Falkenclan - Ein neues Zuhause

von Jujako
GeschichteAbenteuer / P12
OC (Own Character)
23.12.2019
21.01.2020
6
5979
 
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Hallo da bin ich wieder. Ich hoffe dieses Kapitel gefällt euch, lasst gerne Reviews da, um mir eure Meinung zu schreiben. An dieser Stelle auch noch einmal ein herzliches Dankeschön an Reoianu, Krähenherz und Quoinkas03 für die Reviews.
So genug jetzt, jetzt kommt das Kapitel. Viel Spaß!
Lg Jujako

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Es waren inzwischen einige Tage vergangen, seitdem wir dem Donnerweg überquert hatten. Wir waren gelaufen und hatten uns nur über Nacht Pausen gegönnt. Jetzt waren alle erschöpft. Trotzdem liefen wir weiter, was blieb uns auch anderes übrig?
„Falkenstern, warte mal!“, rief da Sturmwolke.
Ich drehte mich zu ihm um und blieb stehen.
„Ich kann nicht mehr“, schnaufte der graue Kater erschöpft. Ich hatte ganz vergessen, dass er nicht mehr ganz der Jüngste war und ihm diese Reise also noch mehr zusetzte als uns anderen.
„Tut mir leid! Wir machen gleich eine Pause, sobald wir eine geschützte Kuhle oder so etwas in der Art finden“, miaute ich schuldbewusst.
Was war ich nur für eine schlechte Anführerin, dass ich meine Clanmitglieder einfach vergaß! Ich hatte in der Tat total vergessen, mit wem ich unterwegs war, weil ich über die Prophezeiung nachgegrübelt hatte. Am Morgen hatte ich mit Blauveilchen gesprochen und wir waren uns einig, dass die Prophezeiung sich nicht durch die Donnerwegüberquerung erfüllt hatte.
„Wenn sich Prophezeiungen erfüllen fühlt sich das anders an“, hatte ich miaut und Blauveilchen stimmte mir da zu. Zwar war es zwischendurch wirklich gefährlich gewesen, aber eine große Gefahr für den Clan hatten wir darin nicht erkannt.
Jäh wurde ich wieder aus meinen Gedanken gerissen.
„Hat da gerade jemand etwas von Pause gesagt?“, rief Funkelfelsen, „Ich sehe da drüben einen geeigneten Rastplatz. Was meinst du Falkenstern?“
„Oh, dem Sternenclan sei Dank, Blumenjunges und Lichtjunges können auch nicht mehr“, mischte sich Sonnenschweif ein.
„Na gut, dann machen wir dort drüben Pause. Wir bleiben am besten auch über Nacht hier und wenn ich euch so sehe dann auch noch die nächste Nacht. Dann können wir uns alle ausruhen, unsere Kräfte sammeln und dann geht es erst bald weiter“, meinte ich ergeben. Eigentlich wollten wir ja weiter, aber mit erschöpften Katzen, die beinahe umfallen, funktioniert eine Wanderung eben nicht.
Dankbar nickten die anderen. Wir liefen noch das letzte Stück bis zu dem Platz, den Funkelfelsen gemeint hatte. Ich sah, dass wir Glück gehabt hatten. Der Platz war eine Kuhle, auf der einen Seite von Bäumen gesäumt, auf der anderen Seite ein Bach. Trotz dieser idealen Lage, war aber auch dieser Ort eigentlich zu klein für so viele Katzen. Ich seufzte. Meine Hoffnung hier auf ein zukünftiges Lager zu stoßen hatte sich nicht erfüllt. Wieder einmal.
Sturmwolke sank erleichtert ins Gras. Funkelfelsen wies sogleich die Schüler an Nester zu machen, da wir schließlich für zwei Nächte hierbleiben wollten, es sich also lohnte, den Platz etwas bequemer zu gestalten. Wiesentau ging mit ihnen mit, um aufzupassen, dass ihnen beim Moos sammeln für die Nester nicht passierte. Alle anderen Katzen einschließlich mir ließen sich nieder, nur Blauveilchen kam noch bei jedem vorbei, damit sie sich die Verletzungen anschauen konnte.
An diesem Abend konnten wir uns alle ruhig schlafen legen.

Am nächsten Morgen erwachte ich von den Sonnenstrahlen, welche sich über die Lichtung tasteten. Erschrocken sah ich, dass ich als eine der letzten aufgewacht war. Beschämt sprang ich auf und gesellte mich zu den anderen, welche um Funkelfelsen herumstanden und darauf warteten in Patrouillen eingeteilt zu werden. Schwarzfell sah mich mit schief gelegten Kopf und schelmisch blitzenden Augen an, verkniff sich aber auch glücklicherweise eine Bemerkung als Himmelpelz sie warnend anstieß. Ich trat zu Funkelfelsen und hörte ihm zu.
„… und Ampferblüte, ihr geht bitte Richtung Osten. Da habe ich gestern ein Feld gesehen, ich denke ihr müsstet Mäuse in rauen Mengen finden“
Mist. Anscheinend hatte ich gerade die Einteilung für die erste Jagdpatrouille verpasst! Funkelfelsen fuhr fort:
„Zur zweiten Jagdpatrouille komme ich mit, außerdem noch Wiesentau mit Windpfote und Grasherz. Wir werden Richtung Westen gehen, vielleicht haben wir im Wald Glück mit der Beute. Ich denke alle anderen bleiben erst einmal hier und ruhen sich aus“
Fragend sah er mich an. Ich nickte.
„Ja so machen wir es“, bekräftigte ich mein Nicken.
Die Katzen verteilten sich nach und nach über die Lichtung und die Jagdpatrouillen brachen auf. Nach einem kurzen Blick in die Runde stellte ich fest, dass sich noch Sturmwolke, Sonnenschweif mit den Jungen, Steinblitz, Rennpfote, Morgenlicht, Himmelpelz, Schwarzfell und Blauveilchen im Lager befanden. Ich überlegte, wie ich die Katzen beschäftigen sollte. Wenn sie nichts tun, würden wir uns bald alle nerven.
„Wer hat noch Lust und Kraft auf Kampftraining? Ich denke ein bisschen Üben könnte uns allen nicht schaden“, rief ich dann in die Runde. Rennpfote meldete sich sofort, ihm war anscheinend sehr langweilig und nach kurzem Zögern stimmte Steinblitz zu. Der Schüler hüpfte begeistert in die Luft.
„Schwarzfell und ich würden auch mitmachen“, miaute Himmelpelz.
„Das sieht ja gut aus. Steinblitz kannst du das Training leiten? Ich würde lieber hierbleiben, zum Schutz der anderen.“
Steinblitz nickte. Erleichtert atmete ich aus. Es war mir nicht ganz wohl bei dem Gedanken eine Königin mit ihren Jungen und die Heilerin nur mit einer Kriegerin, welche vollen Einsatz leisten kann, zurückzulassen. Die vier Katzen entfernten sich ein Stück. Amüsiert stellte ich fest, dass Himmelpelz und Schwarzfell auffällig dicht aneinander liefen.
„Sie stehen sich sehr nahe, nicht wahr Falkenstern?“, miaute plötzlich Morgenlicht neben mir. Erschrocken machte ich einen Satz zur Seite. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sie neben mich getreten war.
„Du und Funkelfelsen doch aber auch?“, fragte ich zurück. Sie senkte verlegen den Kopf.
„Ja, er ist schon ein ganz besonderer Kater“, miaute sie dann stolz. Wir ließen uns nieder und redeten und redeten. Kätzinnenkram eben.
Als es in den Büschen raschelte blickte ich auf. Inzwischen war es schon nach Sonnenhoch und die Jagdpatrouillen kehrten zurück. Sie hatten einen guten Fang gemacht. Wiesentau kam allerdings rasch auf mich zugesprungen. Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben. Verwundert erhob ich mich. Was war denn bloß passiert?
„Windpfote ist weg! Wir sind auf der Patrouille ausgeschwärmt und haben uns dann aus den Augen verloren. Als ich sie wieder zu mir rufen wollte, kam sie nicht. Wir haben sie alle gesucht lange gesucht, aber nicht gefunden“, berichtete der hellgraue Kater aufgeregt.
Ich war sofort in Alarmbereitschaft. Eine Schülerin auf unbekannten Territorium zu verlieren war wirklich nicht gut.
„Wir schicken sofort eine Suchpatrouille los. Wo ward ihr denn? Und seit wann sucht ihr schon?“, fragte ich ihn unruhig.
„Richtung Westen, im Wald. Wenn man eine Weile läuft, kommt man zu einer großen Esche. Da haben wir uns getrennt. Suchen tun wir schon seit Sonnenhoch. Um diese Zeit hatten wir uns nämlich eigentlich an der Esche mit allen verabredet.“
„Gut, wir gehen jetzt gleich los! Ich werde mitkommen und Morgenlicht nehmen wir auch mit“, entschied ich. Ich rief die orange gestreifte Kriegerin zu mir und wir gingen los. Auf dem Weg riefen wir immer wieder abwechselnd:
„Windpfote, wo bist du? Hörst du uns?“
Wiesentau wurde immer aufgeregter und besorgter.
„Vielleicht hat sie sich verletzt und liegt jetzt irgendwo im Wald?“, fragte er immer wieder. Langsam begann auch ich mir immer mehr Sorgen zu machen. Was hatte die Schülerin nur angestellt, dass wir sie nicht fanden?

„Dort drüben ist die Esche“, rief Wiesentau. Kurz bevor wir bei der besagten Esche ankamen, trat auf einmal Windpfote aus den Büschen vor uns. Entgeistert starrten wir sie an.
„Wo beim Sternenclan warst du?“, brach ich das Schweigen. Ich war erleichtert und wütend gleichzeitig. Wir hatten so lange nach ihr gesucht und jetzt kam sie einfach aus dem Gebüsch hinaus.
„Ich hab mich verlaufen und hab jetzt gerade erst wieder zurückgefunden“, miaute sie kleinlaut. „Entschuldigung, es wird nicht wieder vorkommen. Ich kenne mich hier halt nicht aus“
Meine Wut verrauchte ebenso schnell wie sie gekommen war. Das konnte wirklich jeder Katze passieren, dass sie sich auf unbekanntem Territorium verläuft.
„Schon gut. Komm wir gehen zurück. Für heute hast du genug Abenteuer erlebt!“, antwortete ich ihr also nur und drehte mich um.
Wieder zurück im Lager waren alle sehr erleichtert. Windpfotes Bruder Rennpfote stürzte gleich auf sie zu und überschüttete sie mit Fragen. Auch die anderen Katzen wollten hören, was Windpfote passiert war, doch sie wimmelte die Fragen ab und legte sich müde in ihr Nest.
Schließlich folgten wir alle ihrem Beispiel und legten uns schlafen, denn es war mittlerweile spät geworden und morgen wollten wir wieder weiter.