Münchner Freiheit

GeschichteAllgemein / P12
19.12.2019
27.04.2020
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19.12.2019 417
 
Jaja, kryptisch, kryptisch. Ich weiß. Blöde Zusammenfassung. Aber wie soll ich eine Story zusammenfassen, die sich erst am Ende erklärt? Ohne sie zu spoilern?
Ich sage mal: Wenn ihr nichts Besseres zu tun habt, lest sie einfach mal. Vielleicht gefällt sie euch ja.
Die Hauptcharaktere trage ich später ein, wenn sie vorgekommen sind in den Kapiteln.


Münchner Freiheit

Prolog: Längst vergessene Träume

Erschrocken wachte er auf und sah sich hastig um. Aber da war nichts. Nur die Wände seines Schlafzimmers. Die Heizung rauschte ganz leise, verbreitete dabei eine Wärme und Gemütlichkeit, die nicht zu dem passte, was er im Traum gerade durchlebt hatte. Langsam ließ er den angehaltenen Atem entweichen und zog sich die Decke höher, bis unter das Kinn. Er fühlte überdeutlich die Wärme, den weichen Stoff seines T-Shirts und des Lakens, das bequeme Kissen. Wäre er auf einem kalten Steinfußboden aufgewacht, mit dem Kopf auf alten Zeitungen und einer alten, zerrissenen Decke über dem zitternden Körper, wäre er jetzt wesentlich ruhiger gewesen. Denn das hätte irgendwie besser gepasst.
Der Traum der letzten Nacht hatte ihn dorthin entführt, wo er lange nicht mehr gewesen war. In die Vergangenheit. Zurück auf die Straßen von München, wo er groß geworden war. Zurück in die Kälte, die Einsamkeit, die Angst, die er durchlebt hatte. Jede Nacht. Aber damals war er nie in einem weichen Bett aus seinen Alpträumen aufgewacht.
Er strich sich über das schweißnasse Gesicht und schloss die Augen. In dem Moment klingelte sein Wecker und riss ihn endgültig in die Realität. Er sah das Gerät böse an und stellte es aus. Der Wecker hatte ja Recht. Er musste aufstehen, sich fertig machen. Heute war ein wichtiger Tag. Er würde die Stelle wechseln, neue Kollegen bekommen und damit die Möglichkeit, noch mehr aus sich zu machen.
Wieder dachte er an seinen Traum und damit an seine Vergangenheit. Wenn die einer seiner Vorgesetzten kennen würde, hätte er keine Arbeit. Dann dürfte er seinen Job überhaupt nicht ausüben. Aber er war ja nicht dumm. Die Fähigkeit, die ihm ermöglicht hatte, nach Jahren auf der Straße den Realschulabschluss und sogar das Abitur zu machen und das binnen vier Jahre, eben diese Fähigkeit hatte dafür gesorgt, dass niemals die falschen Leute erfahren hatten, wer er wirklich war. Sie kannten nur den Straßenjungen, der ständig Ärger gemacht hatte. Der mit 13 plötzlich in München aufgetaucht war und mit 17 wieder verschwand. Aber dass er dieser Junge war, wusste niemand. Und auch er selber hatte es fast vergessen. Bis zur letzten Nacht.
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