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Arthur Morgans Journal

von JoKey
KurzgeschichteAngst, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Arthur Morgan
26.12.2019
14.01.2020
3
6.441
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
14.01.2020 1.541
 
Danke an Arthurfan für die lieben Worte zum letzten Kapitel :)
Und danke auch an alle, die diese kleine Geschichte mitverfolgt haben <3

Viel Spaß beim dritten und somit letzten Teil wünscht,
JoKey




Teil 3




20.11.1899


Ich hab es vorausgesagt. Kaum hat [Y/N] unser Zelt am Morgen verlassen, ist sie losgelaufen, um am Ufer des zugefrorenen Sees mit Jack einen Schneemann zu bauen. Abigail und Tilly haben auch geholfen.
Es fühlt sich gut an, dass [Y/N] wieder bei uns im Camp ist. All die Zeit hat es sich so angefühlt, als würde etwas fehlen, als wäre unser Lager nicht komplett. Jetzt ist es das wieder. Unsere Familie ist wieder komplett.


22.11.1899


Es hat wieder geschneit. Es wird kälter und kälter, mit jeder Stunde, die verstreicht. Wir brauchen mehr Holz fürs Feuer und dringend neue Vorräte. Den letzten warmen Eintopf von Pearson habe ich wahrscheinlich vor fünf Tagen oder so gegessen.
Ich werde heute mit Sadie und [Y/N] nach Rhodes reiten, um vielleicht ein bisschen Dosenfraß zu beschaffen.
Wir brauchen irgendwas zu essen, irgendwas!

Wie konnte ich nur so blind sein? Ich bin ein Dummkopf! Manchmal frage ich mich, wieso [Y/N]  mit einem so großen Esel wie mir ihre Zeit verbringt. Wieso sie sich abends zu mir ins Bett legt und morgens ihre Augen aufschlägt und mich anlächelt, als wäre ich etwas...etwas zum Anlächeln Würdiges.
Der Zahn des Kojoten, der an ihrer Kette fehlt, ist der Zahn, den ich beim toten Scharfschützen gefunden habe, der kurz vor Colm O'Driscolls Tod umgebracht worden war.
Sie war diejenige, die den Scharfschützen getötet hat! Sie hat dafür gesorgt, dass der alte O'Driscoll wirklich hängt! Wenn Dutch davon erfährt...er wird ihr zu Füßen liegen und ihr jeden Wusch von den Lippen ablesen, davon bin ich überzeugt!


24.11.1899


Wenn der Schnee bald nicht aufhört, dann werden unsere Planen und Zelte die Last dieser weißen Pracht nicht mehr lange halten können. Ich habe heute auf meine tägliche Ration Dosenmais verzichtet und sie Jack überlassen. Ich glaube, dass auch [Y/N] ein Teil von ihrem Apfel dem Jungen gegeben hat.
So kann es nicht weiter gehen...

Dutch hat sich den ganzen Tag in seinem Zelt verkrochen. Er lässt sich nur noch selten blicken...weiß nicht, wie lange das noch so weitergehen soll.Wir drehen uns im Kreis und scheinen die Stunden bis zum endgültigen Ende nur noch herauszuzögern. [Y/N] sitzt in diesem Moment mir gegenüber auf der Pritsche und löst den Dutt aus ihrem Haar. Sie ist so wunderschön. Zu schön, um zu erfrieren.


29.11.1899


Es gab also tatsächlich einen Grund, weshalb Dutch sich die letzten Tage so still verhalten hat. Er hat über einem neuen Plan gebrütet. Vor einer Stunde hat er mich, John, Micah und Hosea zu sich gerufen und uns eingeweiht. Er könnte tatsächlich funktionieren. Natürlich ist der Plan komplett verrückt und wahnwitzig und wahrscheinlich werden wir alle dabei unser Leben lassen, aber er könnte funktionieren.
Nicht weit von Strawberry entfernt gibt es einen großen See. Vermutlich auch zugefroren bei diesem Wetter, aber am Grund dieses Sees liegt ein versunkenes Boot. Ein Boot, das viel Gold an Bord gehabt hatte, als es versunken ist. Dutch meint, wir können zum Grund tauchen und versuchen, den versunkenen Schatz zu bergen.
Ich hoffe für ihn, dass dieser See nicht allzu tief ist.


01.12.1899


[Y/N] ist gar nicht begeistert von dem Plan. Bei diesem Wetter an den Grund eines eiskalten Sees zu tauchen, hält sie für einen schwachsinnigen Plan.
Ich muss sagen...ich kann sie verstehen.


02.12.1899


Scheint so, als wäre Hosea auch nicht wirklich angetan von Dutchs Idee. John sowieso nicht. Er hat nie gelernt, wie man schwimmt, also wird er sowieso nicht in diesen See steigen. Ich glaube, es läuft darauf hinaus, dass ich das erledige. Morgen brechen wir auf. Dutch ist sich noch nicht sicher, wer uns begleiten wird.
[Y/N] ist mir den ganzen Tag aus dem Weg gegangen. Sie ist sauer. Sie will immer noch nicht, dass ich da mitmache, aber habe ich denn eine Wahl? Wenn Dutch Recht hat und auf diesem Grund wirklich ein Schatz wartet, dann würden wir uns nie wieder Sorgen machen müssen.

[Y/N] sitzt neben mir am Lagerfeuer. Die anderen sind bereits alle schlafen gegangen. Dutch meint, es wäre das beste, wenn uns so wenig wie möglich begleiten. Also werden uns nur noch Charles und Javier begleiten. Sadie und [Y/N] haben lange mit ihm diskutiert, aber er hat nicht nachgegeben.
Insgeheim bin ich froh, dass es nicht so weit gekommen ist. Wie ich die beiden kenne, wären sie ohne zu zögern mit in diesen See gesprungen.


03.12.1899


Die ersten Sonnenstrahlen fallen schon durch die Zeltwände. [Y/N] und ich haben die letzte Nacht noch einmal...sehr besonders gestaltet. Es fällt mir schwer, sie hier zu lassen. So langsam beginne auch ich an Dutchs Plan zu zweifeln. Wieso steigt er nicht selber in diesen kalten See?

Ich hatte Recht. Es fiel mir schwer, mich von der Kleinen zu verabschieden. Mehr als schwer.

Wir haben uns Zimmer in Strawberry gemietet. Ich bin nervös. Morgen früh, bzw. in wenigen Stunden werden wir runter zum See reiten und das Gold bergen.
Wehe, wenn es kein Gold gibt. Bin nicht besonders scharf darauf, als ein Eisblock zu enden, verdammt!


04.12.1899


Wir haben den See erreicht. War tatsächlich zugefroren, wie ich vorhergesagt habe. Charles und Javier versuchen gerade, ein Loch in die Eisoberfläche zu brechen. Mein Gott, was habe ich mir nur dabei gedacht, hier einzuwilligen? Hätte ich bloß auf [Y/N] gehört...


11.12.1899


Ich kann mich nicht erinnern. Alles war so dunkel und es ist verschwommen...ich bin vorhin aufgewacht und lag auf einer Pritsche. So warm...so weich...mir ist schwindelig.


14.12.1899


So habe ich mir die Vorweihnachtszeit nicht vorgestellt. Ich bin zurück im Camp und habe nicht den blassesten Schimmer, wie ich hier her gekommen bin. Aber [Y/N] ist hier. Um genau zu sein, kniet sie neben der Pritsche in unserem Zelt und ist mit dem Kopf auf der Decke eingeschlafen.
Sieht mehr als unbequem aus...würde sie gerne wecken, aber sie sieht so müde aus...ich bin es auch...


18.12.1899


Ich kann mich wieder erinnern. Wir sind doch tatsächlich in diesen See gestiegen und haben nach dem versunkenen Schatz gesucht. Und ihn gefunden! So viel Gold, unzählig viele Barren und kostbare Ketten und Ringe und Uhren. Aber die Kälte hat uns beinahe umgebracht...anscheinend bin ich bewusstlos geworden, mitten im See und konnte nichts dagegen tun.
Charles hat mir alles erzählt...ich habe ihm erst nicht geglaubt, als er meinte, es wäre Dutch gewesen, der mich da rausgezogen hat.
DUTCH!
Ich kann es nicht glauben...ich hatte gedacht, ich wäre ihm mittlerweile egal geworden. Ich muss mit ihm reden, sobald ich wieder auf den Beinen bin.

[Y/N] ist mir nicht von der Seite gewichen. Die ganze Zeit nicht, seitdem ich wieder zurück im Camp bin. Hat sich wohl ganz schön große Sorgen gemacht. Kann ich verstehen. Aber jetzt geht es mir wieder gut, einigermaßen. Das wird schon wieder. Wir haben Gold ohne Ende und einer glücklichen Zukunft steht nichts im Weg.


20.12.1899


Ich denke darüber nach, sie zu fragen. Aber ich habe Angst.



22.12.1899


Habe mit Hosea gesprochen. Er hat gesagt, ich wäre ein Narr, wenn ich annehmen würde, [Y/N] würde ablehnen. Ich werde es wohl versuchen. Kann an nichts anderes mehr denken. Einen Ring habe ich auch schon. Nichts Besonderes, aber ich denke, er würde ihr gefallen.
Es würde mir alles bedeuten, wenn sie ja sagen würde. Alles!


23.12.1899


Ich glaube, [Y/N] merkt etwas. Kein Wunder, irgendwie kriege ich keinen ganzen Satz mehr in ihrer Gegenwart raus.

Morgen werde ich es tun! Dieses Buch ist mein Zeuge.


24.12.1899


Ich kann nicht...ich werde...oh mein Gott! Meine Hände zittern...sie hat ja gesagt! Es ging so schnell und ich glaube, sie hat geweint und ich auch...
SIE HAT JA GESAGT!!



26.12.1899


Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich kann stolz behaupten, dass ich der glücklichste Mann bin, den diese Welt je gesehen hat. Ich könnte es mit tausend Büffeln, ach was, einer Million Büffeln aufnehmen und das Grinsen würde dennoch nicht aus meinem Gesicht verschwinden.

[Y/N] und ich haben gestern noch lange gesprochen. Sehr lange. Wir denken darüber nach, uns vielleicht eine Ranch zu kaufen. Oder eine zu bauen. Wir haben auch über ...naja...Familienplanung geredet. Hehe...hätte nie gedacht, dass ich in diesem Leben noch einmal darüber nachdenke. Über...Kinder. Eigene Kinder.
Anderseits hängen wir an diesem Camp. Sie und ich. Mehr an den verrückten Leuten, die hier leben, als an dem Ort. Deswegen überlegen wir noch, was wir tun. Vielleicht können wir ja alle zusammen Land kaufen und dort dann ein eigenes Lager aufbauen.
Es würde wahrscheinlich eher einem kleinen Dorf ähneln, aber das wäre okay.
Das Van der Linde Dorf.
Doch fürs Erste bin ich zufrieden. Rundum zufrieden. Ich habe die schönste, klügste und mutigste Frau an meiner Seite und werde sie nie wieder loslassen.

[Y/N], ich liebe dich. Für immer.
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