Dein Vampyr - 2019

von Alice83
GeschichteAllgemein / P18
Dirk "Bela B." Felsenheimer Jan "Farin Urlaub" Vetter OC (Own Character) Rodrigo "Rod" Gonzalez
15.12.2019
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A/N: Guten Abend, ihr Herzchen ♡

Ähm, ja. Eine Woche kann erstaunlich schnell vorbei sein, oder?

Hierzu gibt es gar nicht so viel zu sagen, glaube ich, obwohl, doch. Vielleicht. Soll ich es euch echt verraten? Hmm...

Also gut.

Wenn wir jetzt, rein theoretisch, mal annehmen, es würde demnächst Bums drei geben, dann wäre das hier sozusagen der Teaser - nicht zu verwechseln mit dem Trailer, nein, der Teaser.

Wann Bums drei denn spielen soll? Ob ich vorhabe, mich zeitlich demnächst von rechts selbst zu überholen? Ob JaLo zur Police Academy Reihe der FFs werden? - Neeee. Echt nicht, überhaupt nicht, versprochen.

Falls es Bums drei denn dann überhaupt geben wird.

Man weiß es nicht, man kann nur munkeln ;)

Schönen Abend, schönen dritten Advent, schöne Woche, meine Lieben. ♡♡♡

P.S.: JaLo unterm Weihnachtsbaum? Erwünscht? Oder lassen wir es lieber bei den bis dahin vier vorweihnachtlichen Oneshots?

P.P.S.: ihr wisst ja eh, wer gestern Geburtstag hatte, trotzdem auch hier noch mal viel Liebe an Herrn B, du großartiger, sympathischer Mensch und Musiker!

Liebe und vermisse euch!
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Die Fledermaus singt Liebeslieder...- Dein Vampyr (Die Ärzte)


15.12.2019, Hamburg, Villa Felsenheimer, 01:34 Uhr

Charlotte ließ ihren Blick amüsiert durch Belas Partykeller und über die sich darin befindlichen Personen schweifen, die er am Telefon als „kleinen Kreis" bezeichnet hatte, mit denen er dieses Jahr seinen Geburtstag feiern wolle.

Charlotte schätzte besagten „kleinen Kreis" auf ungefähr 50 Personen.

Es war für sie immer wieder erstaunlich, wie viele Menschen Bela, im Gegensatz zu Jan, kannte.

Sie stocherte mit dem Strohhalm in ihrem Caipirinha rum, als Carmen sich neben sie auf die Couch fallen ließ und ihr einen Teller mit Tiramisu überreichte.

„Hier, musst du unbedingt probieren, schmeckt himmlisch. Hat Frau B selbst gemacht.“

„Ich weiß, ich hatte schon das Vergnügen. Kochen kann sie, definitiv.“

„Wenigstens sieht man es Herrn B jetzt nicht mehr an.“

Carmen schob sich einen Löffel Tiramisu in den Mund und deutete mit dem Kopf in Richtung Tresen, an dem sich die beste Band der Welt gerade versammelt hatte.

Jan, wie üblich ein Wasserglas in der Hand, hatte seinen Ellenbogen locker auf Belas Schulter abgelegt, während sie sich scheinbar angeregt mit ihrem Bassisten unterhielten, der ihnen gegenüber auf einem Barhocker saß.

„Diese Männerfreundschaft ist mit Worten nicht zu beschreiben, oder?“

Charlotte lächelte.

„Das ist sie allerdings nicht, obwohl die beiden unterschiedlicher nicht sein könnten. Jan bezeichnet ihr Verhältnis als eheähnlich.“

Carmen lachte.

„Das trifft es wohl. Wahre Liebe gibt es halt nur unter Männern.“

„Ja, in dem Fall ist es wirklich schon überirdisch, was zwischen den beiden abläuft. Als sie noch zusammen gewohnt haben und Bela war noch spät unterwegs, ließ Jan seine Zimmertür auf. Sobald Bela nach Hause kam, schloss er diese. Wenn Jan dann nachts wach wurde, musste er, um festzustellen, ob sein Mitbewohner daheim war, nur schauen, ob die Tür geöffnet oder geschlossen war. Rate mal, wann er immer erst richtig gut schlafen konnte.“

Carmen schüttelte den Kopf und lachte.

„Die Geschichte kannte ich noch gar nicht. Ist ja echt schon fast romantisch.“

„Ja, ist es wirklich. Familie Felsenheimer ist Jan bis heute sehr dankbar für seine Fürsorge. Die konnte Bela ja auch wirklich gebrauchen zu der Zeit.“

Charlotte stellte ihren leeren Teller auf den kleinen Beistelltisch neben der Couch und griff wieder zu ihrem Glas.

„Wer hätte denn zu der Zeit auch ahnen können, dass aus diesen beiden spätpubertierenden, größenwahnsinnigen Spinnern mal so bedeutende Musiker werden sollten?“

„Am allerwenigsten wohl die beiden Irren selbst.“

„Jan sagt, er kann das Gefühl bis heute nicht beschreiben.“

„Da gibt es auch keine passenden Worte für.“

Bela, der sich unbemerkt genähert hatte, tauschte Charlottes leeres Glas gegen ein volles und ließ sich dann auf dem Fußboden nieder.

„Fest steht nur, dass mein Leben ohne Jan ganz anders verlaufen wäre. Ich habe ihm, seinem Ehrgeiz, seinem Talent aber vor allem seiner Freundschaft so unendlich viel zu verdanken.“

Charlotte betrachtete Bela, wie er, angetrunken und rührselig, mit diesem sentimentalen Ausdruck in seinen grünen Augen vor ihr auf dem Fußboden saß und lächelte ihn an.

„Umgekehrt genauso, Bela. Ohne dich wäre er nur ein schrulliger, älterer, schlecht gekleideter Herr mit abnehmender Haarpracht. Jedenfalls bei Weitem nicht das, was er heute ist.“

„Schrullig, schlecht gekleidet und steinreich?“

Charlotte lachte und stieß mit ihrem Glas gegen Belas.

„Das trifft es wohl, ja. Aber du weißt schon, wie ich das meine.“

„Habt ihr eigentlich schon Pläne für die Zeit zwischen Aufnahmen und Promo? Frau B und ich wollen mal versuchen, ein paar Tage ohne Kinder zu verreisen.“

Charlotte lachte.

„Na, rate doch mal, was dein Gitarrist geplant hat.“

„Ach, Quatsch. Sein Ernst?“

„Bela, er braucht das. Immerhin hat er mir noch zwei Wochen Formentera versprochen, bevor er verschwindet.“

„Bist du wirklich so gelassen oder tust du nur so?“

Carmen sah sie prüfend von der Seite an, aber Charlotte hob nur demonstrativ die Schultern.

„Ich kenne das doch gar nicht anders, also, wer bin ich, ihn jetzt plötzlich einzuengen? Außerdem brauche ich mich jetzt auch nicht mehr reinsteigern, denn, wenn wir realistisch bleiben, kann er seine Reisen in der gewohnten Form sowieso nicht mehr ewig machen.“

Sie zerdrückte mit dem Strohhalm ein Stück Limette in ihrem Glas.

Bela und Carmen tauschten wissende Blicke aus, zogen es aber vor, das Thema nicht weiter zu vertiefen.

„Rod und ich werden auf die Malediven verschwinden, tauchen, am Strand liegen, essen, schlafen, repeat.“

„Klingt doch nach einem Plan.“

Charlotte stellte ihr Glas ab, erhob sich schwungvoll von der Couch und ließ Bela und Carmen ohne weiteren Kommentar allein zurück.

Ob es an den Caipirinhas, der schlechten Luft, der Lautstärke oder an dem leidigen Thema Schwellenländer lag, wusste Lotte in dem Moment selbst nicht zu sagen, aber sie war genervt.

Um sich der Situation zu entziehen und Zeit zu schinden, entschloss sie sich, das Gästebad der Familie Felsenheimer aufzusuchen.

Auf dem Weg dorthin fasste sie jedoch jemand am Handgelenk, zog sie in den nächstbesten Raum, hob sie auf seine Arme und setzte sie auf der Waschmaschine ab.

Er roch nach Minze und Jan, sie spürte kurz darauf seine Lippen auf ihren und sofort war in ihrem Kopf wieder die altvertraute rosa Zuckerwatte.

„Herr Urlaub, ich muss doch sehr bitten.“

„Ich glaube kaum, dass du einen Grund zur Beschwerde hast, Frau Urlaub.“

Er schob ihre Locken zur Seite und küsste ihren Hals.

„Aber das hier ist die Waschmaschine deines Schlagzeugers. Übrigens, warum habe ich nicht so ein High-Tech-Teil?“

Er sah sie belustigt an.

„Dein Ernst jetzt? Wer bist du und was hast du mit meiner Karrierefrau gemacht?“

„Na ja, weißt du, wir sind vier Personen, da ist so eine Maschine wie diese hier schon praktischer als das nahezu antike Teil, was wir daheim haben.“

Er verdrehte die Augen.

„Damit hat sich gerade entschieden, was du von mir zu Weihnachten bekommst. Können wir jetzt weitermachen?“

Er schob für einen Moment die Nase in ihre Haare, dann küsste er ihr Ohrläppchen.

„Jan, wir können doch nicht einfach…“

„Lotti, denen wird gar nicht auffallen, dass wir weg sind. Und Frau B hat heute auch sicher keine Wäsche mehr zu waschen.“

Charlotte wollte zur Gegenargumentation ansetzen, aber in dem Moment spürte sie wieder die Lippen ihres Ehemannes auf ihren.

Seine Hände, die sich unter ihre Bluse schoben, seine überdeutlich spürbare Erregung zwischen ihren Beinen und die Caipirinhas taten ihr Übriges.

Sie hatte gerade begonnen, sein Hemd aufzuknöpfen, als sich die Tür zum Waschkeller öffnete.

In der Tür standen Herr und Frau B.

Während Belas Lebensgefährtin sich unter lautem Gelächter entfernte, lehnte Bela sich in den Türrahmen und zog eine Augenbraue hoch.

„Dass ich das noch mal erleben darf. Wann habe ich dich das letzte Mal beim Sex erwischt, Urlaub? In den Achtzigern?“

„Anfang der Neunziger. Und jetzt lassen wir bitte einfach möglichst schnell das Gras über die Sache wachsen, ja? Hast du gehört, Gras? Du wirst gebeten, über die Sache zu wachsen."

Jan schloss die Knöpfe seines Hemdes wieder, hob Lotte von der Waschmaschine und stellte sie auf die Füße.

Dann drückte er sich an seinem Bandkollegen, der ihm amüsiert nachsah, vorbei durch die Tür und verschwand.

Charlotte schaute Bela an und lachte.

„Schicke Waschmaschine habt ihr da, Bela, beneidenswert. Scheint außerdem recht stabil zu sein. Schönen dritten Advent dann noch."

Bela tat so, als wolle er die Flasche mit dem Weichspüler nach ihr werfen, aber Charlotte zwinkerte ihm nur noch einmal lachend zu und folgte dann ihrem Ehemann zurück in den Partykeller.

Sie brauchte jetzt dringend einen Caipirinha, oder besser zwei.