Coming home for Christmas

GeschichteRomanze / P12 Slash
Derek Morgan Dr. Spencer Reid
25.12.2019
25.12.2019
1
3150
3
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
 
 
Hallo meine lieben Leser! :)

Mit dieser kleinen Geschichte möchte ich Euch allen ein frohes & besinnliches Weihnachtsfest wünschen! :D

Falls wir uns vorher nicht noch einmal ‚lesen‘ sollten, wünsche ich Euch an dieser Stelle auch schon einmal einen guten Rutsch & ruhigen Start in das neue Jahr 2020! :D


Viel Spass beim Lesen! ^^



Vlg Eure Lady Duchess :)



Titel: Coming home for Christmas

„Hey, Kleiner!“, ertönte es aus dem Handy, was ihn fast sofort zum Lächeln brachte, ehe der Andere auch schon fortfuhr: „Wie geht’s dir?“

Immer noch lächelnd, entgegnete er: „Hey! Mir geht’s gut. Garcia hat mich heute schon wieder gefragt, wann du endlich von deiner Fortbildung aus Arizona zurückkommst.
Ich habe ihr gesagt, dass du morgen zurückkommst. Keine Ahnung warum, aber ich denke, sie versteht nicht ganz, dass eine Fortbildung zu einem taktischen Einsatzleiter bei Geiselnahmen und ähnliches ein wenig mehr Zeit in Anspruch nimmt, als drei Tage.“, und musste bei der Erinnerung an die Unterhaltung mit dem blonden Technikass, schmunzeln.

Ein leises Lachen erklang am anderen Ende, ehe Derek sagte: „Typisch Penelope! Wenn sie zur Fortbildung muss, ist sie in einem Raum mit ihrem PC und arbeitet an ihrem Platz, wohingegen eine Fortbildung zum taktischen Einsatzleiter bei Geiselnahmen oder Terrorgefahr doch etwas ganz anderes ist.“, und erneut ertönte ein amüsiertes Lachen von seinem Freund und Kollegen.

Nun selbst kurz lachen müssend, antwortete er darauf: „Ja, das ist wahr! Aber sag mal, wann kommst du denn morgen genau in DC an? Ich gehe nämlich stark davon aus, dass du nicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Taxi nach Hause fahren willst. Ich hole dich ab, aber dazu muss ich die genaue Ankunftszeit deines Fliegers wissen.“, sprudelte es aus ihm heraus und fühlte wie sein Herz mit einem Mal schneller schlug.
Die Vorfreude seinen Freund endlich wieder an seiner Seite zu haben, wie auch nicht mehr alleine und vor allem so schlecht schlafen zu müssen, versetzte ihn in Aufregung.
Auch, dass es ihr erstes, gemeinsames Weihnachten, als Paar, ist, steigerte dies noch.

Ein kurzes Schweigen trat seitens des Älteren ein, bevor dieser ernst sagte: „Genau aus diesem Grund rufe ich an. Die Fortbildung wurde um einen Tag verlängert. Ich werde also nicht wie geplant, morgen Abend zurück sein, sondern erst am 24.12. Die genaue Uhrzeit kann ich dir noch nicht sagen, da ich noch nicht die Umbuchungsbestätigung meines Fluges habe.“

Kaum hatte der Dunkelhäutige am anderen Ende zu Ende gesprochen, löste sich seine euphorische Vorfreude und gute Laune in Luft auf, und machte dem Gefühl maßloser Enttäuschung, Platz.
Derek würde morgen doch noch nicht zurückkommen?!
Und das nur, weil irgendwelche Leute beschlossen hatten, die Fortbildung um einen Tag zu verlängern?
Es war nicht fair.
Nach fast vier Wochen, in denen er den Älteren nicht gesehen und nur selten gesprochen hatte, ganz zu schweigen von dem wirklich schlechten Schlaf und die nervliche Anspannung seinerseits, sollte er jetzt noch länger auf seinen Freund warten?!
Dabei hatte er sich so auf den Anderen gefreut!

Traurig und niedergeschlagen, versank er immer weiter in seinen Gedanken, bis er Dereks eindringliches und etwas besorgtes: „Reid? Reid, bist du noch dran?!“, vernahm, kurz den Kopf schüttelte, um so diese Gedanken zu vertreiben und antwortete seinem Freund schnell mit den Worten: „Ja! Ja, ich bin noch dran!“

„Es tut mir sehr leid, Pretty Boy! Ich wünschte, es wäre anders, aber es war nichts zu machen. Du glaubst nicht, was ich alles versucht habe, um pünktlich wieder zu Hause und bei dir zu sein, aber keine Chance.“, entgegnete Derek und klang ziemlich resignierend.

„Soll ich den Baum dann alleine schmücken?“, wechselte er einfach das Thema.
Er wollte sich jetzt nicht mit dem Gedanken befassen, noch etwas länger ohne den Anderen auskommen zu müssen.

„Nein. Das machen wir zusammen, wenn ich dann am 24. komme.“, war die Antwort des Dunkelhäutigen und man konnte das leichte Lächeln bei dem Gedanken daran, nur zu gut heraushören.
„Okay.“, erwiderte er einfach nur und wollte noch etwas fragen, als eine fremde Stimme im Hintergrund bei dem Älteren plötzlich rief: „Agent Morgan!“, und dann noch irgendetwas sagte, was er nicht verstand und sein Freund der unbekannten Person leise antwortete.

Kurz herrschte Stille in der Leitung, ehe er Dereks Stimme wieder vernehmbar hörte und dieser nun etwas gehetzt klang: „Kleiner, ich muss jetzt Schluss machen!“

Im Hintergrund, am anderen Ende, vernahm er mehrere Geräusche, konnte sie aber nicht zuordnen, als wiederum die Stimme seines Freundes erklang: „Ich ruf dich an, sobald ich die Umbuchungsbestätigung habe und dir meine Ankunftszeit nennen kann!“
„Ist gut.“, erwiderte er etwas einsilbig, auch weil er nicht wusste, was er sonst darauf antworten sollte.
Sekunden, in denen er kurz in Gedanken versank, sprach keiner von ihnen und gerade als er erneut zum Sprechen ansetzte, fiel ihm Derek ins Wort und sprach mit liebevoller Stimme: „Sei nicht traurig, Pretty Boy! Ich bin ja bald wieder da und dann haben wir endlich wieder Zeit für uns!“
Der Ältere unterbrach sich kurz, bevor er dann leise noch hinzufügte: „Ich hab dich lieb!“

Ohne nachzudenken, aber dennoch traurig und enttäuscht, entgegnete er: „Ich dich auch.“

„Mach’s gut, mein Kleiner!“, sagte Derek mit normaler Tonlage, ehe dieser auflegte und er nur noch das Tuut, Tuut, des Besetztzeichens hörte.

Das Handy wie in Zeitlupe von seinem Ohr nehmend, besah er es sich kurz, bevor auch er endgültig auflegte.

So hatte er sich das Ganze eigentlich nicht vorgestellt.



24.12.
„Was soll das heißen, Sie haben keine Umbuchungsbestätigung für den Flug nach Washington D.C.?“, fragte ein ziemlich aufgebrachter Derek Morgen, die Angestellte vor sich, am Schalter der Fluglinie, die ihn zurück in die Hauptstadt bringen sollte.
„Es tut mir sehr leid, Mr. Morgan, aber im System ist nirgendwo ein Flug auf Ihren Namen nach Washington D.C. registriert!“, entgegnete die Angestellte höflich, wenn auch mit einem leichten Unterton.
„Aber das kann nicht sein! Die Außenstelle des FBI in Phoenix, hat doch den Flug rechtzeitig umgebucht und bezahlt!“, empörte er sich weiter und fühlte, wie seine Laune immer schlechter wurde.
„Es tut mir sehr leid, aber in meinem Computer steht nichts.“, erwiderte die Angestellte nun ziemlich reserviert, während sie weitere Tasten auf ihrer Tastatur drückte und ihn dann ansah.
„Aber es ist Weihnachten! Wie soll ich jetzt nach Hause kommen?“, fragte er nun ein wenig aggressiv zurück.
„Gehen Sie zur Information! Dort kann man Ihnen sicher weiterhelfen!“, antwortete die Frau vor ihm, lächelte ihn noch kurz ziemlich gekünstelt an, und sah dann an ihm vorbei zu dem nächsten Kunden, der hinter ihm in dieser langen Menschenschlange, stand.

Verstehend, dass er nichts mehr erreichen konnte, und sich zusammenreißend, seiner Wut nicht Luft zu machen, nahm er seine Bordkarte von dem Tresen, hob seine Reisetasche vom Boden hoch und wandte sich mit einem halbherzigen „Danke!“ ab, um den wenig ergiebigen Rat der Angestellten zu befolgen und zur Information zu gehen.
Irgendwie hatte er das ungute Gefühl, dass dies nur der Anfang von noch mehr Schwierigkeiten war.


Einige Zeit später.
Sein Gefühl hatte ihn nicht getäuscht.

Nachdem er erst einmal eine halbe Ewigkeit in einer noch längeren Menschenschlange vor der Information anstehen musste, hatte der ältere Herr am Schalter ihm nach nur wenigen Minuten verkündet, dass es keine Möglichkeit gab ihm aus dieser Misere zu helfen.
Die Umbuchungsbestätigung war unauffindbar oder verschollen in dem großen, weiten Schwarzen Loch, was World Wide Web hieß, sämtliche Flüge nach Washington D.C. waren hoffnungslos über- und ausgebucht und auch Flüge mit Zwischenlandungen in Oklahoma City, Philadelphia oder auch Atlanta waren vollends ausgelastet.

Der frühestmögliche Flug wäre am 26.Dezember, um 10 Uhr, aber auch dann nur mit mindestens zwei Umstiegen.

Angesichts dieser nahezu einzigen Option musste er sich langsam mit dem Gedanken anfreunden, Weihnachten nicht zu Hause, und noch mehr, nicht bei seinem Pretty Boy zu sein.

Kein gemeinsames Aufwachen am Weihnachtsmorgen, kein Festtagsessen, keine gemütliche Zeit zu Zweit am Kamin und dabei den erleuchteten Weihnachtsbaum betrachtend.

Die Idee sich einen Leihwagen zu mieten und auf eigene Faust nach Washington D.C. zu fahren, hatte sich ebenso zerschlagen, als ihm der ältere Herr, auf seine Nachfrage, auch da die Hiobsbotschaft überbrachte, dass auch die Leihwagenfirmen absolut ausgebucht sind.

Langsam endgültig resignierend, hatte er fast Angst vor der Antwort gehabt, wie es mit nahegelegenen Hotels oder Pensionen aussah.
Aber auch da war das Ergebnis ernüchternd gewesen: keine Chance, alles ausgebucht.

Ein letztes Mal hatte sich dann doch, vor Wut, Enttäuschung und beginnender Ratlosigkeit, sein Temperament erhoben und er hatte sehr laut, wütend, wie auch zunehmend aggressiver gefragt, was er denn jetzt machen sollte, wo ihm die junge Kollegin des älteren Herrn neben ihm zuvor kam und schnippisch, wie auch ziemlich dumm antwortete, dass seine einzige Möglichkeit war, auf dem Flughafen zu übernachten, bis zum 26.Dezember.

Er wusste nicht, was geschehen wäre, hätte der ältere Herr nicht so schnell reagiert und sich für die Worte seiner Kollegin entschuldigt.
So was Dummes und Vorlautes hatte er lange nicht erlebt!
Sie musste ja nicht auf einen anderen Flieger, in zwei Tagen, auf dem Flughafen, warten, noch schien sie jemanden zu haben, der auf sie wartete!

Normalerweise war er nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen, aber irgendwann war auch bei ihm das Maß voll.
Mit der entsprechenden, verbalen Entgegnung auf der Zunge, hatte der ältere Herr wieder das Wort an sich gerissen, ihm die Unterlagen für seinen neu gebuchten Flug am 26.12. übergeben und sich noch einmal in aller Form für seine junge Kollegin entschuldigt.

Noch kurz mit sich ringend und einen letzten, tödlichen Blick zu der jungen Frau werfend, war er dann eilig davon gegangen, bevor doch noch etwas geschah, was er nicht wirklich wollte.


Aus seinen Gedanken kommend, ließ er sich kraftlos auf einen der harten, metallenen Stühle in der Abflughalle fallen und kapitulierte vor diesem üblen Streich des Schicksals.

Blicklos vor sich hinstarrend, gab er sich nach wenigen Minuten einen Ruck und zog sein Handy aus der Hosentasche.
Es war Zeit diese Hiobsbotschaft seinem Liebsten zu überbringen.

Etwas nervös, starrte er zunächst nur auf sein Telefon, ehe er ein paar Tasten drückte, sich das kleine Technikwunderwerk dann an das Ohr hielt und angespannt dem Freizeichen lauschte, bis dieses nach dem dritten Klingeln, in Form vom Annehmen des Gesprächs, abgebrochen wurde.

Ein, wenn auch trauriges, Lächeln schlich sich auf sein Gesicht, als er sagte: „Hey, Pretty Boy!“, hörte anschließend die Entgegnung, bevor er noch einmal tief Luft holte und dann begann: „Spence, hör mal...“, und schilderte dem Jüngeren in den nächsten zehn Minuten, wie Fortuna sie zum Narren hielt.



3 Uhr morgens, am 25.Dezember.
Erschöpft und überaus müde stieg er aus dem Fahrzeug aus, hob lächelnd eine Hand zum Gruß, und sah dem Auto hinterher, wie es durch die nun leicht verschneiten Straßen davonfuhr.
Immer noch lächelnd im lautlos fallenden Schnee stehend, dankte er still diesen sprichwörtlichen Engeln in der Not, und dem Allmächtigen, für dieses kleine Weihnachtswunder.

Einen Moment lang stand er noch reglos da, bevor er sich abwandte und nun langsam auf sein Haus zu schritt, dass wie von Zuckerguss bedeckt, in der Dunkelheit erstrahlte.

Vor dem Betreten seines Vorgartens hielt er noch einmal inne, wandte sein Gesicht in die sanft zu Boden fallende, weiße Pracht und konnte nicht ob hin zu denken, dass der Zauber der Weihnacht überdeutlich zu spüren war.

Nach einem längeren Augenblick des Verharrens, betrat er schließlich den Vorgarten und ging zur Haustür.

Wenige Sekunden später betrat er sein Haus und schloss wieder die Tür hinter sich.
Sich ein paar Schneeflocken von den Schultern wischend, sah er sich um und lauschte.

Kein Geräusch war zu vernehmen und angesichts der Uhrzeit, lag sein Freund vermutlich im Bett und schlief tief und fest.

Allein der Gedanke an sein warmes, weiches und überaus bequemes Bett reichte aus, um seine Reisetasche abzustellen und eilig sich seiner Jacke und Schuhe zu entledigen.
Kaum hatte er dies getan, ging er ohne Zögern hinauf in den ersten Stock.

Nur wenig später erreichte er dieses und wandte sich geradewegs der nur leicht angelehnten Schlafzimmertür zu.

Leise eintretend, lauschte er wieder und als sein Blick in dem zwielichtigen Dunkel auf sein Bett fiel, rief er leise flüsternd: „Reid?“, bekam jedoch keine Antwort.

Sich darüber wundernd, trat er näher heran und wiederholte seine Frage: „Spence?“, aber wiederum kam keine Reaktion von dem Angesprochenen.
Nun sichtlich verwirrt und etwas nervös werdend, schaltete er die kleine Nachttischlampe ein, sprach noch einmal den Namen seines Liebsten aus und sah im selben Moment auf sein Bett.
Nur um festzustellen, dass es leer war und auch aussah, als sei es heute noch nicht benutzt wurden.

Erschrocken darüber und dass der Jüngere eigentlich hier sein müsste, stieg seine Nervosität an.
Der Andere musste aber hier sein!
Reids Schuhe und seine Jacke befanden sich an der Garderobe und beim Öffnen der Haustür war diese nur einmal abgeschlossen gewesen, so wie sie es immer taten, wenn sie zu Hause waren und ins Bett gingen.

Aber wo war sein Freund nur?

Schnell, dass hiesige Bade- und Arbeitszimmer ausschließend, blieb nur die Möglichkeit, dass der Jüngere sich irgendwo im Erdgeschoss aufhielt.

Das Licht wieder ausschaltend, wandte er sich wiederum um und ging wieder hinunter ins Erdgeschoss.

Dort angekommen, fiel sein Blick erneut auf die Garderobe im Flur und bestätigte nur noch einmal seine Vermutung, dass der Andere hier war.
Daran vorbeigehend, spähte er kurz in die Küche, wo aber absolut nichts zu sehen war, ebenso war niemand im Gästezimmer und auch nicht im zweiten Bad.
Blieb also nur das Wohnzimmer übrig.

Nun zügig dort hingehend, schob er den aufkeimenden Gedanken, was wäre, wenn der junge Doktor auch da nicht zu finden war, ganz weit weg.

Das Wohnzimmer erreichend, trat er ein und hielt nur einen Augenblick später überrascht inne.

Die Szene, die er jetzt vor sich sah, war einfach nur unglaublich und auf der anderen Seite unheimlich süß.

Rechts, neben dem Kamin stand ein voll geschmückter, wunderschöner Weihnachtsbaum, der durch das nur noch glühende Holz im Kamin wie magisch in einem warmen, orange-roten Licht, angestrahlt wurde.
Am Kaminsims selbst hingen zwei Weihnachtsstrümpfe, zusammen mit einigen Stechpalmenzweigen.
Und links, neben dem Kamin, im Sessel saß die Person, die er gesucht und nach der er sich die vergangenen Wochen gesehnt hatte.

Eingehüllt in eine warme Decke, den Kopf leicht nach rechts geneigt und mit einem dicken Buch im Schoss, war es sein Freund, der tief und fest schlief.

Nach einem kurzen Moment des Betrachtens, trat er näher heran und wollte gerade seine Hand nach dem Anderen ausstrecken, als er plötzlich auf einen weichen Widerstand, in Höhe seines Knies, stieß.
Erschrocken von diesem unerwarteten Hindernis, blickte er an sich herab und sah sich Clooney, seinem Hund, gegenüber, der wie ein Wachhund zu Reids Füßen saß und in dem Augenblick anscheinend nur den Kopf gehoben hatte, als er ihn ausversehen berührte.

Kein freudiges Bellen, kein euphorisches Anspringen, dass sein Herrchen wieder da war, nur ein stummes Anstarren.
Das einzige, sichtbare Zeichen, dass sein treuer Freund sich freute ihn wiederzusehen, war ein hektisches Schwanzwedeln.

Verblüfft und auch amüsiert über dieses eher untypische Verhalten seines Hundes, schmunzelte er und streichelte ihm liebevoll über den Kopf.
Clooney genoss es sichtlich, ehe er wieder seinen Kopf senkte, diesen auf seine Vorderpfoten legte und die Augen schloss, um zu Dösen.
Scheinbar hatte sein Hund, während seiner Abwesenheit in den letzten Wochen, sich intensiv mit dem Jüngeren angefreundet, wenn er jetzt überaus aufmerksam dessen Schlaf überwachte.

Noch immer über dieses Verhalten schmunzelnd, richtete er schließlich seine Aufmerksamkeit wieder auf seinen Freund vor ihm.
Wie sehr er ihn doch in den letzten Wochen vermisst hatte!

In die Hocke gehend, um mit dem Anderen auf gleicher Augenhöhe zu sein, betrachtete er seinen Pretty Boy nun ausgiebiger und genauer.

Es schien so, als ob Reid auf ihn gewartet hatte, trotz, dass bis vor einigen Stunden noch feststand, dass er erst irgendwann am 26. Dezember zurückkam.

Und dann hatte sich das Schicksal plötzlich doch noch gewendet.

Seine etwas lautere und wütende Empörung, am Informationsschalter des Flughafens, war nicht ungehört geblieben.
Eine kleine Gruppe von Musikern aus Denver, Colorado, die auf dem Weg zu einem Konzertauftritt, in einer kleinen Kirchengemeinde in Washington D.C. waren, und ebenso Pech mit ihrem Anschlussflug hatten, waren auf ihn aufmerksam geworden und hatten ihn angesprochen, kaum dass er das Telefonat mit dem Jüngeren beendet hatte.
Sie hatten sich bereit erklärt ihn mitzunehmen, wenn er nichts gegen eine lange Fahrt in einem kleinen, engen Van, hatte.

Ein Wink des Himmels.

Bei dem erneuten Gedanken daran, fing er an zu lächeln, ehe er sich wieder auf das Hier und Jetzt, und seinen Liebsten, konzentrierte.

Wiederum streckte er die Hand nach ihm aus und berührte ihn diesmal leicht an der linken Wange.
Nur wenige Sekunden so verharrend, strich er anschließend zärtlich darüber.
Wie sehr er ihn vermisst hatte!

Diese liebevolle Liebkosung nicht unterbrechend, wollte er sich gerade vorbeugen, als ein goldener Schimmer seine Aufmerksamkeit erregte.
Sich nun auf diese Ablenkung konzentrierend, fiel sein Blick nun auf das Buch, dass in Reids Schoss lag.

Der Einband des Buches war in Dunkelgrün und Gold gehalten, was den goldenen Schimmer im Schein der heruntergebrannten Holzscheite erklärte.
Neugierig, was für ein Buch der Andere gelesen hatte, entzifferte er die Buchstaben auf der Frontseite des Buches und hätte beinahe laut gelacht.

In goldenen, etwas verschnörkelten Buchstaben stand dort gut lesbar der Titel: „Charles Dickens-Eine Weihnachtsgeschichte“.

Nun doch über diese merkwürdige Zufälligkeit leise lachen müssend, wandte er seinen Blick wieder von dort ab und seinem Liebsten zu.

Ernst werdend und mit einem nun tiefen Blick, betrachtete er noch einmal eingehend seinen Freund, ehe er auch noch die letzte Distanz zwischen ihnen überwand und ihn sanft, aber nicht weniger sehnsüchtig, küsste.

Ihr erstes, gemeinsames Weihnachten wäre beinahe nur ein Wunschtraum geblieben.
Aber dann geschah doch das Wunder.
An Weihnachten ist eben nichts unmöglich!



-Ende-
Review schreiben