Open Invitation

GeschichteRomanze, Freundschaft / P12 Slash
L Light Yagami
25.12.2019
25.12.2019
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Open Invitation


Light wusste schon als er aufwachte, dass dieser Tag komisch werden würde.
Nicht nur, weil es der erste Dezember war und das schlussfolgernd bedeutete, dass alles jetzt auf Weihnachten abgestimmt war und man keine Ruhe mehr vor diesen nervigen Werbungen und anstrengenden Menschen bekam.
Es lief ihm kalt über den Rücken, wenn er daran dachte, wie es ab heute in der Uni aussehen würde und das obwohl er im ersten Semester war und sich auf die ersten richtigen Prüfungen vorbereiten musste.
Sein Gefühl, dass es ein komischer Tag wurde, wurde nur noch mehr verstärkt, als er nach den Vorlesungen die schwarze Limousine sah, die vor To-oh parkte und ihm sehr bekannt vorkam.
Nur Ryuzaki wurde in solch einem Auto herumkutschiert und der hatte heute anscheinend keine Lust gehabt sich von seinen Bildschirmen wegzubewegen.
Watari stieg aus und bedeutete ihm, dass er einsteigen sollte.
Wundervoll, musste er wieder in ein Verhör mit dem komischen Detektiv, der es ihm auf unergründliche Art und Weise angetan hatte.
Es war, als würde sein Verstand ihn anziehen, egal wie er sich verhielt oder wie er aussah.
„Master Ryuzaki hat dringende Fragen an dich.“ War alles was der Student von Watari zu hören bekam, bevor er einstieg und sich widerwillig durch Tokio fahren ließ um dann vor dem bekannten Hotel stehen zu bleiben.
Zu seinem eigenen Horror stand Misa vor der Tür und schien auf ihn zu warten.
Woher auch immer sie wusste, dass Light heute hier erscheinen würde.
Wobei…
Eigentlich war es klar, er war Teil der Sondereinheit um mit Kira fertig zu werden und doch hoffte er, dass Misa einfach nur zufällig hier war.
Er hatte keine Lust auf die laute und mehr als nur nervige Art des Models, doch es war unausweichlich, so wie sie ihn anfunkelte kaum, dass er aus dem Auto gestiegen war.
„Light!“ er hätte sich beinahe die Ohren zugehalten, doch nur seine guten Manieren hielten ihn davon ab.
„Was tust du hier?“ fragte er, statt sie wirklich zu begrüßen.
„Ich wollte meinen Freund besuchen.“ Er konnte ihre Entrüstung richtig spüren, doch es erschien ihm nicht logisch.
Er war nicht mit ihr zusammen, er wollte nichts von ihr außer seine Ruhe.
Anstatt etwas zu sagen, ging er in die Lobby und folgte Watari in den Aufzug.
Misa lief freudig plappernd neben ihm her und versuchte seine Hand zu ergreifen.
So unauffällig wie möglich ließ Light jedoch seine Hände in die Hosentasche gleiten und konzentrierte sich stattdessen auf die ruhigen Atemzüge des Butlers.
In dem Hotelzimmer angelangt blieb Light jedoch erstmal wie erstarrt stehen.
Es war definitiv ein komischer Tag.
Es war alles festlich geschmückt, ein kleiner Tannenbaum stand in der Ecke, Ryuzaki setzte den Stern gerade auf die Spitze und offenbarte somit seine eigentliche Größe.
Und ein Stück seiner hellen Haut, da das weiße Shirt hochgerutscht war und fast hätte Light seinen Kopf an den Türrahmen geknallt um die Gedanken, die bei diesem Anblick hochkamen aus seinem Kopf zu verbannen.
L war noch immer sein Chef und er sollte keine solchen Gedanken über seinen Chef haben.
Geschweige denn überhaupt über einen männlichen Vertreter der Spezie Mensch.
Um sich abzulenken ging er zur Küche um sich dort einen Kaffee zu holen und gerade als er aus der Küche trat und sich L gegenüberfand, blieb dieser mit großen Augen stehen.
Aizawa begann zu lachen und deutete auf die Beiden, Matsuda stimmte ein und bald lachten alle.
Zumindest bis ihr Chef, Soichiro Yagami in den Raum trat und die Szene zu Gesicht bekam.
„Ryuzaki, würdest du bitte zur Seite treten, damit ich arbeiten kann?“ fragte Light, doch ein mulmiges Gefühl machte sich in ihm breit, so wie jedes einzelne Mal, wenn ihm der Detektiv zu nahe kam.
„Ich würde gerne, aber es scheint als hätte ich beim Schmücken nicht ganz aufgepasst.“ Mit diesen Worten deutete der Schwarzhaarige nach oben und Light hätte am liebsten laut geschrien, als er den Mistelzweig sah unter dem er stand.
Es war also wirklich ein vollkommen verzwickter und komischer Tag.
Er hätte im Bett bleiben sollen.
Er hätte sich krank melden sollen.
Alles um dieser Situation zu entkommen.
Aber das hatte er natürlich nicht getan, sodass er nun das Dilemma hatte.
„Light ist Misa Misas Freund, er wird Ryuzaki nicht anrühren.“ Begehrte die Schauspielerin auf und Light wusste nicht, ob er sich darüber freuen sollte oder die Hände über den Kopf zusammenschlagen.
„Mir scheint wir müssen diese Tradition befolgen.“
Entgeistert betrachtete Light den älteren Detektiv und spürte wie eine gewisse Hitze in seine Wangen schoss.
Gerade bei L war der Braunhaarige sich sicher gewesen, dass er auf Traditionen nichts gab und einfach weiterging.
„Müssen wir das?“ fragte Light daher, konnte L dabei allerdings nicht mal ins Gesicht sehen.
„Nun, es scheint mir, als wäre dies eine Tradition welche das gesamte Erlebnis der weihnachtlichen Festlichkeiten verändert.“ Entgegnete der Schwarzhaarige.
„Bringen wir es doch einfach hinter uns.“ Fügte er dann hinzu.
Light schaute panisch zu den anderen Mitgliedern der Einheit, doch diese grinsten alle nur breit und schienen darauf zu warten, dass etwas passierte.
Sein Vater hatte den Raum schon wieder verlassen und Light hatte das Gefühl, dass er ihn enttäuscht hatte.
Heute Abend würde er sich entschuldigen müssen. Ob nun dafür, dass er es nicht schnell hinter sich gebracht hatte oder aber dafür, dass er bei dieser kindischen Tradition mitgemacht hatte.
Kühle Hände an seinen Wangen ließen ihn aus seinen traurigen Gedanken aufschrecken und er schubste L beinahe weg, wäre da nicht der Türrahmen gewesen.
„Bringen wir es hinter uns.“ Murmelte der Detektiv und presste seine Lippen unbeholfen und glücklicherweise nur sehr kurz auf die seinen.
Kaum war dies geschehen, löste sich Light und er ging mit schnellen Schritten zu seinem Schreibtisch.
Misa hatte endlich die Klappe gehalten, doch kaum war der Student wieder in ihrer Nähe, plapperte sie los und erzählte über ihren Dreh von heute und wie sie ihren Co-Star hatte auflaufen lassen, weil sie ja mit Light zusammen war und nicht mal für einen Filmkuss zu haben war.
Kopfschmerzen begannen sich an den Schläfen zu bilden und frustriert stand Light auf um der Blondine zu entkommen.
Er brauchte jetzt Ruhe.
Ruhe und Zeit für sich alleine.
Wie konnte L einfach seine persönliche Grenze überschreiten?
Es war zwar nicht das erste Mal, doch niemals hatte Light gedacht, dass der Detektiv so etwas wirklich tun würde.
Es war kein guter Kuss gewesen, das musste er feststellen, auch weil er einfach wie eingefroren da gestanden hatte.
Aber…
Light schüttelte den Kopf um diese Gedanken zu vertreiben. Darüber konnte er heute Abend noch nachdenken, im Schutz seines Zimmers.
„Nicht? Fandest du den Kuss etwa so schrecklich?“
Verwirrt schaute der Student hoch und wich erst mal ein bisschen zurück, damit er nicht mehr Ryuzakis Atem auf seinem Gesicht spüren konnte.
„Was?“ fragte er und zog die Augenbrauen zusammen, als L ihn einfach nur traurig ansah.
„Nun, ich kann nichts dafür, ich hab bisher nicht viele Menschen küssen dürfen.“ Sinnierte L weiter und sah Light an.
„Aber machst du das jetzt extra?“ fragte er und deutete mit einem schelmischen Grinsen nach oben.
Light schnaubte und sah nach oben.
Panik machte sich in ihm breit als er sah, dass auch hier, mitten im Raum, ein Mistelzweig von der Lampe hing.
Ein entsetzter Laut, den er ab jetzt immer verweigern würde jemals gemacht zu haben, entkam Light und er sah gequält zu L, welcher nur die Augen verdrehte.
Ein unbekanntes Funkeln lag in den dunklen Augen und Light musste feststellen, dass die Art wie der Detektiv ihn ansah etwas sehr Komisches mit seinem Innersten machte.
Geschlagen seufzte er und beugte sich vor, drückte dem Älteren einen Kuss auf die Wange und ging dann schnellstens auf Klo.
Es war ein völlig verdrehter Tag.
Zuhause angelangt saß er wortlos am Tisch, aß und versuchte so schnell wie möglich der erdrückenden Stille zu entkommen.
„Mein Sohn, ich würde gerade gleich noch mit dir reden.“ Soichiro sah seinen Sohn eindringlich ein und Light bekam das Gefühl, dass egal um was es ging, er wie ein geprügelter Hund in seinem Zimmer verschwinden würde.
„Wird schon nicht so schlimm sein.“ Versuchte seine Mutter ihn aufzumuntern, doch Light konnte nicht dankbar sein.
Als sein Vater erhob und aus dem Zimmer ging, folgte Light ihm, kaum dass sein Teller leer war.
„Was möchtest du von mir?“ kam die direkte Frage, sobald er die Tür zum Büro geschlossen hatte.
„Möchtest du mir etwas mitteilen?“ fragte der Kommissar und betrachtete seinen Sohn eingehend.
Dieser schüttelte den Kopf.
„Falls es wegen heute Nachmittag war, es ist nur eine dumme Tradition. Mehr nicht.“ Wie sehr er sich gerade danach sehnte, dass es vielleicht nicht nur eine dumme Tradition war, verschwieg er wohlweislich.
„Nun gut, ich erwarte von dir, dich deinem Alter entsprechend zu verhalten.“ Light nickte und schaute zu Boden.
„Das war alles, mein Sohn.“  Wieder nickte der Student und verließ das Zimmer schnell.
Ein Zittern durchlief ihn und er war sich nicht ganz sicher, ob es besser wäre in seinem Zimmer zu verschwinden oder einen Spaziergang zu machen.
Als er hörte, wie Sayu aus der Küche kam und die Treppe hochrannte, entschied er sich für einen Spaziergang und so schlüpfte er in seine Schuhe und verschwand aus dem Haus.
Wieso tat es so weh diese Worte von seinem Vater zu hören?
Durfte er etwa nicht einfach mal ein normaler Teenager sein, auch wenn er in der Uni saß? Ein trauriges Lächeln legte sich auf seine Lippen und als er in dem kleinen Park angelangt war, welcher als sein Ziel galt, setzte er sich auf eine der abgeschiedenen Bänke.
Das Gefühl von L’s Nähe kam wieder in ihm hoch, sein Herz beschleunigte von ganz alleine und er leckte sich unbewusst über die Lippen.
So unbeholfen der Kuss auch gewesen war, er war sich sicher, dass er diesen Kuss niemals vergessen würde.
Eine leichte süßliche Note war zurückgeblieben, ein Beweis dafür, dass der Ältere sich nur von Süßigkeiten zu ernähren schien.
Widerwillig stand Light nach gefühlten Stunden auf und machte sich auf den Heimweg.
Diesen verkorksten Tag musste er einfach nur wegschlafen.

„Ha ha, nein, so langsam wird es auch echt genug.“ Fluchte Light und sah verzweifelt zu Matsuda, welcher jedoch nur lachte und mit den Schultern zuckte.
Es war nun das dritte Mal, dass er sich mit Ryuzaki unter einem Mistelzweig wiederfand.
„Machst du das extra? Findest du das irgendwie lustig?“ fragte das Genie den Detektiv genervt und sah L an.
Dieser zuckte nur mit den Schultern.
„Ich hab diese Zweige nicht aufgehängt, ich weiß auch nicht ob hier noch mehr hängen.“
Light war sich sicher, dass das eine grobe Lüge war, es würde dem Detektiv nicht entgehen, wenn plötzlich irgendwo ein Mistelzweig hing.
Doch er konnte es nicht beweisen.
„Küssen. Küssen. Küssen.“ Die gesamte Einheit begann sie anzufeuern und Light spürte wie seine Wangen Feuer fingen.
Hilflos sah Light sich um, entdeckte wie sein Vater sich enttäuscht wegdrehte und den Raum verließ.
Es zog sich etwas in ihm zusammen, doch was sollte er tun?
„Ist doch nicht so schlimm.“ Versuchte L ihn zu beruhigen und wieder erkannte Light das Funkeln in dessen Augen und wäre diesem fast völlig verfallen, hätte L seine Augen nicht geschlossen. Der Student zuckte nicht mal mehr zurück als er die kühlen Finger an seiner Wange spürte, sondern ließ den kurzen Kuss einfach über sich ergehen.

Wie so oft in letzter Zeit gingen der komische Detektiv und Light zusammen durch die Gänge der Uni zu ihrer nächsten Vorlesung als Ryuzaki plötzlich wie angewurzelt stehen blieb.
Light hörte das Kichern von einigen Mädchen in der Nähe und als der Ältere ihn am Ärmel festhielt, hatte er eine Vermutung was es sein könnte.
„Ähm, Light-kun?“ bei dieser sehr zögerlichen Frage drehte sich Light zu dem Schwarzhaarigen welcher mit einem peinlich berührten Blick nach oben zeigte.
Fertig mit der Welt und seinen eigenen Nerven erkannte Light den Mistelzweig und das Kichern der Nahestehenden machte mehr und mehr Sinn, je lauter es wurde.
Der Braunhaarige sah L an und schloss kurz die Augen um sich zu sammeln.
„Ich kann da wirklich nichts für.“ Flüsterte L und Light wunderte sich, wie der Detektiv es schaffte so unschuldig zu klingen.
„Bringen wir es hinter uns.“ Meinte Light nur gequält, die Schmetterlinge in seinem Bauch wurden mit aller Macht zerquetscht und tot getrampelt damit er nicht auf dumme Gedanken kam.
Es war erneut nur eine kurze Berührung der Lippen, doch auch Stunden später, in der Vorlesung, konnte Light sich nicht zurückhalten und strich sich über die Lippen.
Zuhause angelangt stellte er seine Schuhe ordentlich in den Schrank, hängte seine Jacke weg und schüttelte seine Mütze und den Schal aus um den Schnee hinaus zu bekommen.
Dann begab er sich in sein Zimmer und sperrte ab um zu verhindern, dass irgendwer hineinkam.
Wie bitte sollte das weitergehen?
Egal wo er war, es schien als würden er und L jedes Mal unter einem Mistelzweig enden?
Hasste sein Leben ihn denn wirklich so sehr?
Immerhin wusste er inzwischen wie er in dem Hotelzimmer die Zweige vermeiden konnte, doch es schien als hätte sich die gesamte Welt gegen ihn verschworen, denn die Uni, das Einkaufszentrum und alle Läden hatten irgendwo einen dieser verfluchten Zweige hängen.
Und das Schlimmste an allem, was er feststellte, als er über seinen Aufgaben für die Uni hockte, war, dass die Küsse von L jedes Mal besser wurden und auch immer länger andauerten.
Es war zum Verrückt werden.
Er wusste, dass sein Vater es nicht gutheißen würde, wenn er sich weiter darauf einließ, aber jedes Mal hatte er das Gefühl, dass L ihn ansah, so als würde es ihn freuen Light zu küssen.
Oder war das alles nur Einbildung?
Light merkte, wie das Blatt vor seinen Augen verschwamm und er sich nicht mehr auf das Geschriebene konzentrieren konnte.
Heiße Tränen stiegen auf und stachen ihm in den Augenwinkeln.
Wut mischte sich in die Unsicherheit, er durfte nicht wegen solchen dummen Dingen emotional werden.
Nicht wegen solchen Gefühlen, er musste sich wie ein junger Mann seines Alters verhalten und das hieß, dass Weinen nicht gestattet war.

Kira hatte erneut viele Opfer gefordert und durch den Verlust so vieler Menschen war niemandem nach Feiern zu mute.
Light saß müde vor dem Bildschirm und suchte weiter nach irgendwelchen Hinweisen in Kiras geschmierter Botschaft.
Irgendetwas, was ihn verraten könnte, ob nun seine Wortwahl oder anderes.
Doch er konnte nichts erkennen.
Die meisten Mitglieder der Sondereinheit waren schon nach Hause verschwunden, es waren im Endeffekt nur noch er und L hier und suchten nach Dingen, die auffällig waren.
„Light-kun?“ die leise Stimme des Detektivs ließ Light aus der Konzentration schrecken.
„Willst du nicht nach Hause? Es ist schließlich Weihnachtsabend.“ L schaute ihn an, wartete offensichtlicher Weise auf eine Antwort seinerseits.
„Ich… ja…“ Light schaute ein letztes Mal auf den Bildschirm, bevor er aufstand und sich seine Jacke anzog.
„Bis morgen.“ Wollte er sagen, doch scheinbar hatte L gerade heute seine Manieren gefunden und begleitete ihn noch bis zum Aufzug und entließ dann, als Light in den Aufzug treten wollte, ein frustriertes Seufzen.
Light war verwirrt, sah aus Reflex nach oben und erkannte entgeistert, dass selbst das Hotel Mistelzweige aufgehängt hatte.
„Es ist doch niemand hier, können wir das nicht einfach lassen?“ fragte Light, wünschte sich aber, dass L ihn wie so oft einfach ignorierte und küsste.
Doch der Detektiv legte den Kopf schief.
„Ist es Light-kun so unangenehm, wenn ich ihn küssen muss?“ fragte er stattdessen, Neugierde flammte in seinen Augen auf, doch Light sah für einen kurzen Moment, dass eine völlig andere Emotion in dem Detektiv tobte.
Er wollte die Frage bejahen, aber es wäre ja nicht mal die Wahrheit.
Light mochte es geküsst zu werden, aber es war nicht freiwillig sondern weil so eine blöde Tradition sie dazu verpflichtete.
Er wusste aber nicht was er sagen sollte, sodass er einfach mit roten Wangen zu Boden sah.
„Ryuzaki, du kannst mich auch ohne, dass da ein Mistelzweig ist, küssen.“
Kaum war ihm der Satz herausgerutscht, bereute Light ihn.
Es würde nicht viel mehr brauchen um L deutlich zu machen, dass Light während ihrer Zusammenarbeit aufgehört hatte den Detektiv als sein Chef oder guten Freund anzusehen sondern mehr als romantisches Interesse.
„Vergiss was ich gesagt hab, ich bin müde.“ Nuschelte der Student dann und trat aus der Reichweite des Schwarzhaarigen in den Aufzug hinein, hoffte, dass die Türen sich schlossen.
Doch natürlich konnte L ihm niemals das letzte Wort lassen, sodass er schnell mit in den Aufzug huschte und sich nah vor den braunhaarigen Sohn des Polizeichefs stellte.
Er sagte nichts, stand nur unangenehm nah an Light, starrte ihm in die Augen.
„Bitte vergiss was ich gesagt habe.“ Flehte Light ihn an, seine Stimme nicht mehr stark genug um lauter als ein Flüstern zu Stande zu bringen.
„Kann ich nicht, selbst wenn ich wollen würde.“ Schoss L zurück, seine Hände legten sich, ganz uncharakteristisch an seine Schulter und um seine Taille.
Light spürte wie sein Herz schneller schlug bei dem neuen, sehr intim wirkenden Kontakt.
Wie in Trance starrte er dem Detektiv in die Augen, bis sein Blick kurz auf dessen Lippen fiel und dann schien alles vergessen.
Er überbrückte die letzten Zentimeter, spürte die süßen Lippen.
Es war ein vorsichtiges Herantasten, doch je länger der Kuss andauerte, desto sicherer wurden Beide.
Keiner hatte es eilig, sie erforschten sich gegenseitig auf eine völlig neue Art und als Light seinen Mund ein wenig öffnete, dauerte es nicht lange und er spürte wie eine Zunge sich ihren Weg langsam vortastete, seine Unterlippe entlang fuhr.
Light spürte all zu deutlich, wie er von L gegen die Hinterwand des Aufzugs gedrückt wurde. Seine Hände wanderten von Ryuzakis Schultern in seine Haare und an seine Wange, er neigte den Kopf ein wenig zur Seite, sodass ihre Nasen sich nicht im Weg waren.
L’s Arm um seine Taille zog den Studenten näher an den schmalen Körper des Detektivs, und gleichzeitig waren beide froh, dass Light an der Wand lehnte sonst wären sie wohl umgefallen.
„So ein Einladung lasse ich doch nicht einfach vergehen.“ Keuchte L, kaum dass sie sich gelöst hatten.
Light konnte nicht anders als zu lachen.
„Also hätte ich nur sagen sollen, Ryuzaki küss mich und du hättest es gemacht?“ fragte er ein wenig ungläubig, doch sein Hirn schaltete sich wieder ab, als L genau das tat, was Light gerade nachahmte.

Die Mistelzweige verschwanden, kaum das Weihnachten vorbei war doch die Einheit hatte das Gefühl, dass sich etwas völlig verändert hatte.
Keiner konnte einen Finger drauf legen, aber alle spürten dass die Stimmung gekippt war.
Als sie das erste Mal seit Weihnachten L sahen, waren einige beunruhigt, das der sonst so gefühlskalte Detektiv ein Lächeln auf den Lippen trug.
Als Light am Nachmittag zu ihnen stieß und sich an die Arbeit machte ohne auch nur ein Wort zu verlieren, schienen sie beruhigt, doch dann stellte L dem Braunhaarigen eine Tasse Kaffee neben die Tastatur und schien etwas von dem Studenten zu erwarten.
Light schnaubte nur und sah hoch zu L.
„Auf was wartest du?“ fragte er, zog eine Augenbraue hoch und besah den Schwarzhaarigen.
Dieser beugte sich weiter zu ihm hinab, bis ihre Gesichter auf einer Höhe war und grinste verschlagen und bevor Light protestieren konnte, bekam er einen Kuss.
„Ich vergaß, dass ich keine schriftliche oder wörtliche Einladung dafür brauche.“
Obwohl Light eigentlich sauer sein sollte, konnte er über die offensichtliche Freude L’s nur die Augen verdrehen und zurücklächeln.
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Ich wünsche euch allen eine frohe Weihnachten und hoffe der OS hat euch gefallen, auch wenn die Charaktere ein bisschen sehr OOC sind ^^'

LG
Maria
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