Schutzengel (Fortsetzung zu Mord)

von S-Mimi
GeschichteAllgemein / P12
Paul Richter
15.12.2019
05.01.2020
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Glück gehabt


Paul fuhr mit Marc Streife. Seit Stephans Ermordung war nichts mehr wie es war. Es war still geworden. Noch konnten die Kollegen den Verlust nicht überwinden. Es war immer noch so, als würde der Verstorbene jeder Zeit zur Tür reinkommen und einen seiner Sprüche abgeben. Keiner konnte realisieren, dass dies nicht mehr der Fall sein würde. Auch Paul, der sonst auch immer für Sprüche gut war, brachte keinen über die Lippen. Aber er hatte wohl den größten Verlust erlitten, den für Paul war Stephan der beste Freund.

Die Einsätze nahmen Sie war, versuchten sich nichts anmerken zu lassen. Ihr Job durfte nicht leiden, dass wussten Sie. Sie waren Polizisten, es musste weiter gehen.
Im Moment waren Sie auf den Weg zu einem Verkehrsunfall, einen Auffahrunfall.
Marc parkte den Streifenwagen hinter dem hinteren Wagen, schaltete die Warnblicklichtanlage ein und stieg mit seiner gelben Weste aus.
Auch Paul stieg aus, als dieser gerade nach vorne gehen wollte stolperte er und fiel nach hinten, im selben Moment raste ein Wagen an Ihm vorbei. Paul erstarrte, wenn er nicht nach hinten gestolpert wäre, hätte der Wagen Ihn erfasst. Auch Marc konnte Rechtzeitig zur Seite springen.
„Alles in Ordnung?“ rief Marc, als er Paul nicht sah.
„Ja“, klopfte sich dieser die Hose ab. „Noch mal Glück gehabt. Hast du das Nummernschild?“
„Nein“, ärgerte sich Marc, es war einfach zu schnell gegangen.
„Dann hatte der auch Glück. OK, dann lass uns mal gucken was wir hier tun können“, nahm Paul seine Arbeit am Unfall Ort auf.
Es war keine große Sache, die Unfallbeteiligten hatten eigentlich schon alles selber geregelt, wollten nur auf Nummer sicher gehen um nichts falsch zu machen. So war der Einsatz schnell abgearbeitet.
„Bist du wirklich in Ordnung? Bist so weiß um die Nase“.
„Ich bin gestolpert, sonst wäre ich jetzt platt“, erklärte Paul, der Schock saß Ihm noch in den Knochen.
„Da hat dein Schutzengel wohl aufgepasst“.
„Wird ja auch Zeit, dass er seine Aufgabe erledigt“, grummelte Paul, der nicht wirklich an Schutzengel oder ähnlichem glaubte.

Ihr nächster Einsatz kam rein. Nicht weit von Ihrem Standort. Ein schwarzer Wagen ist gegen einen Baum gefahren, anscheinend mit Überhöhter Geschwindigkeit.
„Das ist er doch, der uns fast umgefahren hat“, erkannte Paul das Auto und war sich ziemlich sicher. „Und dem müssen wir jetzt helfen?“
Doch der Fahrer stand bereits neben seinen Wagen, nur leicht verletzt.
„Westerhoven von der Polizei Köln, mein Kollege Richter. Wie ist das den passiert?“
„Äh… Ich bin einem Tier ausgewichen“, suchte der Mann nach einer Erklärung. „Wer kommt mir jetzt für den Schaden auf“.
„Von wo kam den das Tier und was für ein Tier war das?“ Marc war nicht bekannt, dass auf diesem Stück Wildwechsel stattfand. Es standen nur vereinzelnde Bäume an der Straße, ein Wald war weit entfernt.
„Von recht nach links“, stammelte der Mann.
„Und was für ein Tier?“ widerholte Marc die zweite Frage.
Paul ging inzwischen in den Graben und aufs Feld um Tierspuren zu finden.
„Keine Ahnung, dass ging alles so schnell“.
„War es ein Tier mit Beinen oder Flügel“, versuchte Marc weiter zu recherchieren. Er glaubte dem Mann kein Wort. Er ging eher davon aus, dass dieser auf Grund erhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen war.
Paul kam vom Feld und stellte sich neben Marc.
„Ne, dass hatte schon Beine“.
„Groß oder Klein?“
„Groß“.
„Groß? Dann frage ich mich, wo sind die Fußspuren? Große Tier hinterlassen im nassen Boden Fußspuren“.
„Was soll das? Glauben sie mir nicht?“ Wurde der Mann ungehalten. „Glauben Sie, ich setze meinen Wagen freiwillig vor einen Baum?“
„Ich sage Ihnen was wir glauben. Mein Kollege wurde vorhin fast überfahren, von Ihnen. Sie waren Eindeutig zu schnell, da wir aber im Einsatz waren, konnten wir uns nicht um Sie kümmern. Nun hatten Sie die Kontrolle verloren, wegen Ihrem Fahrstill“, pokerte Marc, denn beweise hatten Sie keine. Auch wenn es das selbe Auto war, Sie hatten kein Nummernschild, aber das wusste der Fahrer ja nicht.
Der Mann schwieg.
„Ach, Warum schweigen Sie den auf einmal?“
„OK; ich war vorhin vielleicht etwas zu schnell. Das tut mir leid, echt. Aber ich habe die Kontrolle jetzt nicht verloren. Doch nicht auf gerader Strecke“.
„Geben Sie mir mal Ihr Handy“, hatte Marc eine Idee.
„Warum?“
„Weil ich denke, da werde ich das Tier finden, was Sie Abgelenkt hat“, wollte Marc die Sache zu Ende bringen.
„Das dürfen Sie nicht“.
„Und ob ich das darf“, Marc hielt die Hand auf. „Und entsperren“.
Wiederwillig gab der Mann Marc das Handy.
Als der Polizist das Handy öffnete, sah er noch die geöffnete Nachricht und guckte auf die Uhrzeit. „Passt doch. Also? Wollen Sie Ihre Aussage korrigieren?“
„Ich sage nichts mehr“, verschränkte der Mann die Arme.
„Das ist Ihr Recht. Sie begleiten uns jetzt auf die Wache“.
„Muss das sein?“
„Ja, dass muss sein“.
Marc und Paul brachten den Mann zur Wache und fertigten Ihre Tagesberichte ab.
„Und, musste wieder ein Parkplatz vorm Wohnhaus suchen?“ gingen Marc und Paul in den Feierabend.
„Ne, irgendwie klappt das in den letzten Tagen. So als wäre ein Platz für mich reserviert“.
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