Zwischen Büchern und Gefühlen

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
23.12.2019
14.01.2020
3
14859
 
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Hallo meine lieben Leser.
Danke schön für die drei Herzchen und ein Dankeschön an LadyHulk99, die sich ganz viel Zeit genommen hat, mir eine Review zu schenken. Lasst euch davon aber bitte nicht abschrecken, selber eine Review zu verfassen. Sie muss nicht die gleichen "analytischen Ausmaße" haben, wie die von LadyHulk99.
Würde mich freuen, wenn ihr mir einen kleinen Gedanken über das Kapitel hier lassen würdet :)

LG Sas:*
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Kapitel 3: Don’t think twice its all right


But I wish there was somethin' you would do or say To try and make me change my mind and stay We never did too much talkin' anyway But don't think twice, it's all Right ~ Bob Dylan




Mittlerweile war es März. Der Schnee war weitestgehend weggetaut, nur am Straßenrand sah man noch vereinzelnd kleine graue Häufchen, die daran erinnerten wie schön der Schnee war und wie vergänglich diese Schönheit sein konnte. Während die Tage in Siebensee langsam länger wurden und die Temperaturen zwischendurch sogar zweistellige Werte annahmen, war die Stimmung im Hermann-Hesse-Internat kühl. Eisig, sogar.  

Klausuren standen an.  

Man konnte die Uhr danach stellen.  

Jedes Jahr von Ende Februar bis Ende April herrschte im Internat eine bittere Kälte; obwohl die Räume nicht weniger beheizt waren, waren die Räume in diesen zwei Monaten bestimmt um fünf Grad kühler. In den Fluren saßen Schüler auf dem Boden, als würden sie sich um ein Lagerfeuer versammeln, tauschten Lernzettel und Informationen aus. Hin und wieder sah man Grüppchen, die im gemeinsamen Kreis saßen - die Unterlagen müde und kapitulierend vor sich in die Mitte geworfen - um gemeinschaftlich bitterlich zu weinen. In manchen Grüppchen wurde auch über rituelle Tieropfer diskutiert, mit denen man den Klausurengott friedlich stimmen konnten. Und in so einer Gruppe saß Mae Winter offensichtlich.

„Wir sollten Christian einfach mit Bier bestechen!“, rief Noah Keller mittlerweile zum fünften Mal in die Gruppe. Mae verdrehte die Augen und schmunzelte. Wenn man im Internat jemanden mit Bier bestechen konnte, dann war es Chris. Und Herr von Nölle; obwohl da eher ein guter Wein an der Tagesordnung stand. „Noah, Erpressung ist keine Option.“, lachte Vero, die von ihren Unterlagen aufsah, mit denen sie tat als würde sie sie aktiv lesen. Insgeheim war Vero aber viel zu fasziniert von der Tatsache, dass Noah mit ihnen im Kreis saß, um sich auf irgendetwas zu konzentrieren. „Wer sagt das?“, meinte Noah ernst und schlug sein Buch geräuschvoll zu. „Ich sag das.“, entgegnete Vero mit ebenso ernster Stimme. Doch es gelang ihr nicht, ihre Gesichtszüge unter Kontrolle zu halten, weshalb ein Grinsen ihre weißen Zähne entblößte. „Alles klar, Chefin!“, lachte Noah und salutierte spielerisch vor ihr. Vero schmunzelte und schenkte Mae einen Blick, den Mae selbst nicht ganz deuten konnte. „Du kannst ja gerne versuchen ihn zu erpressen, aber du solltest trotzdem lernen, Noah.“, meinte Mae irgendwann und deutete auf das Biologiebuch in seinen Händen, was er schon die ganze Zeit anstarrte, ohne es dabei wirklich anzusehen. „Süße,“ begann Noah seinen Satz und Mae merkte wie Veros Kopf ruckartig in ihre Richtung schwang. Und auch wenn Mae den Blick nicht sah, wusste sie genau, welcher Ausdruck in ihrem Gesicht lag. „Wir haben so viel gelernt. Ich kann gar nicht durchfallen!“, er lehnte sich entspannt zurück und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. „So gut kann Mae gar nicht sein, um dich Depp durch Biologie zu bringen.“, kommentierte plötzlich eine Stimme, die hinter Mae aus dem Boden gewachsen war. Es war Romy Herzog, die Noahs bitterbösen Blick unbeeindruckt erwiderte und nachfragte ob sie sich dazu setzen dürfte. Die Entscheidung war einstimmig, bis auf Noah, der einfach gar nichts sagte. Romy ließ sich zwischen Vero und Mae auf dem Boden nieder und schlug ihren Ordner für Literatur auf. „Wieso hab ich eigentlich Literatur als LK?“, fragte Romy irgendwann rhetorisch. „Damit wir uns alle die gleiche Frage stellen können.“, war Veros prompte Antwort.  

Mae widmete sich ihren Mitschriften aus Literatur zu.  

Sie verstand den ganzen Wirbel, der jedes Jahr aufs Neue um diese Zeit gemacht wurde, nicht. Die Klausurenphase im Dezember fand sie nicht weniger anstrengend oder nervenaufreibend. Der einzige Unterschied war, dass die Klausuren der zweiten Prüfungsphase bei der Einstufung des Internats gewertet wurden und daher die Lehrer mehr Wirbel um diese Klausuren machten. Mae glaubte sogar, dass die Klausuren im April einfacher gestellt waren, als würde man die gleiche Klausur im Dezember stellen. Einfach damit alle bestanden und das Internat seinen Status als Elite-Schule nicht verlor.  

„Warum sitzen wir eigentlich nicht in der Bibliothek?“, fragte Noah irgendwann nach, der es nicht einzusehen schien, dass Ablenkung vom eigentlichen Problem, nicht zur Lösung seines Problems führte. Mae hatte zwar in den vergangen vier Wochen relativ viel bei ihm reißen können, sodass es zumindest so schien, als hätte er Ahnung von der Materie. Dennoch fürchtete sie, dass Noah nächste Woche durch die Klausur fallen würde, wenn er nicht langsam anfing, das alles etwas ernster zu nehmen.              „Weil sie in der Bibliothek auch schon auf dem Boden sitzen.“, stöhnte Mae also genervt und deutete ihm erneut, das Ganze etwas ernster zu nehmen. Doch Noah dachte nicht mal daran, auf Mae zu hören und guckte grenzdebil durch die Gegend.  

„Noah, wenn du das Ganze nicht ernst nehmen willst, kannst du auch einfach gehen!“, zischte Romy irgendwann und riss Mae damit vollkommen unsanft aus ihren Gedanken, die irgendwo zwischen den Jahrhunderten schwebten. Bei Shakespeare und Goethe. Romy war aufgesprungen und hatte die Arme vor ihrer schmalen Brust verschränkt. Ihr Blick war finster; so finster, als würde die Sonne nie wieder aufgehen.  

„Halt die Klappe, Herzog!“, knurrte Noah als Antwort ohne sie eines Blickes zu würdigen. „Halt du doch die Klappe, Keller!“, zischte Romy zurück. „Wenn du es nicht ernst nimmst, dann geh doch einfach.“ Sie schien kurz zu überlegen, ob sie das, was ihr auf der Zunge lag, wirklich sagen konnte. „Das kannst du ja am besten.“ Vero und Mae sahen sich verwundert an und blickten dann gleichzeitig zu Noah, dem die Gesichtszüge entglitten waren. Mae empfand Noah jetzt auch nicht zwingend als den angenehmsten Zeitgenossen, aber trotzdem würde sie es nicht wagen auf die Art und Weise mit ihm zu reden. Und durch die Nachhilfe in den letzten Wochen, hatte Mae sogar angefangen ihn aufrichtig zu mögen; auch wenn sie das niemals offen zugeben würde. Doch Romy und Noah schienen da eine etwas andere Geschichte zu teilen, die Mae nicht bekannt war. Auf jeden Fall, erreichte Romy ihr Ziel. Noah kramte seine Unterlagen zusammen und stand auf; nicht ohne bedrohlich vor Romy stehen zu bleiben und ihr damit zu demonstrieren, dass niemand so mit ihm umging. Dann marschierte Noah mit wehenden Fahnen davon. Romy hockte sich wieder hin und blätterte in ihren Unterlagen, als wären die letzten zwei Minuten jemand anderem passiert.  

„Ja, Noah und mich in einen Kreis zu setzen, ist keine gute Idee.“, kommentierte Romy, als Mae und Vero sie nach einer Weile immer noch verwirrt anstarrten. „Ich will nicht drüber reden. Können wir also wohl lernen?“ Ihr Unterton war mehr als nur eindeutig, also widmeten sich auch Vero und Mae ihren Unterlagen.  

 

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Alle sprechen heutzutage nur noch von Werten.


Werte machen Menschen. Doch was macht Werte aus?


Ist Geld und Macht? Ein großes Haus?


Ein menschliches Herz ist fast unbezahlbar,


doch ist es nicht wichtiger was der Mensch vorher war.


Was er tat. Wem er half. Was er unterstützte. Und gegen was er streikte.


Ist es nicht das was einen Menschen macht?


Es ist nicht das Aussehen im Spiegel oder die Dicke des Portmonees


Es ist wer an deinem Grabe weint, wenn du einmal von uns geh’s


Alle sagen dir was das Beste für dich ist.


Sei perfekt. Sei hübsch. Heirate reich. Mach Karriere. Leb unendlich.


Das sind die Schubladen, in die man dich steckt.


Doch ich? Ich hab darauf kein Bock.


Hier, alleine, in der Nacht ich hock‘


Vor dem Druck der Gesellschaft halt ich mich versteckt.


Denn es ist meine Luft, die atme, und es mein Erbe, das ich lebe!




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Lauter Jubel erfüllte den Raum. Wahlweise schlugen Schüler mit Händen auf die Tische, um ihrer Begeisterung Luft zu machen. Der Lyrik-Kurs war Maes Lieblingskurs. Es gab zwar keine Noten und im Abi brachte es ihr auch nichts… Aber vielleicht war gerade das der Grund, warum sie den Kurs so mochte. Es gab keinen Druck. Der Lehrer konnte einen nicht zwingen etwas zum Kurs beizutragen, da der Kurs freiwillig war. Es saßen nur Nerds und Poesiefanatiker in diesem Raum und keiner von ihnen lachte, wenn ein Gedicht mal nicht gut war oder wenn man stotterte, so wie Mae es oft vor großen Menschenmassen tat. Alle waren in diesem Kurs, weil sie Spaß an Lyrik hatten und etwas mit ihrer Lyrik aussagen wollten. Was diese fünfzehn Schüler wollten, war eine Möglichkeit. Eine Möglichkeit, dass zu sagen, was in ihrem Inneren ruhte und was einen so sehr beschäftigte, dass man nachts wach blieb, um die Gedanken als Gedicht niederzuschreiben. In diesem Kurs ging es nicht darum perfekt zu sein. Es ging darum, echt zu sein.

„Danke, Romy, für deinen Beitrag.“, meinte Herr Knarrenbauer am Ende des Gedichts und applaudierte verhalten. Sei altes Gesicht war mit Stolz erfüllt. Romy lächelte stolz und setzte sich wieder neben Mae. „Das war sehr schön.“, kommentierte Mae und lächelte. In dem Moment rief sie Herr Knarrenbauer auf, ihr Gedicht vorzutragen. Mae lachte.

„Nach dem Gedicht?“, fragte Mae skeptisch. „Ganz sicher nicht, Herr Knarrenbauer. Mein Gedicht spar ich mir auf.“ Der ganze Kurs lachte. Und wie aufs Stichwort ertönte die Schulklingel und entließ die Schüler in ihre Freiheit.  

Langsam trotteten Romy und Mae neben einander her, keine wagte es die Stille zu durchbrechen. Der feine Kies knirschte unter ihren Füßen, während sie das Sandsteingebäude langsam hinter sich ließen. Die Sonne lag irgendwo hinter der dichten Wolkendecke versteckt und tauchte Siebensee in ein merkwürdiges Dämmerlicht. „Was sind noch mal deine Abifächer?“, fragte Romy irgendwann, weil die entspannende Stille zu einem peinlichen Schweigen mutiert war. „Geschichte und Literatur als LK, Biologie als drittes Fach und Englisch mündlich.“, antwortete Mae, überrascht über das unübliche Gesprächsthema. „Hast du mit Noah Bio?“, fragte Romy und Mae merkte wie sie ihren Blicken auswich. Mae schüttelte den Kopf. „Ich hab bei Zsaky. Noah hat bei Christian. Noah hat Biologie auch im LK, nicht als Grundkurs.“  

„Ah.“ Es war ein komisches Ah. Es war kein interessiertes Ah, es war aber auch keine betont desinteressiertes Ah, es war kein genervtes oder überraschtes Ah. Es war einfach nur ein Ah. Ein Ah, dessen Grund Mae nicht ganz deuten konnte. Und das machte sie gleichzeitig misstrauisch wie neugierig. Seit der Begegnung letzte Woche, juckte es sie in den Fingern Romy zu fragen, was das zwischen ihr und Noah zu bedeuten hat.  

„Und deine Abifächer?“, fragte Mae zurück, nachdem sie sich zwingen musste, Romy nicht die Frage zu stellen, die ihr brennend auf der Zunge lag. „Literatur und Chemie als LK, Spanisch schriftlich und Englisch mündlich.“, antwortete Romy.

Plötzlich hielt ein Auto mit quietschenden Rädern im Kies neben ihnen. Verwirrt guckten Romy und Mae gleichzeitig in das Auto… in dem niemand anderer saß als Noah fucking Keller. „Hey, Mae Winter, du bist schwer aufzufinden.“, rief er ihr entgegen, als das Fenster runtermachte. „Du suchst mich? Wieso?“ Mae war sichtlich verwirrt. „Du musst mir Biologie – Nachhilfe geben.“  

„Jetzt noch?“

„Ne, am besten nach der Klausur, Winter!“

„Wie wär’s wenn du man nicht so ein Arsch wärst, Keller?“

„Wie wär’s wenn du mir mal einen bläst, Herzog?“

Obwohl es für März verhältnismäßig warm war, war die Luft in einem Radius von 10 Metern um sie herum eisig; bis gefroren. Es störte Mae, dass sie nicht wusste, was zwischen Romy und Noah vorgefallen war. Noch mehr störte es sie, dass sie immer ausschlaggebend dafür zu sein schien, dass die beiden sich über den Weg liefen und damit ständig das Bedürfnis verspürten sich gegenseitig umzubringen. „Ich fahr dich auch nach Hause.“, meinte Noah nun mit etwas sanfterer Stimme zu Mae und lächelte milde. „Danke.“, antwortete Mae nur weil sie keine Lust hatte sich unnötig mit einzumischen. Sie verabschiedete sich wortlos von Romy, die sichtlich nicht begeistert von der Idee war, Mae zu Noah ins Auto steigen zu sehen.  

 

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„Danke für die Nachhilfe, Winter.“, hauchte Noah als Mae ihn an der Tür verabschiedete. Nachdem Aufeinandertreffen der Naturgewalten namens Romy und Noah, hatte Noah Mae nach Hause gebracht. Auf dem Weg hatte sich Noah mindestens drei mal entschuldigt, dass Mae nun schon zum zweiten Mal mitkriegen musste, dass Romy und er sich nicht leiden konnten. Mae kam nicht umhin zu bemerken, dass Noah ganz anders in ihrer Gegenwart war, wenn es nur sie beide waren.  

„Das hat mir echt was gebracht.“, fügte er hinzu und lehnte sich gegen den Pfeiler hinter ihm. Das Haus in dem Julius und Mae wohnten, hatten einen amerikanischen Stil – sogar mit der typischen Holzoptik. Maes und Julius‘ Vater war Architekt und war in den Staaten aufgewachsen – folglich musste das Haus in dem Julius und Mae lebten auch genauso aussehen.  

Das Haus war von allen vier Seiten von einer Veranda umgeben, die wahlweise Platz für eine Hängeschaukel und ein altes Sofa besaß, das Julius und Mae schon seit einem Jahr wegschmeißen wollten, aber nie dazu kamen. An den vielen Pfeilern hingen kleine Laternen mit Kerzen und an einer dieser Laternen hätte sich Noah beinahe den Kopf gestoßen. Doch er wäre nicht Noah fucking Keller, wenn er das nicht überspielen könnte.  

„Das freut mich zu hören.“, wisperte Mae und fröstelte. Auch wenn es tagsüber genügte nur eine dünne Jacke überzuziehen, war es abends immer noch nicht annähernd warm genug, um entspannt stundenlang draußen zu sitzen und zu quatschen. „Ich hab auch das Gefühl, dass du es verstanden hast.“ Für eine eins reichte sein Wissen zwar noch lange nicht, aber eine drei war drin.

Mae verschränkte zitternd die Arme vor der Brust. Ihr war unendlich kalt, wollte Noah aber nicht einfach so hier stehen lassen. Und wieder hereinbeten wollte sie ihn auch nicht – obwohl sie irgendwie auch nicht wollte, dass er ging.  

Mae würde später leugnen, dass auch nur gedacht zu haben.  

Im Augenwinkel sah Mae, wie Noah seine Jacke auszog und sie Mae hinhielt. Auch wenn Mae die Geste ganz süß fand, konnte sie das ihm gegenüber niemals zugeben; deswegen schüttelte sie ablehnend den Kopf. Noah schnalzte mit der Zunge, löste sich vom Pfeiler und überbrückte die Distanz zwischen ihnen mit einem Schritt. Nun stand er vor ihr – Mae musste hoch gucken um ihm in die Augen sehen zu können – und nahm sie sanft bei den Schultern. Nicht ganz sicher wie ihr geschah, versteifte sie sich und starrte Noah nur an. Er zog sie leicht von der Hauswand weg und legte ihr beinahe liebevoll die Jacke über die Schultern.  

Sie musste lächeln, als er die Jacke zurecht zog, sodass sie gleichmäßig und gut über ihren Schultern hing. Ihre Augen trafen sich, als sie zu ihm hochsah. Noahs Augen waren dunkelgrün und sein rechtes Auge hatte an der Iris einen kleinen hellgrünen – fast türkisen Fleck. Für einen Moment wunderte es Mae, dass ihr das noch nie aufgefallen war, doch so nah haben sich die beiden noch nie gegenübergestanden.  

„Glaubst du, dass ich die Klausur bestehe, Winter?“, fragte Noah mit sanfter Stimme. Keiner von beiden wagte es, sich zu bewegen oder Abstand zwischen sich zu bringen.  

Mae lächelte ehrlich. „Ich glaube ja.“  

Noah lächelte zurück.  

„Warum wohnen du und Julius alleine?“ Mae schluckte. Auch wenn es eine Geschichte war, die ihr mittlerweile leicht über die Lippen gehen sollte, störte es sie, dass sie mit dieser Frage so unvorbereitet konfrontiert wurde. „Das ist ein schwieriges Thema.“ Mae seufzte.  

„Du musst es mir nicht erzählen.“, meinte Noah und hob die Hände. Mae zuckte mit den Schultern. „Es ist ja kein Geheimnis.“, erwiderte Mae. „Meine Mama ist eines Freitagmorgens einkaufen gefahren und nie wiedergekommen.“

„Hatte sie einen Autounfall oder so?“

Mae lachte, dabei fand sie es gar nicht lustig. „Könnte man so sagen. Sie ist mit einem gutaussehenden, alleinstehenden Mann kollidiert.“ Sie hörte wie Noah laut ausatmete. „Das ist wohl die weibliche Version von: Ich bin mal eben Zigaretten holen gehen.“ Noahs Kommentar lockerte die Stimmung etwas auf und zauberte sogar ein Lächeln auf Maes Lippen. „Ja, das ist fast sechs Jahre her. Julius war damals gerade achtzehn und stand plötzlich alleine da.“

„Das ist krass.“ Noahs Stimme war so leise, dass sie nur erahnen konnte, was er sagte. Als er sie anblickte, waren seine Gesichtszüge sanft und das erste Mal, seit sie Noah Keller kannte, lag kein Hohn, kein Spott, kein anzügliches Lächeln in seinem Gesicht. „Und du und Julius, ihr versteht euch?“  

Mae schmunzelte. „Mittlerweile, ja. Am Anfang war das echt schwierig, besonders für Julius, weil er plötzlich ein zwölfjähriges, pubertäres Mädchen am Arsch hatte, was ihm nur im Weg war, wenn er auf Partys irgendwelche Schnallen aufreißen wollte.“ Noah lachte bei Maes Wortwahl. „Das erste Jahr war hart. Julius hat irgendwann angefangen zu trinken. Unter der Woche. Morgens.“ Maes Stimme zitterte. „Karsten Maybach hat mich bestimmt drei Mal die Woche angerufen, ich sollte doch meinen betrunkenen Bruder bei ihm abholen, weil er sonst die ganze Bar leer säuft. Nach einem heftigen Streit zwischen uns, hat das Trinken dann nachgelassen. Er ist zu AA Treffen gegangen und ist jetzt seit einem Jahr ohne Zwischenfälle komplett trocken. Wir haben einen Plan gemacht und den halten wir seitdem durch.“  

Noah sagte eine Weile lang gar nichts. Er saß nur da, neben Mae, und starrte Löcher in die Luft. „Und dein Papa?“  

„Der ist abgehauen, als unsere Mutter mit mir schwanger war.“ Noah zog die Augenbrauen hoch. „Was ein Arsch.“ Mae nickte nur. Und da war sie wieder. Diese Stille. Diese verdammte Stille. Sie legte sich über sie, wie eine Decke. Nur dass diese Decke keinen Schutz und keine Geborgenheit bot, sondern drohte sie zu ersticken. Mae räusperte sich extra; nur damit es nicht mehr so still war. Noah schien ihr Unbehagen zu bemerken. „Aber es scheint ja wirklich sehr gut zu funktionieren, wenn ihr zusammenhaltet.“, meinte er. Mae nickte, dankbar darüber, wieder ein Gesprächsthema zu haben. „Wir müssen zusammenhalten. Anders wäre das nicht möglich.“

„Habt ihr denn noch mal was von ihr gehört?“

„Sie schickt uns zu Ostern, Weihnachten und zum Geburtstag Karten mit Geld drin. Und drei Monate nach dem sie verschwunden war, hat sie angefangen, jeden Monat Geld auf unser Konto zu überweisen.“, antwortete Mae. „Aber dann scheint ihr ja nicht komplett egal zu sein.“, warf Noah ein und erhaschte sofort einen bösen Blick von Mae. „Auf keiner Karte stand ein Absender! Wir hätten die Karten nicht mal zurückschicken können, geschweige denn Danke sagen. Und Geld hat nichts mit einer Mama zu tun.“

„Sorry, Tiger!“, lachte Noah und hob beschwichtigend die Hände. „Ich verstehe dich ja.“  

Sie hatte noch niemandem von ihrer Familiengeschichte erzählt. Ihre Freunde wussten es entweder durch die Gerüchteküche Siebensee oder weil sie live dabei waren... Vero kannte Christiane Winter noch persönlich, da Mae und Vero seitdem sie beide fünf waren, befreundet waren. Somit hatte Vero natürlich alles live mitbekommen und hasste Maes Mama wahrscheinlich mehr als Mae ihre Mama hasste. Und die anderen wussten es, weil sie es miterlebt hatten – so wie Vero damals. Sie wussten es, weil sie Julius in Bars aufgesammelt hatten oder weil sie Mae nach der Schule zum Mittagessen bei ihnen hatten. Mittlerweile war Mae davon ausgegangen, dass jeder diese Geschichte kannte – besonders weil Noah genauso lange hier wohnte wie Mae; also seit immer. Noah war erst der zweite Mensch, dem sie davon erzählte. Der Ironie dieser Tatsache war sie sich durchaus bewusst.

„In welcher Stunde schreiben wir noch mal Bio?“  

Mae verdrehte die Augen, war aber dankbar, dass er wieder mal die Stille unterbrach und damit die komische Stimmung, die sich mit Maes Geständnis breitgemacht hatte, verscheuchte. Sie schmunzelte. „Dritte bis vierte.“  

„Dann kann ich ja ausschlafen.“, meinte Noah und streckte sich genüsslich. Mae schüttelte den Kopf: „Haben wir nicht Literatur morgen früh zusammen?“ Es war keine Frage, sondern eine Aussage. Und eine Art von mütterlichem Hinweis, für den Mae sich schämte. Noah grinste und legte seinen Zeigefinger auf die Lippen und zischte ein kindliches „Psst“. Mae musste lachen.  

Noah warf einen Blick auf seine goldene Armbanduhr, die an seinem starken Handgelenkt prangerte und stöhnte. „Wir haben halb elf, Winter.“, meckerte er. „Ich stehe garantiert nicht um sechs auf, um zur Literaturhexe zu gehen.“ Er sprang vom Geländer und klaubte seinen Rucksack vom Boden. „Wir könnten sechszehn Uhr haben und du würdest nicht zu Literatur kommen.“, argumentierte Mae dagegen und stellte sich ebenfalls hin, Noahs Jacke immer noch fest umschlungen. „Das ist… vollkommen richtig!“ Mae schmunzelte.  

„Gibt es eigentlich irgendein Fach, was du nicht kannst, Winter?“, fragte er nach einem Augenblick der Stille. Mae überlegte kurz. Sie war eigentlich überall gut in der Schule – was mit Wissen an sich eigentlich nicht viel zu tun hatte; sie war einfach nur sehr ehrgeizig und fleißig. Mae saß jeden Tag mindestens eine Stunde da und lernte und es fiel ihr leicht, sich Dinge zu merken und sich mit ihnen zu befassen. Doch wenn sie ihm das so sagte, würde er sie als Streberin abstempeln, die sie wahrscheinlich auch war.  

„Mathe und Physik.“, antwortete Mae deshalb, weil das tatsächlich die einzigen Fächer waren, in denen sie wirklich Hilfe brauchte und wo sie etwas länger brauchte, es zu verstehen. „Du machst mich traurig, Winter.“, sagte Noah und man konnte das Grinsen in seiner Stimme hören. „Wieso?“  

„Das war die typische ‚Ich bin überall ein Streber, will es aber nicht zugeben, deswegen nenne ich die zwei Fächer, in denen ich letztes Schuljahr leider nur eine zwei minus hatte‘ Antwort“ Und das war nicht mal ganz gelogen. „Drei plus.“, entgegnete Mae und erwiderte sein sarkastisches Grinsen.  

„Für eine Streberin bist du aber eigentlich ganz cool.“, hauchte er und stand plötzlich dicht vor ihr. Mae konnte seinen heißen Atem auf ihrer kalten Haut spüren. „Das war ja fast ein Kompliment, Keller.“ Ihre Stimme klang überzeugt und selbstbewusst, nur das leichte Zittern deutete darauf hin, dass seine Nähe sie ganz schön aus dem Konzept brachte. Doch man hätte es auch einfach auf die Kälte schieben können. „Aber nur fast, Winter.“, erwiderte Noah und lächelte. Der Wind frischte auf und wehte eine Duftwolke in Maes Nase. Noah roch nach herbem Aftershave und nach Citrusfrüchten. Und nach dem Kaffee, den Mae ihm gekocht hatte, da er nach der dritten Stunde Bio-Nachhilfe fast auf dem harten Esstisch eingeschlafen war. Mae atmete tief ein und hätte sich deswegen fast ohrfeigen können. Wie in einem schlechten Teenie-Film musste eine Windböe seinen Duft in ihre Richtung wehen und ihre Sinne damit berauschen. Mit Noah Keller schien alles wie in einem schlechten Teenie-Film sein. Wie konnte ein Duft nur so berauschend sein… Und wieso musste es ausgerechnet der Duft von Noah fucking Keller sein?  

Ein sanftes Lächeln huschte erneut über seine Lippen, als er Mae eine Strähne hinter ihr Ohr strich, die sich bei der Windböe in ihr Gesicht verirrt hatte. Da Mae nicht wusste, was sie machen sollte, blieb sie steif auf dem Geländer sitzen, genoss die Wärme seiner Hand auf ihrer fast erfrorenen Wange und fragte sich, was sein nächster Schritt war. Es schien ihr so, als wolle er sie küssen; doch war es Noah Keller, von dem sie hier sprach. Noah konnte in Siebensee und Umgebung Jede haben. Die einzigen die nicht davon träumten, wie es wäre ihn zu küssen, waren die, die die Ehre schon hatten. Und sei es nur beim unromantisches Flaschendrehen auf einer Silvesterparty. Es fiel Mae schwer, zu glauben, dass Noah Keller sie küssen wollte. Ausgerechnet sie.  

Doch dann fiel sein Blick auf ihre Lippen und er senkte seine Lippen auf ihre. Bei Mae im Kopf klingelten alle Alarmglocken in der Lautstärke eines Schiffshorns. Alles in ihr schrie, sofort das sinkende Schiff zu verlassen, ihn aufzuhalten, sich wegzuducken und im Haus zu verschwinden und es nie wieder zu verlassen. Doch sie tat nichts dergleichen. Sie blieb einfach regungslos stehen.  

Doch ihr Bruder eilte ihr zu Rettung. Denn in dem Moment, in dem Mae Noahs Lippen schon fast auf ihren schmecken konnte, bog der Wagen ihres Bruders in die Einfahrt ein und die Scheinwerfer erleuchteten die Hauswand heller als Scheinwerfer während eines Konzerts. Abgeschreckt von dem Licht, entfernte sich Noah von Mae und ließ ihr Gesicht los. Die Wärme, die seine Hand hinterlassen hat, verschwand augenblicklich und ließ nichts als Kälte zurück. Und Scharm. Ein Ruck ging durch Maes Körper und sie wandte sich zu ihrem Bruder um, der immer noch im Auto saß und das Spektakel vor seinen Augen mit skeptischem Blick beäugte. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaltete er das Licht des Autos aus und gewehrte wieder der Dunkelheit den Platz. Mae musste sich, nachdem sie so lange in das grelle Licht gestarrt hatte, erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen. Sie hörte, wie Julius die Tür öffnete und geräuschvoll wieder schloss. Mae wusste, dass Julius Türen normalerweise leise wie eine Katze schließen konnte und das jetzt nur machte, um ein Statement zu setzen. Bei dem Gedanken schmunzelte Mae. Langsam, aber mit großen Schritten ging Julius– nein, er marschierte fast – auf Noah und seine kleine Schwester zu. Bei ihnen angekommen reichte er Noah die Hand. „Hey Noah!“  

Noah und Julius kannten sich eigentlich relativ gut. Noahs älterer Bruder Micha und Julius haben zu Julius‘ Sturm und Drang Zeit sich regelmäßig brüderlich unter den Tisch gesoffen und eigentlich verstanden sich Noah und Julius relativ gut. Doch in diesem Augenblick hatte Julius einen so väterlichen und angsteinflößenden Blick drauf, dass Noah nicht mehr so lässig schien wie sonst. „Hey, Julius.“, antwortete er. Noahs Stimme schien fest, doch sein Unterton schien nicht ganz zu wissen, wie er sich in dieser Situation verhalten sollte. „Ich wollte eh gerade gehen.“, sagte Noah schließlich. Julius zog die Brauen hoch und beäugte Noah den ganzen Weg, bis er unten am Treppenpodest angekommen war und sich nochmal zu Mae umdrehte. „Wir sehen uns nach Bio, Winter.“, meinte er nur und ging weiter. „Bis morgen, Keller.“, antwortete Mae und bekam als Antwort nur eine winkende Geste über Noahs Schulter.  

„Wieso musst du Jungs eigentlich immer so eine Angst einjagen?“, fragte Mae – halb genervt, halb amüsiert – als sie ihrem Bruder zurück ins Haus folgte. „Weil es so einen Spaß macht!“, lachte Julius und schmiss seine Jacke übers Sofa. In derselben Bewegung verharrte er und grinste seine Schwester an. „Schöne Jacke übrigens!“ Maes Gesichtsausdruck musste in dem Augenblick zum Schießen gewesen sein, wenn man Julius‘ Reaktion Glauben schenkte. „Dafür, dass du ihm eigentlich keine Nachhilfe geben wolltest, scheinst du ihm demnächst noch ganz andere Nachhilfe zu geben.“ Julius fand sich heute wieder besonders lustig und tänzelte davon. Auf das amüsierte und ertappte „Ach, leck mich doch“ seiner Schwester reagierte er nur mit noch herzlicherem Lachen. Als Julius in Richtung Toilette verschwand und damit aus jeglicher Sicht verschwunden war, nahm Mae Noahs Jacke von ihren Schultern. „Was für ein komischer Abend.“, flüsterte sie zu sich selbst und hing die Jacke über den Küchenstuhl, auf dem sie am früheren Abend noch Nachhilfe gegeben hatte. Sie betrachtete die Jacke eine Weile, bevor sie verwirrt den Kopf schüttelte und die Treppe hoch, Richtung Zimmer, ging und sich dachte, was das für ein merkwürdiges Gespräch wird, wenn sie ihm die Jacke wiedergeben muss.

Mae schmiss sich seufzend aufs Bett und starrte hoch zu Decke. Kurz nach dem ihre Mutter sie und ihren Bruder verlassen hatte, hat sie oft hier so gelegen und die Maserung der Decke auswendig gelernt, bis die Tränen verschwanden und sich das laute Schluchzen in ein leises Wimmern verwandelt hatte. Irgendwie hatte sie das immer beruhigt und ihre Gedanken leiser werden lassen. Nur heute ließ ihre Holzdecke sie im Stich. Die Gedanken kreißten immer noch in ihrem Kopf wie auf einem Kettenkarusell; die Bilder von Noahs Lächeln und seiner Lippen gewechselt mit der ständigen Frage ob er sie wirklich küssen wollte, machte Mae ganz schwindelig. Warum musste Christian auch ausgerechnet sie für Nachhilfe auswählen?  

Verzweifelt wälzte sie sich zur Seite und griff nach ihrem Telefon. Sie wählte die Nummer, die sie seit Jahren auswendig kannte. Die Handynummer von Vero. Nach nur wenigen Klingeln, begrüßte Vero sie freundlich, aber mit verschlafener Stimme. „Oh scheiße, hab ich dich geweckt?“, war Maes postwendende Reaktion auf Veros verschlafene Heiserkeit. „Wir haben halb eins, Mae!“, lachte Vero. „Natürlich hast du mich geweckt.“ Für einen Moment hörte man es rascheln, dann hörte man leise Schritte, dann das Öffnen und Schließen einer Tür und dann das flüsternd fluchende „Ah... Ist das kalt.“, als sich Vero in ihrem Badezimmer auf den Fußboden setzte. Mae kicherte. Als sie noch jünger waren, haben Vero und Mae fast jeden Abend telefoniert; haben über Julius oder Maes und Veros Mutter geredet, die beide nicht zwingend Mutter des Jahres wurden, oder über süße Typen bei ihnen an der Schule – nicht zuletzt über Christian Ludwigs, Noah Keller und Bartosz Brückle, ein gutaussehender junger Mann mit beachtlichem Sixpack, der schlau war, Songs schreiben und Gitarre spielen konnte und somit viele Mädchen auf seiner Seite hatte. Vorsitzende des Bartosz Fanclubs war natürlich Vero. Und immer, wenn sie telefonierten, schlich Vero ins Bad, um ihre Zimmergenossin nicht zu wecken; und seit Jahren hörte es sich alles gleich an - das ätzende Seufzen wenn sie sich aus dem Bett quälte, das leise Tapsen ihrer nackten Füße auf dem Parkett, selbst das Fluchen wenn sie sich auf die kalten Fliesen setzte, klang jedes Mal gleich.

„Was ist los?“, fragte Vero ihre Freundin nach einer kurzen Weile des Schweigens. „Was soll los sein?“, versuchte Mae um ein peinliches Gespräch drumherum zukommen, für das sie selbst verantwortlich war, war sie ja schließlich Vero angerufen hat – und nicht umgekehrt. „Wir haben halb eins in der Nacht, morgen ist Schule und du schreibst morgen Biologie. Du würdest nicht anrufen, wenn du nicht bis vor fünf Minuten an deine Decke gestarrt hättest…“ Mae lächelte.  

„Du wirst nicht glauben was passiert ist…“, hauchte Mae irgendwann.  

„Noah wollte dich küssen?“  

„Weißt du, Vero, es macht überhaupt keinen Spaß dir etwas zu erzählen, wenn du direkt weißt, was ich dir erzählen will!“, lachte Mae, kein bisschen verwirrt darüber, dass Vero sich bereits gedacht hat, dass sowas passieren musste. An Silvester hatte Vero das auch vorausgesehen, keine Stunde bevor es dann tatsächlich passiert war. „Was? Ehrlich?“ Durch das Telefon hörte Mae, wie ihre beste Freundin am anderen Ende, hysterisch quietschte. „Hat er dich geküsst?“ Plötzlich wirkte Vero hellwach.  

„Nein, Julius kam nach Hause bevor es dazu kam.“, antwortete Mae. „Hättest du es denn zugelassen?“, fragte Vero nun die von Mae befürchtete Frage. Hätte sie es zugelassen? Oder war sie wirklich froh, dass Julius kam und den großen Bruder gespielt hat?  

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Ich weiß, ich bin gemein. Cliffhanger sind meine Spezialität :D Was haltet ihr von dem Beinahekuss und Julius' Auftreten?