Blind and frozen - Liar

GeschichteDrama, Romanze / P18 Slash
Hanna Becker Marc Westerhoven OC (Own Character) Paul Richter Stephan Sindera Tom Mayer
25.12.2019
22.01.2020
21
58459
3
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36 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
Vielen Dank für die Reviews. Hier kommt das kleine Finale. :) Viel Freude beim Lesen.

Kommastolpern und Grammatiksülze können gerne behalten oder mir gemeldet werden. Ich bin keine Rechtschreibleuchte, nie gewesen.

Wie so oft erwähne ich hier nochmal, dass ich keinerlei Rechte an den Charakteren oder der Serie habe. Und jetzt ohne viele weitere Worte folgt der nächste Teil.


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Draußen war es noch dunkel, als Robin durch ein lautes Poltern an der Tür geweckt wurde. Es war kalt hier, denn er hatte das Fenster nicht mehr geschlossen. Sofort war er hellwach, setzte sich gerade an die Wand und hoffte, nun endlich hier raus zu kommen. Endlich hatten seine Kollegen ihn gefunden. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals als die Tür aufschwang und an die Wand prallte. Doch in der Tür stand keiner seiner Kollegen. Auch kein anderer Polizist, den er sofort an der Uniform erkannt hätte. In der Tür stand eine Frau, die er noch nie zuvor gesehen hatte. Die Haare wild durcheinander, die Kleidung viel zu groß und ein Blick, der ihm Augenblicklich das Blut in den Adern gefrieren lies. Aus diesem Gesicht sprach der pure Wahnsinn, ohne das die Frau bisher auch nur ein Wort gesagt hatte. Mit einer Axt vor sich, stand sie dort und starrte für einen Moment auf den Mann, der panisch an der Wand lehnte. Sie verengte die Augen um ihn besser erkennen zu können, musterte ihn von oben bis unten. Hinter sie trat eine Vermummte Gestalt und flüsterte ihr etwas zu, was Robin aber nicht verstehen konnte.

Wutentbrannt drehte sich die Frau um und schrie, "Das ist der falsche. Das ist er nicht. Wo ist er? Ich will ihn haben. Jetzt sofort." Die Gestalt wich ein Stück zurück, als sie drohend die Axt erhob. "Beruhig dich. Er ist der richtige, da bin ich mir sicher. Ein bisschen älter vielleicht, aber es ist es.", versuchte der Mann sie zu beruhigen, trat vorsichtig an ihr vorbei in den Raum und deutete auf Robin, der verwirrt und ängstlich an der Wand lehnte. Was konnte er tun? Konnte er überhaupt etwas machen um hier raus zu kommen? Wer war diese Frau und weshalb sagte sie, dass er nicht der richtige sei. Der richtige wofür? Aber eine Frage zu stellen, traute er sich nicht, da die Frau sich nun den beiden Männern zu wandte. "Das ist er nicht.", wiederholte sie mit Psychopathischem Wahnsinn in der Stimme. Als der Mann sich zu Robin runter beugte und er ihm so den Blick versperrte riss er plötzlich die Augen auf und gab einen Markerschütternden Schrei von sich, bevor er zusammenbrach und neben Robin zum liegen kam. Fassungslos sah der Polizist, dass der Mann eine große Wunde am Rücken hatte, durch die er viel Blut verlor.

Die Frau stand in der Tür, hob triumphierend die Axt, von der Blut tropfte und sah den Polizisten an. Noch bevor Robin einen klaren Gedanken fassen konnte, griff sie die Tür und lies sie geräuschvoll ins Schloss fallen. Schloss von außen ab und entfernte sich. Jetzt wandte er sich dem Mann auf dem Boden zu, befreite ihn von seiner Maske und suchte den Puls. Aber vergeblich, denn er konnte kein Lebenszeichen mehr finden. Angsterfüllt stürmte er zur Tür und versuchte sie zu öffnen, doch sie blieb verschlossen. Verzweifelt rüttelte Robin immer wieder am Türgriff, warf sich gegen die Tür, doch sie bewegte sich kein Stück. Entkräftet gab er schließlich auf und lies sich auf den Boden sinken. Nun war er hier nicht nur eingesperrt, sondern zusammen mit einer Leiche eingesperrt und die Vorräte würden nicht ewig reichen. Doch zumindest eine Weile würde er damit noch über die Runden kommen. Vermutlich würden sich die Angehörigen des Mannes irgendwann sorgen machen und die Polizei rufen. Dann würden sie auch ihn finden. Hoffentlich ...

Mit dem Wagen des Mannes, der nun Tod im Keller lag, machte sich die Frau auf den Weg. Sie kannte ihr Ziel und malte sich in der Zwischenzeit aus, was passieren könnte und was passieren würde. Ihr Ziel klar vor Augen fuhr sie aus dem kleinen Dorf hinaus, nach einigen Kilometern auf die Autobahn Richtung Köln. Es würde bestimmt zwei Stunden dauern bis sie da war, doch das steigerte ihre Vorfreude nur noch um so mehr und grinsend saß sie am Steuer und raste so schnell es der Verkehr zulies. Nicht noch einen Unfall riskieren und nicht ankommen. Sie musste ankommen, um das zu Ende zu bringen, was sie begonnen hatte.

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In Köln war derweil ein neuer Tag angebrochen. Müde kam Paul von der Nachtschicht nach Hause, doch Hannah war nicht mehr da. Sie suchte wieder die Gegend ab, zusammen mit Christian. Wenigstens war sie bei ihm sicher und Traumlos fiel er in einen tiefen wenig erholsamen Schlaf. Den Wecker hatte er sich gestellt, denn nur ein paar Stunden wollte er schlafen und sich dann, zusammen mit Heidi auf die Suche machen. Hannah und Christian waren nach Osten gefahren und er und Heidi wollten sich im Norden umsehen. Immer dem Raster folgend und nicht aufgeben. Auch wenn langsam aber sicher die Resignation kam und sie sich darauf gefasst machen mussten, nach einer Leiche zu suchen. Doch den Gedanken verdrängten sie, wenn es ging. Aber ab und an, konnten die Freunde diesen Gedanken nicht abschütteln.

Tom und Stephan hatten heute Frühdienst. Beide hatten heute Innendienst, während Marc und Florian, Jule und Michael und Ilka und Holger auf den Straßen unterwegs waren. Routiniert gingen alle ihrer Arbeit nach, doch die Gedanken kreisten um den vermissten Kollegen und die Flüchtige Frau. Wenn sie Ina nur endlich in die Finger bekommen würden, dann würden sie auch ihren Kollegen finden. Davon waren alle überzeugt, doch einen Hinweis fanden sie nicht. Also war es daily business, wie immer in den letzten Tagen. Auf den Straßen war nicht sonderlich viel los. Das Wetter war noch immer mies und so waren die meisten Einsätze heute morgen tatsächlich Verkehrsunfälle gewesen. Aber zur Erleichterung aller, blieb es überwiegend bei Blechschäden und kleineren Schürf- und Schnittwunden. Auch auf der Wache war nicht sonderlich viel los, sodass sie auch mal dazu kamen die alten Akten zu sortieren. Keine spannende Arbeit, aber welche die gemacht werden musste.

Kurz nach ihrer Mittagspause wurden Florian und Marc zu einem weiteren Verkehrsunfall gerufen. Der Melder berichtete von einem verlassenen Auto, dass gegen einen Baum gefahren war. Auf einer Landstraße, die aus der Stadt hinausführte. Bei den Wetterverhältnissen kein Wunder und so trafen die beiden auch kurze Zeit später ein. Der Melder war noch vor Ort, doch vom Fahrer fehlte jede Spur. Das Auto hatte einen Blechschaden, wäre aber noch Fahrbereit gewesen. Nachdem sie die Straße gesperrt hatten, fielen Florian Fußspuren auf, die in den kleinen Wald führten. Begleitet von einer kleinen Blutspur. Angespannt folgten sie der Spur, während der RTW sich auf den Weg machte um sich dem Verletzten anzunehmen. Immer tiefer führte die Spur in den dichter werdenden Wald und die beiden folgten ihr, bis zu einem Hochsitz. Hier endeten sowohl die Blutspur, als auch die Fußabdrücke. Im Hochsitz war Bewegung zu erkennen und die beiden gaben sich als Polizisten zu erkennen, doch von oben rührte sich nichts. Sie forderten die Person auf, raus zu kommen, doch wieder rührte sich nichts. Vielleicht war sie bewusstlos und konnte nicht antworten.

Mit der Hand an der Waffe blieb Florian unten stehen und sah nach oben, während Marc vorsichtig, mit dem Pfefferspray in der Hand langsam die Leiter rauf kletterte. Als er die Leiter soweit hinauf geklettert war, dass er oben hineinsehen konnte, erkannte er noch ein paar Schuhe. Dann aber traf ihn etwas derart hart am Kopf und schleuderte ihn nach hinten, dass er den halt verlor und vom Hochsitz stürzte. Den Aufschlag bekam er nur noch am Rand mit, denn kurz darauf wurde alles dunkel. Fassungslos hatte Florian das mit ansehen müssen und eilte sofort zu seinem Kollegen, der zwar bewusstlos und mit einer großen Platzwunde an der Stirn auf dem Boden lag, aber gleichmäßig atmete.
Gerade als er sich wieder dem Hochsitz zuwenden wollte sah er noch, wie eine Person aus diesem auf ihn zusprang, auf ihm landete und ihn zu Boden riss. Er war kurz angelenkt und den Moment nutzte die Frau aus und schlug ihm immer wieder gegen den Kopf. Da sie quasi auf ihm hockte, versuchte er sich umzudrehen, doch immer wieder trafen ihn die harten Schläge gegen den Kopf. Nur noch mühsam konnte er etwas erkennen, als die Person endlich von ihm ablies und begann den Polizisten zu durchsuchen.

Sein Kopf war zu benebelt um wirklich zu realisieren was passierte. Wie ihm und auch Marc die Handschellen, das Pfefferspray und die Waffen abgenommen wurden. Auch den Autoschlüssel nahm die Person an sich und lief zum Streifenwagen. Der Melder sah eine Frau aus dem Wald kommen, in das Polizeiauto steigen und wegfahren, nur Sekunden bevor der Rettungswagen eintraf. Sofort war ihm klar, dass etwas nicht stimmte. Aufgebracht berichtete er Benjamin und Justin, was er gerade gesehen hatte und natürlich gaben die beiden das sofort an die Leitstelle weiter. Die Sanitäter befürchteten das schlimmste und folgten der Spur in den Wald. Verstärkung würde bald hier sein, doch solange sollten sie nicht warten. Nachdem der Funkspruch auch die Wache erreicht hatte, wurden Jule und Michael sofort als Verstärkung hingeschickt, da Ilka und Holger noch anderweitig gebunden waren.

Auf der Wache löste diese Nachricht große Besorgnis aus und alle machten sich sorgen und Gedanken um Florian und Marc. Ihnen musste etwas passiert sein, aber was? Bisher wussten sie nur, dass die beiden in den Wald gegangen waren und kurz darauf eine Frau den Streifenwagen geklaut hatte. Das diese nun auch bewaffnet war, davon hatten sie noch keine Ahnung. Doch auch hier musste es weitergehen. Conny, Tom, Stephan und Daniel kümmerten sich um die Angelegenheiten der eintreffenden Kundschaft. Aber die Ungewissheit wurde für alle Nerven zur Zerreißprobe. Zwar hatten Ben und Justin die beiden Polizisten recht schnell gefunden, doch gerade als die Rettungsleitstelle dies an die Wache weitergeben wollte, überschlugen sich auf dieser die Ereignisse.

Daniel stand am Tresen, während Conny in der Leitstelle saß. Stephan und Tom standen kurz in der Küche und unterhielten sich bei einem Kaffee als der nächste Gast kam. Daniel öffnete die Tür und wollte die Frau begrüßen, doch sofort hielt diese ihm eine Waffe an den Kopf. In der anderen Hand hielt sie eine zweite Waffe und sah den jungen Polizisten durchdringend an. Er konnte nicht einschätzen, ob diese Waffe echt war oder nicht, doch er durfte kein Risiko eingehen. Laut und deutlich meinte er, "Nehmen sie die Waffe runter, dann können wir reden." Conny glaubte sich verhört zu haben, wandte blitzschnell den Blick in Richtung Tresen und stellte fest, dass sie sich nicht verhört hatte. Auch Tom und Stephan hatten diesen Satz mitbekommen, warfen der blonden Kollegin einen Blick zu als diese umgehend Verstärkung rief. "Ihr habt 4 Sekunden zum rauskommen, sonst hat der kleine ne Kugel im Kopf.", sagte sie laut und deutlich. Nicht nur Daniel gefror das Blut in den Adern, denn diese Frau meinte auch das, was sie sagte. Auch Tom blieb wie festgewachsen stehen, denn sofort hatte er diese Stimme erkannt.

"Eins ...", rief sie laut und Tom setzte sich in Bewegung. Stephan wollte ihn aufhalten, doch sein Kollege schob ihn zurück in die Küche und deutete ihm an, ruhig zu sein, während er den Kopf schüttelte. "Zwei ...", kam es laut hörbar aus Richtung Tresen. Conny stand langsam auf. "Drei ... Langsam werd ich ungeduldig.",rief sie und Daniel rutschte das Herz in die Hose. Conny kam durch die Tür und auch Tom trat nun aus der Küche. "Lass ihn in Ruhe. Bitte.", rief Tom der Frau entgegen. "Tom, wie schön dich zu sehen. Komm doch ein bisschen näher." Ihre Stimme lies allen einen kalten Schauer über den Rücken laufen und Tom trat tatsächlich vorsichtig näher, auch wenn Conny versuchte ihn aufzuhalten. "Juliane. Nimm die Waffe runter und wir reden.", sagte er ruhig, obwohl er innerlich mehr als nur aufgewühlt war. Abgesehen von dem Besuch vor ein paar Tagen hatte er sie so lange Zeit nicht gesehen. Und jetzt stand sie hier, richtete eine Waffe auf Daniel, der nun vorsichtig mit einer Hand die Halterung an seinem Holster öffnete. "Zu spät." Ihr Gesicht wurde kalt und ausdruckslos. Die Waffe wurde nun nicht mehr auf Daniel gerichtet, sondern auf Tom und Conny. Auch die andere Hand riss sie nun hoch und ohne Vorwarnung begann sie zu schießen.

Geistesgegenwärtig zog Daniel nun seine Dienstwaffe und wollte sie niederschießen, als von hinter ihm ebenfalls ein Schuss ertönte. Und dieser traf die Frau in die Brust. Sofort wurde es ruhig. Juliane brach vor dem Tresen zusammen. Hinter dem Tresen hatte Conny rechtzeitig den Kopf einziehen und sich ducken können, sodass die Schüsse sie verfehlt hatten. Aber vor ihr auf dem Boden lag Tom, dessen Hemd sich an drei Stellen bereits rot verfärbte. Im Türrahmen lehnte Stephan und lies seine Waffe langsam sinken. Die Polizistin kniete sich zu Tom, der versuchte zu sprechen und nach Luft schnappte und presste ihre Hand auf die blutenden Wunden. Daniel ging um den Tresen herum und kniete sich zu der Frau, die mit aufgerissenen Augen auf dem Boden lag und nicht mehr atmete. Stephan stürmte in die Leitstelle und rief sofort alle Verfügbaren Kräfte auf die Wache und auch die Kollegen der Kripo von oben nach unten. Dann lies er sich auf den Stuhl fallen und versuchte zu verarbeiten, was hier gerade geschehen war.

Nur Sekunden später standen die ersten Kollegen der Kripo auf dem Flur und verschafften sich einen Überblick. Und nur wenige Minuten später trafen die Rettungskräfte auf der Wache ein. Conny hatte versucht ihren Kollegen bei Bewusstsein zu halten, doch Tom wurde recht schnell von der Dunkelheit eingeholt. Daniel versuchte sein bestes, um der Frau trotz dem was sie getan hatte, das Leben zu retten. Als Tom Riedel mit seinem Team übernahm war aber recht schnell klar, dass sie ihr nicht mehr helfen konnten. Der Schuss war tödlich gewesen und vermutlich hatte sie nicht einmal mehr den aufprall auf dem Boden mitbekommen. Debbie und ihr Team kümmerten sich um Tom, dessen Zustand sehr ernst war und den sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen mussten. Geschockt saß die Polizistin auf dem Boden, sah zu Tom und immer wieder auf ihre blutigen Hände. Stephan saß noch immer auf dem Stuhl in der Leitstelle und stand unter Schock. Nicht nur wegen den Schüssen auf Tom, sondern weil ihm bewusst wurde, dass er diese Frau erschossen hatte.

Auch Ilka und Holger trafen kurz Zeit später auf der Wache ein und während sich Holger um Daniel kümmerte, ging Ilka zu ihrer Kollegin und versuchte herauszufinden was passiert war. Tom war in der Zwischenzeit abtransportiert worden und Julianes Leiche war auf dem Weg zur Pathologie. "Conny, rede mit mir. Was ist hier passiert?", fragte Ilka behutsam und schüttelte ihre Kollegin leicht. "Die Frau hat Daniel bedroht. Als Tom aus der Küche kam, hat sie sofort auf ihn geschossen.", fasste sie kurz zusammen und sah immer wieder auf ihre Hände. Kurzerhand schob Ilka sie zu den Toiletten, damit sie sich das Blut abwaschen konnte. Und sie schrubbte ihre Hände, bestimmt fünf Minuten lang, doch noch immer hatte sie das Gefühl von Blut an ihren Händen.
Holger hatte sich mit Daniel in eines der Büros zurückgezogen, doch egal was er ältere versuchte. Daniel blieb stumm, konnte die Bilder nicht verdrängen und zitterte. "Hey, es wird alles wieder gut werden. Sie ist Tod und Tom kommt wieder auf die Beine. Also mach dir keine Sorgen." Einfühlsam redete er auf seinen Kollegen ein. "Ich hätte mehr machen sollen.", sagte er kleinlaut. Holger schüttelte den Kopf. "Nein, du hast alles richtig gemacht. Der wird schon wieder. Kennst doch Tom, der lässt sich nicht unterkriegen." Dankbar nickte Daniel leicht.

In der Leitstelle stand einer der Kripobeamten bei Stephan und versuchte mit ihm zu sprechen. Der schwarzhaarige starrte unablässig auf den Boden, traute sich nicht aufzusehen. Die Waffe hatte er einfach fallen gelassen. "Kollege, du hast richtig gehandelt. Mach dir keinen Kopf.", meinte der junge Beamte, doch was hatte der schon für eine Ahnung. "Ich hätte schneller sein müssen.", sagte Stephan kleinlaut. "Ich bin sicher du hast so schnell gehandelt wie möglich.", versuchte er ihn zu beruhigen. "Nein, ich hab zu lange gebraucht.", meinte er etwas lauter, starrte aber noch immer auf den Boden. Von ihm unbemerkt hatte Moritz die Wache betreten, ging sofort zu Stephan und legte seine Arme um ihn. Im ersten Moment erschrak er sich und wollte die Arme abschütteln, doch dann wurde ihm bewusst, wer da die Arme um ihn legte. Die Kollegen der Kripo hatten ihn angerufen, da sie von der Beziehung wussten und auch wie wichtig es war, dass sich jetzt jemand um Stephan kümmerte.

So waren die drei nicht alleine. Ilka kümmerte sich um Conny, Holger um Daniel und Moritz um Stephan als wenig später alle im Konferenzraum saßen und versuchten die Ereignisse zu rekapitulieren. In der Zwischenzeit waren auch Jule und Michael mit Neuigkeiten von den beiden Kollegen eingetroffen und wenig später kamen auch Hannah und Christian, sowie Heidi und Paul auf der Wache an.

"Flo und Marc sind im Krankenhaus. Soweit Phil es sagen konnte, werden sie aber wieder. Marc hat ne ziemliche Beule am Kopf, wird aber bald wieder fit sein. Flo hat auch mächtig eins auf die Rübe bekommen, sollte aber auch wieder werden. Mit ein bisschen ruhe kommen beide wieder auf die Beine.", berichtete Jule. Die Erleichterung war ihnen anzusehen. "Die Kollegen aus Mittenaar in Hessen sind auf dem Weg zur Meldeadresse des Halters. Noch haben wir da aber nichts gehört. Wer war die Frau eigentlich?", setzte Michael hinzu und sah fragend in die Runde. Die Tatsache, dass die Schützin die Waffen von Marc und Florian benutzt hatte, fügte das Puzzle zusammen. Stephan sah vorsichtig auf. "Das war Juliane Weißenstein. Die leibliche Mutter von Emily Weißenstein und Ina Becker und Ex-Freundin von Tom.", fasste aber Moritz zusammen und wollte seinem Freund diese Last abnehmen. "Wie gehts Tom?", kam die leise Frage von Conny, doch alle schüttelten den Kopf. Noch gab es keine Neuigkeiten aus dem Krankenhaus.