3 a.m.

OneshotSchmerz/Trost / P12
Dr. Spencer Reid Jennifer "JJ" Jareau Penelope Garcia
16.12.2019
16.12.2019
1
1502
 
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
 
Hi :)
ich habe gestern die 14. Staffel beendet und musste meine Emotionen in Etwas stecken, also habe ich einen kleinen OS gebastelt. Er ist ganz leicht weihnachtlich angehaucht und enthält Spoiler für die 14. Staffel (ganz besonders für 14 x 15). Ich habe noch nie JJxReid geshippt, aber nach dem Staffel Finale war es plötzlich da.

p.s. als Musikinspiration diente für den Titel 3 AM und als #mood inspo, unter anderem, In the Silence.
Viel Spaß!
-------------------------------------------------------

Mit zittrigen Händen stand er vor ihrer Haustür. Das rechteckige Geschenk in seinen Händen war in dunkelgrünes Papier gewickelt und eine schimmernde rote Schleife ragte obendrauf.  
Er kam sich plötzlich so albern vor. Das war eine blöde Idee. Was tat er hier eigentlich? Das Leben ist kein kitschiger Weihnachtsfilm, in dem am Ende alles wieder gut ist und zwei Liebende sich küssen, während es schneit und warmes Laternenlicht auf sie scheint... Er hatte definitiv (ungewollt) zu viele dieser Filme  in den letzten Tagen auf seinem Sofa geschaut. Es war interessant, was diese Filme jedoch für ein Gefühl hinterließen. Eine temporäre und ganz seltsame Wärme.
Er schüttelte den Kopf und schob das Geschenk unter seinen Mantel. Sein Leben war aber kein fröhlicher Weihnachtsfilm.


Als das ganze Haus schon schlief, schob JJ ihre Decke beiseite und schlich sich auf Zehenspitzen aus ihrem Schlafzimmer. Mit einem Blick auf den schlafenden Will, schloss sie leise die Tür und lief barfuß in die Küche. Sie öffnete eine Schranktür und holte den Wein heraus, den Rossi ihr zu Weihnachten geschenkt hatte. “Passt perfekt zu Pasta!” hatte er lachend versprochen, allerdings war ihr jetzt nicht nach Pasta, sondern einfach nur nach Wein. Sie setzt sich auf den Tresen und nahm einen Schluck aus der Flasche. Wenn Rossi sie jetzt sehen würde, würde er bestimmt den Kopf schütteln, doch er sah sie nicht und sie würde später behaupten, dass Will und sie den Wein mit Spaghetti genossen hatten und sich nochmals bedanken. Wie man es eben tut.
Sie schloss die Augen und lachte lautlos. Sie gab bestimmt ein erbärmliches Bild ab in der dunklen Küche, wie sie in ihrem Pyjama auf dem Küchentresen saß und Wein aus der Flasche trank. Sie tat das normalerweise nicht. Normalerweise wälzte sie sich an Heiligabend nicht stundenlang im Bett und versuchte die Schuldgefühle zu verdrängen, die sie plagten.


Penelope Garcia hatte an diesem Morgen vor seiner Tür gestanden.  
“Kleiner, ich weiß, dass du da bist, also bleibt dir nichts anderes übrig, als die Tür zu öffnen.”
Er gehorchte seufzend. “Hi, Penelope.”
“Wolltest du mich ignorieren?” sie schaute ihn für einen Moment streng an, bevor sie an ihm vorbei in die Wohnung marschierte. “Ich wollte dir nur etwas von dem Essen von gestern vorbeibringen.” Die große, rote Schüssel, die sie auf seinem Esstisch abstellte, war mit Alufolie abgedeckt.
“Und du wolltest nach mir sehen,” schloss er und suchte nach der Fernbedienung, um die Weihnachtsromanze, die auf dem Bildschirm lief, zu beenden.
“Du schaust Weihnachtsfilme?” sie fragte es mit echtem Entsetzen und legte ihr Hand auf seine Stirn. “Bist du krank?”
“Mir geht es gut. Ich schaue gar nicht wirklich hin. Ich habe nur im Hintergrund den Fernseher laufen, während ich Klausuren korrigiere.”
Penelope sah ihn mit großen, traurigen Augen an. “Wieso bist du gestern nicht vorbeigekommen? Derek hätte sich auch gefreut. Du weißt, dass er dich vermisst.”
Spencer lächelte leicht. “Ich weiß, aber mir war nicht nach Feiern.”
“Geht es dir wirklich gut?” fragte sie besorgt.
“Bestens. Weihnachten bedeutet mir nur nichts.”
Gespielt schockiert griff sie sich an die Brust und schnappte dramatisch nach Luft. “Das ist ein Verbrechen, aber Dr. Grinch, wir gehen morgen Abend alle noch etwas trinken, falls du doch Lust bekommst.”
“Ich überlege es mir noch.” Er hatte keine Lust, doch er wollte nicht jetzt schon absagen und sie nur noch mehr beunruhigen.
“JJ kommt auch,” fügte Penelope noch hinzu "und iss etwas!"


Penelope hatte sie an diesem Mittag überrascht, als Will gerade versuchte die Jungs in ihre Hemden zu stecken und sie im Bad mit Schminken beschäftigt war.
“Ich will gar nicht lange stören, JJ.”
“Ich wollte nur Henry und Michael noch ihre Geschenke vorbeibringen.”
JJ nahm ihr die zwei riesigen, in goldenes Glitzerpapier verpackten Geschenke ab. “Das wäre wirklich nicht nötig gewesen.”
“Doch. Du kannst mir morgen erzählen, wie sie ihnen gefallen haben,” Penelope lächelte vorfreudig, bevor ihr Gesicht einen ernsteren Ausdruck annahm. “Hast du mit Spencer gesprochen? Ich weiß, dass Weihnachten ihm nicht wichtig ist, aber ich war vorhin bei ihm, um ihm Essen vorbeizubringen und er wirkt so... niedergeschlagen. Und träge und ich habe das Gefühl, dass etwas nicht stimmt.”
JJ schluckte schwer. “Ich glaube, du machst dir zu viele Gedanken,” hörte sie sich sagen. “Spence ist eben... Spence.” Sie lachte, doch es klang falsch und aufgesetzt.
Penelope sah immer noch besorgt aus. “Ich habe das Gefühl, dass er schon länger so ist.”
JJ hoffte, dass Penelope nicht weiterreden würde. Sie wollte dieses Gespräch nicht jetzt mit ihr führen.
“Seit dem Fall in L.A. ist er anders. Irgendetwas beschäftigt ihn.”  
Bitte nicht.
“Ich weiß nicht, was genau damals vorgefallen ist und vielleicht ist es besser, dass ich nicht alles weiß, aber JJ, du warst schon immer diejenige, die ihn wieder zu sich zurückbringen konnte.” Penelope drückte ihr einen Kuss auf die Wange und verabschiedete sich dann.


Der Kamin brannte, Während du schliefst  lief im Fernsehen und das Geschenk lag, immer noch verpackt, neben einem leeren Teller auf seinem Couchtisch. Er nahm es in die Hände und entfernte zuerst die Schleife, dann die durchsichtigen Klebestreifen, bis schließlich das Buch zum Vorschein kam. Er fuhr mit den Fingerspitzen über die goldenen Buchstaben.  

324 Momente, in denen ich dir sagen wollte, dass ich dich liebe

Über die letzten zwei Monate hatte er sie zusammengefasst und auf 324 Seiten niedergeschrieben, die perfekte Schriftart gesucht, den passend Blauton für das Cover dreimal geändert, das Buch binden lassen. Es war eine Reaktion, um mit ihrer Wahrheit umzugehen. Es war als hätten ihre Worte einen Damm gebrochen und ihm seit langem wieder erlaubt zu hoffen und nicht nur Szenarios in seinem Kopf zu erschaffen, die in einem Universum stattfanden, welches nicht das hier war.
Doch vorhin vor ihrer Tür, da hatte es so unsinnig gewirkt. Er hatte sich vorgestellt, wie sie alle am Tisch saßen und aßen, lachten und eine heile, funktionierende Familie waren. JJ, Henry, Michael und Will.
Er trat an den Kamin, öffnete die gläserne Tür und legte das Buch vorsichtig hinein. Die Flammen stürzten sich darauf und er schaute zu wie die Buchstaben verschwanden. Es hatte gut getan es niederzuschreiben, sich zu erinnern und ein wenig Hoffnung zu haben. Doch nun war die Realität wieder dran und er würde dieses Kapitel abschließen. Alles wieder zurück zum Status quo.


Die Flasche war leer und JJ saß mittlerweile auf dem Küchenboden. Sie hielt ihr Handy in der Hand und starrte auf den grellen Bildschirm. Ihre Finger hatten schon ein paar Nachrichten verfasst, die sie aber jedes Mal erneut gelöscht hatte.

Geht es dir gut?
Penelope macht sich Sorgen
Ich mache mir Sorgen
Ich
Ich weiß nicht
Rossis Wein ist schuld
Bitte sei nicht sauer
Es war die Wahrheit
Die Wahrheit ist
Ich vermisse uns
Ich vermisse dich


Sie holte einmal tief Luft und begann erneut zu tippen

Kommst du morgen auch? Ich würde mich freuen

Sie erwartete keine Antwort, da es 3 Uhr morgens war, doch keine Minute später vibrierte das Handy auf den Fliesen.

Klar. Wir sehen uns morgen

Sie schloss die Augen und spürte die Müdigkeit plötzlich in ihrem ganzen Körper.
Review schreiben