Weihnachten 2.0

OneshotHumor / P12 Slash
L Light Yagami
25.12.2019
25.12.2019
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Weihnachten 2.0

Ganz dezentes L x Kira


Hallo zusammen
Leider bin ich dieses Jahr etwas spät dran. Ich hoffe es macht nichts und der OS ist trotzdem noch willkommen.

Natürlich gehören die Charaktere von Death Note nicht mir, sondern Tsugumi Ohba und Takeshi Obata.
Die Handlung ist frei erfunden. Jegliche eventuelle Ähnlichkeiten zu anderen Geschichten/OS sind rein zufällig!

Zum Inhalt:
Der OS ist sehr humorvoll gehalten. Er spielt irgendwo mitten im Kira-Fall.
Ich habe mich eingehend über Weihnachten in Japan informiert und festgestellt, dass es da einige Unterschiede gibt.
Wen es genauer interessiert findet den Link dazu am Ende des Dokuments.

Viel Spaß beim Lesen!
Lg Water Rose




»Wie feiert Ryuzaki eigentlich Weihnachten, Light?«
Die Frage kam unerwartet. »Nun ja. Ich denke er wird wohl bis tief in die Nacht arbeiten und massenhaft Süßigkeiten essen«, antwortete der Angesprochene.
»Er ist ganz allein?«, Unglauben vermischt mit Mitgefühl schwang in Sachikos Stimme, während sie weiter in der Suppe rührte.
»Ja.« Light konzentrierte sich wieder auf das Buch in seinen Händen.

»Willst du ihn nicht zu uns einladen?«

»Was?«, Light sah abrupt auf und direkt zu seiner Mutter. Er konnte nicht verhindern, dass die Überraschung deutlich herauszuhören war.
Es gab eine Menge Dinge, die er wollte.
Er wollte sein Studium mit Bravour abschließen.
Er wollte Misa weiterhin für seine Zwecke manipulieren.
Er wollte der Herrscher einer neuen Welt werden.
Und er wollte L sterbend zu seinen Füssen sehen. Erkennen wie das Licht in seinen Augen erlosch, jegliche Kraft seinen Körper verließ und L mit seinem letzten Atemzug erkannte, dass er all die Zeit über Recht gehabt hatte mit seinem Verdacht; dass Light Yagami wirklich Kira war und er absolut nichts mehr tun konnte um ihn aufzuhalten.
Doch Ryuzaki zu Weihnachten einladen?!! – Nein. Das stand definitiv nicht auf seiner Liste!
Light atmete tief durch. Er zwang sich zur Ruhe.
»Das ist eine vortreffliche Idee. Nur…«

»Nur was?«, hakte seine Mutter nach.
»Ryuzaki meidet Menschen. Er fühlt sich unwohl in großen Ansammlungen. Ich bin mir nicht sicher, ob er das wollen würde.«
»Ich verstehe. Trotzdem…an Weihnachten sollte keiner allein sein. Ruf ihn doch an und frag ihn.«
»Selbstverständlich.« Light zwang sich zu einem Lächeln. Innerlich knirschte er mit den Zähnen. Er musste wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und L anrufen. Theoretisch könnte er auch lügen. Doch mit Lügen war das so eine Sache; ein schwaches Konstrukt, das jeden Moment einstürzen konnte. Seine Mutter oder jemand anderes bräuchte Ryuzaki nur darauf hinzuweisen, dass sie es bedauerten, dass er die Einladung abgelehnt hatte, und schon wäre er aufgeflogen. Da war es besser L direkt anzufragen. Immerhin bestand die beträchtliche Möglichkeit, dass er ablehnte.
Light legte das Buch zur Seite, erhob sich und nahm das Telefon. Während er die Nummer wählte, lief er die Treppe hinauf. Legte sich sorgsam die Worte zurecht.

Ryuk neben ihm lachte. »Ich wusste gar nicht, dass dir L so sehr am Herzen liegt, dass du einlädst, Light. Da habe ich wohl einiges verpasst.«
»Sei still!«, zischte er erbost. Ganz Unrecht hatte der Shinigami leider nicht. Anders als in den westlichen Ländern war Weihnachten in Japan eher mit dem Valentinstag zu vergleichen, weswegen Sayu auch nur kurz zum Essen vorbeischauen und danach gleich wieder gehen würde; sie hatte eine Verabredung. Light sagte dieser Tag jedoch nichts. Misa hatte unbedingt mit ihm in die Stadt gehen wollen, doch er hatte abgelehnt. Sich eine Grippe einfangen? - Nein danke! Schon seit Tagen hatte sich Misa mit Schnupfen, Husten und ähnlichem abgemüht. Die bloße Vorstellung wie sie stundenlang an ihm hing ging Light gegen den Strich. Er hatte ihr also abgesagt und sie auf später vertröstet.
Erst nach dem vierten Klingeln nahm L ab.

∞∞∞∞
L konnte kaum glauben, was er da eben gehört hatte. Light lud ihn zum Essen ein und das ausgerechnet an Weihnachten?! Der Löffel war ihm aus der Hand geglitten und klirrend zu Boden gefallen mitsamt der Kirsche darauf.
Er wollte gerade ablehnen, als ihm eine bessere Idee kam. Vielleicht war das die Gelegenheit mehr über Light Yagami herauszufinden. Keiner kannte den Studenten länger und besser als seine Eltern. Eventuelle Schwachstellen, Geheimnisse oder Sonstiges konnten so ans Licht gelangen und er könnte mit etwas Glück endlich den Durchbruch erlangen und Kira zum Schafott führen.
Die Mundwinkel zuckten verräterisch. Weshalb eigentlich nicht?
»Danke, Light. Ich nehme die Einladung sehr gerne an. Auf welche Zeit soll ich kommen?«

Einen Augenblick herrschte Schweigen. Bildete er es sich ein oder hatte Light scharf die Luft eingesogen?
»Auf sieben Uhr. Bis bald.« Schon hatte der Student aufgehängt.
Zufrieden wandte sich L wieder dem Vanilleeis zu.
»Bis bald Kira.«

∞∞∞∞
Leise fluchend ballte Light die Hände zu Fäusten. Verdammt. Das hatte er nicht vorhergesehen…

Ryuk lachte ihn wieder einmal aus. »Na dann. Da steht eurem gemeinsamen Glück nichts mehr im Wege. Keine Angst, ich werde euch gerne ein wenig Privatsphäre gönnen.«

Das brachte das Fass zum Überlaufen. »Verschwinde! Auf der Stelle!«, schrie Light erbost. Was erlaubte sich dieser Shinigami eigentlich? Er und L- eher würde der Himmel auf die Erde fallen.
Er überlegte sich ernsthaft, ob er nicht doch noch Misa anrufen sollte. Dann besann er sich eines Besseren; ein Verrückter reichte vollkommen. Sich mit beiden zugleich abzumühen wollte er sich nicht zumuten.
Light war sich sicher, dass L etwas im Schilde führte. Nur was? Er dachte eine ganze Weile darüber nach, bis die Erleuchtung kam; dieser Mistkerl wollte ihn aushorchen! Nicht mit ihm!
Der Student schlug kurzerhand den Weg in die Küche ein.
»Mutter?«

»Ja? Hat Ryuzaki zugesagt?«
Er nickte.

»Gut.«

»Genau darum geht es. Du hast recht; Weihnachten ist das Fest der Liebe. Niemand sollte allein sein. Sayu trifft sich mit Tenshi. Ich habe L eingeladen. Doch was ist mit dir und Vater? – Wollt ihr nicht auch etwas Essen gehen?«
Sachiko zögerte. »Das ist sehr nett, Light. Aber was ist mit dir?
»Ich komme gut zurecht. Ryuzaki wird auch hier sein.«
»Und der Erdbeerkuchen?«
»Das ist kein Problem, wirklich.«
Sachiko zögerte. Nickte dann jedoch. »In Ordnung.« Einen Anruf später war alles erledigt.

Bald darauf tauchte Sayu auf. Nach einem Teller Miso-Suppe machte sie sich erneut auf den Weg.

∞∞∞∞
2h später
∞∞∞∞
Es klopfte an der Türe. Light öffnete.
»Hallo Ryuzaki. Schön, dass du gekommen bist.«

»Selbstverständlich, Light kun.«

L überreichte ihm ein herzförmiges, rot eingepacktes Geschenk.
Etwas perplex nahm Light es entgegen.
»Danke. Wirklich aufmerksam von dir.«

»Keine Ursache. Es wäre unhöflich mit leeren Händen zu kommen, nicht?«
Er nickte. »Komm rein.«
L blickte sich interessiert um. Abgesehen vom künstlichen Baum im Wohnzimmer, dem mit Sternen verzierten Tischtuch und dem Adventskranz auf dem Tisch ließ nichts darauf schließen, dass heute Weihnachten war. Was nicht ungewöhnlich war. In Japan wurde der Brauch längst nicht so ausführlich zelebriert wie in anderen Ländern.
»Wo ist deine Familie?«

Guter Versuch, Ryuzaki. »Nicht hier. Sayu hat eine Verabredung und meine Eltern sind Essen gegangen.«
»Ich verstehe.« Das tat L wirklich. Leider hatte Kira seinen Plan durchschaut. Was aber noch lange nicht hieß, dass er sich derart leicht geschlagen gab.
»Jedoch wirst du nicht verhungern müssen«, sprach Light sarkastisch.
»Ach nicht?«
»Nein. Sie haben den Christmas Cake im Kühlschrank gelassen.«
Ryuzaki lief bereits das Wasser im Mund zusammen. Alles in ihm schrie förmlich danach ein Stück der süßen Köstlichkeit zu kosten. Auch weil sein Hirn nur mit Zucker zu voller Leistung im Stande war.
»Ich werde ihn holen.«
»Gerne.«
Sie setzten sich vis a vis voneinander.

»Weshalb bist du nicht mit Misa zusammen?«, fragte L zwischen zwei Bissen hindurch.

Eine gute Frage. »Sie ist krank. Ich wollte sie nicht unnötig belasten.« Und mich auch nicht.
»Okay.« Eine Minute verstrich. »Wieso hast du mich eingeladen, Light kun?«
Wurde das nun ein Verhör? »Du warst allein. Ich wollte dir etwas Gesellschaft leisten«, meinte er harmlos.
»Dann verbringt Light kun gerne Zeit mit mir?«
Light hätte liebend gerne die Hand gegen seine Stirn geschlagen. Nicht das auch noch! Zuerst Ryuk und jetzt fing Ryuzaki damit an.
Stattdessen zwang er sich zur Ruhe. Zwang ein Lächeln auf seine Lippen.
»Natürlich. Du etwa nicht?«

»Wäre ich sonst hier?«
Ja. Weil du mich ausspionieren willst! Einige Minuten aßen sie schweigend weiter. Light erhob sich. »Ich gehe kurz zur Toilette.«
Doch auf den Anblick, der sich ihm bei seiner Rückkehr bot, war er nicht vorbereitet!
»Ryuzaki- hast du in meiner Abwesenheit tatsächlich zwei ganze Stück Kuchen gegessen?«

»Ja. Ist das schlimm, Light kun?«
»Nein. Nur bedenklich.«
»Dann ist alles in Ordnung.«
Er schüttelte leicht den Kopf. L und sein Süßigkeiten Wahn. Wer könnte das jemals verstehen.
In diesem Moment klopfte es an der Türe.
Er öffnete. Light erstarrte.
Misa fiel ihm in die Arme. »Ich musste dich einfach sehen, mein Schatz.«

Wenige Schritte hinter ihm stand L. Misas Blick fiel auf ihn. Sie stockte.
»Du hast ihn eingeladen und mich nicht?«

»Ja. Light kun mag mich sehr.«
Misas Augen weiteten sich. »I…ist das wahr?«
»Ja, ich mag Ryuzaki. Doch es ist nicht so wie du meinst, Misa“, versuchte er zu beschwichtigen.
»Wir verbringen den Abend zusammen«, ergänzte L sogleich.
»Dann…werde ich wieder gehen.« Tränen standen in Misas Augen.
Noch ehe Light etwas erwidern konnte, hatte sie sich bereits umgedreht und war davongerannt. Wütend wandte er sich Ryuzaki zu: »Musste das sein?«
»Ich dachte du wolltest den Abend mit mir verbringen?«, wandte L grinsend ein.
Light verdrehte daraufhin nur die Augen. Er konnte bloß hoffen, dass das nicht sein Ernst war.
Er schloss die Türe und seufzte. Das auszubügeln würde eine Menge Arbeit werden.

Eine gefühlte Ewigkeit und dreiviertel weniger Kuchen später hatte sich L endlich aufgerafft.

»Vielen Dank für den schönen Abend, Light kun. Das hat mir sehr gefallen.«

Mir aber nicht!, hätte er am liebsten geschrien.
»Das müssen wir unbedingt einmal wiederholen.«
Nicht solange ich lebe.
»Bis auf die Sache mit Misa fand ich es auch gut.«
»Glaubst du sie ist mir böse, Light kun? Du weißt, dass ich es nicht so gemeint habe.«
»Ja, ich weiß. Ich werde sie aufklären.«
»Danke. Du bist ein echter Freund.« L umarmte ihn.
»Bis zum nächsten Mal, Light kun.«

»Bis zum nächsten Mal.«
Bis nirgend wann!

∞∞∞∞
L schlenderte zufrieden die Straße entlang. Trotzdem dass sein Plan nicht aufgegangen war, hatte der Abend erstaunlich viel Spaß gemacht. Light zur Weißglut zu bringen gefiel ihm. Die Szene mit Misa war köstlich gewesen. Das hatte viel Potenzial. L hatte da bereits einen neuen Plan, bei dem ihm Watari bestimmt helfen konnte…




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