Lästige Langeweile

von Schildiie
GeschichteRomanze / P18
15.12.2019
14.01.2020
6
4480
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Ich wurde von dem Geruch frischer Brötchen geweckt. Eine Pfanne zischte. Jack war anscheinend schon wach. Gähnend setzte ich mich auf. Wie kann man denn bitte schon um sieben wach sein? Ich schnappte mir meine Brille und machte sie sauber.

"Jack, es riecht köstlich" ich stellte mich an den Herd und sah dem Rührei zu "Hast du auch ein bisschen Milch in die Eier getan?" ich drehte mich zu ihm herum, während meine Frage den Raum durchquerte "Wieso Milch?" hungrig setzte ich mich an den Tisch "Weil Rührei dadurch ein bisschen fluffiger und saftiger wird" "Das klingt widerlich!" kopfschüttelnd blickte ich aus dem Fenster.

"Du kannst öfters Kochen, dann brauch ich es nicht mehr machen" lächelte ich ihn an "Ich kann nicht ewig bei dir auf dem Sofa schlafen" "Dann schlaf doch auf der Feuertreppe" er zog eine Augenbraue hoch. Ich grinste ihn an "Das werde ich nicht!" sagte er und gab das Rührei auf zwei Teller "Und jetzt iss. Als Dank, dass ich auf deinem Sofa schlafen konnte" "Immer wieder gerne" ich nahm mir ein Brötchen und schnitt es auf. Es dampfte noch.

Nach dem Frühstück wusch ich auf "Ich muss jetzt zur Arbeit" "Mach das" antwortete ich ihn darauf "Bis später" und schon war er weg. Ruhe kehrte ein. Tief holte ich Luft. Ich mochte diese Abwechselung aber auch die Ruhe. Betsy stellte sich neben die Spüle und miaute mich an "Na meine Hübsche, soll ich das Fenster öffnen?" ich trocknete mir die Hände ab und schob das Wohnstuben-Fenster auf, wo die Feuertreppe hinunterführte "Hier bitte" ich streichelte sie.

Danach wand ich mich ab und ging mich anziehen. Einkaufen sollte ich noch machen und dann endlich, nach langer unendlicher Zeit, kann ich mal wieder etwas auf meiner Konsole spielen. Juhu!

"Ich bin mal kurz einkaufen" rief ich meinen Katzen zu, bevor ich die Tür hinter mir schloss und sie verriegelte. Den Weg die Treppen hinab steckte ich die Kopfhörer ins Handy und schaltete die Musik ein. Die kühle Winterluft wirbelte meine Haare umher. Ich zog den Mantel fester um den Körper.

Im Laden angekommen, zog ich aus meiner Tasche einen Stoffbeutel heraus. Das Obst und Gemüse strahlte um die Wette. Dabei packte ich mir ein paar Bananen und Erdbeeren ein. Weiter durch den Laden streifend fand ich alles was ich brauchte. An der Kasse angekommen, begann der Kampf. Bin ich heute schneller mit einpacken, als die Kassiererin mit drüber ziehen war? Die Antwort ist nein! Nein, die Kassiererin hat gewonnen. Wie können sie so schnell sein?

Zu Hause, packte ich meine Einkäufe aus. Ich sah zu meiner Konsole. Die Lust, die ich empfanden hatte, war verschwunden. So entschied ich mich mein Laptop zu nehmen und etwas Musik über die Kopfhörer zu hören, während ich im Internet Geschichten laß.

Es wurde immer dunkler und meine Augen fingen an zu schmerzen. Ich liebe es in andere Dimensionen zu tauchen und einfach abzuschalten, dennoch ist hier das wahre Leben, welches nicht auf einem Film basiert. Ein Film der von Liebe, Freundschaft und Familie herrscht. Nein, solch ein Leben hat keiner. Niemand findet das, was er sucht auch, wenn er nicht danach gesucht hat. Es geht nicht von jetzt auf gleich oder in einer Stunde und vierzig Minuten, dass sich alles ändert. Nein, es geht das ganze Leben lang. Jeder Tag ist auch kein Abenteuer, es ist eher Langeweile. Aber, wenn dann was passiert, dann nur in einem Bruchteil einer Sekunde, so das wir es nicht teilen können, in den Medien. Nein, es bleibt in unseren Gedanken. Es wird sich immer dort aufhalten.

Langsam legte ich den Laptop neben mir auf das Sofa. An die Wand stierend, bekam ich nicht mit wie die Zeit weiter vorantritt. Ich hatte schon lange aufgegeben. Ich hatte schon lange die Hoffnung aufgegeben, dass das Leben wie ein Film war und ich die Hauptrolle spiele. Ich war eher einer der Darsteller im Hintergrund, als das mich jemand sehen könne. Viele Menschen kannte ich, die mir mal gesagt hatten, ich solle aus mir heraus kommen und offener sein. Ich soll ihnen mein spannendes Leben erzählen, doch welches Leben ist schon interessant. Ich lebe in einer kleinen Wohnung mit meinen Katzen und arbeite als eine Altenpflegerin. Was ist daran bitte interessant? Nichts, ich bin der Durchschnitt, wie viele andere die es auf der Welt gibt.

Kopfschüttelnd stand ich auf. Wieso mache ich mir jetzt Gedanken darum? Ich nahm mir einen Saft aus dem Kühlschrank. Was esse ich nur? Dabei öffnete ich jeden Schrank und sah hinein. Zum Schluss entschied ich mich für Kartoffelpüree und Tomatensoße. Es schmeckt zusammen, geht schnell und macht satt.

Während das Essen kochte, schaltete ich den Fernseher ein. Mal wieder schlimme Nachrichten aus der Welt und irgendwelche Prominente, die ich nicht kannte. Wer waren diese Menschen und wie sind die berühmt geworden? Ich denke, jeder kennt diese Frage.
Review schreiben