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Fünfhundert Jahre

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Lightning / Claire Farron OC (Own Character)
16.12.2019
31.12.2019
5
3.102
2
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16.12.2019 1.031
 
Fünfhundert Jahre... Fünfhundert lange Jahre habe ich gewartet. Fünfhundert verdammt lange Jahre habe ich gebetet. Jeden einzelnen Tag. Jeden Morgen. Jeden Mittag. Jeden Abend. Jede Nacht. Ich habe niemals die Hoffnung verloren. Nicht ein einziges Mal geflucht. Nicht ein einziges Mal in fünfhundert Jahren. Doch heute breche ich damit. Ein vereinzelter Fluch verlässt meine Lippen. Wird vom Wind davon getragen. Es ist ein vereinzeltes Wort und doch so machtvoll. Es bricht mit den was ich die Jahrhunderte nicht getan habe. Und doch kann ich es nicht verhindern. Meine kleine Welt steht Kopf. Verändert sich schneller als ich es zurück halten kann. Aber wen wundert es? Die Zeit des Endes ist angebrochen. Ihr Erwachen ist schon lang vorher bestimmt. Ich weiß schon seit Jahrhunderten das es so kommen wird. Das es keinen Ausweg gibt. Niemand kann seinen Schicksal entkommen. Weder unser Hero noch ich. Wobei mein Schicksal unklar erscheint. Ich habe die Schicksale der Anderen gesehen, habe ihre Wünsche erfahren. Ich weiß das sie Macht besitzt, das sie die Stärke hat die Erlösung zu bringen. Auch, wenn sie manchmal in anderer Form kommt als es die Seelen erwünscht haben. Doch ganz gleich wie, sie hat bisher alle gerettet. Zumindest jene die sich retten lassen. Sie zwingt niemanden die Erlösung auf, verschwendet keine Zeit damit sinnlose Diskussionen zu führen. Allerdings scheut sie auch keinen Kampf, wenn es sein muss. Auf diese Weise hat sie dem Schattenjäger und unserem Hero die Erlösung gebracht. In dem sie den Kampf nicht gescheut hat und sie zur Vernunft gebracht hat. Allerdings ist unser Kampf ein gänzlich anderer. Einer der uns beiden alles abfordert. Denn auch, wenn sie die Erlöserin ist hat sie mit mir kein leichtes Spiel. Nein, ihre unmenschliche Kraft reicht nicht aus um mich klein zu kriegen. Sie bringt mich nur dazu leise zu fluchen, ihr Paroli zu bieten während die Zeit um uns herum still steht. Ich habe einen Wunsch, doch kann mir diesen niemand erfüllen. Nicht einmal sie, die so allmächtig ist. Denn dieser Wunsch, betrifft sie. Aber das versteht sie nicht. Sie sieht es nicht. Ganz gleich was ich auch tue. Sie missversteht was ich sage, was ich einst für die vergängliche Ewigkeit fest gehalten habe. Dabei ist es doch eigentlich unmissverständlich. Selbst nachdem die Prophezeiung manipuliert wurde, steckt dahinter noch immer die Wahrheit. Eine die sie jedoch nicht sieht. Von der sie glaubt das es eine Lüge ist. So erreichen sie meine Worte nicht, so sieht sie nicht das sie dabei ist sich selbst ins Unglück zu stürzen. Sie sieht es nicht, spürt es nicht. Sie bemerkt nicht das sie damit Unheil anzieht. Das sie mich in Verzweiflung stürzt. Nein, sie missversteht es. Versteht kein Wort von dem was ich sage. Sie ist nichts weiter als eine Marionette Gottes. Eine gehorsame, kleine Erlöserin die Seelen sammelt und auf ein Wunder hofft. Dabei gibt es kein Wunder. Zumindest nicht wie sie es denkt. Denn was im Chaos verloren gegangen ist, kann niemand zurück holen. Nicht einmal ein allmächtiger Gott. Doch so ist das mit der Hoffnung nun einmal. Die Menschen klammern sich daran, tun alles um sie zu bewahren. Dabei sind Gottes Worte nichts weiter als eine Lüge. Eine Lüge die sie jedoch nicht erkennt. Die für sie die Wahrheit ist. Dabei sollte sie es nach all den Ereignissen der vergangenen Tage besser wissen.

Immer wieder prallen unsere Klingen auf einander. Immer wieder gehen wir auf Distanz nur um im nächsten Moment wieder dicht beieinander zu sein. Es mag für stumme Beobachter aussehen wie ein Tanz, wie ein Spiel. Dabei ist es jedoch so viel mehr. So verdammt viel mehr. Hier geht es um Alles. Und um Nichts. Rein gar nichts. Kein Kräftemessen, keine Erlösung, keine Genugtuung. Nichts. Absolut Nichts. Nicht einmal um uns. Warum also kämpfen wir? Warum klammern wir uns so sehr daran? Warum tun wir uns dies an? Fragen auf die es keine Antworten gibt. Nichts und Niemand vermag zu sagen warum wir es tun. Vielleicht weil hier die Zeit still steht? Weil es so viel unausgesprochenes gibt? Oder ist es des Kampfes Willen? Ich weiß es nicht aber es stört mich auch nicht im Geringsten. Ich biete ihr Paroli, dränge sie zurück und bleibe schlussendlich über ihr stehen, halte sie am Boden.
~Er hat dir Stärke verliehen aber dennoch bist du sterblich~ erklingt es kühl von meinen Lippen. Ich hasse mich selbst dafür doch der Kampf lässt sich nur auf diese Weise beenden. Nur so kann ich deutlich machen das sie mir zuhören soll. Ich möchte sie nicht verletzen, halte die Klinge mit Bedacht wenige Millimeter über ihre Kehle. Gerade so nah das sie es spürt ohne das es sie verletzt. Es ist eine Warnung, soll sie vor unüberlegten Handlungen abhalten. Wobei wir reden hier von IHR. Sie handelt immer wie sie es für richtig hält. Es ist also ein Risiko so zu handeln. Denn schon ihr Blick verrät mir das sie irgendetwas überlegt, das es in ihrem Kopf arbeitet. Ich bin vorsichtig, halte die Klinge sicher und schmunzle leicht als sie den Griff um ihre Waffe löst. Sie gesteht sich die Niederlage ein, wenn auch nur äußerst ungern. Aber hey, ich war die letzten fünfhundert Jahre nicht untätig. Ich habe immer wieder trainiert, wenn ich die Zeit dafür gefunden habe. Das bemerkt sie auch, folgt meiner stummen Aufforderung und entfernt ihren kleinen Kommunikations-Helfer.
~Ich liebe mein Brüderchen aber manches ist nicht für Gottes Ohren bestimmt.~
Ihr fragender Blick verrät alles. Sie hat keine Ahnung was ich ihr versuche zu sagen. Sie hat keinen blassen Schimmer davon warum der Kleine ist wie er ist. Warum er wieder ein beinahe unschuldiges Kind ist wo er doch vor langer Zeit schon ein selbstbewusster Erwachsener war. Allerdings sagt ihr Blick auch das sie sich genau das so manches Mal gefragt hat. So nehme ich die Klinge von ihrem Hals, reiche ihr die Hand um ihr hoch zu helfen. Schmunzle als sie diese annimmt und sich auf die Beine ziehen lässt. Lache als sie meint das sie mich unterschätzt hat, das sie dachte das ich ein einfaches kleines Ordensleben geführt habe. Damit liegt sie falsch. Verdammt falsch. Denn die vergangenen fünfhundert Jahre sind nicht spurlos an mir vorbei gegangen.
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