsslich in zwei Hälften biss, ganz so, wie sie es sich gewünscht hatte. Noch von hier unten konnte Biscuit ihren Freudenschrei hören, als es sie anschließend in die Luft warf, und sie dann als Halbes, das sie noch war, in seinem einladenden Schlund verschwand.
    Während Biscuit noch gebannt dem faszinierenden Schauspiel zusah, brach um ihn herum das Gemurmel wieder aus, nun noch aufgeregter und euphorischer als zuvor. Wären ihre Bewegungsmöglichkeiten größer gewesen, hätten sie sich mit Sicherheit darum geschlagen, als nächstes an der Reihe zu sein.
    Die grüne Hand griff erneut zu und erhob diesmal gleich ein halbes Dutzend der ungeduldigen Knusperwesen über den Rand der ihnen bisher bekannten Welt hinaus. Das Gemurmel wich einem ehrfürchtigen Schweigen, als ihre Überreste auf die wartenden Kekse am Boden der Dose herabrieselten. Doch unter der ruhigen Oberfläche der akustischen Ruhe brodelte, durch die Krümel noch weiter angestachelt, eine mächtige Spannung, der Biscuit sich wie alle Anderen mit jedem Kohlenhydrat seines Körpers hingab.
    Als der grüne Gigant zum dritten Mal zulangen wollte, fuhr eine zweite, blassviolette Hand Hand dazwischen, deren Arm in einem weißen Wollärmel steckte. Das Wesen, das über der Dose in Biscuits Blickfeld trat, trug ein dickes, weich wirkendes Wollbüschel mit einer dunkelvioletten Schleife mitten auf seinem rundlichen, ansonsten kahlen Kopf. Mit einer Stimme, die ihn zu dem Schluss kommen ließ, dass es weiblich war, sagte das Wesen etwas zu dem grünen Krümelmonster, das daraufhin enttäuscht den Kopf hängen ließ und sich zurückzog. Nur der gierige Glanz in seinem nimmerruhenden, linken Auge blieb...
    Die riesige Wolldame hatte weiche, freundliche Gesichtszüge und große, sanfte Augen. Identische Augen, die beide einen ruhigen, entspannten Eindruck machten.
    Sie nahm die Dose mit beiden Händen und trug sie mit einem seichten Schaukeln an einen anderen Ort, ehe sie sie wieder abstellte.
    Weitere Gestalten von vergleichbarer Größe, unter anderem wieder der Grüne mit dem irren Auge, tauchten von allen Seiten über dem Rand auf und streckten ihre Hände nach den Keksen aus. Die Spannung entlud sich in ein Jubelkonzert, sie alle warteten nur noch begierig darauf, endlich ergriffen und verschlungen zu werden. Der Moment, auf den sie so lange gewartet hatten, war gekommen.
    Die Keksdose leerte sich, und Biscuits eigene Ungeduld steigerte sich in immer ungeheuerlichere Höhen. Alle um ihn herum wurden innerhalb kurzer Zeit verzehrt, nur er selbst blieb auf dem zunehmend blanken Boden der Dose zurück. Doch erst als die Riesen sich nach und nach wieder zurückzogen, wurde er sich dessen wirklich bewusst. Um ihn herum war niemand mehr, alle anderen Kekse hatten ihre Bestimmung erfüllt. Warum nur er nicht...
    Die Erlösung kam in Form der Hand des grünen Wesens, das die Dose geöffnet hatte. Ein Gefühl der Erleichterung verjagte die Angst und Nervosität und wich selbst purem Erstaunen, als Biscuit über den Rand gehoben wurde und die riesige, bunte Welt um sein bisheriges Heim herum zum ersten Mal sah.
    Jedoch hatte er nicht die Möglichkeit, die umherstapfenden Giganten, die gewaltigen Holzgebilde oder die zahlreichen, ihn größtenteils noch immer deutlich überragenden Gegenstände ausführlich zu betrachten, da die grüne, wahnäugige Gestalt ihn geradewegs zu seinem gierigen Schlund führte.
    Wie eine Schlange kroch die Zunge aus dem Abgrund hervor und näherte sich ihm ganz langsam, vermutlich, um zunächst von ihm zu kosten. Sie kam näher und näher, berührte ihn...
    ...und zuckte zurück, als hätte er ihr einen elektrischen Schlag versetzt. Noch ehe Biscuit überhaupt registriert hatte, was gerade passiert war, löste sich der Griff um seinen Körper, und er stürzte zurück in die Dose, die er eben erst verlassen hatte.
    Der Aufprall schmerzte, doch längst nicht so sehr wie die Reaktion des Wesens, das einen angewiderten Laut von sich gab und dann etwas, das nach einer Beschwerde klang, in Richtung der Anderen abgab, ehe es verschwand und den schockierten Biscuit einsam auf dem kahlen Grund der Keksdose zurückließ.

Biscuit wusste nicht, wie lange er schon dort lag, als er schließlich erneut Besuch bekam. Zu sehr war er mit der Frage beschäftigt gewesen, warum nur er nicht geschmeckt hatte und als Einziger zurückgeblieben war. Was hatte er falsch gemacht? Wo war sein Fehler? Eine zufriedenstellende Antwort hatte er nicht gefunden.
    Eine dunkelgrüne, gekrümmte Gestalt, diesmal etwa in seiner eigenen Größe, kletterte über den Dosenrand und sprang zu ihm herunter. Im Heim seines Schöpfers hatte er bereits etwas Ähnliches gesehen, Gurken nannte man diese Kreaturen.
    Die Gurke, die einen schwarzen Zylinderhut auf dem Kopf und einen gut gepflegten, gezwirbelten Schnurrbart im Gesicht trug, näherte sich ihm langsam und scheinbar neugierig.
    „Wahrlich eine Schande, solch ein Prachtexemplar wie dich derart schändlich zu behandeln!“, sprach sie. „Es muss schrecklich für dich sein, hier ganz allein...“
    Biscuit sah ihn, er war sich relativ sicher, dass es ein Er war, verwirrt an. „Wer bist du?“
    Überrascht riss die Gurke ihre Augen auf. „Du kannst mich verstehen!? Du kannst mich tatsächlich verstehen?! Das ist... das ist fantastisch! Ich konnte noch nie mit jemandem sprechen!“ Sie beruhigte sich wieder. „Oh, Verzeihung, wie unhöflich von mir, mich nicht vorzustellen.“ Die Gurke hob den Zylinder und deutete eine Verbeugung an. „Ich bin Mr. Pickles und überaus erfreut, dich kennenzulernen!“
    „Weißt du, warum ich nicht schmecke?“
    „Lass mal sehen...“ Mr. Pickles nahm eines der Zuckerstücke auf Biscuits Vorderseite und kostete davon, ehe sein konzentrierte Gesichtsausdruck sich wieder aufhellte.
    „Aha, ja, ganz klar! Deinem Bäcker muss ein winzig kleiner, gigantischer Fehler unterlaufen sein, als er dich gesalzen und nicht gezuckert hat!“
    Biscuit hielt einen Moment den Atem an. „Salz? Ich bin ein salziger Keks?“
    Mr. Pickles nickte traurig. „Ich fürchte, ja. Und diese... diese Monster da draußen sind viel zu engstirnig, viel zu kleingeistig, um über ihre Komfortzone hinauszuschmecken! Und weißt du, was sie mir antun wollen? Weißt du, was sie vorhaben? Sie wollen mir meine einzige Freundin stehlen, sie ganz für sich allein haben! Bei Splendids Autogrammen, das ertrage ich nicht!“ Er machte eine Pause und schien kurz zu überlegen. „Hey, wie wäre es, wenn wir beide, du und ich, sie für ihren so peinlich engen Horizont und ihre Bosheit bestrafen?“
    „Sie... bestrafen? Ich... glaube nicht, dass das Teil meiner Bestimmung ist.“
    „Dann mach es zu deiner Bestimmung! Es wird Zeit, dass du nicht mehr nur der bist, von dem Andere wollen, dass du er bist! Du musst selbst entscheiden!“
    „Selbst entscheiden...“ Er überdachte die sich ihm neu bietende Möglichkeit, die er zuvor niemals in Erwägung gezogen hätte kurz, dann entschied er sich.
    „Ich weiß, wer ich sein will!“, rief er triumphierend.
    „Und mit wem habe ich die Ehre.“
    „Ich... bin Killer Biscuit!“

Killer Biscuit konzentrierte sich und spürte, wie kräftige, kantige Arme und Beine aus seinem sich verhärtenden Körper sprossen. Er stand auf, prüfte den Abstand bis zum Dosenrand, und mit nur einem Sprung war er über diesen hinweg auf den Tisch gesprungen, auf dem sein altes Nest stand. Um sich herum sah er die mächtigen Riesen ihr gewaltiges Reich durchstreifen.
    Mr. Pickles folgte ihm ebenso schnell. „Du darfst mit ihnen alles machen, was du willst, nur Lammy darfst du bitte, bitte nichts tun, alles klar?“, flüsterte er ihm eindringlich ins Ohr.
    Killer Biscuit nickte.
    „Das ist sie“, sagte die Gurke und zeigte auf das Wollwesen, das den grünen Vielfraß davon abgehalten hatte, sie alle im Alleingang zu verschlingen.
    Neben diesen Beiden sah Killer Biscuit noch eine gelbe Kreatur mit einem Wollbüschel zwischen zwei äußerst langen Ohren, deren Füße in seltsamen, pinken Gegenständen steckten, ein rosafarbenes Wesen mit einer roten Schleife auf dem Kopf und eine violette Gestalt mit einem eigenartig karierten Schwanz und zwei sehr großen Zähnen. Er lächelte. Es wurde Zeit für seine salzige Rache!

Kraft seines Willens gelang es ihm, innerhalb weniger Sekunden seine Größe zu verfielfachen, bis sie die der Jetzt-nicht-mehr-Riesen um beinahe das Doppelte übertraf.
    Das pinke Wesen mit der Schleife, das direkt neben dem Tisch stand, bemerkte ihn als erstes und stieß einen hohen, schrillen, weiblich klingenden Schrei aus. Killer Biscuit sprang von der Tischplatte und packte sie mit beiden Händen. Ihr Körper fühlte sich weich an, genau richtig, um ein wenig mit ihm zu kuscheln.
    Obwohl sie sich nach Leibeskräften wehrte, konnte sie wenig tun, als er sie in eine Bärenkeksumarmung zog und immer fester und fester zudrückte.
    Sie schrie so lange, bis sie keine Luft mehr dazu hatte. Killer Biscuit genoss das Gefühl sowie die Geräusche der berstenden Knochen unter der zarten Oberfläche, bis die zappelnden Bewegungen immer langsamer wurden und schließlich aufhörten.
    Er ließ den zerstörten, reglosen Leib fallen und wandte sich zu den anderen Gestalten um, die ihn entsetzt anstarrten.
    Ehe einer von ihnen reagieren konnte, fiel der Kronleuchter von der Decke und zermalmte das violette Wesen mit den riesigen Zähnen. Killer Biscuit sah nach oben.
    Mr. Pickles hing mit einem kleinen Messer in der Hand an der durchtrennten Schnur und zwinkerte ihm zu, ehe er die Klinge in Richtung der Wand warf und sich in die Keksdose fallen ließ. Das grüne und das gelbe Wesen schrien erst auf und sahen dann zu Lammy hinüber, die ein identisches Messer in der Hand hielt – offensichtlich zum Gemüseschneiden.
    Mit einem anklagenden Blick in ihre Richtung rannte die gelbe Kreatur mit den großen Ohren zur Tür.
    Killer Biscuit konzentrierte sich wieder, und ehe sein Ziel die Tür erreicht hatte, schossen die nun ebenfalls gigantischen Salzkörner von seiner Vorderseite und durchbohrten den weichen Körper wie ein Nadelkissen. Ohne überhaupt Zeit zum Schreien zu haben, kippte sein Opfer einfach um. Eine Blutlache breitete sich unter ihm aus.
    Der grüne Vielfraß sah sich hektisch um und stürzte dann mit einem beunruhigenden Hoffnungsschimmer zu Lammy, stieß sie zur Seite und griff nach einer auf dem Tisch herumstehenden Flasche, die er nun schützend vor sich hielt.
    Als Killer Biscuit mit erhobener Faust auf seinen Gegner zustürmte, huschte dieser zur Seite und bespritzte seinen Arm mit der Flüssigkeit aus der Flasche.
    Der Keks schlug ein weiteres Mal zu, traf diesmal die Wand, und sein Arm begann zu zerbröckeln. Überrascht sah er zu der grünen Kreatur, die nun ihrerseits auf ihn zustürmte, sich mit ihren kräftigen Zähnen in seinem Arm verbiss und diesen ausriss.
    Wütend stieß Killer Biscuit die Kreatur mit seinem anderen Arm zurück, diese hatte jedoch bereits wieder die Flasche erhoben.
    Doch ehe es wieder angreifen konnte, kippte das Wesen plötzlich mit glasigen Augen nach vorn. Ein Messer ragte aus seinem Hinterkopf.
    Mr. Pickles stand auf dem Tisch und hob grüßend seinen Hut an.
    „Zitronensäure“, sagte er mit einem Blick auf die Flasche. „Ich bitte um Entschuldigung, dich nicht davor gewarnt zu haben, aber ich hätte selbst nicht gedacht, dass seine Wirkung auf dich so... groß ist.“
    Killer Biscuit antwortete nicht sofort, sondern konzentrierte sich zunächst auf seinen Körper. Innerhalb weniger Sekunden war der ausgerissene Arm bereits wieder nachgewachsen.
    „Ich bin zutiefst beeindruckt!“, sagte Mr. Pickles anerkennend. „Mich würde wirklich interessieren, wo du gebacken wurdest!“
    Das Wollwesen, Lammy hatte Mr. Pickles es genannt, gab einige verwirrte Geräusche von sich und sah ängstlich zwischen ihnen hin und her.
    „Ich danke dir, dass du unsere Freundschaft gerettet und mir geholfen hast, diese Tölpel loszuwerden!“, fuhr die Gurke fort. „Wenn ich dir das jemals vergelten kann, dann lass es mich wissen!“
    „Hast du schon!“, antwortete Killer Biscuit und grinste. „Du hast mir gezeigt, wer ich sein kann, und ich bin es geworden! Diese Kreaturen zu zermalmen, macht viel mehr Spaß, als von ihnen gegessen zu werden! Aber danke für das Angebot, vielleicht komme ich irgendwann nochmal darauf zurück. Und nun lebt wohl. Ich habe noch etwas zu tun...“
    Er wandte sich zur Tür um und wollte gehen.
    „Was wirst du jetzt tun?“, fragte Mr. Pickles. „Nur aus Neugier.“
    Killer Biscuit hielt nocheinmal inne und grinste noch breiter. „Meiner selbst gewählten Bestimmung folgen! Ich werde meinen Schöpfer finden und ihn zur Rede stellen. Ich muss unbedingt erfahren, warum er mich gesalzen hat.“
    Mit diesen Worten öffnete er die Tür und trat hinaus auf seinen neuen Spielplatz, eine weitläufige, nächtliche, verschneite Landschaft, die ihm mit Sicherheit den Spaß und die Antworten liefern würde, nach denen es ihn dürstete. Er musste nur suchen...


Und die Moral von der Geschicht',
verschmäh' auch salz'ge Kekse nicht!


~

Und hier kommt dann meine etwas verspätete Weihnachtsgeschichte; der extrem seriöse Versuch, das psychologische Innenleben eines Kekses zu schildern...
    Die Idee des "Killer-Biscuit", des letzten, nicht gegessenen Kekses einer Dose, der daraufhin Rache an seinen Vernachlässigern und dem Rest der Welt nimmt, stammt noch aus meiner frühen Schulzeit und dürfte mittlerweile schon um die neun Jahre alt sein. Und ich wage zu behaupten, dass es die absurdeste Grundidee ist, die ich bisher hatte. Mit dem Gedanken, dem mordenden Keks ein Reboot zu spendieren, spiele ich schon seit längerem, wirklich gereizt hat es mich jedoch erst einige Zeit, nachdem ich mit Happy Tree Friends das perfekte Fandom für diese Figur kennengelernt habe^^.
    Ich bin sehr gespannt, was ihr von der Story haltet, und wäre sehr erfreut über Rückmeldung!
    Tharax
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