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Kleine Reviewecke

von Mujika
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
19.12.2019
03.07.2020
12
25.937
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.01.2020 4.856
 
Pokemon gehört zu meinem Leben. Schon als kleines Kind verfolgte ich den Anime, sammelte Figuren und Karten, bis dann später die Spiele dazukamen. Dementsprechend war ich auch bei der Ankündigung von Pokemon Schwert und Schild gehypt. Endlich käme eine Hauptgeneration, zu der Let‘s Go Pikachu und Let‘s Go Evoli ja nicht gehörten, auf der Switch. Das ist auch der Grund, warum dieses Review so lang ist. Die noch kommenden werden auf jeden Fall kürzer ausfallen, doch hier war es mir wichtig, auf so viele Punkte einzugehen, wie ich nur konnte.
Spätestens mit der E3 im Sommer diesen Jahres nahm mein Unmut zu und ich gehörte zu den Leuten an, die einige Entscheidungen kritisierten. Diese Diskussion werde ich hier aber nicht wieder aufheizen. Die Spiele sind in dieser Form erschienen, also bleibt nur noch die Frage zu klären, ob man sie sich kaufen sollte oder nicht.
Mein Zweifel war allerdings so groß, dass ich von Anfang an wusste, dass ich mir die Spiele nicht am Erscheinungstag kaufen würde. Warum sollte ich auch 50€ für ein Spiel ausgeben, auf das ich nicht einmal große Vorfreude hatte? Deswegen entschied ich mich dazu, zu warten. Irgendwann würden Leute diese Spiele auf Ebay verkaufen oder meine Bibliothek würde sie in ihren Bestand aufnehmen. Jetzt, wo letzteres endlich eingetroffen ist, komme ich auch endlich in den Genuss von Pokemon Schild. Da allgemein die Unterschiede zwischen den Editionen nicht allzu verschieden sind, gilt das Review auch gleichzeitig mit für Pokemon Schwert.
Es ist also an der Zeit für meine Reise in die Galar Region.


Das Spiel beginnt mit der Auswahl des Protagonisten. Vier Jungen und vier Mädchen mit verschiedenen Haut- und Haarfarben stehen zur Auswahl. Ein kleiner Charaktereditor, bei der man zumindest die Haar- und Augenfarbe kurz vor Spielbeginn an, ist wohl etwas zu viel verlangt. Es muss ja nicht gleich Ausmaße von Skyrim annehmen. Schön wäre es, aber hey, die Möglichkeiten zum Ändern hat man zum Glück schon relativ früh. Es sind ja auch nur kleine, kosmetische Veränderungen.
Das Intro von Let‘s Go Evoli war wohl eines der niedlichsten, welches es bisher in den Pokemon-Spielen gab. Es war einfach zu putzig, Evoli aus dem Fernseher springen zu sehen, wie es einen „beschnuppert“ und wieder mit einem in den Fernseher hüpft.
Das Intro aus Schild hingegen war wohl darauf ausgelegt, episch zu sein. Die Musik ist es auch, doch besonders jetzt fällt auf, was fehlt: Eine Sprachausgabe. Es ist schade, eine schöne Eröffnungssequenz zu sehen und dann aber nur zu merken, dass die Lippen sich nur bewegen. Nicht einmal das ganze Spiel muss vertont sein, aber gerade diese wichtigen Szenen, die im Gedächtnis bleiben sollen, würden dadurch noch einmal schöner werden. Sprecher für jede Sprache zu organisieren, dürfte teuer und aufwendig sein. Zumindest eine Synchronisation in japanisch und englisch müsste aber machbar sein, wenn man bedenkt, wie groß das Franchise ist. Leider fällt dieses Problem immer wieder im Laufe des Spiels auf. So gibt ein Arenaleiter im Laufe des Spiel einen kleinen Auftritt. Man sieht ihn singen und tanzen, doch hört man keinen einzigen Ton von ihm.

An dieser Stelle wollte ich eigentlich meine Reise durch Galar etwas detaillierter beschreiben. Es sollte nicht nur ein Review, sondern auch gleichzeitig eine Art Tagebuch werden, um einen Einblick darüber zu geben, wie das Spiel abläuft.
Genau genommen hatte ich es auch bis zum zweiten Orden gemacht. Dann ist mir jedoch eine sehr wichtige Sache aufgefallen, die diese Idee etwas ruiniert hat. Alles, was ich schreiben würde, würde ab einem bestimmten Punkt nur wiederholen. Nach dem Erhalt des Starters holt man sich nur schnell den Pokedex ab und man bekommt das Dynamax-Phänomen erklärt.
Bis dahin trifft man auf vier wichtige Charaktere, denen man im Laufe des Spieles noch öfters begegnen wird. Delion ist der Champ der Region, welcher einem auch die Empfehlung ausstellt, damit man überhaupt erst an der Arena-Challenge teilnehmen kann. Hop ist sein kleiner Bruder und unser Rivale, welcher in die Fußstapfen von Delion treten will. Professorin Magnolica und ihre Assistentin Sania erforschen das Dynamax-Phänomen und die Vergangenheit der Region.

Nach einer kleinen Zugfahrt beginnt die Eröffnungszeremonie, bei der man etwas über die „Finstre Nacht“ erfährt. Wenn etwas schon einen so sonderbaren Namen hat, sollte man es sich merken. Von da an beginnt das Reise zu den einzelnen Arenen. Bevor man gegen die einzelnen Arenaleitern antreten kann, muss man kleine Herausforderungen meistern. Diese sind aber nicht sonderlich komplex und auch die Kämpfe an sich sind nicht sonderlich schwer. Genau genommen kann man so fast jeden Kampf bis kurz vorm Ende des Spiels beschreiben. Trotz ohne weiteres Training waren meine Pokemon meistens zirka sechs Level höher, manchmal mehr, selten etwas weniger. Hätte ich noch mehr Zeit in der Naturzone verbracht, zu der ich nachher noch kommen, wäre der Unterschied sogar noch größer.
Auf den Wegen zu den Arenen lernt man auch noch Betys kennen, welcher sich für einen besseren Trainer hält, da er vom Liga-Präsidenten Rose empfohlen wurde. Außerdem scheinen sie auch zusammenzuarbeiten oder sich aus irgendeinem Grund etwas näher zu stehen.
Außerdem lernt noch Mary kennen, welche schon einen ganzen Fanclub aus ihrer Heimatstadt hat. Team Yell besteht lediglich aus ihren Fanboys und Fangirls. Sie strahlen keine wirkliche Gefahr aus, obwohl sie die Arena-Challenge auf diverse Arten und Weisen sabotieren. Allerdings wollen sie keine Weltherrschaft oder dergleichen. Stattdessen respektieren sie Pokemon und feuern diese teilweise als Fans auch an. Für mich war Mary eher eine Rivalin, als Hop es war, und das obwohl sie mir sympathisch war. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie nicht dauernd an einem als Rivale geklebt hat, wie Hop und vor ihm Tali aus Sonne und Mond.
Mit Hop redet man andauert. Man trifft ihn auf fast jeder Route und in jeder Stadt. Dabei habe ich nicht einmal ein sonderlich großes Problem damit, wenn man mit dem Rivalen befreundet ist. X und Y hatte gleich mehrere NPCs, mit denen man herumgereist ist. Man sah sie aber nicht überall und zu jeder Zeit. Dennoch hatte man genug Interaktionen mit ihnen, um sie als „Freunde“ bezeichnen zu können.


Die Story ist jedoch eine Sache für sich. Es passieren Dinge. Direkt am Anfang des Spiels hat man eine mysteriöse Begegnung im Schlummerwald und man arbeitet auch die Vergangenheit der Region auf. Das passiert aber meistens kurz vor oder nachdem man die Arena der jeweiligen Stadt bezwungen hat. Viel Input bekommt man dabei aber auch nicht. Es sind eher kleine Häppchen der Story, aber nichts besonders.
Sobald etwas passiert, wird man wieder nur als Kind abgestempelt. Kaum fällt etwas vor, sind Delion und Sania zur Stelle, um die Sache zu untersuchen und sich darum zu kümmern. Man selber bekommt von den beiden nur gesagt, was vorgefallen ist oder was sie herausgefunden haben. An sich ist es schön, dass sich nicht nur der Protagonist um die Probleme der Region kümmern muss. Das gibt dem Champ noch einmal einen wichtigeren Stellenwert und zeigt, dass er wirklich existiert. Das war schließlich ein Punkt, der in früheren Spielen kritisiert wurde, weswegen es gut ist, dass daran nun etwas geändert wurde.
Dennoch erleben so beide die Story, die man eigentlich selber erleben müsste. Man wird praktisch selber nur zu einem Nebencharakter, während Delion und Sania die eigentlichen Protagonisten sind. Wenn es so ein großes Problem ist, dass der Hauptcharakter ein Kind ist, hätte man ihn auch einfach älter machen können. Aus zehn oder elf wird fix eine sechzehn und es müsste eigentlich kein Problem mehr sein. Aber nein, die wahren Geschehnisse werden nur von anderen Leuten begutachtet, während man selbst nur darüber redet. Die Arena-Challenge ist wichtiger.
Das ändert sich erst gegen Ende, wenn man schon bei der Liga ist. Man wird die gesamte Spielzeit über mit kleinen Brotkrumen angelockt, bis man dann kurz vor Schluss selber die Zügel in die Hand nehmen muss und zu dem Held wird, welcher man sein sollte. Erst da erfährt man von den ganzen bösen Machenschaften, die im Laufe des Spiels entstanden und was sämtliche Andeutungen bedeuten. Ob man zu dem Zeitpunkt aber überhaupt noch Interesse an der Story hat, ist eine zweite Sache.

Die Liga an sich ist auch eher schwach, als eine wahre Herausforderung. Das Prinzip wurde in diesem Spiel etwas abgeändert. Anstelle gegen die Mitglieder der Top Vier kämpft man nun nach einem Turnierverfahren. In der Vorrunde tritt man gegen Mary und Hop an. Zwischen beiden Kämpfen ist jedoch eine Pause, in welcher die Pokemon automatisch geheilt werden.
Nach einem kleinen Storyabschnitt geht es weiter und man kämpft gegen einen Teil der Arenaleiter erneut. Da auch hier wieder das Turnierverfahren stattfindet, ist es logisch, dass man nicht noch einmal alle acht Arenaleiter plätten muss. Auch hier gibt es zwischen den einzelnen Kämpfen eine kleine Pause und erneut wird das Team automatisch geheilt. Dadurch waren sämtliche Tränke und Beleber, die ich aus Gewohnheit gekauft hatte, unnötig und waren eher eine Geldverschwendung.
Erst der letzte Teil der Story, welcher vor dem Kampf gegen Delion stattfindet, wurde etwas fordernder. Danach war ich endlich auch mal nicht überlevelt, sondern fast gleich auf mit Delion, sodass wenigstens der Kampf um den Titel des Champs eine kleinere Herausforderung war. War er so schwer, wie in älteren Teilen der Reihe? Nein, aber er war wenigstens schwerer als der Rest des Spiels.
Die Hauptstory dauerte bei mir knapp 19 Stunden. Wenn ich nicht etwas Zeit in der Naturzone mit Raids und dem Fangen von Pokemon verbracht hätte, wäre es vielleicht sogar noch etwas weniger geworden. Natürlich hat jeder sein eigenes Spieltempo und manch einer wird mehr Zeit in die Hauptstory stecken können. Hätte ich aber noch mehr Zeit in die Naturzone und in das Fangen von Pokemon gesteckt, als ich es schon ohnehin getan hatte, wäre der Rest des Spiels wiederum einfacher geworden und das wäre bei einem ohnehin einfachen Spiel fatal gewesen.


Die Post Credit-Story ist hingegen schon etwas interessanter. Zuerst bringt man das Schild oder das Schwert, welches man im Zuge der Hauptstory erhalten hat, wieder an ihren Ursprungsort im Schlummerwald zurück. Man trifft dort auf Schildhold und Schwertrich, welche auch liebevoll im Spiel selbst Clowns genannt werden. Sie behaupten, die wahren Könige Galars zu sein und nicht die legendären Pokemon. Mit der Hilfe von ihren Anhängern gelingt es ihnen, an Wunschbrocken zu gelangen und so die Energie zu maximieren, die Pokemon benötigen, um sich zu dynamaxen.
Im Grunde reist man wieder von Arena zu Arena, um diese Pokemon zu besänftigen. Sobald das erledigt ist, beruhigt man die legendären Pokemon und fängt das jeweilige des Spiels. Das andere geht in die Hände von Hop. Zum Abschluss kämpft man noch einmal gegen ihn und nach knapp dreieinhalb Stunden ist dieser abschließende Teil vorbei.
Meiner Meinung nach hätte dies auch die Hauptstory sein können. Schwertrich und Schildhold hätten schon früher auftauchen und an Relevanz gewinnen können, indem sie den Spieler an seinen Fortschritten hindert. Sie hätten die Recherchen sabotieren und Spuren verwischen können. Dadurch hätte man sich schon eher fragen können, wer denn nun die wahren Könige von Galar seien. Die Menschen oder die legendären Pokemon? So kommen sie aber etwas zu spät und können die Story an sich nur etwas aufwerten.

Und was kann man danach machen? Natürlich kann man weiterhin campen und Curry kochen, um so den Curry-Dex zu vervollständigen. Ich bin jedoch ehrlich, das habe ich nicht einmal ausprobiert. Es kann durchaus ein netter Zeitvertrieb sein, doch sah ich mich nie im Zuge der Story gezwungen, das auszuprobieren.
Ebenfalls gibt es auch einen Kampfturm, doch hätte ich mir an dieser Stelle die altbekannte Kampfzone zurückgewünscht. Allerdings kann man sich hier dieses Mal Teams ausleihen. So muss man sich nicht erst selber eins züchten und könnte gleich loslegen, wenn man es denn möchte.
Züchten ist natürlich weiterhin möglich, sowohl für das kompetitive Kämpfen, als aber auch für schillernde Pokemon. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass man die Starter nicht bei Erhalt als Shiny bekommen kann, sondern man sich diese erst züchten muss. Die legendären Pokemon und Tausch-Pokemon von NPC können ebenfalls nicht schillernd sein.


Schon bevor dem Erscheinen der Spiele gab es einen Punkt, der sehr stark in der Kritik stand: Es werden nicht alle Pokemon kompatibel sein. Ich schreibe bewusst kompatibel und nicht fangbar, denn letztes war nie der Fall. Ab der dritten Generation war es jedoch möglich, sämtliche Pokemon, bis auf ganz wenige Ausnahmen, auf die nächsten Spiele zu tauschen. Dabei galt meistens die Bedingung, dass sie keine Items tragen können und, wenn sie in eine höhere Generation getauscht werden, nicht mehr zurückgetauscht werden können.
Zum Zeitpunkt dieses Reviews ist Pokemon Home, welches dafür zuständig sein wird, ähnlich wie Pokemon Bank es ist, noch nicht erschienen. Daher kann ich an dieser Stelle nicht sagen, wie gut oder schlecht dieser Service funktioniert. Dennoch soll man damit seine Pokemon aus den älteren Generationen hochtauschen können.
Der Harken ist dabei, dass das nur möglich für die Pokemon ist, welche man ohnehin schon in Galar fangen kann. Nützlich ist es also nur für Shiny und bereits gezüchtete Pokemon oder für diejenigen, die man besonders lieb gewonnen hat. Ist ein Pokemon nicht in Galar fangbar, so ist es nicht kompatibel und kann nicht hochgetauscht werden.

Mir persönlich gefällt diese Tatsache noch immer nicht. Das Spiel habe ich nur mit neuen Pokemon durchgespielt, aber daran hindern einen die alten Pokemon auch nicht. Jedes Pokemon ist von irgendwem das Lieblingspokemon und deswegen tun mir diejenigen leid, die dieses Spiel, wenn auch erst nach der Hauptstory, nicht mit ihren Lieblingen genießen können.
Wie sehr sich diese Streichung nun auf kompetitive Kämpfe ausübt, kann ich nicht sagen, da ich mich bisher damit nicht weiter beschäftigt habe. Wenn dies aber hätte ausbalanciert werden sollen, dann hätte doch theoretisch eine Bannliste auch gereicht, die sämtliche Pokemon, die nicht aus Galar stammen, in Onlinekämpfen blockiert. Wer diese dennoch als Shiny züchten oder in einer der vielen Nutzlocke-Varianten verwenden möchte, hätte die Chance dazu gehabt.


Damals hieß es, man müsse Pokemon rausnehmen, um die Grafik zu verbessern. Aber wie sieht es nun mit dieser aus, mal abgesehen von dem plötzlichen Aufploppen und Verschwinden von Bäumen, Pokemon, NPCs und anderen Dingen, auf welches ich nachher noch eingehe?
Für ein Pokemonspiel ist die Grafik nicht schlecht, die Betonung liegt dabei aber auf den ersten drei Worten des Satzes. Ich habe lediglich die Befürchtung, dass Pokemon nie ganz hinterherkommen wird und andere Spiele schon viel, viel weiter sind, wenn sie auf dem heutigen Stand sind.

Die Städte sind hübsch designt und haben alle ihren einzigartigen Charme. Aber obwohl dort viele NPCs und Häuser sind, wirken die Städte leer. In den meisten Fällen gibt es nur fünf relevante Gebäude: Das Pokecenter, die Boutique, der Friseursalon, das Restaurant und die Arena. Hier und da gibt es vielleicht mal kleinere Schauorte, die einen Teil der Vergangenheit Galars erzählen, oder kleine Stände, aber das wäre es dann auch schon.
Die meisten betretbaren Häuser sind von innen fast gleich eingerichtet. Von den dort wohnenden NPCs bekommt man aber nicht oft ein Item. Hauptsächlich erzählen sie einem nur etwas, das man eh schon weiß oder nicht weiter relevant ist. Hotels sind ebenfalls uninteressant, da man nicht einmal die einzelnen Etagen, sondern nur das Foyer erkunden kann. Große, erkundbare Gebäude, wie ein riesiges Einkaufscenter oder Hochhäuser, gibt es jedoch nicht.

Die Hintergründe während den Kämpfen sind zweischneidige Schwerter. Manche Orte, wie die Arenen, werden weiterhin als Hintergründe dargestellt. Dadurch merkt man, dass man noch immer in diesen Orten ist. Bei manch anderen Kämpfen verwischt dieser Hintergrund und nimmt einen simplen Farbverlauf an. Das sieht eher aus, als wäre man in eine andere Welt teleportiert worden. Arenen und andere Schauplätze zeigen ja, dass es durchaus möglich ist, Hintergründe in Kämpfen detaillierten darzustellen. Also stellt sich mir nur die Frage, warum das nicht auch durchgängig so gemacht wird? Es ist ja möglich und die Leistung der Konsole sollte da keine Grenze sein.

Die Attackenanimationen sind auch wieder eine Sache für sich. Die Angriffe von Dynamax- und Gigadynamax-Pokemon sehen beeindruckend aus, sowohl auf der Switch an sich, als aber auch auf dem Fernseher. Die normalen Attacken hingegen haben sich nur kaum verändert. Auch diese sehen nicht schlecht aus, sind teilweise aber nichts besonderes. Auch da hätte noch einiges mehr rausgeholt werden können.
Wer viel kämpft, der levelt viel und so entwickeln sich Pokemon auch schnell. Die Animation für die Entwicklungen hat mich zuerst ziemlich überrascht. Sie ist kurz. Die Musik hat kaum Fahrt aufgenommen, schon ist die Entwicklung vollzogen. Wahrscheinlich soll das Zeit sparen, aber zumindest ich fand die längere Variante epischer.


Wie hat mir also das ganze Konzept des Dynamaxings und des Gigadynamaxings nach dem Spielen gefallen? Es ist meiner Meinung nach in Ordnung. Für mich wirkt es noch immer wie eine Mischung aus Mega-Evolution und Z-Attacken. Zumindest hält dieses Feature nur drei Runden an und ist nicht in jedem Kampf verfügbar, sondern nur an besonderen Orten. Dadurch kann man nicht bei normalen Trainerkämpfen schnell das Dynamaxing auslösen und so den Trainer innerhalb kürzester Zeit plätten.
Habe ich Hoffnung, dass sich das Dynamaxing durchsetzen und in weiteren Spielen vorkommen wird? Jein. Es wird vielleicht in der nächsten Generation noch vorkommen, doch alles danach sieht eher schlecht aus. Schließlich wurden auch Mega-Evolution und Z-Attacken erst als tolle Erneuerungen eingefügt und letztendlich doch wieder abgeschafft. Die Wahrscheinlichkeit steht also gut, dass das Gleiche erneut passieren wird.

Die Naturzone ist an sich eine gute Idee, aber die Umsetzung lässt noch zu wünschen übrig. Am besten wäre es, wenn sämtliche Routen im Stil der Naturzone gehalten wären, denn so wirken sie ziemlich liniar. Sobald die Trainer besiegt sind, kann man innerhalb von ein paar Minuten komplett durch die Routen fahren. Besonders im direkten Kontrast zur Naturzone wirken die normalen Routen, von denen es gerade einmal zehn gibt, eher mickrig.
Dafür ist die Naturzone aber schön groß und bietet viele Pokemon zum Fangen. Ich persönlich hatte kein Problem mit überlevelten, wilden Pokemon. Nur ein oder zwei Mal konnte ich nicht fliehen und meist war das dann auch beim zweiten oder dritten Versuch möglich. Außerdem kann man ihnen auch relativ leicht ausweichen. Fangen kann man sie aber nicht, was sich mir nicht erschließt. Klar, man soll nicht ein Team mit überlevelten Pokemon haben und so durch das Spiel rennen. Mit etwas Training gegen diese Pokemon kann das aber schnell mit den eigenen passieren und nichts hindert einen daran, diese weiterhin zu benutzen.

Trotz all der Pokemon kommt mir die Naturzone leer vor. Im Onlinemodus soll man zwar auf andere Spieler treffen, die ihre Zelte aufgeschlagen haben, doch nützt einem dies nichts, wenn man offline spielt. Hat man also keinen Zugang zum Onlinemodus, für den man übrigens das Abo von Nintendo Switch Online benötigt, ist die Naturzone fast menschenleer. Trainer gibt es keine, die einen als NPCs herausfordern können und das finde ich ziemlich schade.
Dafür kann man an Raids teilnehmen, die von Pokemon Go inspiriert sind. Zuerst besiegt man das jeweilige Pokemon mit drei NPCs oder drei anderen Spielern im Onlinemodus und danach erhält man die Chance, es zu fangen. Das hat tatsächlich mehr Spaß gemacht, als ich zuerst erwartet hatte, denn man muss später etwas strategischer denken und hoffen, dass die NPCs keine Vollidioten sind.
Und über die Bäume in der Naturzone werde ich jetzt mal besser nichts sagen.

Wenn man sich nicht das jeweilige Gegenstück des eigenen Spiels und eine zweite Switch zum Tauschen holt, hat man auch wieder keine Chance, den Pokedex komplett zu füllen. Jedes Spiel hat ein paar spezifische Pokemon. Das war schon immer so, doch konnte man ab der vierten Generation über die GTS und ab der sechsten Generation im Wundertausch diese ertauschen.
Der Wundertausch ist noch immer vorhanden, wenn auch unter anderem Namen. Die GTS wurde komplett abgeschafft. Nun hat man nicht mehr die Möglichkeit, Pokemon online abzulegen und das Wunschpokemon anzugeben oder direkt danach zu suchen. Wer deswegen nicht mit Fremden, sondern mit Freunden tauschen will, die nicht gerade neben einem sind, muss zuerst einen vierstelligen Code eingeben. Eine direkte Verbindung durch die Freundesliste der Switch ist nicht möglich. Sollte jemand den gleichen Code eingegeben haben, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass man aus versehen mit dieser anderen Person und nicht mit der gewünschten Person. Dabei konnte man schon in den früheren Spielen Freunde aus der eigenen Freundesliste auswählen und so direkt mit ihnen tauschen.


Es gibt es noch viele kleine Dinge, die ich einfach ansprechen muss. Da wäre zum Beispiel der Grund, warum für mich das Spiel wohl so einfach war. Sämtliche im Team Pokemon bekommen dauerhaft Erfahrungspunkte. Es ist so, als hätte man den EP-Teiler nur eingeschaltet, dabei hat man keinen EP-Teiler. Das ist kein Item in diesem Spiel. Egal was man macht, ob man nun Pokemon fängt, sie besiegt oder gegen Trainer antritt, das gesamte Team bekommt für alles Erfahrungspunkte. Wenn man sein Team also nicht ständig umtauscht und andere Pokemon bei sich hat, wird man schnell überleveln. Natürlich spart man so Zeit, wenn man ein neues Pokemon auf Teamlevel bringen will, aber es wäre besser, wenn man eine Option zum Ausstellen gäbe. Diese gab es doch in Form des EP-Teilers schon früher. Wer außerdem an Raids teilnimmt, der erhält auch Sonderbonbons. Sobald man diese hat, ist man schon dahingehend geneigt, diese zu benutzen, um sein Pokemon noch stärker zu machen. Zum Glück habe ich es nicht gemacht, denn ansonsten wären viele weitere Pokemon mit nur ein oder zwei Schlägen K.O. gegangen.
Durchweg erhält man auch Beleber und Top-Beleber geschenkt. Vor allem letztes ist etwas, das man in älteren Titeln eher gegen Ende bekommt. Hier wird man aber schon von Anfang an mit Belebern überhäuft. Dabei sind so früh im Spiel die Kämpfe eh nie schwer, sodass sie so früh kaum eine Relevanz haben. Ich vermute nur, dass sie dafür gedacht sind, damit man in der Naturzone nicht kampfunfähig wird, sollte man doch mal auf ein stärkeres Pokemon treffen. Diese Notsituation hat sich aber für mich nie ergeben, weswegen es auch nur eine Theorie ist.
Um diese Probleme zu lösen, könnte man einen höheren Schwierigkeitsgrad anbieten, bei denen die Trainer stärkere Pokemon und bessere Attacken haben und diese strategischer einsetzen, während weniger oder gar keine Items verschenkt werden. Das würde das überleveln vielleicht einigermaßen ausgleichen.

Ebenfalls ist es eine Kleinigkeit, dass das Fluchtseil nun ein Basisitem ist. Auch hier verstehe ich den Sinn dahinter nicht, denn sie waren nie sonderlich teuer. Da es in der Galar Region auch keine richtigen Höhlen gibt, sondern nur zwei Minen, sah ich mich nie in Bedrängnis, das Fluchtseil benutzen zu müssen.
Richtige Labyrinthe, die sich über mehrere Etagen erstrecken, gibt es ebenfalls nicht. In den Minen kann man sich nicht verlaufen, da es zwar ein paar Abzweigungen gibt, diese aber in Sackgassen enden. Man wird nie in eine andere Etage geschickt, in der man noch Rätsel lösen muss.
„Ja aber die Siegesstraße! Die ist doch verwinkelt!“, können nun einige sagen oder denken. In der Tat, früher war die Siegesstraße mit ihren starken Trainern einer der schwersten Orte in den gesamten Spielen. Da diese aber nicht mehr existiert, sondern gegen eine einfache Route ausgetauscht wurde, fehlt wieder ein Ort, an dem das Fluchtseil praktisch gewesen wäre.

Dafür gibt es jetzt auch ein Item, mit dem man verschiedene Tonoptionen einstellen kann. Warum man ausgerechnet so etwas benötigt, erschließt sich mir zwar nicht, aber immerhin ist die Option vorhanden. Ich benötige sie nicht und nutze sie demnach auch nicht. Wer es jedoch möchte, der kann es gerne machen.
Was ich daran jedoch nicht verstehe ist, warum diese Optionen nicht gleich von Anfang an in den Einstellungen vorhanden sind. Genau genommen sind sie doch nichts anderes, als das Einstellen des Texttempos oder das Ausstellen von Kampfanimationen. Stattdessen muss man erst einen unscheinbaren NPC ansprechen, welcher einem diese Einstellungen erst als Item gibt. Diesen kann man durchaus verpassen, wenn man nicht mit jedem einzelnen NPC spricht.

Wo wir schon bei dem Erhalten von Gegenständen sind: Warum werden sie nicht gezeigt? Das fällt schon am Anfang auf, als man den Empfehlunsgbrief von Delion bekommt. Delion streckt seine Hand aus und lässt einen unsichtbaren Brief fallen. Dieser wird dann von dem Protagonisten aufgefangen und weggesteckt.
Warum? Ist es so schwer, ein kleines weißes Rechteck zu animieren, welches von einer Hand zur nächsten gegeben wird? Ich kann nachvollziehen, dass so etwas nicht bei den (3)DS Spielen dargestellt wurde. Aber bei der Switch? Man kann es als Erbsenzählerei bezeichnen, aber das sind eben die kleinen Dinge, die eben sehr ins Auge stechen.

Die Leistung der Switch wird meiner Meinung nach auch nicht wirklich ausgereizt. Gerne schaue ich da zu Spielen wie The Witcher 3, Super Mario Odyssey und Zelda: Breath of the Wild, um zu sehen, was die Switch so leisten kann. Mir war von Anfang an klar, dass kein Pokemon mit großer, offener Welt erscheinen wird, in welches man alleine bei der Hauptstory über 100 Spielstunden investieren kann.
Es kann nicht sein, dass Pokemon, Bäume und Trainer erst erscheinen, wenn man in unmittelbarer Nähe von ihnen steht. Dass sie im hohen Gras einfach auftauchen und wieder verschwinden, stört mich nicht einmal wirklich. Wenn ich jedoch in einer Stadt bin und am anderen Ende des Weges ein Onix ist, dann müsste ich es schon von weitem sehen. Es erscheint aber erst, wenn ich etwas dichter bin. Es ist auch nicht in Ordnung, wenn Bäume, Wände und andere Dinge schon halb verschwinden, obwohl sie noch im Bild sein müssten. Ich habe nicht einmal speziell nach solchen Grafikfehlern gesucht. Sie sind einfach passiert und sahen unschön aus. Natürlich sind es kosmetische Dinge, die den Spielverlauf nicht weiter beeinträchtigen. Dennoch ist es etwas, woran dringend für die nächsten Spiele gearbeitet werden muss, schon im Vergleich zu anderen Spielen, die auf der Switch laufen.
Natürlich kenne ich nicht die Abläufe hinter den Kulissen und wie viele Leute genau an diesen Spielen gearbeitet haben. Für eine so große Marke, wie Pokemon es eben ist, müssten doch aber die Ressourcen da sein, damit Leute an den Spielen arbeiten, die solche Dinge verhindern.


Aber es ist natürlich nicht alles schlecht. Zum Beispiel ist es endlich möglich, die Tutorials zu überspringen. Das ist tatsächlich eine nennenswerte Erneuerung, da das bisher nicht möglich war. So muss ich mir als langjähriger Spieler nicht mehr anhören, wie man ein Pokemon fängt, während neue Spieler diese Einweisung bekommen können.
Das Design der Pokemon ist überraschend gut. Kein einziges Pokemon hat mir den Gedanken „Was zum… Was haben sich die Entwickler dabei gedacht?“ gegeben. Manche sind simpler, manche haben innerhalb kurzer Zeit das Herz des Internet für sich gewonnen, während andere einfach nur witzig sind. Zu meinen neuen Lieblingen gehört jetzt auch Urgl, welches teilweise ein Pikachu als Geschoss verschießt..
Außerdem ist der Soundtrack einer der besten, den es bisher in einem Pokemonspiel gab. An manchen Stellen stand ich einfach nur da und hab ich gefragt, ob ich gerade wirklich noch Pokemon spiele oder ob ich irgendwie das Spiel gewechselt habe.
Mittlerweile ist es auch Tradition, dass in fast jedem Spiel ein Geist vorkommt. Hier trifft man ebenfalls auf ein Mädchen, welches eigentlich nicht mehr existieren dürfte und man muss ihren Brief überbringen, wonach man sich die Wahrheit über ihren Verbleib sehr gut denken kann.

Alles in allem hatte ich trotzdem Spaß. Obwohl das Spiel vergleichsweise einfach ist und man selber gefühlt kein fester Teil der Story ist, war es ein netter Zeitvertrieb. Ist es aber 50€ wert? Meiner Meinung nach nicht, besonders, da man für sämtliche Onlinefunktionen noch das Abo abschließen muss und Pokemon Home auch nicht kostenfrei sein wird. Für das Jahresabo muss man also auch noch einmal 20€ ausgeben, was zumindest noch den Mehrwert hat, dass man noch sämtliche andere Vorteile dieses Abos hat. Ein genauer Preis für Pokemon Home steht noch nicht fest. Da aber Pokemon Bank zirka 5€ ist, sollte Pokemon Home nicht viel teurer werden. Man investiert also nicht nur in das Spiel an sich, sondern auch noch in andere Service, die man benötigt, um den vollen Umfang auszuschöpfen.
Am leichtesten kann man also sparen, wenn man sich Schild und Schwert gebraucht holt oder sich die Spiele erst einmal ausleiht, um sie anzutesten. Momentan spart man dabei noch nicht sonderlich viel, da die Spiele die neusten der Reihe sind und auch erst im November erschienen sind. Wer jedoch stark darauf erpicht ist, die Spiele sofort spielen zu müssen und nicht länger warten kann, der sollte trotzdem versuchen, so viel zu sparen, wie es nur möglich ist.

Ich selbst werde jedoch warten, bis ich die Spiele etwas günstiger bekomme und sie erst später in meine Sammlung einfügen. Das Ausleihen hat mir gereicht, um mir zu zeigen, dass diese neuen Spiele nicht wirklich mein Fall sind.
Dabei denke ich nicht einmal, dass ich zu alt für Pokemon sein könnte. Es ist wohl eher, dass ich an den Schwierigkeitsgrad der alten Spiele gewohnt bin. Soulsilver war das erste Pokemonspiel, das ich je gespielt habe. Das ist das Remake zur zweiten Generation und in dieser kommt Bianka mit ihrem tollen Miltank vor. Es sind starke Arenaleiter wie sie, die mir mein Wissen und meine Fähigkeiten in Pokemon beigebracht haben, wodurch die neuen Spiele nun zu leicht für mich sind.
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