A Song for your Heart

von Kate90
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character)
22.12.2019
27.02.2020
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Halli Hallo Hallöchen,

erstmal hoffe ich, dass ihr alle einen schönen Valentinstag hattet.

Und nun zu hier.

Ich bekam eine Nachricht, in der es hieß: Was, du kannst doch nicht die Band auflösen. Schon mal was von neuen Mitgliedern gehört?

Mhh, ja, dass könnte ich tun. Aurora spielt Bass, es gibt eine Band, die hat zwei Leute am Bass verschlissen, bevor sie den richtigen gefunden haben.

Aber Nö, denn für die Mädels ist Aurora die richtige. Ganz oder gar nicht.

Deshalb, stellt euch auf ein Ende mit ihnen ein.

Bis morgen

Tschau mit au und Tschö mit ö  ♡
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Kapitel 36

Nach dem ich meine Wohnungstür hinter mir geschlossen hatte, klingelte mein Festnetz Telefon und ich hechtete zum Hörer.

„Lehmann“, sagte ich.
„Vetter“, antwortete mein Gesprächspartner und ich fragte mich, ob es Gedankenübertragung war.
Denn meine Gedanken waren bei Jan, denn auch wenn unsere Trennung gerade mal drei Stunden her war und es auch noch nicht richtig in meinem Kopf angekommen war, so wollte ich mit ihm reden.

„Und was ist bei eurer großen Besprechung rausgekommen? Kann ich mich bald auf ein neues Album von euch freuen?“, fragte er und ich setzte mich an meinen Arbeitstisch.
„Jein. Also du kannst zwar demnächst ein neues Album in den Händen halten, wir wollen noch eins produzieren, aber es wird auch unser letztes sein. Jan, wir lösen uns auf.“
„Was?“

Seiner Stimme nach zu Urteilen, war er geschockt und auch überrascht über meine Worte.
„Wieso das denn?“
„Es ist nicht so einfach, Aurora wird kaum Zeit haben, wenn das Kind auf der Welt ist. Manchmal ist ein klarer Schnitt einfach besser.“

Kurz war stille in der Leitung, bis Jan seine Worte wieder gefunden hatte.
„Und an eine Pause habt ihr nicht gedacht?“
„Und die soll fünf Jahre dauern oder wie?“, spielte ich auf die Trennung von „Die Ärzte“ an.
„Meine Liebe, in unzähligen Interviews sagte ich, dass es keine Pause, sondern eine Trennung war. Eigentlich sollte es uns gar nicht mehr geben.“

Umso weniger verstand ich, warum er so reagierte. Er musste doch am meisten verstehen, wie es war, seiner Band den Todesstoß zu verpassen.
Es war mit Sicherheit keine einfache Entscheidung gewesen, aber für uns wohl die einzige die einen Sinn ergab.

„Pheli?“, fragte er.
„Mhh“, kam es nur von mir, denn ich war völlig in meinen Gedanken.
„Glaub mir, mir viel das damals wirklich nicht leicht. Doch für mich war einfach ein Punkt erreicht, wo ich mich fragte, wo die Reise noch hingehen sollte. Die Trennung war, mal abgesehen von dem miserablen Kapitel King Kong und Depp Jones, wichtig für uns. Wer weiß, was ohne diese Trennung aus uns geworden wäre?“

Damit hatte Jan vermutlich recht, aber man konnte uns nicht mit ihnen vergleichen.
Ja, auch Aurora und mich verband ein Band, dass aussergewöhnlich war, aber es war nicht mit Bela und Jan zu vergleichen.

Die beiden gehörten einfach zusammen.
Sie waren wie Ying und Yang. Das eine konnte nur hervorragend mit dem andren funktionieren.
Und für einen Menschen wie Jan, bei dem ständig Musik rauskam, blieb auch nicht viel übrig, als auf der Bühne zu stehen.

Er liebte es, wenn das Publikum seine Lieder voller Entzückung und mit ihren eigenen Gedanken mitsang.
Doch ich war da anders.

Aurora und ich hatten nie damit gerechnet überhaupt soweit zukommen.
Das wir vier Alben; bald sogar fünf produzierten, war schon ein echtes Wunder.
Wenn wir ehrlich waren, dann dachten wir, dass nach unserem ersten Konzert in meinem Heimatort Endstation sein würde.

Musik konnten wir immer noch machen, aber eben nicht professionell.
Ich hatte genug eigene Rücklagen, um mir Gedanken zu machen, was ich nach dem Bandende machen wollte.

„Und was denkst du, was du danach machen möchtest?“, unterbrach Jan meine Gedanken.
„Das kommt gerade vom richtigen. Wer hatte denn keine Ahnung, was er machen sollte und brach sein Studium nach einem Tag ab?“, neckte ich ihn.
„Aber immerhin hatte ich mit dem, was ich machen wollte, Erfolg. Und du hast gerade auch Erfolg, mit dem was du tust. Und das wichtigste ist, es macht dir Spaß. Also, was denkst du, was du in Zukunft machen möchtest?“

Gerade hörte Jan sich wie meine Eltern an. Für jemanden, der seinen Eltern immer nur sagte: Was soll ich denn machen? Ich weiß es doch selber nicht, nicht wirklich zielführend.

„Das weiß ich doch selber nicht. Aber ich habe eine Ausbildung und auch ein Fernstudium absolviert. Ich kann schreiben und und und. Falls du sorge haben solltest, dass ich mich zurücklehne und von deinem Geld leben möchte, Fehlanzeige“, sagte ich aufgebracht.

Denn ich wollte gerade nicht über meine Zukunft reden, nicht heute.
„Das meinte ich nicht. Ich habe einfach nur Angst, dass du etwas aufgibst, was du liebst. Musik zu machen ist nicht einfach nebenbei gemacht. Das fühlt und lebt man. Was ist, wenn dir das fehlt?“, fragte Jan und schien immer noch bedenken bezüglich eines Endes zu haben.

Zumindest konnte ich ihn in diesem Punkt verstehen.
Es ging ihm darum, dass ich etwas aufgab, was ich liebte. Aber ich hatte auch keine Antwort auf seine Frage.
Wie konnte ich vorher wissen, was das Bandende wirklich mit mir machte?

„Hör zu, dass weiß ich auch nicht, aber ich werde es herausfinden. Können wir jetzt das Thema wechseln?“, fragte ich.
„Es ist dein Leben, aber ich sage dir, du wirst das ganze noch bereuen. Da bin ich mir ziemlich sicher.“

So ein Klugscheißer!

„Wie läuft denn die Tour bisher?“, fragte ich um das Thema endlich von mir auf ihn zu lenken.
„Super“, sagte er.
„Und schon fleißig Material fürs Limbo gesammelt?“ Von Jan kam ein herzhaftes Lachen.
„Wer weiß das schon. In Zürich bist du ja dabei, dann kannst du die Ergebnisse sehen.“

Oh darauf freute ich mich schon. Gemeinsam mit Aurora würde ich mich an die Bar setzen und die drei bei ihrem Limboauftritt beobachten.
Das konnte nur ein lustiges Ereignis werden.

Nach dem Jan und ich uns noch über deren Tourbus unterhielten, der zwar eine Dusche hatte, es aber aus unerfindlichen Gründen nicht die Möglichkeit gab diese zu benutzen, legten wir auf.

Den restlichen Tag verbrachte ich auf meinem Sofa und schaute eine Serie nach dem anderen.
Es sorgte einfach dafür, dass ich nicht zu sehr an die Geschehnisse denken musste.

Leider hatte ich die Rechnung ohne mein Unterbewusstsein gemacht, denn ich träumte die schrecklichsten Sachen.

Zuerst war ich nicht mehr in der Lage Texte zu schreiben, dann wollte niemand unser Album kaufen und zum krönendem Abschluss standen wir vor leeren Hallen, um unsere letzte Tour zu spielen.
Es war ein Alptraum.
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