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Tonks & die Rumtreiber

von Sandy369
Kurzbeschreibung
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P6 / Gen
James "Krone" Potter Nymphadora Tonks OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
21.12.2019
09.08.2020
19
55.152
28
Alle Kapitel
58 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
21.12.2019 2.192
 
Hallo zusammen, ich habe zum ersten Mal seit Jahren meinen alten Laptop wieder angeschmissen und diese Geschichte darauf gefunden, die ich vor fünf Jahren geschrieben und komplett vergessen hatte.
Obwohl ich die Geschichte heute vermutlich nicht mehr so schreiben würde, hat es mir trotzdem viel Freude gemacht, sie zu lesen, und ich dachte, wenn ich sie schon habe, kann ich sie auch hochladen, und vielleicht erfreut sich ja noch jemand anderes daran.

Die Kurzbeschreibung sagt eigentlich schon alles. Ich habe Tonks hier ein paar Jahre älter gemacht (sie ist im fünften Hogwarts-Jahr, die Rumtreiber im sechsten) und sie nach Gryffindor gesteckt. Ich weiß nicht, ob damals noch nicht bekannt war, dass Tonks in Hufflepuff war, oder ob ich mich darüber aus dramaturgischen Gründen einfach hinweggesetzt habe. Ich bin selbst stolze Hufflepuff, aber die Geschichte würde sonst nicht so funktionieren. Abgesehen von diesen klitzekleinen riesigen Änderungen ist die Geschichte komplett canon.

Ich habe die Geschichte damals fast komplett fertig geschrieben, es fehlen also nur noch ein Ende und ein bisschen Überarbeitung der bereits existierenden Kapitel. Deshalb werde ich relativ häufig hochladen, vermutlich alle zwei bis drei Tage.

Ich freue mich natürlich wie immer für Reviews und Favoriteneinträge, falls das hier überhaupt noch jemand liest.

Viel Spaß und bis bald!


-


Es war ein klarer Samstagmorgen, als Nymphadora Tonks aus dem Schlossportal trat und sich mit ihren beiden besten Freundinnen Hailey McAllister und Mary Bennett in die Gruppe von Schülern einreihte, die nach Hogsmeade ging. Redend und lachend liefen sie über die Ländereien auf das große Tor zu. Nach wenigen Metern klappten die drei Mädchen fröstelnd die Krägen ihrer Umhänge hoch. Zwar schien die Sonne vom blassblauen Himmel hinunter, aber es war windig und kühl. Es war Oktober, der Herbst kam.
Sie erreichten Hogsmeade nach einer Viertelstunde und steuerten wie die meisten anderen Schüler sofort auf die Drei Besen zu. Drinnen war es gerammelt voll. Die drei Mädchen kämpften sich durch die Schülerschar und ergatterten einen Tisch ganz hinten am Fenster. Während Hailey und Mary sich hinsetzten und ihre Umhänge ablegten, ging Tonks nach vorne zur Theke, um für sie alle Butterbier zu holen. Ungeduldig stellte sie sich am Ende der langen Schlange an.
Als sie fast an der Reihe war, tippte ihr jemand von hinten auf die Schulter. Überrascht drehte sie sich um und schaute in das grinsende Gesicht von Sirius Black. Neben ihm standen seine besten Freunde James Potter, Peter Pettigrew und Remus Lupin.
„Alles klar?“, fragte Sirius.
„Alles bestens“, antwortete Tonks fröhlich. „Vor allem, weil wir einen Tisch bekommen haben, und ihr offensichtlich nicht.“
Sirius legte den Kopf schief und schaute sie bittend an. „Können wir…?“
„… zu uns kommen?“, beendete Tonks seine Frage und grinste. „Ausnahmsweise.“
Der Schüler vor ihr trat einen Schritt zur Seite und Tonks war an der Reihe. Sie bestellte drei Butterbier und als sie bezahlt hatte und Madam Rosmerta die Getränke auf den Tresen stellte, wurde Tonks bewusst, dass sie unmöglich alle drei Krüge tragen konnte, ohne etwas zu verschütten, schon gar nicht mit ihrer Tollpatschigkeit. Sie nahm in jede Hand einen und blickte dann etwas ratlos auf den dritten.
Sie wollte gerade Sirius bitten, ihr den letzten Krug abzunehmen, da griff jemand danach. Tonks drehte den Kopf und erkannte zu ihrer Verwunderung Remus Lupin.
„Ich dachte, du könntest vielleicht Hilfe brauchen“, sagte er leise lächelnd.
„Oh, ja, danke“, sagte Tonks verlegen.
Es war das erste Mal, dass sie wirklich seine Stimme hörte, und sie war überrascht davon, wie sanft und freundlich sie klang. Als sie genauer darüber nachdachte, wurde ihr bewusst, dass es auch das erste Mal war, dass sie ihn wirklich anschaute. Er war ihr bisher nicht wirklich aufgefallen. Als sie sein Lächeln betrachtete, fragte sie sich, warum.
James Potter bestellte vier weitere Butterbier für sich und seine drei Freunde und Tonks führte die vier Jungen zu ihrem Tisch ganz hinten.
Als ihre Freundinnen sahen, wen sie im Schlepptau hatte, verzog Hailey ein wenig das Gesicht. Mary dagegen setzte sich plötzlich aufrecht hin und strich sich nervös eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Tonks unterdrückte ein Grinsen.
Mary war schon länger in Sirius verknallt und Tonks konnte absolut nicht verstehen, warum. Natürlich sah er mehr als gut aus, und er hatte Sinn für Humor und konnte durchaus charmant sein. Aber Tonks war er oft einfach zu laut und unsensibel. Vielleicht konnte sie sich auch nicht vorstellen, sich für ihn zu interessieren, weil er ihr Großcousin war und sie zusammen aufgewachsen waren. Er war wie ein Bruder für sie. Und das war auch gut so, denn in einen Jungen, auf den fast alle Mädchen von Hogwarts standen und der ständig eine neue Freundin hatte, wollte sie sich nicht verlieben.
Sie und die Rumtreiber, wie sich die vier Jungen gerne nannten, setzten sich zu Hailey und Mary an den Tisch. Es war eigentlich nur ein Tisch für vier, deshalb war es zu siebt ein wenig eng. Tonks saß auf der Bank, eingequetscht zwischen Hailey und Sirius. Ihr gegenüber saß Remus und es fiel ihr schwer, den Blick von ihm abzuwenden. Er beteiligte sich nicht viel an den Gesprächen, aber er lächelte oft, und aus irgendeinem Grund faszinierte er Tonks. Sie bekam kaum noch mit, worüber die anderen sprachen, weil sie sich nur auf Remus konzentrierte.
Als sein Blick ihren traf, lächelte er sie an. Tonks lächelte verlegen zurück, dann senkte sie den Kopf und schaute auf einen Brandfleck im Tisch. Danach traute sie sich nicht mehr, Remus anzuschauen, aber das Bedürfnis dazu verschwand nicht.
Schließlich verabschiedeten sich die Rumtreiber, um zu Zonko’s zu gehen. Sirius schenkte ihnen allen ein Lächeln, bei dem Mary dahin schmolz, und zerstrubbelte Tonks die bonbonrosafarbenen Haare. Peter grinste nur verlegen, James sagte freundlich „Bis hoffentlich bald“ und Remus sagte „Auf Wiedersehen“ und lächelte sie alle an. Dann gingen sie davon. Tonks schaute Remus versonnen nach und fragte sich, warum in Merlins Namen sie ihn vorher nie bemerkt hatte. Natürlich war er ruhig und zurückhaltend, aber wie sie dieses Lächeln hatte übersehen können, war ihr trotzdem ein Rätsel.
Sie starrte immer noch Richtung Ausgang, obwohl die Rumtreiber längst verschwunden waren. Hailey schnippte ungeduldig mit den Fingern und Tonks schreckte auf.
„Was ist nur los mit euch?“, fragte Hailey irritiert. Tonks schloss aus ihren Worten, dass Mary den Rumtreibern ebenfalls nachgeschaut hatte. Dass sie Sirius anguckte, war keine Seltenheit, sondern fast ein Dauerzustand.
„Nichts ist los, ich war nur… in Gedanken“, flunkerte Tonks.
Hailey hob ungläubig eine Augenbraue, sagte aber nichts mehr. Mary verzichtete ebenfalls auf einen Kommentar und trank den Rest ihres Butterbiers.
Die drei Mädchen brachen bald auf, um noch ein wenig durchs herbstliche Hogsmeade zu bummeln. Tonks brauchte eine neue Feder und außerdem wollten sie wie immer dem Honigtopf einen Besuch abstatten.
Als sie Derwisch & Banges mit gleich drei neuen Federn verließen, steuerten sie auf den Honigtopf zu. Vor dem Eingang trafen sie wieder die Rumtreiber, allerdings ohne Remus.
„Was macht ihr hier?“, fragte Tonks, als sie bei den Jungen stehen blieben.
„Warten auf Remus“, antwortete Sirius. „Uns war es da drinnen zu voll.“
Tatsächlich schien der Honigtopf noch überfüllter zu sein als sonst. Tonks und ihre Freundinnen verloren sich rasch in der Menge und auf einmal stand Tonks alleine vor dem Regal mit den extragroßen Tafeln Schokolade.
Ihre Lieblingssorte Nougat gab es nur noch ein einziges Mal, und zwar ganz oben. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen, aber reichte nicht ganz heran. Sie schaute sich nach Mary um, die ein ganzes Stück größer war als sie, konnte sie aber in dem Gewimmel nicht entdecken. Frustriert wandte sie sich wieder den Schokoladentafeln zu und bekam gerade noch mit, wie jemand nach der Nougattafel griff und Richtung Kasse ging.
„Hey!“, sagte sie unwillkürlich laut und der Junge drehte sich überrascht um.
Es war Remus. Tonks spürte, wie ihre Wangen heiß wurden.
„Was ist los?“, fragte Remus.
„Ähm… nichts…“, druckste Tonks herum. „Es ist nur… diese Schokolade…“
„Ja?“
„Das war eigentlich meine“, rutschte es Tonks heraus. Remus sah sie erstaunt an und Tonks’ Wangen wurden noch heißer.
„Ich meine… ich wollte sie eigentlich kaufen, aber ich kam nicht dran… und jetzt hast du sie…“
Auf Remus’ Gesicht breitete sich Verständnis aus.
„Aber das ist schon okay… nimm sie ruhig, das macht nichts“, sagte Tonks und wäre vor Scham am liebsten im Erdboden versunken, weil sie sich so dämlich vorkam.
Remus lächelte. „Deine Lieblingssorte?“, vermutete er.
Tonks nickte verlegen.
„Meine auch“, sagte er. „Hier, nimm sie.“ Er streckte ihr die Tafel hin.
„Nein, das ist schon okay“, wehrte Tonks ab. „Du warst ja zuerst da.“
„Nimm sie schon“, beharrte Remus.
Zögernd nahm Tonks ihm die Schokolade aus der Hand. „Bist du sicher?“, fragte sie.
Remus lachte. „Es ist doch nur Schokolade“, sagte er. „Und außerdem hast du uns ja auch an eurem viel zu kleinen Tisch sitzen lassen.“
Sie lächelte zurückhaltend, dann ging sie zur Kasse und zahlte. Remus kaufte sich statt der Schokolade einen Zuckerfederkiel und gemeinsam verließen sie den Laden.
Hailey und Mary waren schon draußen und warteten neben den Rumtreibern auf sie.
„Endlich, Remus!“, sagte Sirius laut. „Wir dachten schon, du wärst da drin gestorben.“
„Ich wurde nur… aufgehalten“, erklärte Remus und zwinkerte Tonks zu, die bis unter die Haarwurzeln errötete.
„Danke noch mal“, sagte sie verlegen.
„Kein Problem“, winkte Remus ab. Sirius sah die beiden neugierig an.
Hailey hakte sich bei Tonks unter.
„Komm, wir gehen“, sagte sie. „Ich muss noch einen Aufsatz für Verwandlung schreiben und morgen kann ich nicht, da hab ich Quidditch-Training.“
Die Mädchen verabschiedeten sich schnell von den Rumtreibern und machten sich dann auf den Rückweg zum Schloss.
„Sag mal, Moony“, begann Sirius, als die Mädchen außer Hörweite waren, „läuft da was zwischen dir und Tonks?“
Remus sah ihn empört an. „Hast du sie noch alle? Natürlich nicht!“, sagte er heftig.
„Aber sie ist eben auf einmal so rot geworden…“, meinte auch James und tauschte einen grinsenden Blick mit Sirius. Peter kicherte.
„Weil ihr etwas unangenehm war und nicht, weil zwischen uns etwas läuft“, stellte Remus klar. „Ich kenne sie doch überhaupt nicht.“
„Aber sie ist hübsch“, gab Sirius zu Bedenken.
„Das ist noch lange kein Grund, etwas mit ihr anzufangen, auch wenn du da andere Ansichten hast“, sagte Remus kühl.
„Also interessierst du dich nicht für sie?“, fragte Sirius ein wenig enttäuscht.
„Sie ist ein sehr nettes Mädchen und ich habe mich gut mit ihr unterhalten, das ist alles“, sagte Remus. „Und selbst wenn ich mich für sie oder irgendein anderes Mädchen interessieren würde, könnte daraus nie etwas werden, und den Grund dafür kennst du, also brauchen wir darüber auch nicht weiter reden.“
Er ging mit energischen Schritten voraus zum Schloss. Sirius, James und Peter tauschten vielsagende Blicke, bevor sie sich daran machten, Remus einzuholen.

Als Tonks abends aus dem Badezimmer in den Schlafsaal kam, war Mary gerade dabei, über Sirius zu reden.
„Er war einfach so süß heute“, schwärmte sie. „Und er hat wirklich das umwerfendste Lächeln. Und habt ihr euch mal seine Augen angesehen? Wunderschön.“ Sie seufzte und Tonks stöhnte.
„Musst du so von Sirius sprechen?“, fragte sie. „Deine Verliebtheit hält ja kein Mensch aus!“
„Du musst gerade reden!“, spottete Hailey, die normalerweise immer auf Tonks’ Seite war, wenn Mary sich über Sirius ausließ. „So wie du heute Lupin angestarrt hast.“
Mary kicherte. „Stimmt“, sagte sie. „Ich hab immer drauf gewartet, dass du anfängst zu sabbern, wenn er etwas gesagt hat.“
Tonks wurde rot. „Stimmt doch gar nicht.“
„Nein, gar nicht“, bemerkte Hailey sarkastisch. „Du hast ihm auch nicht nachgestarrt, als er die Drei Besen verlassen hat.“
Mary lachte und Tonks stapfte hinüber zu ihrem Bett. „Ihr seid blöd“, murmelte sie verärgert.
„Warum sind wir blöd?“, fragte Mary grinsend. „Wir können schließlich nichts dafür, dass du dich in Lupin verguckt hast.“
Wortlos stieg Tonks in ihr Bett. Hailey und Mary machten sich noch ein wenig über Remus lustig, aber zu Tonks’ Erleichterung verebbte ihr Lachen schnell.
„Also eigentlich“, sagte Hailey schließlich ernst, „ist er ja nett. Und er scheint ziemlich intelligent zu sein.“
„Und er sieht nicht schlecht aus“, fügte Mary hinzu.
„Dann könnt ihr euch ja mit ihm verabreden“, brummte Tonks.
Darauf sagte weder Hailey noch Mary etwas. Tonks hörte, wie sie ins Bett gingen. Hailey löschte das Licht mit ihrem Zauberstab.
„Gute Nacht“, sagte sie gähnend.
„Gute Nacht“, wünschte auch Mary.
Tonks sagte nichts.
Sie lag noch lange wach und dachte über die Worte ihrer Freundinnen nach. Normalerweise war sie längst nicht so empfindlich, aber aus irgendeinem Grund hatten die Worte ihrer Freundinnen sie verletzt. Vielleicht, weil sie Mary so gut wie nie mit ihrer Verliebtheit aufzog, obwohl sie ständig von Sirius schwärmte. Und als Hailey in diesen Quidditchspieler aus Ravenclaw verliebt gewesen war, hatte sie sich auch nicht darüber lustig gemacht, obwohl Haileys Verhalten im Laufe der Zeit wirklich lächerlich geworden war.
Und außerdem hatten ihre Freundinnen nicht einmal Recht. Sie war nicht in Remus verliebt. Er war ihr nur zum ersten Mal bewusst aufgefallen, und zwar anders, als sie erwartet hätte, deshalb war sie so fasziniert von ihm gewesen. Er hatte sie positiv überrascht, weil er ungewöhnlich nett war, das war alles. Sie fand, dass er etwas Geheimnisvolles an sich hatte, und das fand sie interessant, aber nicht mehr. Sie war definitiv nicht in ihn verliebt.
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