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Kam, sah und liebte!

KurzgeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Boris Saalfeld OC (Own Character) Tobias Ehrlinger / Saalfeld
27.12.2019
25.06.2020
15
28.637
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Dieses Kapitel
11 Reviews
 
 
27.12.2019 2.084
 
Ihr Lieben

Ich hab mir selber ein Weihnachtsgeschenk gemacht und mich ab und an nebst den ganzen „Feiereien“ in meine Schreibküche verkrochen... Es sollte lediglich ein OS entstehen, irgendwie hab ichs damit offensichtlich nicht wirklich... ;-) Ich meine, es wird noch einen zweiten Teil geben, aber ich leg mich nicht mehr fest *fettesgrinsenimgesicht*...machen doch auch diese Jungs was sie wollen...zumindest einer davon ;-)

Freu mich riesig wenn ihr auch hier mit dabei seid♥️

Herzlichste Grüsse eure BlackSea


(der one-two-wasauchimmer Shot ist völlig unabhängig meiner anderen Geschichten...frei von Drama, Tränen und Therapien...)
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17. Dezember
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„Meinst du wirklich, das ist ein guter Plan...ich meine, er kennt ja dann wirklich niemandem von uns?!“ „Als Alternative gibts nur die Variante, dass ich diesen Silvester auch zu Hause bleibe...Boris wirklich, ich kann ihn doch nicht alleine zu Hause lassen, das wär sowas von asi...ach und er ist übrigens immer noch...also schwul...!“ fügt Johannes augenzwinkernd und schelmisch grinsend hinzu! „Boooah du nervst Jo...echt jetzt...hast du schon mit den anderen drei gesprochen?“ „Nö, das Chalet gehört dir...da wollt ich schon erstmal dich fragen, aber wenns dich beruhigt, schreib ich nachher kurz in den OFF-Chat, okay?!“ „Tu das...“

Schon seit vielen Jahren verbringen sie nun zu Fünft die Silvesternacht und paar folgende im Chalet...eigentlich ist es eher eine Waldhütte, aber die Jungs haben ihre Freude, der einfachen, rustikalen und ziemlich komfortfreien aber mordsgemütlichen Hütte Chalet zu sagen. Aber nun das... Er kann sich gerade so gar nicht darauf einlassen, dass Jo‘s Neffe, der seit längerer Zeit mal wieder im Land ist, nun auch mit soll...Wann immer einer von ihnen gerade eine Frau datete oder er einen Kerl, war die Abmachung „only five forever“ und da kam kein Blatt dazwischen...auch jetzt wo Nic und Mats in einer festen Beziehung leben, hat sich daran nichts geändert, diese paar Tage gehören ihnen... Freunde seit Kindesbeinen an...das Vibrieren seines iPhones holt ihn aus den Gedanken...dem klingenden Ton nach hat Jo in ihre WhatsAppGruppe geschrieben...

<Heihou ihr! Frage, ihr wisst ja, dass mein Neffe ab Weihnachten für ne Weile bei mir wohnt, kann er eventuell an Silvester mit? Ich weiss, gegen alle Regeln, aber die Alternative wär wohl, ich bleib zu Hause...!!>

Na toll...keine zwei Minuten später sind die Häkchen blau, drei neue Mitteilungen eingegangen, plötzlich alles kein Problem...wird sicher lustig, geht gar nicht, dass du nicht mikommst...kann mitkommen...tja...miese Verräter allesamt, seine Lust sich mit einem Fremden, der noch dazu kaum trocken hinter den Ohren sein wird, rumzuschlagen, hält sich nunmal in Grenzen, er mags seit jeher geregelt, bekannt, geordnet...aber was solls, er würde sich mit Sicherheit nicht von so nem jungen Schnösel die Laune verderben lassen!

„Hast du schon gelesen Boris...Nic, Mats und Less sind einverstanden, du wirst schon sehen, das wird cool, zudem muss endlich mal nicht immer einer alleine auf den Skilift...positiv denken, dein Lieblings-Klugscheisserspruch..“ „...ist gut jetzt Johannes, ja! Egal was ist, wenn er sich nicht anpasst, dann fährt er nach Hause...“ „Sag mal Bo...was genau ist eigentlich dein wirkliches Problem, du bist doch sonst nicht so schnell angepisst... Hast du Elio gesehen...hat er dir wieder aufgelauert und ewige Treue geschworen, dir versprochen, sich von seiner Alten zu trennen...ich erwürg ihn...echt, ich mein das ernst...habt ihr euch wieder gestritten?“ „Weder das Eine noch das Andere, Elio ist Geschichte...meine Lust mich mit deinem berühmt berüchtigten Aufreisser-Boy Neffen rumzuschlagen hält sich schlicht und einfach in Grenzen...“ „Ach jetzt lass diesbezüglich mal die Kirche im Dorf stehen, er wird dir schon nicht gleich am ersten Abend an die Wäsche wollen...“ „Nicht witzig Jo, gar nicht witzig und mehr als nur dünnes Eis worauf du gerade stehst...du weisst genau, dass mein Bedarf an Männern, die mein Leben auf den Kopf stellen, mehr als gedeckt ist! Das mit Elio...das...es hat mir nur einmal mehr gezeigt, dass ich mein Herz besser schützen und bei mir behalten werde!“




24. Dezember
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Noch verschlafen und verwuschelt schmeisst er sich während dem Laufen in Jogginghose und Shirt, macht sich auf, die Türe zu öffnen, er kann sich so gar keinen Reim darauf machen, wer ihn am frühen Morgen an Heiligabend (was denn das für ein beklopptes Wortspiel?!) schon in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett klingelt... Er ordnet kurz etwas die Frisur, als er im Gang den Spiegel kreuzt und sein schlafgezeichnetes Gesicht, umrandet von wild in alle Richtungen abstehenden Haaren, entdeckt, wohl wissend, dass das auch nicht wirklich etwas an dem Umstand verbirgt, wo er gerade herkommt... Er sieht sich Jo und einem Mann, dessen Schönheit ihn geradewegs blendet, gegenüber...schnell ist ihm klar, dass das Jo’s Neffe sein muss... Er versucht krampfhaft, sich nicht anmerken zu lassen, wie überrascht und irritiert er ist....Jo ist 33...wie um alles in der Welt hätte er auf die Idee kommen sollen, dass hinter dem Namen Tobias nicht ein „Greenhorn“ steckt...sondern ein...boooah, er lässt einmal sämtliche Luft geräuschlos entweichen... Was verdammt nochmal ist das für eine Erscheinung...das kann ja heiter werden...

Unfähig aus seiner Schockstarre aufzutauchen, ist es der Grund, seiner kurzzeitigen Komplettverwirrung, der die Stille durchbricht...was allerdings nichts, aber jetzt auch gar nichts besser macht... Zu dieser betörenden Ausstrahlung, dem fantastischen Aussehen, gesellt sich unfairerweise auch noch eine unglaublich schön klingende, angenehm tiefe und warme Stimme...kann es wirklich sein, dass dieser Kerl einfach überall ins richtige Töpfchen gegriffen hat?!?

Hoffentlich nicht sichtbar verblüfft, nimmt er die ihm entgegen gestreckte Hand und wie schon fast erwartet, ist auch der Händedruck genauso, wie der Rest dieses sexy-Gesamtpakets auf zwei Beinen, von beeindruckender Perfektion...fest, aber nicht zu fest, die Hände warm und trocken...Heilige Scheisse

„Hei...ich bin Tobias, meine Freunde nennen mich allerdings Tobi, freut mich dich endlich kennenzulernen, Jo erzählt seit Jahren nur Gutes über dich!“ „...ach so tut er das!“ entgegnet er peinlich berührt, um dann endlich wieder etwas gefasster und ganz Boris-like fortzufahren „Ich bin Boris, freut mich, dich kennenzulernen!“


Noch immer blockiert Boris die Türe zu seiner schicken Eigentumswohnung, fragt sich gerade, was der Grund dieses Überfalls sein könnte, als endlich Johannes, dem Boris Reaktion keineswegs verborgen blieb, das Wort ergreift „Na du...überrascht vom Besuch so früh am Morgen...? Ich wollte nur kurz die Einkaufsliste mit dir durchgehen für die paar Tage im Chalet, bevor Tobias und ich zu meinen Eltern fahren um Weihnachten zu feiern, dürfen wir kurz reinkommen?“ „Eehm ja klar, kommt rein, mögt ihr was trinken...Cappuccino oder Tee...und entschuldigt bitte meinen Aufzug, ich wurde durch ziemlich ungestümes Klingeln an der Haustüre unsanft aus dem Schlaf geholt..!“ versucht sich Boris an einem Scherz... Tobias grinst ihm augenzwinkernd direkt ins Gesicht „ist nicht zu übersehen Boris und gegen einen Cappuccino hätte ich nichts einzuwenden!“



Zwei Stunden später ist alles organisiert, die Einkaufsliste ganz in gewohntem Boris-Style akribisch niedergeschrieben und Boris bringt die Beiden zur Tür, wird von Jo umarmt, „ich wünsche dir schöne Weihnachtstage, lass es dir gut gehen und ich freu mich aufs Chalet“ und erneut wird er von Tobias überrumpelt, als dieser ihn ebenfalls umarmt, ihn kaum fühlbar auf den Hals küsst, die Stelle sich anfühlt als hätte er Boris ein Brandmal gesetzt und mit leiser Stimme flüstert, „...vergiss mich nicht!“
Boris Körper wird von feurigen Blitzen getroffen, seine Knie werden schwabbelig...was bildet sich dieser Strolch eigentlich ein... Während er völlig durch den Wind und verdutzt im Türrahmen stehen bleibt, fährt Jo’s Auto langsam die Einfahrt runter, hupt zweimal kurz...was Boris allerdings nur ganz am Rande registriert...er ist einfach nur zerstreut, steht neben sich...greift sich mit beiden Händen über den Kopf, lässt die Hände übers Gesicht gleiten und ahnt irgendwie, dass dieser ungestüme Platzregen noch für das ein oder andere Gewitter sorgen wird...ob ihm das Angst machen sollte...?!





„Was war das eben, Tobias“ Jo kann sich einen ermahnenden Ton nicht verkneifen, wirft Tobi von der Seite einen kritischen Blick zu, der mit gedankenverlorenem Gesichtsausdruck aus dem Autofenster schaut. Langsam wendet er sich seinem Onkel zu, der für ihn immer eher wie ein Bruder war... „Ein Blitz der mich getroffen hat, ein Tsunami der mich überrollt...ein Vulkan der ausbricht...ich...keine Ahnung Jo...frag mich das nach Silvester wieder...!“ „Tobias, wenn du Bo das Herz brichst, glaub mir, dann lass ich den Onkel raushängen, das verzeihe ich dir nie...er hat es nicht verdient...“ „hab ich nicht vor, Jo...hab ich nicht vor...“ fällt ihm Tobias ins Wort! Es sind die einzigen paar Sätze, die sie über Boris verlieren, Jo im vollen Bewusstsein, dass Tobi nichts mehr zu lachen haben wird, sollte er Boris gefühlsmässig auch nur ein einziges Haar krümmen!
Boris ist seit Jahren sein bester Freund, sein Vertrauter, sein siamesischer Zwilling und die Geschichte mit Elio, der ihm monatelang verheimlichte, dass er verheiratet und Vater zweier Kinder ist, die liegt zwar eine Weile zurück, aber nie...nie wieder will er zusehen müssen, wie Boris derart ins Bodenlose fällt...er war wochenlang ein Schatten seiner selbst...hatte heftig-depressive Anwandlungen und litt wie Hund in der gleissenden Sonne!
Beim Gedanken daran, wie Bo und Tobi sich am Tisch sitzend heimlich taxierten und der Eine wie der Andere diesen ungläubig-verträumten-was-ist-das Ausdruck im Gesicht hatte, lässt ihn, trotz allem Unschönen, das ihm gerade durch den Kopf geht, Schmunzeln...





Zurück in seiner Wohnung räumt Boris die verschmutzten Tassen in die Geschirrspülmaschine, stellt die Stühle wieder ordentlich an den Tisch, als sein Blick den Schreibblock streift, den er für die Einkaufsliste brauchte... **war schön zu sehen, dass nicht nur du mir gefällst** steht da in geschwungener Handschrift...ein zwinkernder Smiley daneben gezeichnet...
Oookay...phuu...das wars dann, wenn dieses verdammte Flattern in der Brust nicht umgehend aufhört, dann muss er sich was einfallen lassen...nie im Leben wird er mit diesem zugegebenermassen wahnsinnig attraktiven, um nicht zu sagen schönsten Mann, der je seinen Weg gekreuzt hat, sage und schreibe vier Tage und Nächte in seiner Waldhütte verbringen...auch nicht vielleicht...ausgeschlossen... Akute Magendarmgrippe, Grossmutter die notoperiert werden muss, eine Lebensmittelvergiftung, oder noch besser, er behauptet einfach, dass er den Schlüssel zur Hütte nicht mehr findet...gut, das glaubt ihm wahrscheinlich keiner, zu hartnäckig hält sich seit Jahren das Gerücht, er habe einen pedantischen Putzfimmel, gepaart mit einem verbissenen Ordnungswahn...

Er fragt sich nicht mehr, ob es...ob ER ihm Angst machen sollte, er MACHT ihm Angst... Was dieser Beau in ihm auslöst...das hüllt ihn geradezu ein, lässt ein warmes Gefühl in ihm ausbreiten, als wär er in eine kuschlige Daunendecke gehüllt, lässt seinen Puls in die Höhe schnellen und längst vergessen geglaubte Empfindungen durch seinen Bauch toben...und offenbar ist er auch noch unfähig, sich seine Verzauberung nicht anmerken zu lassen...toll...wirklich toll Herr Saalfeld...



31. Dezember/Silvester
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<Treffpunkt 14.00 direkt beim Chalet?! Tobias hat quasi als Dank, dass er mit darf, angeboten heute zu kochen...und glaubt mir, er kocht vorzüglich...was es geben wird....keine Ahnung, er hat in Eigenregie umgeplant und eingekauft...allerdings meinte er, es wäre von Vorteil, wenn du Bo ihm helfen kannst, da du die Küche kennst...also er meinte natürlich einer muss helfen, der die Küche kennt, sorry...fallen wir anderen 4 weg ;-) Bis dann...freu mich! Greets Jo>

...wieso nur fühlt es sich an, als hätten die vier Trottel sich gegen ihn, aber mit Tobias, verschwört...alle finden den Plan super...wooow wie toll, dass dein Neffe kocht...danke Bo, dass du ihm hilfst...das ist ja voll geil...so die Antworten seiner Freunde
<ich hasse euch>...die Antwort von ihm...

Hätte er doch nur einen seiner Fluchtpläne in die Tat umgesetzt... Seit einer Woche leidet er unter gedanklichem Verfolgungswahn, träumt neuerdings in Brauntönen...dunkel-braune Augen...dunkel-braune Haare...dunkel-brauner Bart und als wär das nicht schlimm genug, klopft immer wieder die Frage an, ob diese Augen ganz schwarz werden würden, dann wenn Tobias im Himm... wuuuuah HimmelArschundZwirn...jetzt reichts aber auch...




Pünktlich sind alle zur abgemachten Zeit vor Ort... Tobias fühlt sich auf Anhieb wohl und angenommen bei den OFF-Jungs, wird von allen herzlich umarmt, nach kurzem Zögern auch von Boris...und wieder beginnt bei diesem das Flattern in der Brust...als würde das nicht reichen, setzt Tobi dem Ganzen noch die Krone auf...zaubert ihm zarte Rottöne ins Gesicht, flüstert der ihm doch tatsächlich heiser zu... „und...hast du oft an mich gedacht?“ Heaven or hell, who knows who wins...
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