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Arthur Morgans Journal

von JoKey
KurzgeschichteRomanze, Angst / P16
Arthur Morgan
26.12.2019
14.01.2020
3
6.441
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26.12.2019 3.076
 
Arthur Morgans Journal




Einträge aus Arthurs Leben in der Van der Linde Gang und sein Aufeinandertreffen mit einer jungen Frau, das alles verändert.

[Y/N] = Your Name...Hier deinen eigenen Namen einsetzen

Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße,
JoKey



Teil 1


13.03.1899


Humbug! Alles Humbug! Liebe auf den ersten Blick? So was gibt es doch nicht wirklich. Und doch hatte ich vorhin vor den Toren von Valentine dieses Herzklopfen und dieses Kribbeln in mir gespürt. Und das nur nach einem Blick in diese wunderschönen Augen. Wie kann ein Mensch solche Augen haben? Nicht einmal Mary hatte so schöne Augen. Mein Gott, was muss sie von mir gedacht haben? Wahrscheinlich, dass ich ein vollkommen Wahnsinniger bin...womit sie nicht ganz unrecht hätte...
Sie war gerade aus dem Zug gestiegen und wäre beinahe von einem dieser sturzbesoffenen Bastarde zurück auf die Gleise geschubst worden. Ich konnte sie gerade so festhalten. Was würde ich nicht alles dafür geben, sie wiederzusehen. Nicht einmal nach ihrem Namen habe ich gefragt, ich Idiot! Und jetzt sitze ich hier in meinem Zelt und kann an nichts anderes mehr denken, als an diese schönen Augen und dieses bezaubernde Lächeln...oh man, John darf dieses Buch nie in die Hände bekommen...oder Uncle...


05.04.1899


Nicht einmal einen Monat ist es her. Mir kam es vor wie eine halbe Ewigkeit. Endlich habe ich sie wiedergesehen. War mit John und Charles auf einem kleinen Jagdausflug, wir sollten für Dutch ein bisschen die Gegend erkunden und dabei Ausschau nach weiteren O'Driscolls halten. Diese Bastarde. Haben keine gefunden, zu ihrem Glück. Wir waren in der Nähe von Strawberry und da habe ich sie wiedergesehen. Sie saß auf einem Stein am Ufer eines breiten Flusses und hat geangelt. Neben ihr das schönste Pferd, das ich je gesehen habe. Cremefarben und eine schneeweiße Mähne. John und Charles sind vorgeritten zum Saloon und ich bin zu ihr hingegangen. Hat mehr Überwindung gekostet, als ich gedacht habe. Bin wohl etwas eingerostet, was das angeht...
Jedenfalls habe ich sie angesprochen. Ihre Stimme wiederzuhören, so klar und lieblich, hat meinen Magen ganz schön verrückt spielen lassen, das kann ich sagen. Ihr Name könnte nicht passender sein. [Y/N]. Ich hätte ihr stundenlang zuhören können. Wie sie über die Fische spricht, die sie schon gefangen hat oder von der wunderschönen Stute an ihrer Seite oder einfach nur über das Wetter. Ich glaube, ich werde diesen Tag nie vergessen...diese Frau...sie lässt mich am Ende noch weich werden.


18.05.1899


Wenn ich die Gelegenheit hätte, Colm O'Driscoll zu erschießen, ich würde es zwei Mal tun. Mit dem größten Vergnügen. Gestern Abend hat er das Camp angegriffen und Karen und Mary-Beth verwundet. Keine große Sache, die beiden sind schon wieder auf den Beinen – dank Abigail und Miss Grimshaw, dennoch werde ich ihm das nie verzeihen. Niemand vergreift sich an diesem Lager, niemand vergreift sich an meiner Familie.


22.05.1899


Manchmal habe ich das Gefühl, das Glück hat mir schon vor Jahren den Rücken zugewandt und mich verlassen. Doch es gibt Tage wie diese, an denen ich davon überzeugt bin, dass es vielleicht doch noch da ist. Ich habe [Y/N] getroffen. Auf dem Weg nach Valentine. Sie hatte Probleme mit ihrem Pferd und ich half ihr dabei. Zum Dank hat sie mich auf ein Glas in den Saloon eingeladen. Ich wäre ein Narr gewesen, das abzulehnen. Hat mich zu einem Wettreiten herausgefordert, die Kleine. Und auch noch gewonnen hat sie! Geritten wie der Teufel ist sie, das muss ich ihr lassen. Aber ich konnte ihr gar nicht böse sein, nicht, als sie mich mit den geröteten Wangen und dem wilden Blick und diesem strahlenden Lächeln angesehen hat. Sie hat mir bei meinen Besorgungen fürs Camp geholfen. Am liebsten wäre ich gar nicht mehr zurückgekommen, um weiter ihrer Stimme zu lauschen und in ihre Augen blicken zu dürfen. [Y/N] ist etwas ganz Besonderes. Sie ist einzigartig. Ich hoffe, dass ich irgendwann den Mut haben werde, ihr das zu sagen. Wahrscheinlich nie.


01.06.1899


Er hat es geschafft. Dieser Mistkerl, dieser Hundesohn, dieser...sie wissen, dass wir uns hier aufhalten und sie werden nicht aufhören, uns zu jagenn.. Am liebsten würde ich sie alle am Galgen sehen...Milton, O'Driscoll, die Pinkertons...sie alle! Wir mussten umziehen, den Lagerplatz wechseln. Doch es hatte auch etwas Gutes. [Y/N] hat uns geholfen. Hat sich mit mir auf die Kutsche gesetzt und wir haben die ganze Zeit geredet. Die Zeit vergeht zu schnell mit ihr, sie ist viel zu kostbar. John und Charles mögen sie auch. Auch wenn die beiden etwas zu laut über ihre Witze gelacht haben, für meinen Geschmack. War doch ganz froh, als ich wieder alleine mit ihr sein konnte. Sogar das Schweigen mit ihr ist angenehm. Haben erfahren, dass sie kein zu Hause hat und mehr oder weniger ziellos durch die Gegend streift, um mal hier, mal dort zu arbeiten. Die Kleine hat ein Händchen für Diebstähle, wie es mir scheint. Sie ist gerissen. Und das mag ich. Sehr sogar.

Das neue Lager ist schön. Mir gefällt es hier und Hosea anscheinend auch. Ich habe gesehen, wie er vorhin lange mit [Y/N] gesprochen hat und er schien sehr zufrieden zu sein. Ich kenne diesen milden Ausdruck in seinen Augen noch. Als ich noch jünger war, hat er mich auch so angesehen. Ich denke, er hat [Y/N] echt gerne. Sie hat ein eigenes Zelt im Lager bekommen, für den Fall, dass sie etwas länger bleiben möchte. Hab geholfen, es aufzubauen. John ist ein Idiot, er meint, ich habe es absichtlich so nahe zu meinem eignen aufgebaut. Humbug!


25.06.1899



War mit [Y/N] auf einem kleinen Jagdausflug. Die Lady kann schießen, das muss man ihr lassen. Hat einen Falken aus gut fünfzehn Metern Höhe abgeschossen. Auch der Bogen scheint ihr keine fremde Waffe zu sein. Es scheint so, als habe sie sich schon lange alleine durchschlagen müssen. Irgendwie wünschte ich, ich wäre schon eher für sie dagewesen. Ich habe es zu meiner Pflicht gemacht, sie zu beschützen. Ich weiß sehr gut, dass sie das auch selber kann, aber ich könnte es mir nie verzeihen, sollte ihr etwas zustoßen. Sie ist...ich bin...meine Güte, ich brauche jetzt dringend einen Whiskey und einen starken, verflucht!


07.07.1899


Ich hätte sie nicht gehen lassen dürfen! Ich bin ein Dummkopf, ein Idiot und fahrlässig obendrauf! Ich habe geschworen, sie zu beschützen und jetzt ist sie auf diesem verdammten Raubzug mit Sean und Javier! Hätte Dutch doch jemand anders schicken können. Sadie hätte sich sofort freiwillig gemeldet, davon bin ich überzeugt. Aber nein,[Y/N]  muss ja unbedingt immer beweisen, dass sie nützlich fürs Camp ist. Hat das Gefühl, wir würden sie sonst wegschicken oder so. Nonsense. Als würden wir sie jemals wegschicken. Jeder im Camp mag sie. Außer vielleicht Micah, aber der kann mir gestohlen bleiben. Sogar Dutch schient die Kleine zu mögen. Hab die beiden vor ein paar Tagen angeregt über ein Buch diskutieren sehen und da war dieses Feuer in Dutchs Augen, das ich für erloschen hielt.[Y/N] tut dem ganzen Camp gut. Sie tut mir gut.

Zwei Stunden sind vergangen und [Y/N] ist immer noch nicht zurück. Ich weiß nicht genau, wie ich es schaffe, nicht vollkommen durchzudrehen, aber das hier zwischen meinen Fingern ist bereits die fünfte Zigarette innerhalb einer Stunde. Ich kann ihre Stimme schon nahezu hören, wie sie mich rügt, dass ich nicht so viel rauchen soll. Schadet der Lunge und so. Verdammt, ich würde ja aufhören, ich würde sie sofort alle wegwerfen, wenn sie bloß wiederkommen würde. Bitte, lass ihr nichts passiert sein. Lass sie heil zum Camp zurückkommen.


08.07.1899


Ich bin der glücklichste Mensch auf dieser Erde. Zeig mir einen, der mehr Glück hat als ich. Es gibt keinen, das schwöre ich.[Y/N] ist gestern Nacht noch zurückgekommen, mit Javier und Sean und sie waren alle unverletzt. Ich glaube, Sean hat ein oder zwei Schrammen abgekriegt, aber das ist Sean. Der bringt sich immer in Schwierigkeiten, selbst wenn er nur Wolle zum Stricken kaufen soll.
Und jetzt liege ich hier in meinem Zelt und [Y/N] liegt neben mir. Wie ein Engel, so sieht sie aus. Ihr Haar auf dem Kissen verteilt, ihre Augen geschlossen und sie trägt nur ein leichtes, weißes Nachthemd. Ich kann mein Glück immer noch nicht fassen. Sie kam gestern gleich zu mir und ist mir einfach so in die Arme gefallen. Meinte, dass es doch ganz schön knapp gewesen sei. Sie hat es nicht direkt erwähnt, aber ich bin sicher, dass sie an diesem Abend dem Tod in die Augen gesehen hat.
Hab ihr angeboten, mit in meinem Zelt zu schlafen und wollte auf der Pritsche Platz für sie machen, doch sie hat darauf bestanden, dass ich auch auf der Pritsche und nicht auf dem Boden schlafe. Hab fast nicht schlafen können, weil sie so dicht neben mir lag. Ihre Beine haben meine berührt und ihr warmer Atem meine Schulter gestreift.
Was für ein Glück, dass ich vor ihr aufgewacht bin. Dieser Anblick...ich werde ihn mir noch skizzieren, bevor sie aufwacht.


16.07.1899


Ich glaube, ich liebe sie.


20.07.1899


Ich liebe sie.


10.08.1899


Ich kann es ihr nicht sagen. Sie würde mich auslachen. Okay, das würde sie wahrscheinlich nicht. [Y/N] würde niemanden in so einer Situation auslachen. Und doch kann ich es ihr nicht sagen. Ich will sie nicht in Gefahr bringen. Ich bin ein gesuchter Mann, das Kopfgeld höher als so mancher Baum hier im Wald. Sie hat was Besseres verdient. Was soll sie schon mit einem alten, hässlichen Kerl wie mir?
Und doch ertappe ich mich immer öfter dabei, wie ich ihr beim Spielen mit dem kleinen Jack zusehe und mir vorstelle, er wäre unser Kind und sie würde einen Ring am Finger tragen.


12.08.1899


Allein heute habe ich mir die Skizzen, die ich schon von ihr angefertigt habe, mehr als dreimal angesehen. Ich habe sie beim Reiten, beim Fischen, beim Jagen, beim Spielen mit Jack und beim Singen am Lagerfeuer. Und natürlich als sie neben mir geschlafen hat. Die schönste Zeichnung, wahrscheinlich weil es meine schönste Erinnerung ist.Seitdem ich sie kenne, habe ich nicht mehr an Mary gedacht. Sie ist alles für mich. Alles.


30.08.1899


Ich werde ihn umbringen! Colm, der Bastard, hat [Y/N] entführt. Denkt wohl, er würde Informationen über den geplanten Zugüberfall aus ihr rausbekommen. [Y/N] würde eher sterben, als ihm so was zu verraten. Und genau das bereitet mir Sorgen...

Dutch meint, er hätte einen Plan, um sie zu befreien. Ich werde nicht warten. Ich kann nicht warten. Ich muss [Y/N] zurückholen oder ich drehe hier noch durch.
Sollte er ihr auch nur ein Haar gekrümmt haben, dann wird ihn ein sehr langsamer, schmerzvoller Tod erwarten, das schwöre ich.

Ich kann nicht schlafen. Haben [Y/N] vor ungefähr zwei Stunden gerettet. John, Charles und Sadie haben mir dabei geholfen. Mein Gott, ich werden diesen Anblick nie vergessen. Sie war voller Blut. Einiges von diesen O'Driscolls, aber auch eigenes. Haben sie mit einem heißen Messer gezwungen, Infos preiszugeben. Wie erwartet hat sie dicht gehalten. Colm selbst war nicht da. Sein Glück. Ich hätte ihm den Hals umgedreht.
Haben die Kleine zurück zum Lager gebracht, sie liegt in meinem Zelt und schläft hoffentlich. Miss Grimshaw hat sich um ihre Verletzungen gekümmert. [Y/N] hat einen üblen Schnitt am Schlüsselbein abbekommen. Wollte nicht aufhören zu bluten. Ich werde gleich zurück zum Zelt gehen und über sie wachen, während sie schläft.
Niemand wird ihr je wieder zu nahe kommen, das schwöre ich. Sollte ihr auch nur noch ein Haar gekrümmt werden, werde ich rot sehen!


31.08.1899


Habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Habe aufgepasst, dass sie die Ruhe findet, die sie so dringend benötigt. Mein Buch füllt sich allmählich mit Zeichnungen von ihr. Sie sieht so friedlich aus beim Schlafen. Ich glaube, sie wacht auf.

Ich kann mein Glück nicht fassen. Was habe ich getan, dass ich eine Frau, die so fantastisch ist, wie  [Y/N], verdient? Sie bestand darauf, dass ich den Tag im Zelt bei ihr bleibe. Wollte, dass ich mich auch etwas hinlege und mich ausruhe, wenn sie schon nicht aufstehen konnte. Also hab ich mich neben sie gelegt. Dann hat sie einfach meine Hand genommen und geschwiegen. Ich glaube, mein Herz hat mich in dem Moment echt verraten. Es war noch nie so laut und aufgeregt, nicht einmal beim letzten Gefängnisausbruch.
Danke, hat sie gesagt. Danke, dass ich gekommen bin und sie da rausgeholt habe. Ich frage mich, wieso sie sich dafür bedankt. Es war selbstverständlich. Lieber wäre ich selbst gestorben, als sie alleine diesem Schicksal zu überlassen.Das habe ich ihr auch gesagt. Da hat sie meine Hand losgelassen und mich geküsst. Auf den Mund. Einfach so. Es war nichts Großes, kurz und schnell, aber für mich gibt es nichts Schöneres.
Sie hat ihren Kopf auf meine Brust gelegt und ich habe meine Arme um sie geschlungen. Wollte sie nie wieder loslassen. Ich hab ihre Nähe und Wärme gespürt und ihre Haare haben mich am Hals gekitzelt. Sie ist das Beste, was mir je passiert ist!


02.09.1899


[Y/N] läuft schon wieder durchs Camp und hilft Pearson mit dem Eintopf und den Vorräten. Seit dem Morgen, an dem sie mich geküsst hat, bin ich ihr aus dem Weg gegangen. Was ist, wenn das nur ein Ausrutscher war? Ein kleiner Dank, dass ich sie gerettet habe? Nichts weiter, nichts, was von Bedeutung wäre. Ich will sie damit nicht konfrontieren. Aber ich vermisse sie. Hosea ist es aufgefallen, dass ich immer wieder in Gedanken bin und hat mich gestern Abend beim Lagerfeuer darauf angesprochen. Ich habe ihm nicht erzählt, dass es wegen [Y/N] ist, doch er kann es sich denken. Es ist Hosea. Er weiß alles, was in diesem Lager vor sich geht. Ohne ihn wären wir wahrscheinlich alle schon längst tot. Dutch auch.


05.09.1899


Irgendwie...irgendwie hatten wir wohl Glück im Unglück. Der Zugüberfall ist so gar nicht nach Plan verlaufen. Aber wann tut es das schon mal bei uns? John wurde beinahe von einem der Zugarbeiter erdrosselt und Bill hat es am Arm erwischt. Ich hätte mir fast eine Kugel in den Kopf eingefangen, wäre ich nicht in diesem Moment gestolpert und hinter ein Fass gefallen. Wir konnten Beute machen, ja, aber nicht so viel, wie wir uns erhofft haben. Naja, immerhin ist niemand gestorben.  

[Y/N] hat mich geküsst. Zum zweiten Mal. Heute am Lagerfeuer war sie die ganze Zeit so still und hat kaum ihren Eintopf angerührt. Dann ist sie runter zum See gegangen. Bin ihr natürlich gefolgt. Hab mir Sorgen gemacht, dass sie vielleicht doch was beim Überfall abgekriegt hat.
Und was macht sie? Sie wischt sich eine Träne von der Wange und küsst mich. Und nicht nur so ein flüchtiger Kuss, nein, ein richtiger. Sie schien ganz wild darauf, mir nahe zu sein.
Ich hab sie gefragt, wieso sie weint und sie meinte, dass sie Angst gehabt hätte, mich heute zu verlieren. Anscheinend hat sie den Beinahe-Kopfschuss mit angesehen. Ich musste ihr mindestens zwei Mal versprechen, dass es mir gut geht. Dann haben wir uns wieder geküsst und ich hab es gewagt, sie zu fragen, ob sie nicht wieder diese Nacht in meinem Zelt verbringen wollte.
Sie hat ja gesagt.


15.09.1899


Seit dem Zugüberfall sind nun schon einige Tage vergangen und jede einzelne Nacht hat [Y/N] auf meiner Pritsche verbracht. Jede Nacht sind wir uns näher gekommen und in der letzten haben wir den nächsten Schritt gewagt.
Es war...atemberaubend. Sie liegt neben mir und schläft noch. Sie sah nie schöner aus. Ich liebe sie wirklich. Werde es ihr wohl bald sagen müssen, ich will nicht, dass sie denkt, für mich wäre das hier nur ein Zeitvertreib.


17.09.1899


Ich bin ein wenig aufgeregt. Okay, ein wenig ist untertrieben. Ich platze gleich vor Nervosität. Arthur Morgan und nervös...das hätte ich auch nicht gedacht. Ich habe die Kleine auf einen Ausritt mitgenommen, unter dem Vorwand, wir müssen neues Fleisch für Pearsons Eintopf schießen gehen. Sie versorgt gerade die Pferde, während ich hier bei unser kleinen Lagerstätte warte und in die Ferne starre.
Was ist, wenn sie es nicht erwidert? Was ist, wenn-

Ich habe mit ihr gesprochen. Obwohl viele Worte waren nicht nötig. Wir haben eher Taten sprechen lassen. Womit habe ich [Y/N] verdient? Sie ist ein Engel, ein Engel, der nun mein ist. Mein kleiner Engel. Niemand wird dir etwas antun.


29.09.1899


Heute wäre Lenny fast erschossen worden. Bei einem verfluchten Banküberfall! Ich vertraue Dutch, aber manchmal lässt er sich zu den wahnsinnigsten Taten hinreißen, die uns am Ende noch alle umbringen werden!
[Y/N] ist nun endgültig zu mir ins Zelt gezogen. Mit ihr im Arm einzuschlafen ist besser als alles andere. Die Nächte sind nicht mehr so kalt.


04.10.1899


Es wird kälter. Der Winter dieses Jahr wird wahrscheinlich ganz schön hart. Viel Schnee, viel Eis und viel klirrende Kälte. Wir müssen uns gut mit Vorräten eindecken, wenn wir das überstehen wollen. Ich glaube, Dutch und Molly hatten schon wieder Stress gestern Nacht. Habe laute Stimmen gehört, als ich noch in mein Buch gezeichnet habe.[Y/N] hat ein Loch in ihrem Kleid geflickt. Auch, wenn sie häufig Hosen und einfache Blusen trägt, liebe ich den Anblick von ihr in einem Kleid. Manchmal stelle ich mir vor, es wäre ein Brautkleid und ich würde ihr endlich diesen Ring an den Finger stecken.
Aber kann ich das tun? Hat sie nicht etwas Besseres verdient? Jemand, der ihr ein besseres, sicheres Leben bieten kann? Ich will ihr nicht die Möglichkeit nehmen, sich um zu entscheiden.


16.10.1899


Es gab einen Aufruhr in Saint Denis! Sie haben John und werden ihn hängen, wenn wir ihn nicht befreien. [Y/N] und ich werden losreiten und ihn holen. Warum muss dieser Dummkopf immer und immer wieder gerettet werden?


17.10.1899


Wir haben John. Hat[Y/N] fast ihr Leben gekostet. In der Nacht habe ich sie nicht losgelassen. Habe immer wieder Bilder vor mir gesehen, wie sie mit einem Loch in der Stirn daliegt. Ich liebe sie zu sehr, um sie gehen zu lassen. Ich würde es nicht verkraften. Sie ist das Licht, das mir den Weg in dieser unendlich trostlosen, brutalen Welt leitet.
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