Unwelcome

von Atales
GeschichteRomanze, Fantasy / P18
OC (Own Character)
20.12.2019
28.12.2019
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Mit einem scheppern flog er über die Wiese und landete hart auf dem Boden. Hustend stützte er sich mit den Händen auf dem Boden ab, und versuchte sich aufzurappeln. Er spürte wie der gebrochene Knochen an seinem rechten Bein aneinander rieb. Der Spruch; She gonna break me, erschien ihm in dieser Lage passend zu sein, wenn auch etwas ironisch.
„Kannst du aufstehen?“
Er hob den Blick. Scáthach war nicht direkt zu ihm herangetreten, sondern betrachtete ihn abwarten ob er Aufstand oder liegen blieb. Zwar war ihr Gesicht ausdruckslos, aber er sah die Besorgnis darin. Zumindest glaubte er dass, es war schwer zu urteilen wenn man gerade mehrere Meter weit geflogen war nachdem man einen Tritt abbekommen hatte, der eine Betonwand zertrümmert hätte. Er hatte locker vier gebrochene Knochen. Manchmal war er sich nicht sicher, ob diese Frau ihn umbringen oder lehren wollte.
„Schon mal vom Einbeinigen beim Arschtrittwettbewerb gehört?“, witzelte er und lachte heißer. Gerade so und mit heißen Tränen in den Augen, schaffte er es und kämpfte sich auf sein unverletztes Bein, oder zumindest auf das Bein, welches nicht gebrochen war.
Scáthach drehte ihren Übungsstab in der Hand und hielt ihn hinter den Rücken, abschätzenden betrachtete sie ihn, dann schloss sie die Augen.
„Genug für den Moment, wir machen eine Pause!“
„Ach was!“, meinte er. „Schon müde?“
Sie warf ihm einen düsteren Blick zu, doch er konnte natürlich mal wieder seinen Maul nicht halten.
„Kann den ganzen Tag so weiter...“
Ein Handkantenschlag auf den Kopf unterbrach ihn, sich den Kopf reiben ließ er sich auf den Hosenboden fallen.
„Autsch!“, meckerte er.
Kopfschüttelnd betrachtete sie ihn und reichte ihm etwas zu essen, er nahm es an und ließ zu, dass sie sein gebrochenes Bein begutachtete. Er zuckte zusammen, als sie sein Bein etwas bewegte. Sie entschuldigte sich nicht, so wie es jede anderen Frau getan hätte, aus irgendeinem Grund wollte er dieses Wort aber auch nicht aus ihrem Mund hören. Sie war seine Lehrmeisterin, wenn sich jemand entschuldigen musste, dann war er dass.
„Tut mir leid!“, meinte er verlegen. „Ich bin vielleicht nicht so ein guter Schüler wie Cú Chulainn es gewesen ist!“
Sie sah auf und betrachtete ihn mit einem ernsten Blick.
„Du kannst dich nicht mit ihm vergleichen, er ist halb göttlich, du nicht!“
Er wollte gerade den Mund aufmachen und sie darauf hinweisen was seinen Zustand anbelangte, jedoch beschloss er doch lieber die Klappe zu halten. Manche Dinge sollten nicht zweimal gesagt werden, besonders weil er sie nicht für so vergesslich hielt.
Sein Bein knackte als die Runen, die sie gezogen hatte, ihre Wirkung tat und sein Bein verheilte. Er unterdrückte einen Fluch und betrachtete lieber seiner Lehrmeisterin. Sie wirkte noch immer gefühlskalt, doch ihre Augen wirkten warm. Vielleicht lag das aber auch nur an dem tiefen rot welches ihre Iris hatten. Wie so oft, in ruhigen Momenten, überkam ihm die Lust ihr dass lange violette Haar hinters Ohr zu streichen, wenn sie es in diesem Moment nicht schon selbst getan hätte. Er nahm einen tiefen Atemzug und versuchte seine Gedanken in eine andere Richtung zu leiten. Scáthach war außerhalb seiner Wellenlänge, sehr weit außerhalb.
Blake war mehr als klar, dass sie irgendetwas in ihm sah, denn ansonsten würde sie ihn nicht ausbilden. Sie war eher weniger, wie Cú Chulainn sie beschrieben hatte, allerdings waren Meinungen stets subjektiv und konnten von Person zu Person unterschiedlich sein.
Ihm machte das Training bei ihr Spaß, auch wenn sie ihm regelmäßig zum Training verdonnerte und ihm Knochen brach. Nach seiner Sichtweise, glich diese Ausbildung einer Therapie. Zwar war diese dann etwas masochistisch, aber dennoch. Nicht dass er sonderlich auf Schmerzen stand, aber Schmerzen konnten auch Heilung bedeuten.
„Wie war Cú während seiner Ausbildung so?“, fragte er weil ihm die Stille unangenehm wurde.
Ihr Blick wanderte kurz über das kühle Plateau, als würde sie etwas suchen, dann meinte sie verschlossen: „Er war weniger geschwätzig als du!“
Autsch.
Hatte er sie gerade irgendwie verärgert?
Oh Götter, er hoffte nicht. Laut Cú Chulainn war sie eine Bestie wenn sie wütend wurde, aber im Augenblick sah er keine Anzeichen dafür.
Als sein Bein dann wieder heile war, reichte sie ihm eine Hand, er nahm sie an und zog sich an ihr hoch.
Nur um gleich wieder auf dem Boden zu krachen und sich ein Lektion von ihr anzuhören: „Erwarte nicht, dass dein Feind dir auf die Beine hilft!“
„Got it, thanks!“, meinte er auf Englisch und kämpfte sich wieder auf die Beine.
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