Wichteln & Tassen

OneshotDrama, Humor / P12 Slash
L Light Yagami Shuichi Aizawa Soichiro Yagami Tota Matsuda Watari
25.12.2019
25.12.2019
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Ryuzaki war zweifellos kein Japaner. Weihnachten an sich war ein westlicher Brauch und hatte weder mit Buddhismus noch mit Shintoismus etwas zu tun.
Zwar wurde Weihnachten in äußerst abgewandelter Form auch hier von manchen Zelebriert, dies war jedoch wirklich eine Seltenheit, und hatte wie gesagt nichts mit dem traditionellen Weihnachten zu tun.
Ryuzaki konnte einfach kein Japaner sein, und warum genau er ihnen seine Heimatbräuche unter die Nase reiben musste und sie alle zu seinem Weihnachtsunsinn trieb. Light zog sich den Kragen seines Mantels ein Stück höher. Wieso genau hatte er seinen Schal nicht mitgenommen?
Er grub seine Hände tiefer in seine Manteltaschen und beschleunigte seine Schritte. Nur wegen Ryuzakis dämlicher Idee musste er heute, einen Tag vor dem 24. durch die eisigen Einkaufsstraßen ziehen und ein Geschenk bezogen.
Sie hatten gewichtelt und er hatte, wie konnte es anders sein, Ryuzaki gezogen. Wäre es nur Matsuda gewesen er hätte ihm einfach irgendeinen kitsch besorgt- Merchandise von Misa oder dergleichen, vielleicht irgendwas süßes, oder sein Vater einen Restaurant Gutschein den dieser mit seiner Mutter einlösen konnte, vielleicht eine neue Arbeitstasche oder für Aizawa- wenn er ganz ehrlich mit sich war einen Frisör Gutschein. Aber das war einfach nicht der Fall, stattdessen- er unterdrückte ein zittern als der eisige Wind unter seinen Mantel fuhr- musste er sich mit Ryuzaki abmühen.
Er war schon in mehreren Patisserien gewesen, in Elektrofachgeschäften, Bäckereien und letzendlich sogar in einem großen Kaufhaus mit einem kitschigen Pullover in der Hand. Und doch zog er noch immer ohne jeglichr Beute durch die sich langsam leerenden Straßen während die Sonne sich senkte und der Wind immer eisiger wurde.
Die weißen Atemwölkchen vor seinem Gesicht verdichteten sich zunehmends. Morgen Abend würden sie die Geschenke verteilen um sie dann am 25. morgens auszupacken- morgen jedoch würde er schon ab 7 in der Zentrale sein da er keine Kurse hatte, sprich; wenn er jetzt nichts fand hatte er keine Chance und musste morgen als vermutlich einziger mit leeren Händen da stehen - vor L! Was würde sieser wohl aus dieser Schmach an Hypothesen stricken um seine Schuld zu beweisen?
Und was würden die anderen dazu sagen das gerade er, Light, nicht in der Lage war ein Geschenk zu besorgen. Nein das kam nicht in Frage, er brauchte unbedingt ein Geschenk, etwas simples, unverfängliches. Seine Schritte stoppten als sein Blick an einem kleinen Laden hängen blieb der zwischen den riesigen Kaufhäusern zu verschwinden schien.
Langsam fokussierte sich sein Blick auf  einen Artikel in der Auslage und ein leichtes Grinsen begann seine Lippen zu zieren. Was war denn wohl unverfänglicher als eine Tasse mit einem Buchtstaben in Romaji darauf? Gezielt griff er an der Tasse mit dem „R“ vorbei und nahm eine mit einem stolz prankenden „L“ darauf, mit seiner Beute Zielbewusst zur Kasse marschierend.
Er würde morgen definitiv nicht lächerlich gemacht werden.



Der morgen kam und ging. In der Zentrale herrschte eine ganz neue Atmosphäre der Anspannung, im Gegensatz zum üblichen Konzentriert angespannten schweigen war etwas ungeduldiges, etwas vorfreudiges in der Luft.
Die Ermittler warfen sich gegenseitig immer wieder auffällig-unauffällige Abschätzende Blicke zu, so als ob sie hofften das die anderen unter ihrem Augenfeuer zusammen brechen und gestehen würden. Doch die Ermittler blieben stark wenn man das zwischendurch nicht unterdrückbare auf-dem-Stuhl-herum-rutschen übersah.
Die einzigen die wohl gänzlich über der Situation standen waren L und Light. Wobei man dies nicht über Light sagen könnte wenn man in sein inneres blickte- war sein Geschenk vielleicht doch das Falsche? War es zu offensiv?
Ryuzaki könnte es immerhin als Drohung deuten- und wenn er ihm eine mit einem „R“ geholt hätte? Vielleicht hätte K dann gewusst das er bei der Geschenkewahl sehr akribisch vorgegangen war, und deutete wiedermal Schuld in seine Vorsicht. Innerlich spannte Light sich mehr und mehr an bis er schließlich deutlich zusammenzuckte als L seinen kleinen Teelöffel in die Tasse plumpsen lies. „Wisst ihr.“ erhob er und die Erleichterung im Raum war spürbar und schmeckbar, endlich war die Anspannung und stille gebrochen und die Ermittler lehnten sich in ihren Stühlen zurück.
„Ich war noch nie gut darin zu warten. Also was haltet ihr davon wenn wir unsere Geschenke jetzt verteilen und auspacken?“ Zustimmendes Gemurmel wanderte durch den Raum und L erhob sich von seinem Stuhl. Jeder wollte seinen Wichtel jetzt endlich fassen! „Watari würdest du bitte?“
L nickte dem älteren Herren zu, der sich umwandte um einen der scheinbar unendlich vielen beladenen Dessertwagen zu holen, nur das die Fracht von diesem eine andere war als sonst.
Mehrere Fein verpackte Päckchen der genau selben größe und Form lagen auf dem Wagen. „Aber Ryuzaki- ich dachte wir sollen nur ein Geschenk besorgen!“ verkündete Matsuda entrüstet. „Das habe ich. Für jeden eins. Um zu testen wie gut ihr in Geheimhaltung seid, habe ich dafür gesorgt das jeder von euch mich zieht. Ihr seid alle deutlich besser in Geheimhaltung als erwartet.“ sein Blick ruhte einen Moment zu lange auf Light, als das es noch unschuldig hätte sein können. Light biss die Zähne zusammen.
Dieser miese kleine- „Natürlich war der Aspekt Aspekt das ich mich wirklich über Weihnachtsgeschenke freue auch nicht unbedeutend.“ Allen außer Light klappte die Kinnlade herunter. „Ryuzaki ist das dein Ernst?“ fragte Soichiro mit erhobener Braue als seie L sein recht komisch geratener Sohn und nicht etwa sein Boss. „Ich hab euch allen dasselbe besorgt, sodass sich niemand benachteiligt fühlt.“ fügte er unbeeindruckt an und begann die Päckchen zu verteilen die halb skeptisch, halb neugierig aufgerissen wurden.
„Tassen?“ kam es enttäuscht von Matsuda der seine zuerst in der Hand hielt. „Mit Buchstaben drauf?“ fügte Aizawa an der das große „A“ skeptisch beäugte. „Simpel und unverfänglich, ich dachte damit mache ich nichts falsch?“ fragte L unschuldig und Light stieg beinahe die Zornesröte ins Gesicht.
Wieso waren er und L sich so- „Das ist das einfallsloseste und langweiligste was man jemanden schenken kann. Wirklich Ryuzaki sie brauchen Nachhilfe im arbeiten mit Menschen.“ stellte Matsuda fest und stellte seine traurige Tasse auf seinen Schreibtisch. Light bebte vor Zorn.
War dieser ganze Tag nur dazu da um ihn lächerlich zu machen? „Wir zeigen ihnen mal wie man richtige, gut durchdachte Geschenke macht.“ sagte Aizawa und drückte L sein Päckchen in die Hand. Matsuda und Soichiro folgten seinem Beispiel. Light gab ihm seins als letzter. Ryuzaki, nun neugierig geworden riss begierig die Packete auf. Lights Anspannung war fast greifbar. Aizawa hatte ihm einen Ernährungsratgeber besorgt, Matsuda einen Gutschein für eine nahegelegene Patisserie und Soichiro einen schlichten in leder gebundenen Taschenkalender.
Nun kam er zu Lights Geschenk und dieser schluckte. Mit zwei abgespreizten Fingern hielt er die schlichte Tasse in die Höhe. „An Light-kun kann ich mir definitiv ein Beispiel nehmen.“ die Stille wurde durch Lights gespielt amüsiertes Lachen gebrochen. „Wie mir scheint sind wir uns doch ähnlicher als gedacht.“ „Der Meinung bin ich auch.“ ergänzte L neutral während er den dicken Druckbuchstaben auf seiner Tasse betrachtete. Matsuda lachte nervös auf und die anderen Ermittler wirkten ebenso einigermaßen ratlos.
„Ihr dürft gehen, wir sehen uns morgen.“ murmelte Ryuzaki, sich in seinen Stuhl setzend um sich dann von den anderen weg zum Schreibtisch zu drehen. Zustimmendes Gemurmel verbreitete sich und nach und nach sammelten die Ermittler ihre Jacken zusammen und gingen nach draußen.
Nur Light stand noch im Raum während Ryuzaki allein, vom Computer beleuchtet an seinem Schreibtisch hockte. „Ryuzaki.“ erhob Light die Stimme  und erschrak sich kurz vor sich selbst. Eigentlich hatte er nichts sagen wollen. „Ja?“ Er drehte sich nicht um, hatte nur seinen Kopf leicht angehoben und Light schluckte. „Fröhliche Weihnachten.“ brachte er hervor ehe er aus dem Raum und schließlich dem Gebäude stürzte.
Wenn L endlich Tod war, wenn er endlich gewonnen hatte, dann würde das alles aufhören und er würde endlich wieder die Kontrolle über sich haben. Er drückte seine Schultasche mit dem feinsäuberlich verpackten Geschenk eher an sich. Und alles was von L bleiben würde wäre diese dämliche Tasse.





Er öffnet die Schublade und holte das Packet heraus. Das Papier war schon leicht vergilbt aber an keiner Stelle auch nur minimal beschädigt. Kira sah auf die Uhr. Misa wäre erst in einigen Stunden Zuhause.
Kurz stockte er und dann riss er, mit einer beherrschungslosigkeit die er lange nicht mehr kannte das Papier herunter.
Das dicke prunkende Druckschrift „K“ starrte ihn durchdringend an. Kira lies einen trockenen Lacher los von dem er nicht wusste das er in sich war.
„Jetzt bist du schon seit Jahren Tod und machst mich immer noch lächerlich.“ schnaubte Light während eine Träne über seine Wange lief. Die Tasse benutzte er nun immer Zuhause, bis zu dem Zeitpunkt als Kira starb.




Ich hoffe ihr hattet Spaß, fröhliche Weihnachten euch noch! Last gern Reviews da wenn ihr mögt und ähh guten Rutsch?
LG Obito Yagami
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