Family Diner

CrossoverFamilie, Fantasy / P12
Allen Elijah Kamski Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
19.12.2019
19.12.2019
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Family Diner

Kapitel: My brother is a nightmare

Einen Monat schon lag der Fall zurück.

Der Spott von manchen Kollegen war geblieben. Aber es variierte. Tina machte sich in erster Linie nur lustig über ihn, um ihn zu provozieren und weil es ihr eine diebische Freude bereitete ihn verlegen rot anlaufen zu sehen. Chris war dezenter. Selbst verlegen. Aber manchmal, entkam ihm, angesteckt von Tina, doch ein alberner Kommentar.

Schlimm war es nur, wenn Mister Terminator in diesen Momenten der Nähe war. Es wurde schnell seltsam und peinlich- für sie beide.

Und Gavin Reed war verdammt froh, dass die Meisten von den Details ihres schlüpfrigen Undercover Falls keine Ahnung hatten. Er würde vermutlich sterben, wenn nur einer der anderen Officer wüsste, wozu ihn der Android gebracht hatte.

Sicher. Für den Fall. Aber das war eine lasche Ausrede dafür, dass es ihm tatsächlich gefallen hatte. Ungeachtet der Jagd auf den Serienkiller oder der nun unangenehmen Atmosphäre zwischen ihm und seinem Partner.

Es war akward.

Auch ohne die dummen Kommentare von Officer Person und Brown war die ganze Situation schräg genug.  Vor allen Dingen Person schien Freude daran gefunden zu haben, ihn diesen Fall nie wieder vergessen zu lassen.

Als er von an ihrem Tisch vorbei ging, mit einem frischen Becher Kaffee in der Hand, beugte sie sich zu ihm vor und grinste schadenfreudig. »Oh was denn? Hat dich der Plastik Schwanz gut erzogen, Reed? Holst du dir deinen Kaffee nun selbst?«

Für eine Sekunde dachte er darüber nach, ihr den heißen Kaffee ins Gesicht zu schütten. Seine Hand zuckte schon, aber als er den Blick von seinem becher hob, bemerkte er, dass ihn ein paar Police Officer Androiden aufmerksam anstarrten. Beides PC200 Modelle, in ihren Uniformen, aber an ihren Gesichtern sah er, dass sie versuchten mit unterschiedlichen Haarfarben sich individueller zu gestalten.

Oh Phuck.

Sein Gesicht begann zu brennen und mit einem „Phuck off, Bitch“ kämpfte er sich weiter zu seinem eigenen Schreibtisch durch. Es war schon wieder passiert. Seit der Undercover Mission schienen sämtliche Androiden im Revier ihre Angst vor ihm verloren zu haben.

Sein so lange, hart aufgebauter Ruf, war mit einer Mission zerbrechen und er wusste, dass die verrücktesten Gerüchte im Revier kursierten. Eines Perverser als das andere. Und die Androiden standen den Menschen in nichts nach, was die Gerüchte anging.

Einmal hatte Gavin sie erwischt, wie sie darüber geflüstert hatten, was Nines alles mit ihm gemacht hatte, um ihm eine Lektion zu erteilen.

Verdammte Deviancy.

Diese Gerüchte gingen ihm auf den Sack und selbst Fowler war mittlerweile genervt und hatte allen verboten über den Fall zu reden. Schließlich hatten sie nur ihre Pflicht getan, um einen Mörder zu fangen.

Dass der Mörder selbst nur der Teil eines größeren Ganzen war, hielt den Fall leider noch aktuell. Gavin hatte immer noch die Hoffnung, dass solange, die Spur kalt blieb, es endlich alle vergessen würden. Er war genug gedemütigt worden.

Das war auch der Grund dafür, warum seine Laune so mies war. Er hatte es so satt.

Nicht mal heute blieb er von dem ganzen Scheiß verschont.

Wie ein sicherer Hafen tauchte Gavins Schreibtisch vor ihm auf und als er endlich Platz nahm, konnte er sich ein erleichtertes Aufatmen nicht verkneifen. Seine Entspannung hielt nicht lange, denn ein Schatten tauchte über ihm auf und sofort wurde es um ihn herum absolut still.

Sicher. Über Gavin konnten sie sich das Maul zerreißen, aber es wagte keiner gegenüber dem Androiden einen dummen Kommentar zu machen. Gavin hob den Blick und spürte seinen eigenen Puls hoch schnellen.

Verdammt, Rk900 – Nines war riesig und so zu ihm aufzusehen, rief Erinnerungen in ihm wach, die Gavin verdrängen versuchte.

Er sah sich auf den Knien, aufblickend zu Nines in dessen eng sitzenden Uniform, die preisende Stimme des anderen Androiden wie ein Rauschen in seinen Ohrn. Er konnte sich selbst Stöhnen hören, während er, die Hände auf dem Rücken mit einem paar gepolsterter Handschellen, mit den Lippen über Nines Innenschenkel wanderte.

Nines tiefe Stimme, sonst leer an Emotionen, tief und selbstzufrieden schallte in seinen Ohren nach. Ein laszives Grinsen auf den Lippen, die Augen hart wie Metall.

»Guter Junge.«

»Detective Reed?«

Gavin fuhr zusammen. Erschrocken, über seine eigenen Gedanken und noch mehr über die plötzliche Enge in seiner Hose. Verdammt, nicht schon wieder. Er räusperte sich, nahm einen schnellen Schluck vom Kaffee, auch wenn es ihm fast die Zunge verbrannte und brummte. »Was willst du, dipshit?«

Wortlos deutete Nines auf den Bildschirm von Gavins Computer. »Ich habe Ihnen ein paar Fälle geschickt, die vielleicht zu den Hintermännern etwas zu tun zu haben. Ich hoffe, dass Ihr menschlicher Instinkt vielleicht etwas findet.«

Gavin blickte von seinem Partner zum Bildschirm und nickte knapp. Damit ging RK900 wieder auf Abstand. Der Android nahm ihm gegenüber Platz, um selbst weiter zu arbeiten und die nächsten Stunden verstrichen ohne viel Aufsehen.

Es hätte ein ruhiger Abend werden können.  

Doch kurz vor dem Ende seiner Schicht veränderte sich die friedliche Stimmung. Gavin hätte wissen sollen, dass etwas nicht stimmte, aber die letzten Tage über hatte ihn der bloße Anblick seines Partners in den Wahnsinn getrieben. So übersah er jede Warnzeichen.

Als erstes tauchte Allen auf, zusammen mit ein paar Mitgliedern seines SWAT-Teams. Er hatte etwas mit Fowler zu bereden und Gavin versuchte ihn zu ignorieren, solange er konnte. Tina warf ihm schon ein paar besorgte Blicke zu, aber Allen und er hatten schon vor Jahren Schluss gemacht. Sie waren nicht mal richtig zusammen gewesen.

Nur Sex, um den Kopf frei zu kriegen, es hatte immer gut funktioniert und der Captain des SWAT war noch immer eine bessere Wahl als so mancher seiner Ex-Lover gewesen. Und auch, wenn sie noch immer aneinander gerieten, taten sie es mehr aus Lust als aus Feindlichkeit heraus.

Er war also nicht ganz so überrascht, als Allen nach dem Gespräch mit Fowler an seinem Tisch stoppte. Wenn ihn etwas irritierte, dann waren es die Donuts, die der Captain des SWATs vor ihm abstellte.

Allen schenkte ihm ein Grinsen. Und Phuck- Gavin hatte tatsächlich vergessen, wie gutaussehend der andere war. In den grünen Augen lag ein verspielter, herausfordernder Funken und als er sich durchs Haar fuhr, konnte der Detective nicht verleugnen, dass er etwas für Männer in Uniformen übrig hatte. »Ich hab nicht vergessen, was heute für ein Tag ist, Reed. Ich hoffe es ist noch immer deine Lieblingssorte.«

Er lugte in die Schachtel und begann breit zu grinsen bei dem Anblick. Maple Frosted und Chocolate Frosted Sprinkles. Seine Favoriten. Allen hatte es nicht vergessen.

»Danke, Mann.« Als Gavin den Blick hob, bemerkte er, dass RK900 zu ihnen herüber starrte. Die dunklen Brauen tiefer gezogen, während sein LED golden zirkulierte. Sein Blick huschte von der Schachtel zwischen seinem Partner und dem Captain hin und her, als versuchte er zu verstehen, warum ihm der Captain des SWAT seine Aufwartungen machte.

Allens Grinsen wurde breiter, als er sah, wie Gavin sich einen der Donuts gönnte und ein Streusel an seiner Lippe hängen blieb. Der ältere Mann beugte sich vor, um den Streusel wegzuwischen. Kurz ruhte sein Daumen auf Gavins Lippe und der sachte Druck schickt Hitze durch seinen ganzen Körper. Mit weiten Augen, sah er dabei zu wie Allen schließlich das Stückchen Zucker von seinem Daumen leckte. Kein einziges Mal unterbrach er dabei den Blickkontakt mit dem Detective. Reed schauderte und spürte seine Wangen unkontrolliert brennen.  

Phuck. Flirtete Allen etwa wieder mit ihm? Vor dem gesamten, verdammten Revier?

Nervös wich er Allens durchdringendem Blick aus, nur um Nines eigenem zu begegnen. Der Android starrte den Captain an, düster und dunkel. Seine Mundwinkel senkten sich, seine Lippe hob sich an, wie ein Hund, der die Lefzen bleckte.

Es hätte nur noch ein bedrohliches Knurren gefehlt, dass wie ein Donnern aus seiner Kehle gestiegen wäre.

Scheiße. Gavin hatte diesen Blick schon einmal gesehen. Während dem Fall. Während sie sich näher gekommen waren.

Nines sah aus, als hätte er den Captain am Liebsten das Genick gebrochen. Oder ihm die Kehle heraus gerissen. Gavin war sich nicht sicher, aber allein die Reaktion sorgte bei ihm für ein Kribbeln unter der Haut.  

Allen schien nichts davon mit zu bekommen, stattdessen kehrte er zu seinen Jungs zurück und Gavin folgte ihm automatisch mit den Augen. Allens Hintern war noch immer so sexy wie früher.

Sein Starren hielt nur so lange an, bis er Nines von der anderen Seite des Tisches aus Grollen hörte. Er fuhr ertappt zusammen und war sich nicht sicher, warum er sich so schlecht fühlte. Sie waren schließlich kein richtiges Paar gewesen.

»Was willst du?«, fuhr er Nines an und konnte mit ansehen, wie dessen Miene brach, irritiert über sich selbst, aber das LED blinkte noch abwechselnd gelb und rot. Nines setzte zu einer mit Sicherheit – sarkastisch beißenden – Antwort an, als er inne hielt und an Gavin vorbei sah.

Um sie herum begann der übliche Lärm zu verstummen.

Irritiert wandte Gavin sich um und verschluckte sich fast an seinem Kaffee.

Als wäre es das natürlichste der Welt, lief, ganz ohne Bodyguard oder seine übliche Begleitung, Elijah fucking Kamski durch das Polizei-Revier, als würde es ihm gehören.

Scheiße. Scheiße Scheiße.

Gavins Puls begann sich erneut zu beschleunigen. Nicht aus Erregung, sondern aus purer Panik. Innerlich sah er schon sein Leben an sich vorbei ziehen. Eine seiner größten Ängste wurde gerade wahr und er konnte nur hilflos zusehen. All die Jahre war er seiner Vergangenheit entkommen. Aber nun war es vorbei.

Sein Bruder war gekommen, um sein Leben zu ruinieren.

Und das vermutlich nur aus einer verdammten Laune heraus.

Elijah hatte sich heraus geputzt. Er trug einen teuren, nachtblauen Anzug und hatte eine große Tasche dabei, die er auf Gavins Tisch fallen ließ und grinste seinen jüngeren Bruder an, als wäre es nicht das erste Mal, dass er an dessen Arbeitsplatz auftauchte und dabei eine Show veranstaltete.

Aus dem Augenwinkel konnte Gavin die alarmierten Blicke von Connor und Hank sehen. Der Android hielt seinen Partner fest, denn Hank wirkte, als würde er am Liebsten Elijah die Scheiße aus dem Leib prügeln. Wage erinnerte Gavin sich, dass die letzte Auseinandersetzung mit den beiden und dem Schöpfer der Androiden nicht gut verlaufen war.

Connors LED leuchtete gelb. Seine irritierte Miene war stellvertretend für das gesamte Revier, als Elijah ausgerechnet vor dem Revier eigenen Arschloch eines Detectives stoppte.

»Du willst mich doch verarschen«, grollte Gavin, aber bevor er aufstehen konnte, hatte ihm Elijah bereits die Hände auf die Schultern gelegt und flüsterte wie ein Creeper in sein Ohr. »Du hast doch nicht gedacht, dass ich dich nach allem was war, so leicht davon kommen lasse.«

»Mister Kamski«, Connor schloss zu ihnen auf, aber sein freundliches Lächeln war nur fake. Hank gab sich dagegen keine Mühe, seine Abneigung zu vertuschen. Der Alte knurrte und auch, wenn sie sich nicht gerade nah standen, war es fast rührend, wie er Reed zur Hilfe kam.

»Womit können wir Ihnen helfen? Haben Sie ein Verbrechen zu melden?«

»Ah, nein. Nichts dergleichen. Ich habe etwas zu feiern.« Elijahs Finger gruben sich tiefer in seine Schultern. Massierten sie und Gavin zuckte vor Schmerz zusammen.

Auch RK900 erhob sich. Die Aufmerksamkeit des ganzen Reviers lag auf ihnen. Der gesamte Betrieb schien zum Erliegen gekommen zu sein. Gavins Herz setzte aus und für einen winzigen Moment hasste er seinen Bruder mit allem was er hatte.

»Und was soll das sein?«, grollte Hank.

Ein feines, diabolisches Grinsen glitt über Elijahs Züge.

»Natürlich den Geburtstag meines kleinen Bruders.«

Damit beugte er sich vor und hauchte einen Kuss auf Gavins Wange.

Vor dem ganzen fucking Revier.

+++++++++++

Nines hatte beobachten könnten wie der Stresslevel des Detectives erstaunlich schnell in die Höhe schnellte, als er seinen großer Bruder kommen sah.

Für RK900 war es einem Schock gleich gekommen, als er erfahren hatte, dass sein Partner mit dem Schöpfer verwandt war. Er wusste selbst keine Einzelheiten – Detective Reed war ihm stets ausgewichen, wenn es um seine Familie gegangen war.

»The fuck. Dein verdammter was, Reed?«, brüllte Hank fassungslos und er sah seinen Partner zusammen zucken. Connor war nicht minder entsetzt, aber er fasste sich schneller wieder und keine Sekunde später, bekam RK900 die erste Nachricht von ihm. Ihre beider LEDs wurden gelb, während Nines sich erhob und die Arme auf dem Rücken verschränkte.

Wusstest du es?

Seit der Undercover Mission bin ich darüber im Bilde, dass Mister Kamski und Detective Reed Brüder sind.

Und du fandest das nicht erwähnenswert?

Ich habe versprochen, zu schweigen.

Connors Miene wurde hart, aber er nickte schließlich. Nines war sich sicher, dass sein älterer Bruder es ihm übel nahm, dass er ihm etwas verschwiegen hatte, aber sein Versprechen gegenüber Gavin hatte er nicht brechen wollen.

»Elijah«, sein Partner klang fast flehend, »Wieso?«

»Das war meine Idee.« Mister Kamskis Ton war selbstzufrieden und RK900 glaubte fast so etwas wie Schadenfreude zu hören, »Aber nicht ganz meine Schuld.«

Reed wurde noch bleicher. Hätte sein Bruder ihn nicht gehalten, wäre er vermutlich vom Stuhl gerutscht. Sein Blick richtete sich zum Eingang.

»Nein, nein«, stammelte Detective Reed, die Augen panisch geweitet. Sein Stresslevel schoss noch höher als zuvor. »Das hast du nicht getan.«

Erneut wurde es still.

Ein lautes Pochen durchbrach kurz darauf die Stille. Es war ein rhythmischer Tackt, der sich ihrem Grüppchen näherte. RK900 wandte sich zusammen mit dem Rest dem Geräusch zu und fühlte, wie er erstarrte.

Es waren zwei Männer, die genau wussten, wohin sie wollten. Sie schenkten keinem anderen Officer Beachtung, sondern schienen auf Detective Reed und Mister Kamski konzentriert zu sein. Die Menschen, die sie passierten, starrten sie mit offenen Mündern und unkonzentriert an. Auch RK900 spürte, dass bei diesem ungleichen Paar etwas anders schien. Ihr Auftreten war selbstsicher und egozentrisch. Eine seltsame Aura ging von ihnen aus und schien es vorher noch so, als hätte Kamski den Platz beherrscht, rissen sie nun die Herrschaft an sich.

Der vordere Mann mit einem altmodischen Gehstock war edel gekleidet in einen langen schwarzen Herrenmantel mit einem dunkelroten Kragen. Darunter trug er eine dunkelgraue Weste und passende Anzugshose. Der steife, weiße Kragen seines Hemdes wurde von einer dunkelroten Krawatte ergänzt. Seine Anzugsschuhe waren auf Hochglanz poliert worden.

Sein schwarzes Haar trug er streng zurück gekämmt, die Seiten waren kürzer geschnitten. Das schmale Gesicht wurde von einem dichten Bart eingefasst, der gepflegt und wohl gestutzt wirkte. Einer breiten Stirn folgten tief liegende Brauen, die ihm einen ernsten Blick verliehen und den intelligenten Ausdruck der grau-blauen Augen unterstrichen. Durch tiefe Schatten unter seinen Augen wirkte er erschöpft. Oberhalb der hohen Wangenknochen konnte RK900s scharfer Blick verheilte Narben auf der blassen Haut ausmachen. Die Prominenteste Narbe saß jedoch schräg über seiner markanten Nase. Es erinnerte ihn an Reed eigene Narbe, sein Markenzeichen, doch diese verlief genau in die andere Richtung und war auch nicht so lange wie Reeds.

Um seine Lippen spielte ein sanftmütiges Lächeln, das im Kontrast zu seinem strengem Gesicht und perfekten Garderobe stand. Auffordernd hob der Mann einen Arm. »Elijah, Gavin!«

Kamski ließ den Detective los, breit grinsend, während Reed noch immer in der Schockstarre gefangen war.

Neben den Fremden trat sein Begleiter und nahm die Sonnenbrille ab. Die Ähnlichkeit mit Reed war fast schmerzhaft. Sie teilten dieselbe Gesichtsform, dasselbe markante Kinn bis hin zur Nasenform. Der Mann hatte ebenfalls einen Drei-Tage-Bart und blaue Augen, wenn doch etwas dunkler. Das dunkelbraune Haar hatte er nach hinten gegelt, aber eine kleine Strähne viel ihm widerspenstig in die Stirn. Die Side-Cuts gaben ihm einen härteren Ausdruck, während seine um seine Mundwinkel ein herausforderndes, angeberisches Grinsen zuckte.

RK900 musterte die Designer Lederjacke, die der selben Marke angehörte wie Reeds, und er bemerkte, dass über dem dunkelgrauen Hemd ein Halstuch saß, dass farblich zu der Krawatte des anderen Mannes passte. Er war bisher still geblieben, aber Nines hatte die Befürchtung, dass das nicht lange anhalten würde.

Reed kam langsam von seinem Stuhl hoch, deutlich mit der Situation überfordert. Nines erkannte die Fluchtanzeichen seines Partners ganz genau. Er sah das Zittern seiner Schultern und das schwere Atem, während sich seine Stressanzeige kaum verringert hatte.

Kamski war in der Zwischenzeit zu dem Paar heran getreten und reichte dem Mann mit dem Gehstock die Hand. Doch statt sie zu schütteln zog der Mann ihn seine Brust und drückte ihn herzlich. Im selben Moment registrierte Nines die Ähnlichkeit zwischen ihnen. Es war nicht nur der Haarstile oder die Gesichtszüge. Er verglich ein altes Fotos des Schöpfers mit dem Fremden und stellte fest, dass Kamski in seiner Anfangszeit in CyberLife einen ähnlichen Bart getragen hatte. Sie hätten Brüder oder nahe Cousins sein können, doch wirkte der Mann geringfügig älter durch seine Ausstrahlung und den dichten Bartwuchs.

Dann war Kamski auch wieder frei, um den anderen zu begrüßen, während der Mann mit dem Gehstock auffordernd zu Detective Reed blickte.

»Gavin? Begrüßt man etwa so seinen Vater?«

Connors LED blinkte gelb, Hank machte ein Geräusch, als würde er gleich ersticken und Gavin trat mit einem Augenrollen und einem tiefen Seufzen näher heran, um ihn zu umarmen. Sein Vater drückte in mit einem Arm fest an sich und hauchte sogar einen Kuss auf die Stirn des Detectives, was diesen über beide Ohren rot werden ließ. Er stammelte sinnlos etwas und huschte dann nervös zu dem anderen weiter, der ihn mit beiden Armen umschloss und kurz hoch hob.

Reed ächzte und grollte erstickt. »Dad! Du erdrückst mich!«    

Sofort wurde er wieder abgestellt ehe der Mann, den Gavin ebenfalls als sein Vater bezeichnet hatte, breit zu grinsen begann. »Selbst schuld. Du solltest öfters nach London kommen und uns besuchen, Gav.«

»Dad, ich arbeite und ich hab keine Kohle für ein Ticket.«

»Du weißt wir würden es dir bezahlen und Elijah hat einen Privatjet. Ich bin mir sicher er leiht ihn dir samt Pilot dafür.« »Sicher, er muss nur nett fragen.«

Gavin öffnete den Mund, um ohne Zweifel etwas beleidigendes zu entgegnen, aber bevor er dazu kam, platzte Hank in die Unterhaltung. »Warte, Reed. Du hast zwei Väter? Und Elijah fucking Kamski ist dein Bruder? Und du findest das nicht mal erwähnenswert?«

Der Detective funkelte den älteren Mann an. Seine Zunge schnell und scharf wie immer. »Geht dich das in irgendeiner Weise was an, Anderson? Du kannst mich mal! Schieb dir deine Neugierde in deinen alten, fetten Arsch.«  

»Gavin«, eine tiefe Stimme glitt scharf durch die Luft und RK900s Partner erstarrte, »Wortwahl.«

»Sorry, Pa«, murmelte Reed zähneknirschend und starrte zu Boden. Connor schnappte hörbar nach Luft und selbst Hank klappte die Kinnlade hinab.

Hatten sie gerade tatsächlich miterlebt, dass sich Detective Gavin Reed in der Öffentlichkeit entschuldigte?

Kamski brach in lautem Lachen aus und ignorierte gekonnt die zornigen Blicke, mit denen ihn sein jüngerer Bruder durchbohrte. »Ah, was denn, bist du so leicht zu zähmen? Wo ist dein Biss und dein vorlautes Mundwerk hin?«

»Elijah, hör auf deinen Bruder zu ärgern.« Sofort klappte Kamski den Mund wieder zu und wurde still.

»Oh mein Gott«, murmelte der Leutnant, vollkommen mit Bewunderung, »Sie haben die beiden gezähmt. Bitte gehen Sie nie wieder weg.« Connor begann neben ihm zu grinsen und selbst RK900 spürte seine Mundwinkel verräterisch zucken.

Der Mann mit dem Mantel und Stock schien kurz über die Reaktion verblüfft, bevor er lächelte und Hank die Hand reichte. »Entschuldigen Sie. Wo sind meine Manieren? Ich bin Jonathan Reid und das ist mein Ehemann Goeffrey Reid. Sehr erfreut.«

»Ebenfalls. Hank Anderson.« Die Männer schüttelten die Hände, während Connors LED gelb, rot und wieder gelb wurde.

»Dr. Jonathan Emmet Reid? Sind Sie der weltbekannte Chirurg , der den Nobelpreis vor sieben Jahren für seine Gen-Forschungen bekommen hat? Ihre beruflichen Erfolge und soziales Engagement sind beeindruckend. Es heißt sie hätten sich für ihre Forschungen in ihr Privatlabor zurück gezogen. Ihr Vorfahr war einer der Pioniere im Bereich der Blut- und Organtransfusion und-«

Connor hielt inne, als der Doctor gebietend die Hand hob. Seine andere Hand schloss sich um den Knauf seines Gehstockes. »Zu viel der Ehre. Ich bin nur hier, um meinen Sohn zu seinem Geburtstag einzuladen, aber es ist immer schön einen Bewunderer kennen zu lernen?«

»Connor. Connor Anderson«, stammelte RK900s älterer Bruder und schüttelte dem Mann die Hand. Die großen Augen voller Anbetung, während Reed im Hintergrund die Arme verschränkte. Sein Stresslevel war gesunken, aber seine Miene war noch immer düster.

Schnell machte Nines einen Backgroundcheck und fand die Informationen bestätigt. Jonathan und Goeffrey Reid. Nicht Reed. Nicht Kamski. Doch im Wikipedia Eintrag zu dem Doktor waren zwei leibliche Söhne aufgeführt, die nach der Eheschließung zur Familie dazugekommen waren.

Elijah Ian Reid. Gavin Aubrey Reid.

Nines LED wurde rot. Kein Wort von einer Mutter, doch die Geburtsdaten der Söhne überschnitten sich mit den beiden Personen, die er kannte und nach wie vor lagen die Tage so nahe beieinander, dass sie unmöglich die selbe biologische Mutter haben konnten.

Jede Antwort brachte nur weitere Fragen. Wieso die Namensänderungen? Wer war der wirkliche Vater? Elijah glich mehr Jonathan, und die Gavins Ähnlichkeit zu Goeffrey war kaum zu übersehen. Er schien selbst seinen Modegeschmack von diesem geerbt zu haben. Oder war alles nur Zufall?

Er versuchte die beiden zu scannen und – Nines gesamtes Sichtfeld wurde plötzlich rot und Warnmeldungen statt den üblichen Daten tauchten auf. Die Gesichter des Ehepaars verschwammen vor seinen Augen und er trat erschrocken zurück. Sofort brach er den Scan ab und seine Programme liefen im nächsten Moment wieder normal weiter.

Sein LED pulsierte rot.

******

Gavin war froh, dass Fowler sie aus seinem Glasbüro skeptisch und aufmerksam nur beobachtete. Sein Erscheinen und seine Aufmerksamkeit hatte dafür ausgereicht, dass die Meisten ihrer Kollegen wieder arbeiteten, aber er war sich sicher, dass die anderen Officer immer wieder einen Blick oder ein offenes Ohr riskierten. Tina machte sich nicht einmal die Mühe es zu verstecken. Sie hielt ihr Smart Phone in den Händen und Gavins eigenes vibrierte in seiner Hosentasche alle paar Sekunden. Vermutlich hatte er mittlerweile hunderte Nachrichten von ihr.

Chris war etwas dezenter in seiner Neugierde und schien tatsächlich wieder richtig zu arbeiten, aber Gavin war sich sicher, dass er in den nächsten Tagen mit Fragen gelöchert werden würde.

Das war einfach zu viel.

Erst tauchte sein Arsch von Bruder auf. Dann seine Eltern.

Und wenn es eine Sache in ihrer Familie gab, die sie alle beherrschten, dann war es ein riesen Auftritt. Mit viel Lärm.

Er fuhr sich genervt und verzweifelt über das Gesicht, betend, dass ihn der Blitz treffen würde und entschied sich dann mitzuspielen. Er hatte eh keine andere Wahl. Drei gegen einen war ein verlorenes Spiel.

»Also? Wohin wollt Ihr mich entführen?«

»Ich habe eine halbe Stunde nach deiner Schicht einen Tisch für fünf Personen im Seasons reserviert.«

Gavin konnte bei den Worten seines Bruders spüren, wie ihm das Blut aus dem Gesicht wich. »Im Seasons? Sehe ich aus, als könnte ich mir das leisten?« Dank Elijah wusste er, dass das Essen dort nicht nur verdammt gut war, sondern auch verdammt teuer. Dinner kostete für zwei um die 570$.

»Es ist dein Geburtstag. Wir laden dich natürlich ein.«  Sein Pa lächelte ruhig und warm, als könnte er damit jeden Einwand vertreiben, aber Gavin war noch nicht fertig. »Das ist zu wenig Zeit. Ich habe nichts angemessenes hier. So kann ich da nicht auftauchen- sie würden mich niemals in einer Jeans rein lassen!«

Elijah wies mit der Hand und einer großzügiger Miene auf das, was er mitgebracht hatte. »Du musst dich nur schnell umziehen. Keine Angst. Ich kenne deine Maße.«

Das beruhigte Gavin in keinster Weise. Bevor er aber noch etwas sagen oder tun konnte, legte Goeffrey einen Arm um seine Schulter. »Komm schon. Wir haben dich über ein Jahr lang nicht gesehen. Gönn uns einen schönen Abend.«

Seufzend gab Gavin nach und erlaubte sich zu entspannen. Seit die klein waren hatte er sich bei seinem Dad am Sichersten gefühlt und es war schwer dem Mann zu widersprechen, den er respektierte und noch immer, fast auf eine kindliche Art und Weise, verehrte.

Doch dann stockte Gavin. Moment, hatte sein Bruder etwas von fünf Personen gesagt? Sein Pa schien seine Gedanken zu lesen, denn er nickte ernst. Ein verstohlenes Lächeln, kaum verborgen von seinem dunklen Bart. »Ja, Elijah hat uns von deinem neuen Gefährten erzählt. Wir wünschen ihn kennen zu lernen und mit ihm zu speisen.«

Elijah grinste über das Gesicht. Das teuflische Funkeln in den Augen.

Scheiße. Gavin öffnete den Mund, um zu widersprechen, aber die tiefe Stimme seines Dads kam ihm zuvor. »Sein Name ist Nines, richtig? Er sagte, ihr seid auch bei der Arbeit Partner.«

Hinter ihnen prustete Hank los, nur um nächsten Moment zu fluchen. Connors Miene war unlesbar, während Hank ihm einen giftigen Seitenblick zuschickte. Nie zuvor war Gavin der tin can so dankbar für sein Taktgefühl gewesen.

Währenddessen hatte sich Nines endlich aus seiner Starre befreit. Das LED war gelb mit kleinen, warnenden roten Funken. »Ich glaube es gab ein Missverständnis. Detective Reed und ich sind nur Arbeitspartner. Wir führen keine Beziehung.«

Gavins Väter übergingen RK900s Einwand und musterten ihn stattdessen mit Interesse. Sie reichten ihm die Hände und Goeffrey sah aus, als würde er dem Androiden die Hand zerquetschen wollen, doch Nines verzog keine Miene. Nur sein LED verriet, dass er sich mit der Situation genauso wenig wohl fühlte wie sein Partner.

»Mein Name ist Richard Anderson.« »Nicht Nines?« »Das ist Detective Reeds Spitzname für mich. Mein gewählter Name ist ein anderer, Mister Reid.« Goeffrey ließ seine Hand endlich los und Jonathan maß RK900 mit einem durchdringenden Blick.

»So oder so. Der Tisch ist reserviert und Sie werden uns begleiten. Wir würden uns freuen mehr über den Partner unseres Sohnes zu erfahren. Sie sind natürlich auch eingeladen.“

»Dr. Reid, ich habe keine angemessene Kleidung und-«

»Ich hab auch an dich gedacht, Nines«, unterbrach ihn Mister Kamski schroff und deutete erneut zu dem Kleidungssack.

Ihnen blieb keine andere Wahl.

Eine Viertel Stunde später, kurz vor dem Ende seiner Schicht, hatte Gavin den schwarzen, klassischen Anzug an und sich so gut es ging in Ordnung gebracht. Für seine Haare hatte er kaum etwas tun können, aber im Spiegel der Revier Toilette sah er ganz passabel aus. Die hellblaue Krawatte war nichts, was er sich ausgesucht hätte. Sie hatte das kleine Dreieckige Muster von Elijahs Androiden Designs und vermutlich gehörte sie seinem Bruder. Es hätte ihn nicht einmal gewundert, wenn es ein teures Einzelexemplar war, denn allein der Anzug den er trug, war weit über seiner Gehaltsklasse. Alles bis hin zum weißen Hemd saß wie auf den Leib geschneidert und der Stoff fühlte sich gut unter seinen Fingern an, als er die Jacke noch einmal glatt strich und auf den Gang trat.

Weit kam er nicht.

Hinter der Tür fing ihn Allen ab und packte ihn grob beim Arm. Gavin war so überrascht, dass seine Schutzreflexe versagten und er sich im nächsten Moment in die Enge getrieben fühlte.

»Zwei Jahre und du fandest es nicht einmal interessant zu erwähnen, dass dein Vater Goeffrey McCullum ist?«

Den vorigen Namen seines Dads zu hören, überraschte Gavin für einen Moment, bevor er sich sammelte und gereizt schnaubte. »Was willst du, Allen? Wir waren kein richtiges Paar und ich hab von Anfang an klar gemacht, dass mein Privatleben tabu ist.«

»Reed!«, Allenzog die Brauen zusammen, die Zähne gebleckt- ein klares Zeichen, dass ihm die Geduld ausging. »Er ist der Boss von Priwen, der besten Söldnereinheit der ganzen Welt. Nicht einmal Androiden können mit ihrer Erfolgsquote im Einsatz mithalten! Jedes Mal, wenn ich von ihnen geredet habe, kam dir nie der Gedanke mit mitzuteilen, dass der Goeffrey McCullum dein Vater ist?«

Zornig befreite sich Gavin aus dem Griff des Captains. »Goeffrey Reid. Und ich laufe sicher nicht rum und erzähle jedem, das mein Dad einer der gefährlichsten Männer dieses Planeten ist und bringe ihn oder den Rest meiner Familie in Gefahr, ist das klar?«

Allen stockte und gab ihm endlich seinen Freiraum in dem er einen Schritt zurück trat. » Ich … es tut mir leid. Ich war überrascht ihn plötzlich hier zu sehen.« Er lächelte nervös und rieb sich den Nacken. »Du weißt, ich bin ein riesen Fan.«

Gavin hielt inne und seufzte. Zum Wiederholsten Male an diesem chaotischen Abend. Es stimmte. Der Captain hatte oft und voller Bewunderung für die Söldnerfirme und besonders die Special Einheit von Priwen gesprochen. Jedes Mal hatte er sich auf die Zunge beißen müssen, um nichts zu verraten, aber in seiner Familie gab es ein Motto:

Man redete nicht über die Geschäfte der Familie. Vor allem nicht zu Außenseitern. Oft gegnug hatte Gavin das in der Vergangenheit in Probleme gebracht und es war nie so ernst zwischen ihnen geworden, dass er sich Allen anvertraut hätte.

Und nun zwangen sie ihn stattdessen mit Nines zu einem Familienessen.

Das würde eine Schlacht geben.

Aber Allen konnte für all den unterdrückten Zorn und seine nervöse Angst nichts.

»Weißt du was, ich werde mit Dad reden. Vielleicht hast du eine Chance auf ein Gespräch mit ihm solange er in Detroit ist.«

Nun begann der Captain des SWATs über das ganze Gesicht zu strahlen und ihm zu danken, als würde sein Leben davon abhängen. Damit glaubte Gavin die Sache erledigt, aber Allen hielt ihn noch einmal auf. Seine Hand fühlte sich schwer auf Gavins Schulter an und sein Lächeln war nicht mehr dankbar oder charmant, sondern besorgt.

»Also, du und Terminator?«

Sofort begann Gavins Gesicht zu brennen. Eilig schüttelte er den Kopf, aber die Worte aus seinem Mund waren mehr gestammelt als sicher. »Scheiße, nein. Das war nur für den Fall und Elijah hat da was falsch verstanden.«

Die Antwort schien Allen zufrieden zu stellen, denn in seinen grünen Augen sah Reed so nahe etwas Zufriedenheit aufleuchten. Nun eilig kehrte der Detective an seinen Tisch zurück. Tina pfiff, bevor sie breit zu grinsen begann. Sie hatte sein Verschwinden genutzt, um sich seinen Eltern anzunähern. Sie stand bei seinem Dad und schien bereits von ihm als akzeptabel anerkannt worden zu sein, denn ihre Reaktion ließ ihn grinsen.

»Detective Reed, Sie sehen gut aus«, wagte sich Connor zu sagen und selbst Hank nickte anerkennend. Gavin brummte, nicht gewohnt von ihnen ein Kompliment zu bekommen, während Tina bereits ihr Smart Phone zückte und von ihm Fotos machte. Wenn es noch möglich war, wuchs ihr Grinsen weiter. »Sexy, Gavin. Du solltest öfters im Anzug auftauchen.«

Dann stieß sie ein hohes Quietschen und einen obszönen Fluch aus, der Jonathan nur eine Braue heben ließ, aber ansonsten wirkte sein Pa eher amüsiert als verärgert. Der Grund war schnell zu finden. Gavin wandte sich um und fühlte, wie seine Welt erneut umkippte.

Nines war ein verdammter Gott aus Metall.

Der schwarz Anzug gab ihm mit dem zurückgekämmten Haar die Ausstrahlung von James Bond, während er den letzten Manschettenknopf schloss. Die langen Beine kamen gut in der edlen Hose, zu denen seine üblichen Schuhe überraschend gut passten. Neben der Krawatte, die ein Duplikat zu Gavins eigener darstellte, hatte er zusätzlich ein Einstecktuch in seinem Jacket.

Unweigerlich spürte der Detective wie sein Magen nervös zu kribbeln begann. Er hatte während der Undercover Arbeit Nines in vielen Kleidungsstücken gesehen, manche zu sündig, um nur daran zu denken, aber der Anzug brachte Nines Vorzüge fast schon erschreckend zum Ausdruck.

Ohne nachzudenken trat Gavin an ihn heran und begann seine Krawatte erneut zu binden. Vorsichtig und konzentriert zog er den Stoff durch die Schlaufe, während er Nines leise zuflüsterte: »Sorry, dipshit. Meine Familie ist anstrengend.«

Nines Mundwinkel begannen zu zucken. »Wirklich? Das hätte ich bei Ihrer Persönlichkeit nie für möglich gehalten, Detective.« Spielerisch schlug er dem Androiden gegen die Schulter und konnte fühlen, wie das erste Mal richtig die Anspannung von seinen Schultern fiel. Ein ehrliches Lächeln glitt über seine Züge.

»Du siehst gut aus, Nines. Es steht dir gut.«

Die niedliche, blaue Röte erschien auf Nines Wangen und brachte seine Muttermale zur Geltung. Gott, Gavin hatte das vermisst.

Nines räusperte sich und schenkte ihm dieses verboten, warme Lächeln, dass Gavin noch immer den Atem raubte. »Ihnen ebenso, Detective. Die Krawatte bringt Ihre Augen zur Geltung.«

Es war egal, dass es klang, als würde Nines ein verdammtes Komplimente-Programm abspielen. Für einen Augenblick vergaß Gavin, dass er sich noch inmitten des Reviers zwischen seinen Kollegen und seiner Familie befand. Er hätte einfach dastehen bleiben können. Gefangen in Nines Lächeln und  Stimme, die sich nur für wenige so erwärmte.

Doch das Klicken einer Smart Phone Kamera brachte ihn hart zurück in die Realität.

»Verdammt, Chen!«, stöhnte er und war sich sicher, dass sie ihn das nie vergessen lassen würde. Hinter ihr beobachteten seine Eltern das Ganze zum einen lächelnd, zum anderen skeptisch. Elijah wirkte selbstzufrieden und plante wahrscheinlich schon weitere Grausamkeiten.

Resignierend seufzte Gavin, riss sich zusammen und steckte sein Smart Phone ein.

Es war Diner Time.

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Die Story besteht aus 2-Kapiteln, aber dazu gehört eine längere Vorgeschichte und noch eine Folgeteil. (im Grunde eine Triologie XD) Ich bin nur noch am überlegen, ob ich sie auch in deutsch hoch laden soll.

Bestehe denn Interesse? Wenn ja lasst es mich in den Kommentaren wissen :)
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