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Die weißen Sith I - Verschwörung

von Hakuoh
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Aric Jorgan Darth Baras Kaliyo Djannis OC (Own Character)
25.12.2019
04.05.2021
32
71.654
4
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04.05.2021 2.158
 
Ohne Furcht und Adel, Teil 2


Heute ist der Star Wars-Tag - May the Fourth be with you!

Eine kleine Wolke aus Staub formte sich am Horizont und rollte heran. Bei Rageous kamen schon Erinnerungen von Tatooine hoch, doch dann sah er, dass von Weitem ein Reittier in hohem Tempo den Weg herunter und auf sie zu stürmte. Irgendetwas kam dem Cathar verdächtig vor. Es war zu still in den Hecken, die den Weg säumten.
„Haltet euch bereit“, wies der Sith seine Begleiter an, die am Wegesrand in Deckung gegangen waren. Er sah genauer hin. Der Reiter wurde offenbar von mehreren Speedern verfolgt.
So ein Mist! Die kommen genau in unsere Richtung. Warum können die das nicht woanders austragen?
Kurze Zeit später war das Geheul der Speederbikes auch für Vette und Alecad zu hören. Rageous überlegte, ob er den Reiter samt aufdringlicher Entourage einfach vorbeiziehen lassen sollte. Andererseits wollte er sie allein schon dafür bestrafen, dass sie ihm auf die Nerven gingen. Die Entscheidung darüber wurde ihm abgenommen, als der Reiter samt Tier von einem Netz zu Boden gebracht wurde und eine bewaffnete Gruppe aus dem Dickicht sprang. Sie mussten ihn längst bemerkt haben und zielten jetzt mit ihren Blastern auf den Sith, der sich die Provokation natürlich nicht gefallen ließ und zähnefletschend rief: „Feuer frei!“
Unter dem Deckungsfeuer seiner Gefährten zündete Rageous seine Lichtschwerter und streckte zwei der Banditen mit einem Sprungangriff nieder. Zwei weitere wurden von Vette und Alecad getroffen. Abgeschreckt vom Schicksal ihrer Komplizen ergriffen die drei Speederpiloten die Flucht.
Während Rageous ihnen mit noch gezündeten Lichtschwertern nachsah, eilte Vette zum gefangenen Reiter.
Eine Frau. Was sie wohl um diese Zeit noch hier draußen wollte? Und so ein Tier habe ich noch nie gesehen.
Alecad kam hinzu und half der Twi'lek, das Netz aufzuschneiden.
„Eine Adelige. Ich nehme an, sie wollte eine Botschaft überbringen.“
„Ziemlich riskant. Aber Mut hat sie ja, das muss man ihr lassen. Ich kümmere mich um sie, bis sie wieder zu sich kommt. Sieh doch mal nach dem … was ist das überhaupt?“
„Das ist ein Fathier. Schnell wie der Wind, aber nicht so störrisch wie die meisten anderen Reittiere. Viele Adelige haben sie von Händlern erworben, und einige züchten sie, um das beste Fathier von ganz Alderaan zu haben.“
Der schlaksige Vierbeiner mit seinen langen, abstehenden Ohren schien unverletzt zu sein. Er erhob sich von selbst und war im nächsten Moment auch schon bei seiner Herrin, die gerade wieder zu sich kam.
„Mirrorbright?“
Die Frau schaute sich etwas verängstigt um.
„Wer seid Ihr?“
„Habt keine Angst. Die Gauner machen Euch keinen Ärger mehr.“
Alecad musterte sie.
„Ihr gehört zum Haus Organa, habe ich recht?“
„Das stimmt. Mein Name ist Gilvean Organa. Ich danke euch für meine Rettung.“
„Wer waren diese Kerle?“, fragte Vette neugierig. „Und wäre es nicht sicherer, mit einem Thranta zu fliegen?“
„Thrantas sind groß und leicht zu entdecken. Es wurden schon zahlreiche Thrantareiter abgefangen, selbst über neutralem Gebiet. Die Schergen, die mich verfolgt haben, gehören zum Haus Rist; skrupellose Attentäter, die verhindern wollen, dass wir Organa unseren rechtmäßigen Platz an der Spitze wiedererlangen.“
„Sollen wir Euch zurück eskortieren?“, schlug Rageous vor. „Wir sind gerade auf dem Weg zu Eurem Haus.“
„Habt Dank, aber ich muss ablehnen. Ich muss eine dringende Nachricht zu Haus Alde bringen – sie erwarten mich persönlich.“
„Könnt Ihr General Gesselle Organa ausrichten, dass jemand von den Weißen Sith sie sprechen will?“
„Die Weißen Sith? Ihr seid doch nicht etwa vom Imperium, oder? Euer Begleiter trägt eine Uniform der Thul.“
„Mit dem Imperium habe ich abgeschlossen. Ich will nur mit General Organa reden, sonst nichts.“
„Das soll ich Euch glauben?“
Der Cathar sah sie ernst, fast schon beleidigt, an.
„Na schön. Da Ihr mich gerettet habt, komme ich Eurer Bitte nach. Versprecht Euch aber nicht zu viel. Sie wird möglicherweise keine Zeit für Euch haben. Ich muss weiter.“
Energisch trieb Gilvean Organa ihr Fathier an und war kurz darauf auch schon außer Sichtweite.
„Immer Ärger mit diesen Adeligen!“, befand der Sith.
„Da stimme ich Euch zu“, pflichtete Alecad bei. „Wir sollten wohl besser unser Nachtlager errichten, mein Sith.“
„In Ordnung. Bereitet alles vor. Drei Schichten von je drei Stunden. Bei Tagesanbruch gehen wir weiter.“

„Kommt es mir nur so vor, oder sind hier mehr Käfer als beim letzten Mal?“
Kaliyo wäre diesmal vor der Höhle geblieben, hätte Arterik nicht darauf bestanden, dass sie mitkommt. Sie konnte es sich nur damit erklären, dass dem Agenten das Nest trotz der ersten fruchtbaren Begegnung auch noch nicht ganz geheuer war. Vector Hyllus schien die beiden jedenfalls wieder erwartet zu haben.
„Willkommen zurück. Eure Aura reflektiert Eure Einstimmung auf das große Lied.“
Ziffer 9 schaute dem ehemaligen Botschafter ein wenig verunsichert an.
„Ja, also wenn Ihr das sagt. Weshalb sind denn so viele Killiks hier?“
„Der Schwarm braucht mehr Futter. Das sind Futtersuchtrupps. Sie werden alles Nötige sammeln.“
Übertreibt es besser nicht.
„Die Adelshäuser werden nicht begeistert sein, wenn sich der Schwarm weiter ausbreitet.“
„Dessen sind wir uns bewusst. Wir werden uns bemühen, eine Konfrontation zu vermeiden.“
Hyllus pausierte einen Moment.
„Unsere Beobachter haben gesehen, dass Ihr das Cortess-Anwesen besucht habt. Die Fingerlinge haben alles mitgehört und den Namen Denri Ayl aufgeschnappt. Wir haben ihn während unserer Zeit als Botschafter getroffen. Mit seinem Wohlstand und seinen Fähigkeiten könnte er durchaus Euer Ziel sein.“
„Angeblich weiß der Baron nicht, wo er sich aufhält.“
„Vielleicht können wir Euch helfen. Unser Nest hatte in den letzten Jahren viele Verbundene – Soldaten, Kinder, Adlige. Wir könnten ihre Erinnerungen durchsuchen, um herauszufinden, was sie von Denri Ayl wissen.“
„Ja, bitte fangt sofort damit an.“
Der Killik an seiner Seite erzählte ihm wieder etwas in der eigenartigen Sprache des Insektenvolkes.
„Wir erinnern uns an Pabel Alde. Als ihr Gleiter abstürzte, wurde sie von unserem Sammlern zum Schwarm gebracht. Unsere Heiler haben sich um sie gekümmert. Wir sind eins geworden.“
Der Killik sprach weiter zu ihm.
„Das Haus Alde gewährte Ayl Unterkunft als Anerkennung für seine Verdienste als Vermittler. Im Alde-Anwesen finden sich Aufzeichnungen seiner Arbeit. Wir müssen Euch sicher nicht die politischen Interessen des Hauses Alde erläutern, Agent. Ihr solltet vermeiden, Euch als Vertreter des Imperiums auszugeben.“
„Dessen bin ich mir bewusst. Eure Schwarmintelligenz ist im Übrigen sehr beeindruckend. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.“
Hyllus verbeugte sich.
„Wir leben, um zu dienen.“

„Auf geht’s, ihr Schlafmützen!“
„Nur noch fünf Minuten, Eure Unermüdlichkeit.“
Vette hatte sich gleich für die erste Wache entschieden, in der Hoffnung, dass Alecad die letzte bekommt und es mit der Zeit nicht ganz so genau nimmt. Die Twi’lek war noch nie eine Frühaufsteherin.
„Na gut – wie du willst. Aber dann schleppst du die ganze Feldausrüstung.“
Damit hatte Vette den Motivationsschub, den sie brauchte.
„Oooh nein, nicht doch. Ich bin hellwach. Apropos schleppen – können wir uns nicht auch irgendwo so ein Fathier besorgen? Wir hätten das Tier vom Organa-Prinzesschen nehmen sollen. Mit ihrem Elan hätte sie es auch sicher zu Fuß geschafft.“
Alecad lachte.
„Ein Sith, eine Twi'lek und ein Thul-Gardist auf dem Rücken eines Organa-Fathiers. Versuch das mal, der Schlosswache zu erklären.“
„Ihr beiden scheint ja noch Reserven zu haben. Vielleicht sollte ich das Tempo erhöhen.“

„Drückt mal ‘n bisschen auf die Tube! Da bin ich ja zu Fuß schneller!“
Kaliyo sehnte sich nach einem guten alten Speederbike, mit dem sie einmal über den gesamten Planeten düsen könnte. Doch sie saß einmal mehr in zweiter Reihe auf einem Reittier – für sie zwei Gründe, den Ritt möglichst schnell zu beenden.
„Wenn Ihr meint, dass Ihr zu Fuß mithalten könnt … das würde den armen Burschen entlasten“, sagte Arterik halb im Scherz. „Fathiere sind zwar auch Renntiere, aber mit der Beladung sollte man sie nicht zu sehr treiben, sonst erschöpfen sie zu schnell. Außerdem bin ich schon eine Ewigkeit nicht mehr geritten. Also schaut Euch um und genießt die Landschaft. Weit haben wir es nicht mehr.“
„Na wenn Ihr meint ...“, heuchelte die Rattataki Desinteresse. Doch sie konnte ihm nichts vormachen. Der Agent hatte längst durchschaut, dass seine Begleiterin mehr für seinen Heimatplaneten übrig hatte, als sie zugeben würde. Er hätte einiges darauf verwettet, dass Alderaan bei ihr sogar Nar Shaddaa den Rang abgelaufen hatte. Wen wunderte es? Die Handschrift des Frühlings war nirgends besser zu sehen als hier, am Fuße des Juran-Gebirges. Entlang der Königsstraße und an den Ufern des Fornaak ließ er die Bäume in den prächtigsten Farben blühen, die mit dem leicht bewölkten Himmel kontrastierten. Hinter ihren beeindruckenden Kronen erhob sich ein ebenso beeindruckendes Schloss, das sogar Kaliyo für einen Moment verzauberte.
„Hübscher Palast! Wer wohnt denn da drin?“
„Das ist das Stammschloss von Haus Alde – eine sehr stolze Familie. Schade nur, dass sie nicht auf unserer Seite sind.“
Wer die Geschichte dieser Gegend nicht kannte, hätte niemals geglaubt, dass sie bereits mehrfach Schauplatz blutigen Fehden war. Es war schließlich Haus Alde, das den ersten König Alderaans stellte, nachdem es am Königspass ein Patt gegen die rivalisierenden Häuser erzwang, deren Armeen sich Auge in Auge gegenüberstanden.
Als Arterik und Kaliyo schließlich das Schloss erreichten, sahen sie zwei Gestalten, von denen man meinen konnte, sie würden das Aufeinandertreffen am Königspass nachstellen wollen. Einer von ihnen trug eine schwere Rüstung, und der andere kam dem Agenten sehr bekannt vor. Er ließ den Fathier langsamer laufen.

„Im Namen von General Gesselle Organa – haltet ein und gebt Euch zu erkennen!“
Während Vette und Alecad lieber respektvollen Abstand hielten, marschierte ihr Herr selbstbewusst auf die Wache zu.
„Man nennt mich Rageous. Ich gehöre zu den Weißen Sith. General Organa sollte über mein Eintreffen informiert sein.“
Das S-Wort löste beim Wachsoldaten erwartungsgemäß alles andere als Freude aus.
„Ein Sith? Bleibt wo Ihr seid!“
Er aktivierte seinen Kommunikator und ließ den Cathar keinen Moment aus den Augen.
„General? Hier ist ein Sith, der behauptet, von Euch erwartet zu werden. Außerdem zwei weitere unbekannte Personen.“
„Lasst sie hinein, Fähnrich; und sorgt dafür, dass sie den Weg zu mir finden.“
„Zu Befehl, General!“
Zwei streng dreinblickende Soldaten mit makellosen Uniformen forderten die Drei auf, ihre Waffen abzugeben. Vette und Alecad kamen der Aufforderung nach, doch Rageous weigerte sich, Folge zu leisten. Der Fähnrich wies den Soldaten an, ihn gewähren zu lassen und sie Richtung Schloss zu eskortieren.
Bereits die Außenanlagen des Prachtbaus stellen Haus Thul in den Schatten. Eine weitläufige Gartenanlage, deren Flora augenscheinlich nicht nur von Alderaan stammte, zog sich wie ein grüner Gürtel um das Schloss. Lebensgroße, fein bearbeitete Steinskulpturen säumten die Wege. Im Gegensatz zum Haus Thul verehrten die Organa offensichtlich mehr ihre Dichter und Philosophen als ihre Krieger. Ein heroisches Reiterstandbild dominierte dennoch den Vorplatz, der sich wie ein Bollwerk über dem Außengelände erhob. Vette fand es ein wenig deplatziert.
„Hey Al – könnte es sein, dass der Reiter sich verirrt hat? So richtig reinpassen tut er ja nicht.“
„Auf den ersten Blick vielleicht“, entgegnete der Gardist mit einem Lächeln. „Aber ich denke, er will diejenigen beschützen, die nicht so stark sind wie er.“
„Also ein Wächter, ja? Aber meinst du nicht, dass er sich danach sehnt, selbst auch ein Künstler zu sein?“
Selbst auch ein Künstler, sinnierte Alecad.
„Nun, aus dem Blickwinkel kann man es natürlich auch sehen.“

Das Innere des Schlosses war trotz seiner relativ robusten Bauweise von Licht durchflutet. Farbige Kristalle ließen jeden Abschnitt wortwörtlich in einem anderen Licht erscheinen. Auch an Pomposität stand es dem Thul-Schloss in nichts nach. Während Rageous scheinbar unbeeindruckt durch die Gänge schritt, kamen Vette und auch Alecad aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
„Woah! Schau dir diese Bilder an! Und die Schmuckstücke erst!“, rief die Twi'lek.
„Ich wusste schon, dass die Organa auf sowas stehen, aber das haut mich auch um. Und du wirst es nicht glauben – das hier ist nicht mal ihr Hauptschloss.“
„Im Ernst? Also wenn wir hier fertig sind, muss ich dort unbedingt auch hin.“
„Ist es denn noch weit?“, erkundigte sich der Sith, der im Labyrinth der Gänge schon längst die Orientierung verloren hätte.
„Habt bitte noch ein wenig Geduld. Wir sind jeden Moment da.“
Im nächsten Raum fielen Rageous zwei Männer in hellen Roben auf, die sich kurz darauf der Gruppe in den Weg stellten. Er spürte, dass sie Machtnutzer sein mussten. Der größere der beiden forderte sie mit einer Geste auf, stehenzubleiben.
Schon wieder diese Jedi!
„Wartet! Bevor wir Euch zu General Organa lassen, müssen wir sicherstellen, dass Ihr keine Bedrohung darstellt.“
Er wandte sich an den Cathar.
„Ihr tragt zwei Lichtschwerter. Bitte übergebt sie uns, dann lassen wir Euch durch.“
„Kommt nicht in Frage. Ich will mit Gesselle Organa sprechen, und zwar sofort. Ich bin nicht hier, um irgendjemanden anzugreifen.“
Der andere Jedi trat deutlich temperamentvoller auf und sah seinen Partner geradezu wütend an.
„Er ist ein Sith! Ihr dürft ihm kein Wort glauben. Jedes Wort aus seinem Mund ist gelogen.“
Rageous hisste genervt.
„Ich gehe jetzt dort rein, und Ihr werdet mich nicht aufhalten.“
„Das werden wir ja sehen!“
Der Jedi zündete sein Lichtschwert und lief auf den Sith zu.
„Zylixx! Nein!“
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