present and future

GeschichteDrama, Familie / P18
Danny "Danno" Williams Steve McGarrett
22.12.2019
26.05.2020
19
40.434
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22.12.2019 1.428
 
Prolog



Dezember, zwei Wochen bis Weihnachten


Er krümmte sich vor Schmerzen, die von Minute zu Minute schlimmer zu werden schienen, auf dem Boden irgendeiner Höhle mitten in der Pampa, und versuchte zu überlegen, was er tun konnte. Oder zu was er überhaupt noch in der Lage war.  

Sie waren nicht von Anfang an hier gewesen, sie hatten ihn aus ihrem Lager, nahe des Dorfes, hier her verschleppt, mit verbundenen Augen und gefesselten Händen. Er hatte es inzwischen geschafft, sich von Binde und Fesseln zu befreien.  

Er hatte vermutlich seit mehreren Tagen nichts mehr gegessen. Genau wusste er es nicht, denn er hatte jedes Zeitgefühl verloren.
Seit etwa zwei oder drei Tagen waren sie verschwunden, und hatten ihn verletzt, und somit auch hilflos zurück gelassen.
Es gab neben etlichen leeren noch fünf volle Wasserflaschen in der Höhle, neben der Feuerstelle, zu der er sich, schwer atmend, geschleppt hatte, aber die würden nicht ewig reichen.

Inzwischen schwankte er immer wieder zwischen Phantasie, kurz vor der Bewusstlosigkeit, und der Realität hin und her, während er halb sitzend mit dem Rücken an einer harten Felswand lehnte.
Er sah seine Familie vor sich, und dachte an sie. Vor allem an Sie. Die Liebe seines Lebens. An seinen Sohn. An die … Probleme, die sie miteinander gehabt hatten, und was sie durchgemacht hatten.
Er dachte an seine Freunde, die ebenfalls seine Familie waren, seine Ohana, für die er alles geben würde, er begann zu weinen, und eine Träne lief über seine Wange.
Er verbot sich jedoch diesen einen Gedanken, um nicht völlig die Hoffnung zu verlieren, und komplett durchzudrehen.
Er würde ihnen allen so gerne sagen, wie wichtig sie ihm waren, was sie ihm bedeuteten. Nur ihr hatte er einen Brief nach Hause geschickt, bevor sie zu ihrer Mission aufgebrochen waren. Doch er wusste, dass er das hier nicht mehr lange aushalten würde…



August, im selben Jahr


Sie tastete neben sich, und stellte fest, dass die andere Betthälfte leer war. Sie streckte sich ausgiebig, und entschied sich dafür, während sie richtig wach wurde, aufzustehen, und eine Runde laufen zugehen, bevor sie ins Büro musste.

Was Bewegung anging, hatte sie sich von ihm und seinem Sohn anstecken lassen, zumindest, was das Laufen betraf. Und sie ging auch hin und wieder mit ihm im Meer schwimmen.

Sie hatte in den letzten Wochen ein bisschen zugelegt, obwohl sie ihre Essgewohnheiten nicht großartig geändert hatte. Na gut, vielleicht hatten sie das ein oder andere Barbecue mehr als gewöhnlich gehabt. Ihr Liebster beschwerte sich nicht, im Gegenteil, vermutlich hatte er es noch nicht einmal bemerkt. Ihre Leidenschaft mit- und füreinander war ungebrochen. Aber ihr selbst war nicht wohl dabei, und sie war fest entschlossen, sich auch weiterhin regelmäßig zu bewegen.

Sie stand auf und zog sich eine kurze Sweathose und ein T-Shirt an. Den Stoff von Sportklamotten, die fürs Laufen geeignet waren, atmungsaktiv und was sonst noch weiter, mochte sie überhaupt nicht.
Nachdem sie sich im Schlafzimmer angezogen hatte, ging sie ins angrenzende Bad, und machte sich dort weiter fertig.
Sie band sich einen lockeren Zopf, damit ihre Haare ihr nicht im Weg waren, während sie sich im Spiegel betrachtete. Sie war einerseits zufrieden mit dem, was sie sah.
Sie achtete auf sich, ernährte sich im Großen und Ganzen gesund, und hatte mit Sport begonnen. Andererseits war sie keine zwanzig mehr. Und das sah man ihr auch an. Sie gehörte jedoch nicht zu den Frauen, die deshalb ärztliche Hilfe in Anspruch nahmen, tief bestürzt waren, für die eine Welt zusammen brach, und die deshalb nachhalfen. Sie tat, was sie konnte, soweit es ihr Job zuließ, und genoss ihr Leben inzwischen in vollen Zügen, mit jedem einzelnen Fältchen, das sich zeigte.
 
Sie hielt einen Moment inne und horchte in sich hinein, da sie sich nicht hundert Prozent fit fühlte. Aber sie wollte sich auch auf keinen Fall drücken, dazu war sie viel zu diszipliniert, also ging sie schließlich nach unten.

Sie trank einen Tee, und machte sich eine Flasche Wasser für Unterwegs fertig. Sie stieg vor dem Haus in ihr Auto, um Richtung Diamond Head zu fahren.

Erst vor einem dreiviertel Jahr hatte sie ihre Wohnung aufgegeben, und war ganz zu ihm und seinem Sohn gezogen, was ihr nicht leicht gefallen war. Auch wenn sie sich hier inzwischen sehr wohl fühlte, das Haus gehörte ihm, und sie waren nicht verheiratet. Aber inzwischen waren sie, mit einer kaum erwähnenswerten Unterbrechung, zweieinhalb Jahre zusammen, und deshalb war sie den Schritt letztendlich doch gegangen, nachdem Steve sie gefragt hatte.  

Unterwegs war sie sich wieder nicht sicher, ob es ihr wirklich gut genug ging, sie fragte sich, was mit ihr los war. Und spielte erneut mit dem Gedanken, ihr Vorhaben aufzugeben, und heute auf den Sport zu verzichten. Doch sie entschied sich dazu, weiter zu fahren, ihrem Plan in die Tat umzusetzen, und es zu versuchen, so lange es nicht schlimmer wurde. Sie würde es einfach langsam angehen lassen.

In diesem Moment hörte sie ihr Handy, das eine eingehende Nachricht meldete, und lächelte. Vermutlich war sie von ihm.

Kurz darauf war sie am Diamond Head angekommen, parkte das Auto, stellte den Motor ab und nahm ihr Handy, an dem Ohrstöpsel hingen, vom Beifahrersitz an sich.

Hey, Morgen Schlafmütze. Ich wünsch Dir einen schönen Tag. Ich liebe Dich.

Sie lächelte und entschloss sich, ihm nach ihrem Lauf und nach einer Dusche zu antworten.

Sie verstaute ihr Handy in einer Hülle für den Arm, die sie aus dem Handschuhfach gezogen hatte, damit es ihr nicht im Weg war, und stieg aus ihrem Auto. Sie steckte sich ihre Ohrstöpsel ein, ließ die Musik laufen, und fing an, sich langsam bewegen, um sich warm zu machen.

Die Schmerzen wurden, entgegen ihrer Hoffnung, heftiger und sie gab nach etwa zehn Minuten auf.
Sie machte sich auf den Rückweg zum Parkplatz, und wollte in ein Krankenhaus fahren, da es immer schlimmer wurde, als ein weiterer, diesmal heftiger Schmerz durch ihren Unterleib zog.

Sie presste überrascht und geschockt eine Hand auf ihren Bauch, mit der anderen stützte sie sich auf dem Boden ab, da sie die Schmerzen inzwischen in die Knie gezwungen hatte.
Sie hatte inzwischen Panik und zog sich ihre Ohrhörer aus den Ohren.
Sie hatte so etwas vorher noch nie erlebt, sie hatte das Gefühl, als würde jemand mit einem spitzen Gegenstand in ihrem Unterleib stechen, und hatte keine Ahnung, was los war.  

Sie atmete nur noch stoßweise, und rief mit ihrer letzten Kraft um Hilfe. Sie hatte keine Chance mehr, ihr eigenes Handy aus ihrer Halterung zu holen, um sich selbst Hilfe zu rufen, sie legte sich langsam mitten auf der Lausstrecke, die immer gut besucht war, auf den Boden und hielt sich den Unterleib.

„Ma´am! Ma´am, was ist passiert? Kann ich ihnen irgendwie helfen?“, beugte sich ein junger Mann, der vom Parkplatz zu kommen schien, zu ihr herunter.    

„Ich … weiß … nicht, was … bitte, rufen, … rufen sie … einen Krankenwagen. Bitte, helfen … helfen sie mir!“

Nur nebenbei bekam sie dann mit, wie der Fremde sein Handy aus einer Gürteltasche zog, telefonierte, und Hilfe anforderte.
Sie musste sich viel zu sehr darauf konzentrieren, nicht weiter in Panik zu verfallen. Sie fühlte sich schlecht, und, obwohl ihr geholfen wurde, auch allein.

Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor, dass endlich ein Stück den Weg hinunter, auf den Parkplatz, der Krankenwagen heranfuhr.

Sie sah die Sanitäter zu sich eilen und schon wurden ihr die ersten Fragen gestellt, die sie mit Mühe und Not beantworten konnte, während die Sanitäter ihre Arbeit begannen.
Sie fragten sie nach ihrem Namen, wie alt sie sei, was sie für Schmerzen habe, wo genau, und wie intensiv die Schmerzen seien. Nebenher wurde ihr Blutdruck gemessen, und ihr Puls kontrolliert. Schließlich fragte der Sanitäter: „Ma´am, ist es möglich, dass sie schwanger sind?“



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Halli, Hallo liebe Leser,

wie versprochen, starte ich hiermit, wie immer mit etwas Lampenfieber, die Fortsetzung meiner Geschichte „past and present“.
Ich will niemanden zu nahe treten und ich hab keine Erfahrung damit, aber für die Dramatik habe ich in meinem Prolog vielleicht etwas übertrieben.
Ich hab recherchiert, das tue ich für all meine Storys, und wenn ich es richtig sehe, so schmerzhaft würde es eigentlich wohl nicht sein. Aber letztendlich entscheide ich doch immer, in wie weit ich mich an die Wahrheit halte, was ich eher versuche, oder an das, was mir gefällt. Wem das nicht gefällt, der darf sich gern ne andere Geschichte zum Lesen aussuchen.  
Vielleicht/vermutlich ist es aber auch bei jeder Frau anders. Wie gesagt, der Spannung wegen. Ich hoffe, ihr könnt es annehmen und seit gnädig mit mir …

Liebe Grüße,
Tanja
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