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von Lee-Kasa
GeschichteDrama, Mystery / P12
OC (Own Character)
17.12.2019
01.04.2020
13
24188
9
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Kapitel 8   · • ●
Mit einem Seufzen landete Orkanpfote auf der Erde, die Luft wurde aus ihrer Lunge gepresst. Die Kätzin richtete sich auf, während Graupelstern um sie herum kreiste. „Du musst dich direkt an dem Pelz einer Katze festkrallen, wenn du auf ihr landest. Ansonsten wirst du zu leicht abgeschüttelt!“, erklärte der Kater und zuckte mit dem Ohr. Er fiel in die Kauerstellung und gab Orkanpfote das Zeichen, es erneut zu versuchen. Die graue Kätzin musterte Graupelstern. Er war muskulös und hatte schnelle Reflexe, ihn austricksen konnte sie nicht. Da sie ihre Krallen nicht benutzen konnte, würde sie sich auch nicht direkt auf ihn werfen können. Denk nach, Orkanpfote!, sagte sie sich und spannte die Muskeln an.
„Seid gegrüßt!“ Eine tiefe Stimme riss Orkanpfote aus ihren Gedanken. Sie drehte den Kopf herum und sah zu Rattenzahn. Der vernarbte Kater schritt über die Lichtung, seine Schülerin Kerbelpfote direkt an seiner Ferse. „Wir wusste nicht, dass ihr hier seid“, mauzte Rattenzahn und näherte sich dem Anführer, Kerbelpfote blieb einige Schweiflängen neben Orkanpfote stehen und schenkte der Kätzin einen kalten Blick. Orkanpfote's Pelz sträubte sich und sie sah zu Boden – Kerbelpfote sah sie immer an, als wäre sie eine FlussClan Kriegerin. „Ihr kommt gelegen“, Graupelstern warf einen kurzen Blick zu Orkanpfote, dann zurück zu Rattenzahn. „Wir trainieren gerade Kampftechniken. Ich denke, es wäre die beste Idee, wenn Orkanpfote gegen eine andere Schülerin kämpft!“ Rattenzahn tauschte einen Blick mit Kerbelpfote. Genau was sie wollte, überlegte Orkanpfote. Sie will sich direkt vor Graupelstern beweisen.

Orkanpfote und Kerbelpfote umkreisten sich herausfordernd. Die andere Schülerin war einige Monde älter – dementsprechend erfahrender und muskulöser. Dennoch spannte Orkanpfote ihre Muskeln an. Als Anführerin muss ich kämpfen können, sagte sich die getigerte Kätzin voller Entschlossenheit. Kerbelpfote warf sich mit einem Satz auf Orkanpfote's Rücken, hielt sich mit den Vorderpfoten an der Schulter fest und schlang die Hinterläufe um die der grauen Schülerin, um ihr die Beine unter dem Körper wegzuziehen. Bei dem Gewicht brach Orkanpfote fast zusammen, doch setzte ihre ganze Kraft in ihre Läufe. Ihre Schulter brannte, schließlich verlor Orkanpfote das Gleichgewicht und fiel zur Seite. Sie landete direkt auf Kerbelpfote, die unter ihr hervor kroch und aufrichtete. Der Schmerz an ihrer Schulter wurde immer intensiver und die Augen von Kerbelpfote leuchteten ihr bösartig entgegen. Jetzt bekam Orkanpfote echte Angst, als sie sich aufrichtete. Sie sprintete auf Kerbelpfote zu und schlug mit Hieben, die Graupelstern ihr gezeigt hatte, auf die sandfarbene Kätzin ein. Als Kerbelpfote schützend ihre Pfoten hob, erkannte Orkanpfote voller Schock, dass die Krallen der Schülerin ausgefahren waren und Blut im warmen Licht der Sonne schimmerte.

***

Die Schmerzen in Orkanpfote's Schulter wurden den Rückweg über schlimmer. Doch Kerbelpfote's Blick war so drohend, dass Orkanpfote es nicht wagte, ihre Wunde zu erwähnen. Es wird schon von selbst heilen..., seufzte die Kätzin und spürte, wie die heißen Tränen in ihr aufstiegen. Sie verstand, warum die anderen Schüler auf sie wütend waren – doch waren sie wirklich so hasserfüllt, dass sie Orkanpfote dermaßen schaden wollten? Der Magen der Kätzin drehte sich um.
Ich darf mich nicht unterkriegen lassen, sagte sich die Kätzin. Es ist mein Schicksal Anführerin zu sein. Das ist es wert. Wenn ich einmal Anführerin bin, ist das alles vergessen und die anderen werden mich respektieren. All der Hass und Schmerz wird nicht umsonst sein!
Im Lager lief Kerbelpfote direkt zu den anderen Schülern. Orkanpfote folgte der Kätzin mit ihrem Blick, für einen kurzen Moment drehte sich Kerbelpfote herum und die Blicke der beiden Kätzinnen trafen sich. Die Kälte und Wut in den blauen Augen der Schülerin erschreckten Orkanpfote, doch gaben ihr auch Entschlossenheit. Ich werde alles geben, um eine gute Anführerin zu sein! All das hier wird nicht umsonst sein!

„Orkanpfote“, Echoruf's sanfte Stimme erschreckte die graue Tigerkätzin. Sie sträubte ihren Pelz, um die Wunde an ihrer Schulter zu verstecken. „Ich möchte mit dir reden“
Die Glieder der Schülerin schmerzten von dem langen Training und sie sehnte sich danach, sich mit Habichtpfote die Zunge zu geben und ihm von dem Ereignis mit Kerbelpfote zu erzählen. Die beiden Wurfgefährten waren den letzten Viertelmond wieder enger zusammengerückt und Orkanpfote genoss es, sich ihrem Bruder wieder anvertrauen zu können. Echoruf und Graupelstern wussten nicht, dass Habichtpfote von der Prophezeiung wusste. Dennoch war es eine Erleichterung, ihren Bruder wieder auf ihrer Seite zu haben.
Echoruf führte Orkanpfote in den Heilerbau. Wolkenflug grüßte die Kätzin mit einem kurzen Nicken, konzentrierte sich jedoch wieder auf das Ordnen der Kräuter. Manchmal bewunderte die getigerte Kätzin den Heilerschüler. Er wirkte so weise, auch wenn er jung war. Er war sich seiner Rolle – zukünftigen Rolle – bewusst und wuchs mit jeden Tag weiter hinein.

„Hattest du einen Traum vom SternenClan?“, fragte Echoruf die Schülerin plötzlich. Die Frage traf Orkanpfote überraschend, sie legte ihren Kopf schief. „Hat der SternenClan mit dir gesprochen?“ Orkanpfote senkte den Blick und überlegte. Sie konnte sich an keinen Traum erinnern. Ob sie vielleicht unbewusst einen Traum gehabt hatte? Was, wenn ich keinen Traum gehabt habe? Panik wuchs in Orkanpfote. Was, wenn sie nicht bestimmt war, Anführerin zu sein? Sie musste an Kerbelpfote denken – war all der Schmerz doch umsonst?
„Vielleicht fällt es dir nicht als SternenClan Traum auf“, hob Wolkenflug an, seine Stimme war warm und tief und umhüllte Orkanpfote beruhigend. Echoruf neigte den Kopf, ließ ihren Schüler aussprechen. „Überleg genauer. Hattest du einen Traum, der sich einfach ein wenig anders angefühlt hat? Vielleicht war dort eine Katze, die du nicht zuordnen konntest? Vielleicht hast du Adlerwind gesehen?“
Adlerwind? Den Namen hatte Orkanpfote noch nie gehört, doch warf er sie direkt zurück zu dem Gespräch mit Habichtpfote, erinnerte sie an den Albtraum ihres Bruders. Der ermordete Kater. Der Adler am Himmel. „Er war mein Vater, nicht war?“, fragte Orkanpfote plötzlich und sah Echoruf in die Augen. Die blauen Augen der Heilerin leuchteten auf. „Also hattest du einen Traum, ja? Er ist dir im Traum erschienen!“, freute sich die Heilerin und schnurrte. Sie klang erleichtert. „SternenClan sei Dank. Du hast doch eine Verbindung zum SternenClan!“ Das warme Lächeln von Wolkenflug und die Freude von Echoruf lähmten Orkanpfote. Sie wollte protestieren. Es war nicht mein Traum, sagte sie innerlich, doch schluckte die Worte hinunter. Sie wollte Echoruf nicht zweifeln lassen.
Ich bin die Auserwählte. Echoruf hat ein Zeichen bekommen. Und auch wenn es Habichtpfote's Traum war – ICH habe ihn gedeutet. Das zeigt, dass ich die Verbindung zum SternenClan habe, nicht wahr?, sagte sich Orkanpfote, während sie Echoruf als Antwort nur zulächelte. Ich muss es sein. Es ist meine Rolle. Es ist die Rolle, für die ich jetzt leide. Mein Clan braucht mich, ich darf keine Zweifel säen.










It's me again xD
Ja, man merkt, dass mir momentan langweilig ist, oder? :D
Aber es macht so viel Spaß, gerade genügend Zeit zu haben und endlich mal wieder ordentlich zu schreiben :)

LG
Lee
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