Villainous - Accidentally in Love

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
15.12.2019
23.05.2020
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23.05.2020 590
 
Black Hat stieg aus seiner schwarzen Limousine und warf einen kurzen Blick über das nachtschwarze Flugzeug vor ihm.
Immerhin hatte man sich an seine Vorgaben gehalten.
Er erkannte schwach die Silhouette des Piloten im Cockpit und stieg deshalb auch sofort ein. Es war ihm recht, wenn er keinen Kontakt zu irgendwem hatte – auf der Gala würde es schon schlimm genug werden.
Außerdem fehlte nach gut drei Monaten noch immer jede Spur von Flug.
Am liebsten wäre Black Hat in seinem Anwesen geblieben, aber nachdem Dementia einen Auftrag angenommen hatte, war es ihm dort viel zu still geworden.
Wenn er doch nur damals die Wahrheit gesagt hätte…
Dann wäre Dementia vielleicht nicht die einzige Kraft, die die Organisation noch über Wasser hielt.
Die Maschine war auch im Inneren mit schwarzem Holz verkleidet, woraufhin die Ledersessel beinahe mit ihrer Umgebung verschmolzen.
Schnaubend ließ er sich auf einem der Sessel nieder, direkt neben der Minibar und öffnete diese. Eine teure Flasche Whiskey fiel ihm ins Auge und ohne weiter nachzudenken schraubte er sie auf und nahm einen großzügigen Schluck.
Die Maschine bereitete sich auf den Start vor.
Natürlich hätte er sich auch direkt zu der Gala versetzten können, aber einen gewissen Status wollte er sich nun doch bewahren, auch wenn das hieß, erst einmal eine Stunde mit dem Privatjet anzureisen, nur um danach mit einer gemieteten Limousine vorzufahren.
Unter anderen Umständen würde er den anstehenden Flug genießen, aber unter anderen Umständen hätte er auch Flug an seiner Seite, der ununterbrochen über die technischen Daten der Maschine oder seine neuesten Erfindungen reden würde.
Mit einem sanften Schaukeln hob das Flugzeug ab und Black Hat schloss sein Auge, atmete tief durch.
Er hatte einen Hatbutler geschickt um Cassandra Smith zu überwachen, doch sie hatte keinen physischen Kontakt mit Flug mehr gehabt.
Und dass sie ihm nichts sagen würde, hatte sie mehr als deutlich gemacht. Foltern war keine Option, nicht wenn sie tatsächlich seine Schwester war. Er würde es ihm nie verzeihen, aber genau das wollte Black Hat.
Das Flug ihm verzieh und zurück kam.
Zurück zu ihm.
Er nahm noch einen tiefen Schluck, hielt die Augen geschlossen.
Im Labor gab es auch keinen Hinweis darauf, wo Flug hätte hingehen sollen und auch den sonst so auffälligen roten Plymouth konnte er nicht aufspüren.
Es war, als hätte Flug nie existiert – wenn nicht die gesammelten Flugzeuge, das eingerichtete Zimmer und die ganzen Erfindungen, Monster und Blaupausen gewesen wären.
Flugs Zimmer…
Black Hat hatte sich inzwischen schon öfters dabei erwischt, wie er einfach nur auf der Couch des Zimmers gelegen und an die Decke gestarrt hatte in der Hoffnung, Flug würde im nächsten Moment eintreten und ihm ein paar der Sternbilder erklären.
Tagträume.
Warum war die Wahrheit für ihn so schwer zu akzeptieren gewesen?
Warum hatte er so überreagiert?
Er musste sich ablenken…irgendwie…
Black Hat schlug sein Auge wieder auf und sah sich in der Maschine um, entdeckte ein paar Magazine und Bücher in einem kleinen Regal.
Gaston Leroux’s Roman „Das Phantom der Oper“ fiel ihm ins Auge.
Es war Ablenkung genug…
Ungefähr eine halbe Stunde später meldete sich knisternd die Sprechanlage des Piloten.
„Aufgrund des schlechten Wetters bei unserem Zielflughafen wurden wir aufgefordert eine große Schleife zu ziehen. Daraufhin wird sich die Landung um mindestens eine halbe Stunde verzögern. Ich hoffe, dass bereitet Ihnen keine großen Unannehmlichkeiten.“
Klirrend glitt die Whiskeyflasche aus Black Hat’s Griff, ebenso das Buch.
Das konnte doch nicht möglich sein…
In sekundenbruchteilen stand er auf den Beinen, riss die Cockpittür auf.
Gefettete schwarze Haare, eisblaue Augen, hageres Gesicht.
„Flug…?“