Kleine Reviewecke

von Mujika
GeschichteAllgemein / P12
19.12.2019
14.01.2020
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Mit Yooka-Laylee schien Playtonic einen geistigen Nachfolger zu Banjo-Kazooie erschaffen zu haben. Die Chancen standen dafür auch unter einem sehr guten Stern. Playtonic bestand zur Gründung 2014 nur aus ehemaligen Mitarbeitern von Rare, zumindest bis auf eine Ausnahme. Man könnte also meinen, dass sie es noch immer im Blut haben müssten, 3D Jump ‘n‘ Runs zu entwickeln, wie sie es einst schon taten.
Bereits das Auftreten von Yooka und Laylee verstärkt diesen Gedanken. Wie schon Banjo und Kazooie vor ihnen, sind sie ein ungleich wirkendes Paar, welches sich wunderbar zusammen ergänzt. Die Charaktere von Banjo-Kazooie konnten sie dabei aber nicht benutzen, denn diese Rechte gehören Microsoft, nachdem Nintendo damals Rare verkaufte. Dennoch wirken Yooka und Laylee wie ihre gedanklichen Vorfahren. Sie ergeben ein gutes Team, wobei die Echse Yooka der freundliche von ihnen ist und die Fledermaus Laylee eher zynisch veranlagt ist.

Die Story an sich ist sehr simpel. Capital B ist an den sogenannten Einbuch interessiert, welches angeblich die Geschichte der Welt neu schreiben kann. Also lässt er seinen Assistenten Dr. Quack kurzerhand eine Maschine bauen, welche sämtliche Bücher einsaugt. Die Pagies des Einbuchs fliehen in die Großwälzer, welche nicht nur namentlich große Bücher, sondern auch noch gleichzeitig die einzelnen Welten sind.
Wie es der Zufall so wollte, befand sich das Einbuch im Besitz von Yooka und Laylee. Dieses hatten sie gefunden, nachdem sie ihr Schiffswrack bezogen hatten. Kaum wird das Einbuch ihnen durch die Maschine entnommen, erkennt Laylee, dass es bestimmt einiges an Verkaufswert hat und sie es deswegen unbedingt zurückholen müssen.
Schon wenige Momente später lernen sie Trowzer kennen, eine Schlange in einer Hose. Im Laufe des Spiels verkauft und schenkt er dem Spieler verschiedene Fähigkeiten. Am Anfang möchte er fünf Federn dafür haben, dass er dem dynamischen Duo sagt, wohin die Pagies geflogen sind.
Die Federn sind der zweite Gegenstand, den man hauptsächlich in diesem Spiel einsammelt. Sie liegen überall in der Welt verstreut und sind teilweise sehr gut versteckt. Von ihnen gibt es insgesamt 1010 Stück, wobei man aber nicht alle benötigt, um sich sämtliche Fähigkeiten zu kaufen. Findet man jedoch alle Federn in einer Welt, erhält man ein Pagie. Gleiches gilt auch dafür, wenn man alle fünf Ghostwriter eines Großwälzers findet. Das sind kleine, geisterartige Kreaturen, die man auf verschiedene Art und Weisen findet oder für sich gewinnt. Sie erinnern dabei etwas an die Jinjo aus Banjo-Kazooie.
Die Pagies bekommt man meistens, wenn man kleinere Herausforderungen oder Rätsel löst. Gerade ganz zu beginn findet man sie noch sehr einfach. Spätestens im ersten Großwälzer, den Stammblock-Tropen, ändert sich dies.
Zudem gibt es auch noch in jeder Welt ein je Item, welches die Gesundheit und die Energieleiste erhöht. Beide sind relativ gut versteckt, sodass man sie wirklich direkt suchen muss. Durch bloßen Zufall wird man sie kaum finden.


Die Stammblock-Tropen sind, wie es der Name schon vermuten lässt, an tropischen Gebieten angelehnt. Es gibt alte Tempel und diverse Steinsäulen, auf die man springen kann. Für eine erste Welt ist diese schon überraschend groß und die späteren Welten werden nicht besser. Schon von Anfang an sollte man sich also mit den einzelnen Gebäuden und ihren Standorten vertraut machen. Eine Karte gibt es nämlich nicht.
Auch wird schnell deutlich, dass man hier noch nicht alles machen kann. Für mehrere Pagies benötigt man Fähigkeiten, die man noch nicht bei Trowzer kaufen kann. Diese sind erst in den kommenden Welten erhältlich, sodass man später zurückkehren muss, um die Welt zu beenden. Backtracking gefällt mir persönlich nicht, weil ich ganz gerne mal vergesse, wo ich in welcher Welt noch etwas finden kann und ich mir so einen Wolf laufe. Diejenigen, denen das aber gefällt, werden sich sehr darüber freuen.
Nachdem man die ersten Pagies gefunden hat, wird einem auch noch offenbart, dass man die Großwälzer erweitern kann. Das ist ein überaus wichtiger Punkt, denn so werden die Welten größer und man erhält Zugang zu bisher nicht betretbaren Bereichen. Da es insgesamt nur fünf Großwälzer gibt, können so wenigstens die vorhandenen Welten ihr volles Potential ausschöpfen.
Da stellt sich jedoch die Frage, ob man zuerst erweitern oder die anderen Welten freischalten solle. Beide Varianten sind möglich und in keiner Weise wird man in Bedrängnis kommen, dass man nicht genügen Pagies oder Federn findet, um im Spiel voranzuschreiten. Persönlich versuche ich jedoch immer, die Welten gleich zu erweitern, möglichst viel zu schaffen und mich dann erst ins nächste Gebiet aufmache.

In den Stammblock-Tropen lernt man weitere Charaktere kennen, denen man im Laufe des Spiels immer wieder begegnen wird.
Dr. Puzz ist halb Mensch, halb Oktopus, aufgrund eines gescheiterten Experiments. Sie ist Forscherin und hilft Yooka und Laylee mit ihrer Erfindung. Mithilfe des D-N-ATORs verändert sie das Aussehen und die Fähigkeiten der beiden und passt sie an die jeweilige Welt an, um so an mindestens ein Pagie zu kommen. Damit nimmt sie die Rolle vom Schamanen Mumbo Jumbo aus Banjo-Kazooie ein, welcher schon damals für die Verwandlungen zuständig war.
Natürlich kann Dr. Puzz einen nicht einfach so verwandeln. Ihre Erfindung braucht das Mollekühl, welches man in den jeweiligen Welten finden kann. Im Gegensatz dazu verlangte Mubo silberne Schädel, welche in jeder einzelnen Welt verteilt waren, wobei er nicht in jeder Welt anzutreffen war. Schlimm ist es aber nicht, dass die Verwandlungen so nun einfacher zugänglich sind, denn meistens braucht man diese ohnehin nur für einen kurzen Moment.

Vendi, ein Automat, gibt einem Tonika, sobald man bestimmte Missionen erfüllt hat. Dazu gehört zum Beispiel das Besiegen einer bestimmen Anzahl an Gegnern auf eine bestimmte Art und Weise. Im Laufe des Spiels sollte man keine Probleme haben, diese freizuschalten, wobei man die letzten erst durch das Durchspielen der Story bekommt.
Lediglich ein Tonikum ist noch nicht verfügbar, welches die Grafik so anpasst, als würde man das Spiel auf einem Nintendo 64 spielen. Dieses Tonikum vorerst nur in der Switch- und in der PC-Version vorzufinden. PS4 und xBox One gehen bisher leer aus. Das Update soll dazu noch kommen, doch wurde bisher kein genaueres Datum genannt. Zum Glück wird dieses Tonikum nicht benötigt, um die dazugehörige Trophäe freizuschalten.

Charakter drei, auf den man in jeder Welt treffen wird, ist Rextro. Ja, sein Name ist eine Kombination aus Retro und T-Rex, denn das ist er auch. In der Welt von Yooka-Laylee wirkt er mit seiner veralteten Grafik fehl am Platz und gerade deswegen ist er hier goldrichtig. Im Austausch gegen eine Spielmünze, welche man in der jeweiligen Welt findet, kann man an einer Arcade spielen. Diese kleinen Minispiele sollen dehn Charme von Früher wieder aufleben lassen, ob man es will oder nicht. Schließlich kann man sich hier zwei Pagies verdienen.
Rextros Art wurde dabei sehr gut getroffen. Er ist ein gutmütiger T-Rex, welcher noch immer darauf wartet, dass seine Freunde vom Onlinespiel zurückkommen. Dabei wartet er schon seit 1997. Außerdem musste er erst ein paar Blöcke Speicher freimachen, um sich an Yooka und Laylee zu erinnern. Diese kleinen Witze sorgten bei mir sehr für ein nostalgisches Gefühl, da dies Dinge sind, die so heutzutage kaum noch existieren.
So sehr ich Rextro auch mag, es war eins seiner Minispiele, die die Retrolust von mir zu Retrofrust gewandelt haben.

Selbiges kann man auch zu Kartos sagen. Dieser ist eine Lore, welche ebenfalls ein Pagie besitzt. Um dieses zu ergattern, muss man sein Minispiel spielen. Dabei muss man eine bestimmte Anzahl an Diamanten einsammeln, während Kartos seine Strecke in jedem Level abfährt. Durch extra Boosts und Abbremsen kann man verhindern, in Gegner oder Hindernisse zu fahren, bei denen man durch Berührung Diamanten verliert. Kombiniert man dies mit springen, kann man so eine Vielzahl an Diamanten ergattern. Die Summe, wie viele man für ein Pagie benötigt, nimmt dabei in jedem Großwälzer zu.
Auch hier ist die Steuerung eher akzeptabel. Oftmals werden Boosts und Bremsungen zu spät ausgeführt, selbiges gilt auch für Sprünge. Besonders bei den späteren Strecken darf man kaum noch ein Diamant auslassen und man muss sehr gut aufpassen, nicht von irgendetwas getroffen zu werden. Dieses Minispiel ist wieder ein klarer Fall von „Am Anfang macht es Spaß, irgendwann wird es aber nervig.“

Auch schon eine kleine Aufgabe in den Stammblock-Tropen an sich hat den Frust in mir geschürt. Um ein Pagie zu bekommen, muss man ein Wettrennen gegen Nimble, einer Wolke, bestehen. Wolken werden bekanntermaßen nicht sonderlich vom Boden beeinflusst, da sie schweben. Genau das ist der unfaire Vorteil, den sich Nimble gleich zwei Mal zu nutze macht. Ähnliches passiert auch in einem späteren Großwälzer, wo Nimble bei einem weiteren Rennen einfach über die Steine fliegen kann, die einem selbst im Wege liegen.
Die Steuerung des Duos ist ohnehin schon sensibel genug. Yooka reagiert bei jeder kleinen Bewegung sehr schnell und gleiches trifft auch auf die Kamera zu. Da ist das Bewegen an sich schon eine kleine Herausforderung. Ein Wettrennen zu bestreiten, wird gleich noch schwieriger.
Zudem benötigt man die Rollfähigkeit, welche man kurz vor dem Betreten der Stammblock-Tropen bekommt. Diese Fähigkeit zieht Energie aus der Energieleiste, was an sich logisch ist. In diesem Wettrennen benötigt man diese Fähigkeit jedoch, da man sonst maßlos nach hinten fällt. Die anfängliche Energieleiste reicht also kaum aus, um das Rennen ansatzweise zu gewinnen. Zwar kann die Leiste mit Schmetterlingen wieder aufgefüllt werden, und diese schweben zum Glück auf der Rennstrecke, doch ist es schwer, diese im Rennen an sich zu berühren.
Besser wird es nicht, wenn man später, nach der Erweiterung der Welt und dem Erlernen bestimmter Fähigkeiten, wieder zurückkommt und man die Rennstrecke zu Eispiste macht. Eis ist rutschig, nervig, erschwert das Drehen bei Kurven und erhöhen so den Schwierigkeitsgrad des zweiten Rennens um Welten. Springen ist hier das A und O. So hat man möglichst wenig Bodenkontakt und doch wird der Sieg auch so nur ein knapper sein.

Die restlichen Aufgaben, die man gleich am Anfang erledigen kann, sind jedoch sehr gut, um sich mit der Steuerung vertraut zu machen und sich an diese zu gewöhnen.
Schön ist außerdem auch der Gastauftritt von Shovel Knight, welcher etwas Unterstützung bei seinem eigenen Abenteuer braucht.


Nachdem man die anderen kleinen, recht machbaren Aufgaben in den Stammblock-Tropen erledigt hat, geht es zum Glitzerfrostgletscher. Tja, wenn man eben schon beim Thema „Eis“ war, kann es so gleich weitergehen.
Diese Welt besteht nicht nur aus Eisflächen, sondern auch aus Wasser. Ich bin kein großer Fan von Wasser in Videospielen, schon gar nicht, wenn ganze Level darauf aufbauen. Hier wurde das Problem aber sehr gut gelöst, weswegen dieser Großwälzer wohl auch mein Liebling ist. Viel gibt es unter der Wasseroberfläche gar nicht zu holen. Ein paar Federn sind dort zu finden, sowie ein Ghostwriter und ein paar Eingänge zu anderen Bereichen. Außerdem bekommt man vor dem dritten Großwälzer noch eine Fähigkeit, bei der man Unterwasser laufen kann.

An sich haben mir auch die Aufgaben in dieser Welt gefallen. Es gibt aber zwei, bei denen ich mich etwas aufgeregt hatte.
Bei einer muss man das Ende einer Höhle erreichen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Natürlich ist die Höhle dunkel und einen Abschnitt muss man mit der Rollfähigkeit bestreiten, weil die Steine zu rutschig sind. Sollte man von den Steinen rollen, weil die Steuerung mal wieder zu schnell war, oder man verpatzt einen Sprung, fällt man in einen Abgrund und schon darf man alles von vorne machen. Später kommen noch Sprünge auf Plattformen, die sich ebenfalls gut in der Dunkelheit verstecken.
Die zweite Aufgabe ist zum Glück simpler, aber langwierig. Auf dem gesamten Gebiet des Glitzerfrostgletschers sind fünf Schneemänner versteckt, die alle ihren jeweiligen Hut verloren haben. Diese Hüte liegen aber nicht einfach so herum; sie sind unter Schneehügel vergraben, die Yooka und Laylee so nicht wegbekommen. Dafür braucht man die Verwandlung von Dr. Puzz, was jedoch neue Probleme mit sich bringt. Um zu manchen Schneehaufen zu kommen, muss man große Umwege fahren, denn man wird zu einem Schneeschieber transformiert und als solcher kann man nicht sonderlich hoch springen. Schwimmen sorgt dafür, dass sich die Verwandlung sofort auflöst, weswegen der kurze Weg durch das Wasser ebenfalls keine Option ist.

Sollten Wasser und Höhlen noch nicht genug sein, um diese Welt groß zu machen, so kann man auch noch ein Eisschloss erkunden, wo man ebenfalls zahlreiche Pagies finden kann. Leider ist dieser Ort auch etwas nervig, denn er ähnelt eher einem Labyrinth. Da man hier noch nicht jedes Pagie holen kann, wenn man den Großwälzer zum ersten Mal betritt, muss man sich merken, wann man welchen Weg in welchem Raum geht, um wieder dorthin zu finden.
An sich ist es besser, wenn man sich vorher informiert, wie viele Pagies und Federn in dem Eisschloss zu holen sind und diese dann mitzählt. Andernfalls kann man sehr leicht den Überblick verlieren, ob die fehlenden Gegenstände nicht doch in einem Raum sein könnten, den man noch nicht abgesucht hat.


An sich ist der Glitzerfrostgletscher die wohl schönste und beste Welt des Spiels. Von jetzt an ging es für mich nur noch bergab.
Der Trauerlabyrinth-Sumpf, der dritte Großwälzer, macht seinem Namen alle Ehre. Es ist ein Sumpf und gleichzeitig ein Labyrinth. Es gibt verschiedene Orte, wo man Pagies sammeln kann, doch oft fand ich den Weg dorthin nur einmal und musste ihn danach suchen und hoffen, ihn irgendwann wiederzufinden. Wieder einmal wäre es besser gewesen, wenn man in den Optionen eine Karte einschalten könnte.
Bei dem Stichwort „Sumpf“ hatte ich auch erst die Sumpfwelt aus Banjo-Kazooie vor Augen, welche mir sehr gut gefallen hatte. Dieser Großwälzer kam leider nicht an die schönen Erinnerungen heran. Mit diesem Großwälzer sollte wohl eine etwas unheimlichere Stimmung entstehen. Die Welt ist schließlich in matschigen Grüntönen gehalten und blau leuchtende Pilze zieren teilweise die Felsen. Und dann stehen mittendrin Kürbisse, die an Halloween erinnern sollen. Meiner Meinung nach hätten leuchtende Pilze gereicht, um den Sumpf etwas zu erhellen. Die Kürbisse kamen mir tatsächlich etwas fehl am Platz vor.
Wenn wir schon bei „fehl am Platz“ sind… Wer kam auf die Idee, dass die Einwohner dieser Welt Einkaufswagen sind? Soll das eine Metapher für Umweltverschmutzung sein oder ist das eine Anspielung an etwas, das ich nicht kenne? Tatsächlich gab es sogar einen Einkaufswagen, mit dem ich etwas sympathisieren konnte, aber leider war dieser dem Tode geweiht.

Tatsächlich kann ich nicht sonderlich viel zum Trauerlabyrinth-Sumpf sagen. Die Aufgaben an sich waren nicht sonderlich schwer, aber auch nicht lächerlich einfach. Es war eher eine Herausforderung, diese zu finden.
Lustig war nur die eine Situation unter Wasser, als ich irgendwie am Boden festhing und auf einmal durch den Boden und durch die Welt an sich fiel. Danach folgte nur noch der Anblick des Großwälzers, aber Yooka und Laylee waren außer Sichtweite und ich konnte nichts mehr machen, außer das Pausenmenü aufzurufen und zurück zum Knotenpunkt zurückzukehren.
Müsste ich diese Welt auf einer Skala von eins bis zehn bewerten, würde sie eine glatte fünf bekommen. Sie ist nett, aber nichts besonderes.


Capital Cashino ist wieder eine der Welten, bei denen ich etwas verzweifelt bin. Hier findet man nämlich nur eine handvoll Pagies an sich. Alle anderen erkauft man sich mit Jetons, die man entweder durch das erfüllen von Missionen bekommt oder verstreut in der Welt liegen. Manche von ihnen sind jedoch so gut versteckt, sodass man sie im besten Fall erst findet, wenn man eine Komplettlösung zu rate zieht. Meist fehlen nur ein oder zwei Jetons und man durchsucht die komplette Welt mehrfach, weil man sonst nicht das letzte Pagie bekommt.
Hier kommt wieder ein Tonikum zum Zuge, welches einen kleinen Pfiff ausstößt, sobald man sich in der Nähe von den letzten Jetons befindet. In anderen Welten ertönt dieser Pfiff für die letzten dreißig Federn. Allerdings muss man schon relativ nahe an den gesuchten Objekten sein, denn sonst ist das Tonikum auch keine Hilfe.

Einen Großteil der Jetons befinden sich in blauen Spielautomaten, welche nicht mehr funktionieren. Hier kommt die Verwandlung von Dr. Puzz zum Einsatz, welche wohl auch meine Lieblingsverwandlung des gesamten Spiels ist. Man wird zu einem Hubschrauber, welcher durch die gesamte Welt fliegen und diese Automaten abschießen kann. Davon gibt es mehrere verteilt im ganzen Capital Cashino, sodass man sich dadurch leicht Pagies verdienen kann.
„Spielautomaten“ ist dabei auch ein gutes Stichwort, denn von diesen gibt es auch funktionierende. Zum Glück muss man zum Verwenden nur auf einen Knopf springen und keine Federn, Münzen oder andere Dinge ausgeben. Die einzelnen Bilder auf den Rollen der Spielautomaten können einzeln gestoppt werden, um so nur das Bild von Yooka und Laylee zu treffen. Dafür muss man ebenfalls wieder auf einen Knopf davor springen, was perfektes Timing erfordert. Schwerer wird dies dadurch, dass nicht immer jeder Knopf direkt für die Rolle vor sich gilt und es auch mehr als nur drei Rollen geben kann.
Am schwersten war hier wohl das Minispiel von Rextro, welches erst recht meinen Hass geschürt hat. Spätestens hier endete fast jeder Spielspaß für mich und das finden der letzten Federn und Jetons für Pagies wurde auch körperlich anstrengend anstrengend.


Die Galeonengalaxie ist der wohl größte Großwälzer des gesamten Spiels. Neben dem großen Außenbereich gibt es noch viele Räume, wo man einzelne Missionen erfüllen kann. Aufgrund dieser Größe dauert es sehr lange, um einen bestimmten Ort wiederzufinden. Das Finden von letzten Federn ist dementsprechend auch schwer.
Zum Glück kann man zu diesem Zeitpunkt bereits fliegen, was sich als äußerst nützlich erweist. Da man hier, anders als in Banjo-Kazooie, ohne Plattformen von überall abheben kann, muss man nicht erst wieder diesen einen Ort suchen, von dem man aus fliegen kann.
Trotz dieser tollen Fähigkeit ist man auf die Verwandlung von Dr. Puzz angewiesen, da man sonst einige Orte nicht betreten oder einige Aufgaben nicht durchführen kann. Das Schiff, zu dem man wird, hat jedoch eine sehr wackelige Steuerung und muss zum Drehen große Kreise ziehen. Das mag zwar realistisch sein, spielt sich aber an einigen Stellen sehr schlecht.

Um ehrlich zu sein, hatte ich an dieser Stelle kaum noch auf die Welt an sich geachtet. Nach dem Minispiel von Rextro gab es für mich nur noch das Ziel, das Spiel relativ schnell durchzuspielen. Vielleicht hätte ich es eine Zeit lang ruhen lassen sollen, Da ich es aber aus der Bibliothek hatte, blieb dafür keine Zeit, weil Spiele für zwei Wochen, verlängert für vier Wochen, ausgeliehen werden können. Da sind lange Pausen nicht möglich.


Aber warum waren nun die Minispiele von Rextro so schrecklich? Zunächst einmal muss man jedes Minispiel zwei Mal durchspielen. Das erste Mal gilt nur dafür, dass man das Spiel geschafft hat. Beim zweiten Mal muss man auch noch den Highscore knacken. Hat man den Highscore schon beim ersten Versuch geknackt, hat man Pech gehabt und darf das noch einmal machen.

In den Stammblock-Tropen fährt man als kleines Auto fünf Runden lang eine Rennstrecke ab, auf welcher man Hindernisse ausweichen muss. Zwei Abkürzungen gibt es zwar, aber besonders die zweite ist kaum zu nehmen, da diese über Wasser führt. Fällt man ins Wasser, wird man meist zum Anfang der Abkürzung zurückgesetzt, wodurch man wertvolle Zeit verliert. Durch die empfindliche Steuerung des Autos passiert das auch sehr leicht.
Zwar tauchen ab und zu Boots auf, aber diese sind nicht sonderlich hilfreich. Negative Effekte, die entstehen können, sind umgekehrte Steuerung und Verlangsamung, welche beide nicht zum Erreichen des Highscores helfen. Der eigentliche Tempoboost ist aber auch eher hinderlich, weil dadurch die Steuerung des Autos fast unmöglich wird und man fast nur noch gegen Wände fährt, bis der Effekt nachlässt.

Die Minispiele aus dem Glitzerfrostgletscher und dem Trauerlabyrinth-Sumpf waren sogar ganz spaßig. Im Glitzerfrostgletscher musste man einfach nur Federn einsammeln, optional ein paar Monsterchen besiegen und aufpassen, dass man nicht durch die Löcher ins Wasser fällt. Im Trauerlabyrinth-Sumpf hingegen musste man gezielt zwischen den einzelnen Plattformen hin und herspringen, um den Monstern auf den Kopf zu hüpfen. Sobald man einmal verstanden hat, was hier zu erledigen ist, ist auch dieses Minispiel recht einfach.
Das war der Zeitpunkt, an dem ich eigentlich recht positiv gestimmt, was die Minispiele betraf. Das erste Minispiel schien in dem Moment das schwarze Schaf zu sein. Man kann ja auch nicht alles mögen.
Leider sollte sich dieser Gedanke mit dem Spiel in Capital Cashino ändern.

Dort läuft man auf mehreren Bahnen einen kleinen Hürdenlauf. Über kleine Hürden kann man springen, den großen Blockaden muss man aber gezielt ausweichen, indem man auf andere Bahnen wechselt. Es reicht aber nicht, nur bis zum Ende der langen Strecke zu kommen. Man muss auch noch für das zweite Pagie eine bestimmte Anzahl an Federn gesammelt haben. Da wäre auch schon das Problem.
Sobald man gegen eine Blockade stößt, verliert man einen Teil seiner Geschwindigkeit und fällt zurück. Verschwindet man aus dem Bildschirm, kann man sich zwar mit einer kurzen Rolle noch retten, aber das ist nur in den seltensten Fällen möglich. Dafür ist das Rennen an sich zu schnell, sodass man nur in neue Blockaden stoßen würde. Befindet man sich also einmal außerhalb des Bildschirms, kann man sich gleich von einem von fünf Leben verabschieden.
Dabei verliert man aber nicht nur ein Leben, sondern auch noch eine große Anzahl an Federn. Wenn man den Highscore knacken will, muss man so viele wie möglich einsammeln und man darf möglichst kein Leben verlieren. Man muss sich die komplette Strecke einprägen und wann man wo auf welche Bahn wechseln muss, um den Verlust von Federn und Leben zu minimieren. Selbst kann erzielt man nur ganz knapp eine neue Höchstpunktzahl, was aber durchaus etwas dauern kann.
Problematisch ist auch noch die kleinen Lichter am Rande der Bahnen. Durch das andauernde Laufen sind auch die Lichter in Bewegung. Deswegen wurde mir nach einiger Spielzeit dieses Minispiels schwindelig, was sonst nie ein Problem bei mir ist. Zum Glück hat sich das nur auf dieses Minispiel beschränkt, doch war es nervig genug.

Das Minispiel in der Galleongalaxie hingegen war wieder in Ordnung. Es wirkte eher wie eine angepasste Variante von Flappy Bird, bei der man gleichzeitig noch ein paar Federn einsammeln muss.


Außerdem hat jede Welt noch einen Bosskampf, bei welchem man noch ein Pagie jeweils verdienen kann. Bei diesen kann man sein Geschick beweisen und wie gut man den Umgang mit seinen Fähigkeiten beherrscht. Zumindest trifft das auf die ersten drei Bosskämpfe zu, welche noch recht einfach sind.
Problematisch sind da eher die Kämpfe in Capital Cashino und in der Galleongalaxie, da man hier nicht mit seinen spezifischen Fähigkeiten kämpfen kann. In Capital Cashino ist man auf Kartos angewiesen, da sich der Bosskampf auf seiner Strecke befindet. Man muss den Boss rammen, während man durch abbremsen, beschleunigen und springen den Angriffen ausweicht. Wie schon geschrieben, funktioniert das bei Kartos nicht einwandfrei, was auch auf diesen Kampf zutrifft. Zudem kommt auch noch, dass dieser nicht kurz ist und es sehr leicht ist, in der letzten Phase zu verlieren, wodurch man wieder von vorne anfangen darf.
Die Steuerung ist auch ein Problem beim Boss in der Galleongalaxie. Da man diesen Kampf in der Verwandlung dieser Welt bestreitet, hat man sämtliche Probleme, die man mit der Steuerung des Boots auch vorher hat. Es ist schwer, den Angriffen auszuweichen, weil das Boot erst einen Kreis drehen muss, um sich richtig umzudrehen.
Leichter waren diese Kämpfe trotzdem als das, was noch kommen sollte.


Insgesamt benötigt man 100 Pagies, um den letzten Bosskampf gegen Capital B zu bestreiten. Man müsste sich also das ganze Chaos mit den Minispielen von Rextro antun und man könnte auch zwischendurch ein paar Pagies auslassen und trotzdem könnte man das Spiel noch durchspielen. Zwar kann man noch einen Piratenschatz finden, von dem man einen Teil in jedem Großwälzer findet, aber einen besonderen Zweck, außer für Trophäen, haben diese nicht.
Hat man alles erledigt, gibt es nur noch ein Ziel: Besiege Capital B.

Das ist leichter gesagt, als getan. Für den finalen Kampf muss man alles geben und das passende Tonikum ausgewählt haben. Im besten Fall sollte man komplette Energieleisten für Leben und Fähigkeiten haben, sowie das Tonikum, welches die Fähigkeitenleiste schneller auffüllt. Andernfalls wird man mit diesem Kampf schnell an seine Grenzen stoßen.
Die erste Phase ist dabei noch sehr leicht. Sobald man die Bienen abgewehrt hat, schlägt man Capital B in seine „Aktien“. Das wiederholt man ein paar Mal und der Teil wäre geschafft. Ab da geht es aber erst richtig los.
In Phase zwei wird man mit explodierenden Bienenstöcken beworfen, während man von den kleinen, bekannten Monsterchen verfolgt wird. Diese kann man auch nicht besiegen, da neue auftauchen. Jetzt muss man mit den Eisblumen Capital B abschießen, was leicht klingt, aber schwer auszuführen ist. Dadurch, dass man ständig in Bewegung bleiben muss, kann man Capital B nicht oft treffen. Das sorgt wiederum dafür, dass die Phase sich in die Länge zieht und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass man durch irgendetwas verletzt wird. Allerdings sollte man hier so wenig Leben verlieren, wie es nur möglich ist.
Phase drei ist anfangs noch leicht. Capital B springt zu Boden und man muss über die Schockwellen springen. Ein paar Sprünge später kommen dann noch Bienen dazu, die man abwehren muss, bevor man den Schurken angreifen kann. Die Bodenfläche wird kleiner, mehr Schockwellen entstehen und die Bienen wollen auch nicht locker lassen. Hier lohnt es sich, etwas mehr Lebensenergie zu haben, sollte man wirklich mal schlecht landen und schaden nehmen. Hiernach ist es nämlich noch nicht vorbei.
Jetzt werden Yooka und Laylee mit Raketen beschossen, die sie auf Capital B umlenken müssen, indem sie in seine Nähe fliegen. Das Fliegen verbraucht sehr schnell viel Energie, weswegen dafür auch das passende Tonikum angelegt werden sollte, damit sich diese schneller regeneriert. Auch bleibt es nicht bei einer Rakete und Capital B erhebt sich selber noch in die Lüfte. Erst nach ein paar weiteren Raketen ist sein Ende besiegelt.

Dabei sind es nicht einmal Yooka und Laylee, die den finalen Schlag ausführen. Es ist Blasto, eine Kanone, die man im Laufe des Spiels ein paar mal trifft. Er schießt Capital B und Dr. Quack ins Einbuch, wo sie nun gefangen sind.
Das Einbuch landet in einem Tresor, weil Laylee sich sicher ist, dass dessen Verkaufswert noch steigern wird. Das Spiel endet mit einer großen Feier und der Andeutung auf ein zweites Spiel. Dieses ist mit Yooka-Laylee und das unerreichbare Versteck tatsächlich auch schon erschienen. Danach folgt der Abspann, der als extra lang angekündigt wird.
Das ist auch keine Übertreibung. Yooka-Laylee wurde durch Kickstarter finanziert und jeder, der das Spiel unterstützte, bekam einen Eintrag in den Credits. Zur Entwicklung trugen insgesamt 73.206 Unterstützer 2.090.104£ zusammen, weswegen die Credits auch fast drei Stunden lang sind. Keine Sorge, man muss sich nicht die vollen drei Stunden antun, denn man kann vorspulen. Viel Glück an diejenigen, die in dieser langen Liste ihren Namen finden wollen.


Hat es sich also gelohnt, Yooka-Laylee zu spielen? Einerseits ja, denn besonders am Anfang kam bei mir ein schönes, nostalgisches Gefühl auf. Andererseits würde ich nicht empfehlen, das Spiel zu 100% zu spielen und die Platintrophäe zu holen. Mehr als einmal war ich von diversen Aufgaben genervt, sei es nun Kartos, Rextro oder eine der vielen anderen Dingen, die in dem Spiel zu machen sind.
Mein Spielstand zeigte mir am Ende 37 Stunden an, die ich dieses Spiel gespielt habe. Das stimmt so nicht ganz und müsste knapp über 40 sein, denn zum Beispiel den letzten Kampf habe ich mehrfach versucht, bin aber jedes Mal gescheitert und hab dann ohne speichern ausgeschaltet. Die 37 Stunden stimmen also nicht ganz. Noch einmal würde ich aber nicht versuchen, die Platintrophäe zu bekommen und in nächster Zeit würde ich Yooka-Laylee auch nicht noch einmal spielen.
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