Melania Black - Bande der Freundschaft

von Sxphxx00
GeschichteFantasy, Freundschaft / P12
Harry Potter Hermine Granger OC (Own Character) Ronald "Ron" Weasley
24.12.2019
30.06.2020
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30.06.2020 2.074
 
Julian gab einen Laut der Empörung aus, während Fay einfach nur geschockt wirkte. Offenbar hatte Dorcas das nicht mit ihnen abgesprochen, so dass sie nun vor vollendete Tatsachen gestellt worden waren.
Julian fing an, auf Portugiesisch auf seine Tante einzureden, doch sie hob die Hand.
„Bitte, wenn du mir Vorwürfe machen willst, dann auf englisch. Wir sind jetzt in Groß-Britannien.“
Julian warf ihr einen finsteren Blick zu, fragte dann aber:
„Wir werden hierherziehen?“ Er sprach akzentfrei Englisch.
„Ist das dein Ernst?“, meldete sich nun auch Fay ungläubig zu Wort. Sie hatte eine erstaunlich leise Stimme, die so gar nicht zu ihrer Mimik passte.
Dorcas seufzte.
„Das habe ich doch schon angedeutet –“
„Du hast gesagt, du überlegst, ob du wieder nach England ziehst! Nicht, dass du es jetzt sofort machst! Das ist ein Unterschied! Könntest du nicht noch ein Jahr warten? Dann bin ich Volljährig und –“
„Nein Julian.“ Dorcas Stimme klang entschlossen. „Wir werden hierherziehen, du wirst in Hogwarts deinen Abschluss machen, genau wie Fay, und dann kannst du doch gleich dein praktisches Studium dranhängen. Hogwarts wird dir gefallen. Es ist eine fantastische Schule. Danach-“
„Fantastisch? Diese Schule hat meine Mum – deine Schwester! – umgebracht!“
„Das war keine Schule, sondern eine tödliche Krankheit und das weißt du. Wenn du dein Praktikum beendet hast, kannst du von mir aus nach Brasilien und Castelobruxo zurückkehren. Ich verstehe das Problem nicht.“
„Das Problem? All unsere Freunde sind in Brasilien!“, rief Fay wütend.
„All die Jahre habe ich euch viele Freiheiten gelassen, da ich der Meinung war, ihr beide habt schon genug gelitten. Und weil ich es versprochen habe. Aber eigentlich seid ihr alt genug, um zu verstehen, dass ich auch ein eigenes Leben habe. Vorher hatte ich keinen Grund nach England zurückzukehren, jetzt schon. Und nun ist Schluss mit dieser Diskussion, alles weitere besprechen wir später.“
Julian funkelte seine Tante zornig an, hielt aber den Mund. Fay gab noch nicht auf.
„Wir akzeptieren, dass du auch ein Leben hast, aber diese Entscheidung betrifft auch unseres. Du hast dich damals freiwillig für das Leben in Brasilien entschieden, doch nun zwingst du uns einen Umzug auf. Alles vertraute zu verlassen und einfach weiterzumachen, als wäre nichts. Das können wir nicht!“
„Das verlange ich ja auch nicht. Ich bitte euch nur um Verständnis. Ich weiß ja auch nicht, ob ich für immer hier bleibe, aber im Moment schon.“
Fay war immer noch nicht ruhig.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Komplikationen geben wird. Ich weiß nämlich nicht, ob es so einfach ist, dass ich in ein anderes Land ziehe. Ob das das Ministerium mitmacht?“
„Mach dir darüber mal keine Sorgen, Fay. Das bekommen wir alles schon geklärt.“
„Aber Mum und Dad hätten bestimmt nicht gewollt-“
„Ich glaube, es tut dir gut, die schmerzhaften Erinnerungen hinter dir zu lassen. Die Vergangenheit loszulassen.“
„Ach ja? Deshalb ziehst du ja auch wieder hierher, was? Tu nicht so, als wüsstest du, was das Beste für mich ist!“    
„Ich habe dich großgezogen und kenne dich. Außerdem ist die Sache beschlossen. Wir reden später nochmal, okay?“
Tatsächlich schwieg nun auch Fay, wirkte jedoch auch ziemlich verstimmt.        
„Schön.“ Dorcas wandte sich an Mr. und Mrs. Weasley. „Danke, dass Sie uns zu sich eingeladen haben. Ein schönes Haus haben Sie.“
„Oh, vielen Dank. Und es ist doch überhaupt kein Problem, Sie einzuladen. Ob ich nun für fünfzehn oder achtzehn Leute koche, macht letztendlich keinen Unterschied. Und bitte, ich bin Molly.“
„Dorcas“, erwiderte Dorcas leicht lächelnd.
Eine Vorstellungsrunde ließen wir weg, Fay und Julian wirkten nicht sonderlich erpicht darauf, uns kennenzulernen und außerdem hatten alle Hunger.
Am Anfang des Essens herrschte Schweigen, da niemand wusste, worüber man mit Julian, Fay und Dorcas reden sollten. Das Thema Hogwarts fiel auf jeden Fall weg.        
Irgendwann fragte Mrs. Weasley Dorcas nach ihrem Leben in Brasilien und sie fing begeistert an, zu erzählen. Damit war das Eis gebrochen. Während Dorcas über Brasilien sprach, versuchten Fred und George ein Gespräch mit Julian zu beginnen.
„Du bist also sechzehn?“
„Ja.“
„Ist ja witzig, denn –
„ – auch wir sind –“  
„ – so alt und haben –“
„ – letztes Schuljahr unsere –“
„ – ZAGs geschrieben. Wie sind –“
„ – die Prüfungen bei dir –“
„ – ausgefallen?“
Julian sah sehr genervt aus.
„Das Schulsystem in Brasilien ist ein wenig kompliziert. Vereinfacht lässt sich sagen, ich hatte vergleichbare Prüfungen noch nicht.“  
„Voll cool!“, antworteten die Zwillinge im Chor.
„Nein, gar nicht cool. Denn vielleicht muss ich ja nun in Hogwarts – wenn ich da wirklich hingehen sollte – das fünfte Jahr wiederholen, da ich nicht so eine Prüfung absolviert habe!“
„Ach Quatsch“, winkte Fred diese Bedenken ab. „Dumbledore ist da bestimmt sehr locker.“
„Ja, er findet ja auch alles witzig, was wir anstellen!“, pflichtete George seinem Bruder bei.
Julian musterte die beiden kühl.
„Ach ja? Was stellt ihr an?“
„Wir sind Experten im Streiche spielen!“, erklärte Fred stolz.
„Was? Mit sechzehn hält man sich noch mit so einem Kinderkram auf? Man muss sich um seine Zukunft kümmern!“
Fred und George sahen Julian verletzt an.
„Das ist kein Kinderkram! Das ist unsere Zukunft! Streiche spielen ist Vorbereitung, denn wir wollen einen Scherzartikelladen aufmachen!“
Charlie, der dem Gespräch auch gelauscht hatte, lachte.
„Wartet ab, bis Mum davon Wind bekommt! Dann ist euer Scherzartikelladen schneller geschlossen, als ihr gucken könnt!“      
„Du erzählst ihr doch nichts, oder?“ Wenn ich mich nicht täuschte, lag leise Besorgnis in Freds Stimme.
„Nein, keine Sorge. Erst will ich sehen, wie weit ihr kommt.“
Ginny, Paige und Hermine hatten bei Fay nicht mehr Erfolg, denn auch sie blockte immer ab. Irgendwann gaben sie dann auf und wanden sich eigenen Themen zu.
Ich lauschte eine Weile den verschieden Gesprächsthemen. Harry war mit Ron, Sirius  - und nun auch Paige - in eine Diskussion über die Quidditch-Weltmeisterschaft vertieft und überlegten, wer die besten Chancen auf den Sieg hatte – ob Irland oder Bulgarien. Mr. Weasley und Percy unterhielten sich über das Ministerium und Mrs. Weasley versuchte Bill zu überreden, seinen Ohrring abzunehmen, den er offenbar erst seit Kurzem trug.
„ – mit diesem schrecklichen Giftzahn daran! Was sagen sie denn in der Bank dazu?“
„Mum, keinen in der Bank schert es, was ich trage, solange ich genügend Schätze einbringe!“, beteuerte Bill.
„Und dein Haar sieht allmählich aus, mein Lieber“, sprach seine Mutter den nächsten Punkt an. „Wenn du mich mal kurz –“
„Nein Mum!“
„Mir gefällt es so“, mischte sich Ginny ein und lächelte ihren Bruder an. „Du bist zu altmodisch, Mum. Bills Haar ist nicht mal halb so lang wie das von Professor Dumbledore.“      
Dorcas erzählte Remus immer noch von Brasilien, wirkte allerdings schon deutlich entspannter.
„Melania, oder?“, hörte ich Julians Stimme, woraufhin ich mich in seine Richtung drehte. Er hatte leise gesprochen und wollte offenbar nicht, dass jemand etwas vom Gespräch mitbekam. Nur Fay beugte sich vor um zuzuhören.  
Ich nickte und versuchte meine Neugierde nicht zu zeigen. Das er meinen Namen kannte deutete auf jeden Fall darauf hin, dass Dorcas mich erwähnt hatte. War ja auch keine Überraschung. Julians Augen verengten sich.
„Du bist der Grund, warum meine Tante wieder nach England ziehen will, stimmt´s? Weil sie deine Patentante ist.“
Kurz verschlug es mir die Sprache.
„Ich denke, sie will auch wieder nach England zurück, weil herauskam, dass mein Vater unschuldig ist und vieles damals anders war, als gedacht“, verteidigte ich mich, sobald ich meine Stimme wiedergefunden hatte.
„Ach komm, das glaubst du doch selbst nicht!“, erwiderte Julian giftig. „Sie hat vorhin gesagt, dass sie vorher keinen Grund hatte, zurückzukehren, erst jetzt –“
„Weil es erst jetzt rausgekommen ist, was damals passiert ist!“
„Weil sie erst jetzt rausgefunden hat, dass es dich gibt! Und das sie deine Patentante ist! Mein Leben ändert sich komplett und du bist daran schuld!“
Wütend funkelte er mich an. Ich wollte mich verteidigen, hatte aber gleichzeitig Angst, dass unser Streit ausartete. Außerdem würde es eh nichts bringen. Julian war fest überzeugt, dass er Recht hatte und rein gar nichts, was ich sagte, konnte das ändern. Oder hatte er vielleicht sogar Recht? Nein, mag sein, dass ich ein verstärkender Faktor in Dorcas Beschluss war zurückzukehren, aber sicher nicht der alleinige Grund.
„Wir werden all unsere Freunde verlassen müssen. Hast du eine Ahnung, wie das ist?“, mischte sich Fay ein.
„Nach meinen Informationen hattest du nicht sonderlich viele Freunde, da dich sehr zurückgezogen hast. Und ja, ich weiß wie es ist, jemanden zu verlieren, der einem nahe steht.“
Fays Gesicht, das erst zornig aussah, wurde neugierig, doch ich sah nicht ein, warum ich ihr mehr verraten sollte.  
So warf ich beiden noch einen verachtenden Blick zu und wandte mich ab. Der Klügere gibt nach, besagte schließlich ein Muggelsprichwort.
Trotz des Streites wurde es noch ein schöner Abend, bis zu dem Moment, indem wir aufbrachen. Dorcas, Julian und Fay begleiten Sirius, Remus, Harry und mich da sie ja bei uns wohnten. Sirius wandte sich an Julian.
„Und, hast du dich mit allen gut verstanden?“
Julians Blick flackerte kurz zu mir, bevor mit einem Lächeln – das in meinen Augen nicht falscher sein konnte – sagte:
„Oh ja. Sehr nette Leute. Es ist wirklich tröstlich, dass ich schon einige kenne, wenn ich nach Hogwarts gehe.“
Ich verkniff mir ein Schnauben, schließlich hatte er mit niemandem wirklich geredet. Sein Gespräch mit Fred und George war die längste und freundlichste Unterhaltung gewesen. Sirius hatte davon jedoch nichts mitbekommen und wirkte nun erleichtert.
„Das freut mich sehr. Kommt bestimmt alles jetzt ziemlich plötzlich, aber glaub mir, Hogwarts ist die beste Zaubererschule der Welt.“    
Julians Gesichtsausdruck zeigte, dass er an diesen Worten zweifelte, doch es bemerkte niemand außer Fay und mir. Fay ging neben Julian und warf ihm einen verständnisvollen Blick zu.  
Ich warf einen Blick über die Schulter. Dorcas und Harry gingen etwas langsamer, während sie sich unterhielten. Ich schnappte von Dorcas die Worte „hast die Augen von Lily“ auf. Innerlich verdrehte ich die Augen. Jeder, wirklich jeder, sagte zu Harry, dass er wie sein Vater aussehe und die Augen seiner Mutter hatte. Er fand das mittlerweile ziemlich nervig.
„Wann genau ist eigentlich die Quidditch-Weltmeisterschaft?“, fragte ich Sirius.
„Am 22. August, aber erst am Abend.“    
„Ihr wollt dahin?“ Julian sah alles andere als begeistert aus.
„Natürlich!“ Wer wollte denn da nicht dahin?
Jullian drehte sich um.
„Dorcas, du wolltest Fay und mich doch diesem Dumbledore vorstellen – Was hältst du vom 22. August?“
„Wieso gerade da?“
„Da ist die Quidditch-Weltmeisterschaft. Da will ich auf keinen Fall hin!“
„In Ordnung. Wenn mir schon entgegenkommst und keine weiteren Einsprüche gegen den Umzug einlegst, dann bin ich damit einverstanden.“
„Was?“ Sirius war entsetzt. „Ihr wollt euch die Weltmeisterschaft entgehen lassen?“
„Jules ist kein Fan von Quidditch. Nur Fay und auch sie findet Quadpot besser“, erklärte Dorcas.
Stimmt, ich hatte im Buch Quidditch im Wandel der Zeiten gelesen, dass dies in Amerika der beliebteste Sport war, auch wenn ich die Regeln nicht mehr wusste.
„Ich wäre vielleicht traurig, dass ich das Spiel nicht sehe, aber Brasilien spielt ja nicht“, erklärte Fay ihren Standpunkt.
Ich verdrehte die Augen, sagte aber nichts.  
Zuhause angekommen zeigte Remus Dorcas, Julian und Fay, wo sie schlafen konnten und ging dann auch gleich ins Bett. Ich war noch nie so froh, dass Haus so groß war und es mir erspart blieb, mein Zimmer mit Fay zu teilen. Das wäre … interessant geworden, um es mal diplomatisch auszudrücken.
Sirius, Harry und ich unterhielten uns noch kurz.
„Und“, ich sah Harry neugierig an, „ist bei dir irgendetwas spannendes passiert?“
„Nein, außer dass ich vor Langeweile fast gestorben bin“, antwortete Harry. „Das einzig Gute ist, dass ich die Hausaufgaben schon fertig habe. Aber neulich Nacht –“ Harry zögerte.
„Ja?“, hackte Sirius nach. „Was war neulich Nacht?“
„Da hatte ich einen Traum“, fing Harry an. „Von Voldemort und Pettigrew. Sie haben einen Plan gemacht, wie sie mich töten können und haben sich über den Tod einer weiteren Person – einer Frau – unterhalten. Dann war da noch jemand, ein Mann. Der wurde getötet. Dann bin ich aufgewacht und meine Narbe hat wehgetan. Als sie das letzte Mal wehgetan hat, war Voldemort in der Nähe … aber er konnte doch zu diesem Zeitpunkt nicht im Ligusterweg sein – oder? Und war das ein normaler Traum?“  
Sirius wirkte nachdenklich.
„Ich halte es durchaus für möglich, dass das, was du gesehen hast, wirklich passiert ist. Aber ich denke nicht, dass Voldemort in deiner Nähe war. Solltest du in Hogwarts noch mal so einen Traum haben, gehe zu Dumbledore. Er wird dir sicherlich besser helfen können als ich.“
Harry nickte zögerlich.
„Wenn du meinst.“
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