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Mistletoe and Wine

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Dirk Matthies
20.12.2019
31.12.2019
3
1.948
2
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22.12.2019 685
 
Als Regina Küppers den Aufenthaltsraum betrat, hielt sie zum zweiten Mal an diesem Tag die Luft an.


Hannes Krabbe hatte es geschafft, den Raum in ein kitschiges Weihnachtsetwas  zu verwandeln. Angefangen mit der Beleuchtung im Fenster bis hin zu dem komischen Weihnachtsbaum auf dem Tisch und dem Mistelzweig über der Tür. Was brachte manche Menschen nur dazu, an Weihnachten so zu übertreiben? Okay, Hannes Krabbe übertrieb in allem was er tat, aber hier hatte er sich offensichtlich besonders viel Mühe gegeben.

Sie persönlich mochte das Fest der Liebe ohnehin nicht sonderlich, aber sie akzeptierte es, wenn andere Menschen den Geist der Weihnacht spürten.

Was sie nicht ohne Weiteres akzeptieren konnte, war diese Dekoration. Das bunte Sammelsurium bereitete ihr fast schon körperlichen Schmerz. Das Lametta an den Jalousien und die Christbaumkugeln, die scheinbar zufällig auf dem Spind verteilt worden waren, hatte sie gerade erst entdeckt und wahrscheinlich würde ihr bis Weihnachten immer wieder etwas neues auffallen. Sie traute Krabbe aber auch durchaus zu dass er jeden Tag etwas neues hinzufügte…


Sie seufzte und nahm sich fest vor, in diesem Jahr  nichts zu sagen und es einfach hinnehmen. Es war nicht ihr Aufenthaltsraum, sie konnte sich schließlich in ihr Büro zurückziehen und sie wollte auch  nicht immer die Spielverderberin sein. Wenn es ihren Leuten gefiel, dann bitte.


Und heute Abend fand  schließlich die Weihnachtsfeier statt und sie wusste ja, dass Hannes mit seinem Enthusiasmus manchmal über das Ziel herausschießen konnte.


Sie würde einfach die Augen zumachen, wenn sie in die Küche ging und sich nicht länger als nötig darin aufhalten.


Und immer nur die Tür ohne den Mistelzweig nehmen um unangenehmen Situationen vorzubeugen. Nicht auszudenken, was da alles passieren konnte… ihr stieg das Blut in die Wangen.


Unwillkürlich schweiften ihre Gedanken zu einem bestimmten Kollegen ab und sie schüttelte hektisch den Kopf.


“Moin Frau Küppers”, genau diese Stimme riss sie aus den Gedanken und sie ließ prompt ihren Löffel fallen.


“Guten Morgen Herr Matthies”; antwortete sie und hob den Löffel schnell wieder auf. Hoffentlich war sie nicht rot geworden. Ihre Wangen glühten zumindest. Aber sie benutzte ein teures Make Up, so dass man es sicherlich nicht sehen würde.


“Junge, Junge, was is´n hier los?”, Dirk Matthies sah sich lachend um.


“Herr Krabbe hat weihnachtlich dekoriert”, antwortete sie ernst und grinste.


“Jo, das sieht man”, Dirk schüttelte den Kopf.

“Mann, Mann, Mann”, murmelte er lachend.


“Naja, muss ja auch Leute geben, die Weihnachten mögen”, sagte er schließlich und öffnete seine Jacke.

“Glaube, Sie mir, Herr Matthies, die gibt es”, entgegnete sie während er seine Jacke in den Schrank hängte.


“Ich hoff', es ist nur für die Weihnachtsfeier heute Abend”, murmelte Dirk.


Sie zuckte mit den Achseln. "Wenn Herr Krabbe etwas tut, dann gründlich", antwortete sie und ließ ihren Blick abermals über die üppige Dekoration schweifen.


Dirk begann derweil damit, sein Hemd aufzuknöpfen und Regina beobachtete ihn heimlich dabei, während sie vorgab, ihren Kaffee umzurühren und die Weihnachtsdekoration zu betrachten. Den Löffel hatte sie inzwischen abgespült.


Sie stand ja immer noch an der Spüle. Dirk Matthies hielt in der Bewegung inne und merkte, dass er verlegen wurde. Obwohl der große Dirk Matthies Verlegenheit natürlich gar nicht kannte. Wollte sie nicht endlich gehen, so dass er sich umziehen konnte? Er stand schon fast im offenen Hemd hier und sie war immer noch da.


Er räusperte sich und sie zuckte zusammen, schaute ihn an.


Regina fühlte sich ertappt.

“Herr Matthies?”, fragte sie unschuldig.


“Ich äh..”, er zögerte und erwiderte ihren Blick.


“Ich würde mich gerne umziehen”, sagte er schließlich und deutete auf seine Uniform im Schrank.

“Umziehen?”, wiederholte sie langsam.


“Ja, umziehen”, wiederholte Dirk ebenso und seine Stimme klang auf einmal viel tiefer.


“Ach ja natürlich”, Regina hatte sich wieder gefangen.


“Entschuldigen Sie bitte”, fuhr sie peinlich berührt fort und verließ fluchtartig die Küche.


Ihre Kaffeetasse hatte sie vergessen.


Dirk schaute ihr hinterher und schüttelte grinsend den Kopf, bevor er das Hemd auszog. Sein Herz klopfte gerade ein bisschen schneller, aber sie war nun mal seine Chefin. Und da konnte es soviel knistern wie es wollte, was nicht ging, das ging eben nicht.
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