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Aiden und der Bär

von Annewo5
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
25.12.2019
25.12.2019
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25.12.2019 438
 
Er drückte ihn an die Wand. Seine Hand war nun fest um das Kinn des Anderen gelegt, sodass er den Blick nicht abwenden konnte. „Sag es!“, befahl er mit zusammengebissenen Zähnen.
Der Andere schüttelte den Kopf.
„Sag es!“, sein Ton wurde schärfer, beinahe zischte er die Worte.
Wieder schüttelte der Andere den Kopf und seine Augen begannen sich mit Tränen zu füllen.
Wütend ließ er von ihm ab und wandte ihm den Rücken zu. „Geh.“, sollten seine letzten Worte an ihn gewesen sein.
Der Andere stand reglos da und zitterte. Nicht, weil ihm der Schock noch in den Knochen saß, sondern weil es ihn alle Überwindung kostete die folgenden Worte zu sagen: „Ich wollte immer nur dich.“
Nun weinte er auch.




Seit einer Woche war Aiden nun in dieses kleine Hinterwäldlerdorf versetzt worden. Als sein Chef ihm erörterte, dass dies die einzige Möglichkeit war seinen Job zu behalten, hatte er da eine Wahl gehabt?
Am alten Standort hatte er sich bereits einen Namen gemacht. Der Supermann wurde er genannt. Für einen Umzugshelfer ein ehrbarer Name, hatte er immer gedacht. Er drückte genau aus, was man bekam.
Mit den neuen Kollegen war er noch nicht warm geworden. In einem eingespielten Team der neue zu sein, war nie einfach. Solange es nur um die Arbeit ging, tat Aiden, was ihm zugeteilt wurde. Dabei musste man wenigstens nicht sprechen. Seine Kollegen sahen das anders. Immer wenn er stillschweigend etwas trug, löcherten sie ihn mit tausend Fragen. Wer er sei, woher er komme, ob er schon immer Möbelpacker gewesen sei.
Das letzte hätte er wohl verneinen sollen, aber ihnen die ganze Geschichte erzählen? Nein, danke.
Mit seinen 25 Jahren glaubte ihm jeder, wenn er sagte, dass es sein einziger Berufswunsch wäre den ganzen Tag Möbel zu schleppen.
Die anderen versuchten immer wieder ihn aus der Fassung zu bringen. Versuchten immer, dass er etwas versehentlich zerstörte. Sie wollten ihn loswerden und das unbedingt.
Sie waren so naiv, dass sie dachten er würde das ganze nicht bemerken. Man konnte ihm aber nichts vorhalten. Wer still und einfach seiner Arbeit nachging, der tat nichts Falsches.
Diese Einstellung teilte noch ein anderer Mitarbeiter. Josh. Er war Mitte 40 und schon ewig dabei. Er hatte sogar als eine der wenigen hier seine Lehre in diesem Beruf gemacht. Auch er ging stillschweigend seiner Tätigkeit nach. Während der Umzüge war er einer der angenehmsten Mitarbeiter. Nur dazwischen…
Egal, ob es morgens beim Beladen des LKWs, in den Pausen oder nachmittags beim Ausladen war, Josh hackte immer auf Aiden rum. Hauptsache irgendein blöder Spruch, der besser war, als sein vorheriger. Hauptsache Aiden wurde klein gehalten und Joshs Ego groß.
 
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