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Eine Erkältung mit Folgen

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Enki Gokuu Samon Gokuu Sugoroku Hajime
16.12.2019
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"Die exakte Lage dieses Ortes darf ich nicht enthüllen. Denn diese Information unterliegt der höchsten staatlichen Geheimhaltungsstufe. Strafanstalt Nanba. Ein ausbruchssicheres Gefängnis auf einer einsamen Insel im Meer. Auf dem neusten Stand der Technik, besetzt mit aus der ganzen Welt handverlesenen Wärter, ist es das größte Sicherheits-Netzwerk Japans, auf weltweit unübertroffenem Niveau. Selbst Alcatraz war im Vergleich dazu wie ein schweizer Käse, voller Schlupflöcher. Niemals wird die Öffentlichkeit ganz über diesen Ort unterrichtet werden. Denn das hier ist die Strafanstalt Nanba. Niemand ist jemals aus diesem Gefängnis ausgebrochen."

Wie sich herausstellte hatte Samon, zu seinem Bedauern, die Ereignisse nach dem Training NICHT geträumt. Überall waren blaue bis schwarze Flecken an seinem Körper. Das einzige was ihn wunderte war, warum sein Steißbein nicht mehr weh tat. Aber ihn sollte es nicht stören. So musste er immerhin nicht zum Arzt. Wäre er allerdings auch sowieso nicht gegangen. Was ihn aber am meisten ärgerte war, die Erkältung die er sich eingefangen zu haben schien. Samon hatte sich wohl zu oft die Nacht durch von seinen Bruder flachlegen lassen. Da unten gab es schließlich keine Heizung. Und da er Ärzte mied, arbeitete er trotzdem weiter. Sonst musste er sich noch ein Attest holen oder Urlaub beantragen. Beides waren keine Optionen für ihn. Also hieß es: Durchhalten!

Inori, der in Wahrheit viel mehr draufhatte, als es den Anschein machte (er war nicht umsonst Vize Chefwärter von Trakt 5), jubelte Samon immer wieder starke Schmerztabletten unter. Enki saß auch wieder brav in seiner Zelle, nachdem er Hajime mehrere Knochen gebrochen hatte. Dass der Sugoroku ihn verpetzen würde, darum machte er sich keine Sorgen. Vielmehr Sorgen bereitete ihm Samon, der immernoch, für regelmäßigen Sex, die nächtliche Patrouille übernahm. Zum Glück wusste der orange-grünhaarige nichts von seinem Büro-Besuch. Das hätte unangenehme Fragen gegeben. Und den Sex nutzte Enki auch direkt um Samons Körper zu untersuchen, ohne dass der jüngere was davon mitbekam. Ein bisschen Medizinisches Wissen besaß er. Angeeignet hatte er es sich extra für seinen kleinen Bruder.

Heute war wieder einer dieser Tage, wo er nicht zum frühstücken kam, weil er verpennt hatte. Ihm ging es richtig schlecht. Ihm war übel und schwindelig. Keine gute Kombi. Aber um es sich nicht anmerken zu lassen, trainierte er auch heute wieder mit den Insassen aus Zelle 8. Inori hatte sich auf eine Bank in der Nähe hingelegt und beobachtete alles genauestens, während er so tat als wenn er schlafen würde. Samon hatte keine Schwierigkeiten seine Erkältung vor den anderen Wärtern und Insassen zu verstecken. Abgesehen von ein paar Ausnahmen wie Qi, Liang, Upa, Inori und selbstverständlich Enki. Sie bemerkten fast sofort, dass etwas nicht stimmte. Nur was, wussten Sie noch nicht. Selbst beim Training und Liangs halbherzigen Angriffen bekam der Kranke große Mühe auf den Beinen zu bleiben.

"Ich denke.... Das reicht... Für heute....!" beschließt er sichtlich außer Atem. Kalter Schweiß lief ihm runter und gerade musste er gegen die Ohnmacht ankämpfen. "Alles okay, Samon?" fragten Liang und Upa. Sie waren besorgt näher getreten. "Selbstverständlich!" grinste er und richtete sich auf, die weißen Punkte in seinem Sichtfeld ignorierend. Die beiden Kämpfer sahen sich an und legten gleichzeitg ihre Hand auf Samons Stirn. Überrascht ließ er die beiden gewähren. Genoss sogar etwas die Kühle der Handflächen. Es dauerte nicht lange und beide zogen ruckartig ihre Hände zurück. "Samon, du glühst ja!!" riefen die beiden erschrocken aus. Jetzt wurden auch Qi und Inori hellhörig. Der Apotheker erhob sich von seinem provisorischen Schlafplatz und kam zu der Gruppe. "Mir geht es gut!" stritt der Chefwärter ab. Qi sah Samon kurz in die Augen, prüfte dessen Puls und checkte auch den Rest so gut er konnte, und Samon es zuließ.

Er kam zu folgendem Schluss: "Samon, du bist krank! Du dürftest gar nicht arbeiten! Geh lieber zu einem Arzt!" Auch wenn sie Insassen waren, so waren sie um ihren Chefwärter doch besorgt. "Geh dich ausruhen!" verlangten sie von ihm. "Bitte beruhigt euch! Es ist nichts!" stritt er weiter ab. Genau passend schüttelte ihn ein Hustanfall durch. Auch wenn die drei nicht viel Erfolg darin sahen, wollten Sie bei Inori petzen. Dieser stand aber schon hinter ihnen und scheuchte Sie weg. "Die Drei haben recht, du siehst blass aus...." brummte das Wildschwein. Trotz des Verrats seines Körpers stritt er weiter ab krank zu sein. "Sei vernünftig!" appellierte er nur halbherzig an ihm. Ohne Erfolg. "Zum letzten Mal, ich bin nicht krank!" Selbst seine Stimme hörte sich mittlerweile heiser an. "Hm wie du meinst...." damit gab der Vize Chefwärter auf und ging stattdessen bei Enki petzen.

Dieser machte sich auch direkt sorgen und rechnete schon fast damit, dass Samon auch diese Nacht kommen würde. Die Nacht brach herein, alles schlief und Enki wartete auf seinen kleinen Bruder. Allerdings vergeblich. Er wartete, aber Samon kam einfach nicht. War ihm etwa was zugestoßen? War er zusammen gebrochen? Inori hätte ihm sicher bescheid gegeben. Es sei denn Samon war vernünftig und ist in seiner Wohnung, sich ausruhen. Dort hätte er aber auch zusammenbrechen können. Enki runzelte die Stirn. Samon und ausruhen? Er hätte eventuell vorher zum Arzt gemusst. Undenkbar. Zumindest für Samon, wie Enki wusste. Wäre er allerdings hergekommen, hätte ihm Enki genauso die Leviten gelesen und sich sorgen gemacht. So hätte er aber immerhin ein Auge auf ihn haben können, oder zwei. Für ihn gab es nur eine Möglichkeit um seine Gedanken wieder zu beruhigen. Er musste hier raus und nach seinem kleinen Bruder sehen!

Schnelle und laute Schritte hallten in den Gängen wieder. Enki runzelte die Stirn. Inori kann es nicht sein, der kommt eher angeschlichen. Und war alles andere als auffällig. Oder machte er eine Ausnahme, weil es wichtig war? Könnte es um seinen kleinen Affen gehen? Mit einer Sache hatte er Recht. Es ging um den orange-grünhaarigen. Aber es war nicht Inori der bei seiner Zelle auftauchte, sondern Hajime Sugoroku. Chefwärter von Trakt 13. Der der es gewagt hatte seinem kleinen Bruder einem unangemessenen Verhör zu unterziehen. Enki hatte dem Gorilla ein paar Knochen gebrochen, bevor er Samon vergewaltigen konnte. Der einzige aber große Nachteil daran war, dass er dafür aus der Zelle raus sein musste. Der Glatzköpfige wusste also, dass, wenn er wollte, er hier raus konnte.

"Oi, ist Samon hier unten?" schnaufend hielt Hajime bei der Zelle an. "Nein...." misstrauisch stand er auf und kam zu den Gitterstäben. "Was ist mit ihm?" verlangte er zu wissen. Bedrohlich baute er sich zu seiner vollen Größe auf. Wenn er ihm schon wieder etwas angetan hatte, sogar jetzt wo er krank war, dann würde Enki ihn umbringen. "Samon ist krank, aber er ist verschwunden! Keiner weiß, wo er ist!" keuchte der Sugoroku außer Atem. "Und warum bist du dann hier?" sah der ehemalige Chefwärter auf ihn herab. Jetzt richtete er sich auf und sah ihm ernst in die Augen. "Er hat mehr als deutlich seinen Standpunkt euch beiden bezüglich vertreten...." gab er preis.

"Wo habt ihr bereits nach ihm gesucht?" Enki gab es nur ungern zu, aber er machte sich große Sorgen. Und wenn jetzt sogar schon der Erzfeind seines kleinen Bruders ihn, einen Gefangenen, sich nach dem Verbleib des Verschwundenen erkundigte, dann MUSS Samon etwas passiert sein. Da war sich Enki sicher. "Im seinem Büro, seiner Wohnung und so ziemlich den gesamten Trakt 5! Keiner hat ihn gesehen oder eine Ahnung wo er ist!" brummte Hajime mehr als schlecht gelaunt. Enki bekam eine Idee. "Lass mich raus!" verlangte er. "Vergiss es!" zischte der Chefwärter. "Ich helfe euch nur ihn zu suchen!" fauchte er zurück. "Du hättest nicht mal in der Lage sein dürfen mir in Samons Büro sämtliche Knochen zu brechen!" knurrte der glatzköpfige. Zum Glück konnte er keine Gedanken lesen. Sonst wäre es in einem Zeitverschwendeten, aber sehr wohl berechtigten, Streit ausgeartet. Er dachte sich nur, Selber Schuld! Du hättest mehr verdient gehabt!

Jetzt begann Enki diebisch zu grinsen. "Ich bin aber der einzige der eine Ahnung hat, wo Samon ist, und ihn zur Not direkt vor Ort versorgen kann!" Nach langem hin und her Gerede wurde Enki aus der Zelle gelassen, allerdings unter der Bedingung nichts zu versuchen, gefesselt zu bleiben und in permanenter Begleitung von dem brutalen Gorilla zu sein. Nur widerwillig stimmte der ältere Gokuu zu. Das schien die einzige Möglichkeit zu sein, hier raus zu kommen und nach Samon zu sehen, ehe er wieder in der Zelle landen würde. Er hätte ihn auch einfach Niederschlagen können, aber er hatte ihm sein Wort gegeben, auf Samons Gesundheit. Es war ihm wichtiger seinen kleinen Bruder zu finden und ihn Gesund zu pflegen.

"Wo müssen wir eigentlich hin?" brummte der schwarzäugige. Einen Moment hielt Enki inne. War es wirklich eine so gute Idee den Erzrivalen seines Bruders an diesen Ort zu führen? Wahrscheinlich nicht, aber er hatte keine Wahl. Es ging um Samons Gesundheit. Kurz seufzte Enki tief auf. "Das wirst du dann sehen, wenn wir da sind" meinte der Größere nur vage. Allerdings konnte er Samons Rückzugsort nicht komplett zerstören. Hajime merkte, dass er keine genaueren Informationen bekommen würde. Bis jetzt waren Sie keinem der anderen Wärter begegnet der Fragen hätte stellen können. Inori sei Dank, wie Enki vermutete.


Kurze Zeit später standen die beiden in einem unterirdischen Garten. Viele Kräuter und Blumen blühten in ihrer Pracht. Auch konnte Hajime eine bestimmte Art von Pflanze ausmachen. Zitronenmelisse. Samon roch immer danach. Jetzt wusste er auch warum. Enki hatte diesen Garten damals angelegt gehabt, als er noch der Chefwärter von Trakt 5 war. Seine Hintergedanken waren damals einen Zufluchtsort für sich, und später auch für seinen Bruder, zu haben. "Was zum....?!" stieß der Gorilla ungläubig aus. Der Sugoroku hatte den kleinen Affen erblickt und eilte zu ihm. Der grünäugige lag bewusstlos im Gras ganz in der Nähe von der Zitronenmelisse. Enki vermutete, dass Samon zu seiner Hängematte wollte, die direkt hinter dem Beet hang. In der Nähe stand auch eine kleine Hütte die mit allem notwendigem ausgestattet war.

Auch der langhaarige war zu seinem ohnmächtigen Bruder gegangen. Er hob ihn vorsichtig auf und steuerte das kleine Hüttchen an. Drinnen legte er ihn sanft ab und machte sich daran Samon mit seinem Chi etwas zu heilen. Es war eine schwierige und höchst komplexe Kunst der Chi Anwendung. Der brutale Wärter wurde nun gekonnt ignoriert, der eine Erklärung für alles verlangte.

Der grün-orangehaarige kam langsam wieder zu sich. "A-Aniki.....? Was ist passiert?" nuschelte er kraftlos. "Es ist alles wieder gut, Samon. Leg dich hin und ruh dich noch etwas aus!" befahl sein großer Bruder streng. "D-Das geht nicht.... I-Ich muss Arbei-...." wurde der zierliche Wärter unterbrochen. "Du musst gar nichts! Außer gesund werden!" mischte sich Hajime ein. Sein Blick schrie förmlich danach jemanden sämtliche Knochen mit Genuss zu brechen. "W- Was machst du denn hier?!" keuchte der aktuelle Chefwärter von Trakt 5 auf. "Ganz ruhig, Samon! Ich erkläre dir alles in Ruhe, aber jetzt schlaf erstmal!" fürsorglich strich der größte dem kleinsten ein paar nassgeschwitzte Haare aus der Stirn. Er nickte nur schwach und schlief wieder ein.

Als Samon das nächste mal erwachte, ging es ihn deutlich besser als noch vor wenigen Stunden. Er richtete sich auf und ein kühler Lappen fiel von seiner Stirn. Überrascht blickte er sich um. Er war noch in der Hütte bei seinem Lieblingsort. Nur vage erinnerte er sich daran wie er in die Hütte gekommen ist und dort versorgt wurde. Er spührte immer noch Reste von Enkis Chi in seinem Körper, aber das war unmöglich, oder? Schließlich würde er niemals aus der Zelle rauskommen, ohne fremde Hilfe. Er sah aus dem Fenster und hörte gedämpft Stimmen. Sie schienen sich rege zu unterhalten.

Mit Mühe stemmte er sich hoch und torkelte zur Tür. Er stieß sie auf und wurde direkt erstmal von dem Licht geblendet. Beim aufgehen der Tür ist das interessante Gespräch der beiden verstummt. Hauptthema der Konservation war der Vergleich sämtlicher Gefängnisse und deren Sicherheitsanlage. Auch ein paar Geschichten über Klein-Samon konnten entlockt werden. Beide verstanden sich prächtig, wenn es nicht gerade um Samon ging.

Eben dieser stand jetzt in der Tür und blinzelte ein paar mal bis er die Szene vor sich erkennen konnte. Ein sehr groteskes Bild, wie er fand. Enki und Hajime waren nicht unbedingt die die 'Nein' zu einem Kampf sagten. Jetzt saßen beide in einem Garten voller Pflanzen und Blumen und tranken einen Tee. Zitronenmelisse, wenn seine Nase sich nicht täuschte, die wieder frei war. Irritiert schob er den Anblick auf sein Fieber. "Oi, Samon!" rief der glatzköpfige nach ihm. "Geht es dir wieder besser?" fragte Enki. "Ja, danke, Aniki. Mir geht es schon viel besser! Aber was ist hier los? Hab ich was verpasst?" Erschöpft ließ Samon sich zwischen den beiden nieder.

"Wir haben dich gesucht!" brummte Hajime und nahm noch einen Schluck. Der Tee war auch zu lecker. Und er duftete nach Samon. Besser ging es nicht. "Er ist extra zu mir gekommen und hat sich nach dir erkundigt.... Du bist krank und keiner wusste wo du bist..... Deshalb durfte ich raus und suchen helfen, ich gehe direkt danach wieder in meine Zelle" beruhigte Enki den schon empört/erschrocken schauenden Kranken. "Wir sollten auch bald los, wir sind schon zu lange weg.... Noch länger könnte auffallen und Fragen aufwerfen.... Dieses Gespräch sollten wir wann anders fortführen....." rappelte sich der Gorilla auf. Er nahm sich auch fest vor, Samon seine Gefühle zu gestehen und ihn zu seinem zu machen.

Die Sorge die ihn während der Suche schier zerfraß war kaum auszuhalten. Und erst recht nicht die verliebten Blicke, die die Brüder austauschten. Widerlich! Das gehörte sich einfach nicht! Hajime brodelte vor Eifersucht. Dem Kranken zuliebe unterdrückte er seine Gefühle. Er würde ihn schon noch zu seinem machen. Aber jetzt hatte Samons Gesundheit erstmal Vorrang. Alle machten sich wieder auf den Rückweg. Als wenn nie etwas geschehen wäre, war Enki wieder in seiner Zelle und Samon ruhte sich aus. Und Hajime schmiedete Pläne.
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