Zweisamkeit

KurzgeschichteFamilie, Freundschaft / P12 Slash
Victor Nikiforov Yuri Katsuki
15.12.2019
15.12.2019
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Hey^^

Autor: Shikura Heartnet | Fandom: Yuri on Ice | Victor x Yuuri | Victuuri
Disclaimer: Sayo Yamamoto | Idee stammt von mir
Genre: friendship, soulship, relationship


Sollte ich besser an meinen beiden Adventskalendern arbeiten, dass ich sie endlich fertig bekomme? Ja, sollte ich.
Habe ich mich den ganzen Tag mit anderen Dingen beschäftigt? Haushalt, etc. Jop, hab ich gemacht...
Und habe ich mich nun ganz bewusst dieser spontanen Oneshot gewidmet, anstatt die Kalender weiter zu tippen? Ganz sicher! Eindeutig!


Dieser OS fiel mir spontan ein, als ich Anastasia geschaut und dabei meinen Weihnachtsbaum geschmückt habe um ein Uhr nachts X'D  Tja, und ehe ich wegen dieser Idee noch weniger Konzentration auf meine Adventskalender habe, hab ich sie getippt.


Viel Spaß beim lesen^^
Über liebe Kommentare und gut gemeinte, konstruktive Kritik würde ich mich freuen....



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Zweisamkeit



Seit dem Turnier, bei welchem Yuuri Silber gewonnen hatte, war nun schon fast ein Jahr vergangen. Yuuri hatte seit dem viel trainiert, um beim nächsten Turnier Gold zu holen. Das hatte er Victor schließlich versprochen. Dieses Mal hatte es nicht geklappt, doch er hatte sich vorgenommen, es beim nächsten Mal zu schaffen.
Deswegen war er viel in der Eishalle gewesen, hatte Sprünge, Drehungen, Kombinationen trainiert. Yuuri hatte versucht, so viel wie möglich ohne Victor zu schaffen. Obwohl der Russe sein Trainer war, war er auch sein Freund.
Manchmal fühlte es sich für den Japaner noch immer wie ein Traum an, dass er nun mit Victor zusammen war. Dass sie beide mehr verband, als nur das Eislaufen und die Tatsache, dass der fünffache Sieger seine Kariere ein weiteres Jahr beschloss, nicht wieder zu hundert Prozent aufs Eis zurück zu kehren. Zwar trainierte der Silberhaarige auch regelmäßig und fleißig, doch manchmal hatte Yuuri das Gefühl, dass sein Freund nur halb bei der Sache war.
Aber vielleicht bildete er sich das auch nur ein, weil er selbst so abgelenkt war von seinem eigenen Training.

Im Moment jedoch war es recht ruhig und sie verbrachten nicht mehr fast jede Minute auf dem Eis.
Sie wohnten zusammen, hatten wirklich nur sich selbst. Makkachin genoss die Aufmerksamkeit, die er von den beiden, jungen Männern bekam.
Victor hatte damals gefragt, ob sie zusammen ziehen wollten. Zunächst hatte Yuuri gezögert, doch dann hatte er zugestimmt. Manchmal fühlte er sich egoistisch, dass er nicht vorgeschlagen hatte, dass sie auch zusammen in Russland wohnen könnten, in Victors Heimat. Sein Freund hatte gesagt, sie würden sich hier in Japan ein Haus suchen und ohne nachzudenken, hatte er zustimmend genickt. Dem Schwarzhaarigen wurde erst später bewusst, dass der Andere mit diesem Vorschlag darauf verzichtete, in seiner Heimat zu leben.
Dann aber kam ihm immer wieder ein Satz in den Sinn.


„Heimat ist, wo dein Herz ist!“


Vielleicht war dieser Satz ein Grund dafür, warum es Victor nicht störte, nicht mehr in Russland zu wohnen, sondern hier in Japan. Yuuri hatte nie nachgefragt. Wenn er ehrlich war, hatte er manchmal Angst davor, dass er seinen Freund mit dieser oder ähnlichen Fragen verletzen könnte. Das waren die Momente, in denen Yuuri vergas, dass er durch Victor sein Selbstvertrauen wieder gefunden hatte. Es weiter aufgebaut hatte.


In letzter Zeit beobachtete der Brillenträger seinen Freund bewusster. Ihm fielen verschiedene Dinge auf. Ihm fiel auf, wen oder was Victor wichtig war, wen oder was er liebte.
An erster Stelle war da zunächst einmal der Pudel Makkichin.
Yuuri würde nie vergessen, mit was für einem Blick Victor ihn angesehen hatte, als der Anruf mit der Information über den Zustand des Hundes gekommen war. Makkichin hatte etwas gefressen, was in Folie eingepackt gewesen war.
Er hatte Victor fast dazu überreden müssen, nach Japan zurück zu fliegen, um bei seinem Hund zu sein. Sie hatten sich mitten in einem Teil des Turnieres befunden und in dem jungen Russen hatte ein für und wider über das gehen und bleiben abgespielt. Die eine Seite wollte zu seinem treuen Hund, die andere Seite wollte seinen Schützling nicht alleine lassen.
Für Yuuri war es besonders wichtig gewesen, dass Victor bei Makkichin war. Er musste an seinen eigenen Pudel denken. Vicchan war gestorben und Yuuri hatte sich nicht mehr verabschieden können. Die Nachricht über den Tod seines Hundes hatte ihn so sehr aus der Bahn geworfen, dass jeder Lauf auf dem Eis danach in einer Katastrophe geendet war.
Um so glücklicher war er gewesen, dass es Makkichin überlebt hatte. Dass Yuuri bei seiner Rückkehr nach Japan sowohl Victor als auch dessen Pudel wieder sehen konnte.

Dass Victor das Eislaufen liebte, war absolut offensichtlich. Das war sogar für die ganze Welt ganz klar. Dazu musste sich der Japaner nicht groß äußern. Doch WIE SEHR Victor das Eislaufen liebte, bemerkte man erst, wenn man ihn beobachtete. Wenn man sich die Zeit nahm und ihm ganz bewusst zusah.
Auf dem Eis vor der ganzen Welt sah man die Leidenschaft, das Talent. Man sah, dass das Eislaufen in Fleisch und Blut übergegangen war. Doch wenn man die Möglichkeit hatte, ihn so zu beobachten, wie Yuuri es konnte, dann bemerkte man, dass sich der Russe auf dem Eis frei fühlte. Dass er sich wirklich lebendig fühlte. Dass er viel mehr war als nur das gut gelaunte, gut aussehende Talent. Dass er nicht nur selbstbewusst und stark war.
Manchmal dachte Yuuri, dass Victor das für ihn tat. Dass er sich nur für ihn so offen zeigte. Yuuri hatte den Anderen weinen gesehen. Sicher hatte sonst niemand ihn je so gesehen. Yuuri kannte die schwachen Momente des Silberhaarigen. Er hatte die Zweifel gesehen. Er sah den Schmerz, die Trauer, das aufrichtige Lächeln. Er sah jede Facette seines Freundes.
Er fühlte sich stolz, dass er so viel vom Anderen sehen durfte. So stolz, dass es ihm half, sein eigenes Selbstbewusstsein nicht wegen Kleinigkeiten, die nicht sofort wie gewollt gelangen, zu verlieren oder zu vergessen…


Yuuri stand in der Küche und bereitete Tee zu.
Heute war einer dieser Tage, an denen er und Victor einfach nur entspannen wollten.
Victor saß im Wohnzimmer und wartete auf ihn, damit sie sich einen Film ansehen konnten.

Der Brillenträger stellte die Tassen und die Kanne mit dem fertigen Tee auf ein Tablett und ging schließlich ins Wohnzimmer.
Makkichin lag halb auf dem Schoß seines Herrschens und schien zu schlafen. Die linke Hand des Eiskunstläufers strich durch das weiche Fell.
Sanft lächelnd beobachtete Yuuri die Situation. Es war schön, seinen Freund so entspannt und gedankenverloren zu sehen. Das war auch etwas, was nur ihm zuteilwurde. Niemand sonst sah den fünffachen Sieger so.

„Möchtest du dich nicht setzen?“, riss die sanfte, freundliche Stimme ihn aus seinen Gedanken.
„Oh, ähm… doch.“ Er ging weiter ins Wohnzimmer und während er sich setzte, stellte er das Tablett auf den Tisch.
Noch während er ihnen beiden Tee eingoss, drückte der etwas Ältere auf Play und nur wenige Sekunden später startete der Film.

Yuuri konnte beobachten, wie konzentriert und gebannt sein Freund zum Fernseher sah. Wie sehr er die Welt ausblendete und nur den Film vor sich sah. Das war auch etwas, was Yuuri nun zum ersten Mal beobachten konnte. Er hatte Victor noch nie so fasziniert und abgelenkt einen Film anschauen gesehen.
Schmunzelnd stellte er fest, wie glücklich er doch darüber war, dass er immer mehr von Victor sehen durfte…


Der junge Russe hatte sich für den Film Anastasia entschieden, nachdem sie beide beschlossen hatten, heute einfach nur zu entspannen.
Er mochte den Film, hatte es schon als Kind und Teenager getan. Auch wenn es in der Realität nicht so positiv und erfreulich für die Romanov-Familie ausgegangen ist, wie es im Film dargestellt wurde, war er froh, dass man sich für eben jenen ein anderes Ende ausgedacht hatte. Dass man beschlossen hatte, ein Happy End zu zeichnen, zu schreiben.
Manchmal brauchte man in der Realität einfach solche schönen Wunschvorstellungen. Das Gefühl, dass alles mit Hoffnung und Mut positiv ausgehen konnte.
Zwischendurch summte er die Lieder mit. Da kam er nicht drum herum. Es war fast wie ein Zwang, dass man nicht ruhig bleiben konnte, wenn Anastasia sang.


Als der Film fast zu Ende war, beugte sich Victor zu Seite. Er legte den Arm um seinen Freund, welcher ihn daraufhin leicht irritiert ansah. Ehe er etwas sagen oder fragen konnte, hatte sich der junge Russe noch weiter zu ihm gebeugt und hauchte ihm einen Kuss auf den Mundwinkel.
Lächelnd sahen sie sich an, ehe sie sich richtig küssten, die Augen dabei schließend…
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