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Glücklicher Zufall | Nightangel Fanfiction

KurzgeschichteSci-Fi, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Nightcrawler / Kurt Wagner
14.12.2019
20.12.2019
3
6.883
1
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14.12.2019 2.074
 
Mit erhobenem Kopf betrat die CIA Agentin, Moira MacTaggert, die New Yorker Messe. Dieses Wochenende hatten in den Hallen viele Firmen, die Mutanten verabscheuten und versuchten, entweder ein Heilmittel für Mutanten oder eine Methode, die das Mutantengen aussterben ließ zu entwickeln, ihre Stände aufgebaut. Waffenhersteller hatten sich unter sie gemischt. Eigentlich war heute Moiras freier Tag, doch als Charles Xavier sie darum gebeten hatte, sich die Messe etwas genauer anzusehen, hatte sie nicht ablehnen können.
Seit dem Vorfall in Kairo war die Anti-Mutanten-Bewegung rasant größer geworden – obwohl die X-Men En Sabah Nur hatten besiegen können. Allerdings war es auch ein Mutant gewesen, der die Weltherrschaft an sich reißen wollte.
An Moiras Seite waren Jean, Ororo, Peter und Kurt. Letzterer achtete erst gar nicht auf die verabscheuenden Blicke der Messebesucher. Immerhin waren fast alle Menschen hier, um zu erfahren, wie den Mutanten ein Ende gesetzt werden konnte. Doch die vier X-Men und Moira waren auf der Messe, um einen Überblick darüber zu bekommen, wie weit die Firmen mit ihren Forschungen waren. In den Nachrichten war es schon seit Monaten ein Thema, dass die Regierung nicht lange zögern würde, den Mutanten ihre Fähigkeiten zu nehmen.
Deshalb sollten die fünf besonders eine Firma genauer betrachten – Worthington’s Mutationsforschungszentrum. Sie führte die Forschung im Bereich, ein Heilmittel für Mutanten zu entwickeln, an und hatte einen großen Stand auf der Messe. Außerdem sollten sie Information stehlen – wie lange es noch dauerte, bis das Mittel entwickelt war; denn auf der Messe waren die Sicherheitsvorkehrungen bei weitem nicht so hoch, wie beim Sitz der Firma, am anderen Ende von New York; dort war es fast unmöglich und zu riskanten an Information zu gelangen.
Also machten sich Moira, Jean, Ororo, Peter und Kurt als erstes auf den Weg zum Stand des WMFZ. Auf einer kleinen benachbarten Fläche demonstrierte der Firmenchef anhand eines Modells, wie ihr Mittel funktionieren sollte.

Natürlich war Warren sofort der blauhäutige Junge aufgefallen, der zusammen mit ein paar Freunden Warrens Vater bei seinem Vortrag zuhörte. Er hatte das Gefühl ihn schon einmal gesehen zu haben, doch er konnte sich auch täuschen. Trotzdem fragte Warren sich, warum er hier war. Die Messe war für Menschen, die Mutanten verabscheuten. Oder wollte der Junge sein Aussehen oder seine Fähigkeiten verlieren?
Während Warren gelangweilt neben seinem Vater stand, lag sein Blick die ganze Zeit auf dem Jungen; denn im Gegensatz zu seinem Vater verabscheute Warren Mutanten kein bisschen – immerhin war er selbst ein Mutant. Allerdings musste er seine Mutation geheim halten. Niemand durfte sehen, dass er Flügel hatte. Sein Vater hatte Warren dazu gezwungen. Er war der Meinung, dass Mutanten geheilt werden müssten und verabscheute auch seinen Sohn. Was würde es für einen Eindruck machen, wenn der Firmenchef einer Firma, die ein Heilmittel für Mutanten herstellte, einen Sohn hatte, der selbst Mutant war?
Anfangs hatte Warren seinem Vater geglaubt, – dass es falsch war, ein Mutant zu sein –, doch mit der Zeit hatte er dadurch gelernt, dass Mutanten das gleiche Recht hatten, zu leben. Warren war es immer leichter gefallen sich selbst zu akzeptieren und deshalb war es für ihn auch nicht falsch gewesen, als er gemerkt hatte, dass er viel mehr Interesse an Jungs hatte, als an Frauen.
„Warren!“, hörte er plötzlich seinen Vater neben ihm zischen. Augenblicklich riss er seinen Blick von dem blauhäutigen Jungen weg und nahm zögerlich – in der Zeit sammelte er sich wieder – seinem Vater das Mikrofon ab. Er musste während dem Vortrag auch ein paar Worte sagen.
Doch als er danach die Menschenmenge vor der Fläche mit seinen Augen nach dem Jungen absuchte, fand er ihn nicht mehr. Deshalb schlich sich Warren, – als sein Vater sich gerade mit ein paar Leuten unterhielt –, davon. Er hatte den Entschluss gefasst, den blauhäutigen Jungen noch einmal sehen zu wollen, schnell gefasst; auch wenn sein Vater stinksauer sein würde, weil er sich davongeschlichen hatte.
Noch nie hatte Warren jemanden gesehen, der ihn sofort fasziniert hatte. Er war schon auf vielen Messen gewesen und hatte schon eine endlose Zahl an Menschen und Mutanten gesehen – aber niemand hatte seinen Blick so gefesselt, wie der Junge, nachdem Warren nun suchte. Er hatte zwar seine Gesichtszüge kaum erkennen können, doch Warren war an seinen leuchtenden Augen sofort hängengeblieben. Außerdem mochte er es, wie der blauhäutige Junge sich in der kurzen Zeit, in der Warren ihn hatte sehen können, bewegt hatte.
Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis Warren ihn gefunden hatte. Also blieb er einfach stehen und beobachtete den Jungen, wie er sich mit seinen Freunden unterhielt. Sobald Warren ihn aus seinem Blickfeld verlor, folgte er dem Jungen unauffällig wieder. Warren hätte ihn sehr gerne angesprochen. Er wollte ihn fragen, warum er auf der Messe war. Ob er wirklich sein (wunderschönes) Aussehen verlieren wollte. Normalerweise fiel es Warren leicht, jemanden anzusprechen, doch bei dem blauhäutigen Jungen nicht.
Je länger Warren ihn und seine Freunde beobachtete, je mehr hatte er das Gefühl, sie wären nicht hier, um sich die Messe anzusehen. Vielleicht auch, aber Warren sah die fünf oft flüstern oder wie sie in irgendeine Richtung oder zu einem Gang zeigten. Sie sahen so aus, als würden sie etwas planen. Sie taten das zwar unauffällig, aber da Warren den Jungen nun schon etwas länger beobachtete, war ihm das aufgefallen. Viel machte er sich dennoch nicht daraus. Ihm war es egal, ob die fünf irgendetwas planten – vielleicht wollten sie etwas stehlen – denn Warren war selbst kein Fan der Messe.
Trotz allem nutze Warren die Chance, den blauhäutigen Jungen anzusprechen, als er sich von seinen Freunden trennte und in einen Gang ging. Wahrscheinlich wollte er nur zur Toilette, (aber in dem Gang befanden sich auch einige Privaträume der Aussteller). Warren war selten nervös, aber jetzt pochte sein Herz, als er dem blauhäutigen Jungen folgte.

„In dem Gang ist der Raum von der Firma“, erklärte Moira Kurt noch einmal, „ganz am Ende.“
„Teleportier dich hinein“, fügte Jean hinzu, „den Rest des Plans kennst du.“
Kurt nickte etwas nervös. Er teleportierte sich nie gerne an einen Ort, den er nicht sehen konnte. Es ist dabei oft schon etwas schief gegangen. Trotzdem musste er es tun. Die Tür aufzubrechen wäre viel zu auffällig.
Also ging Kurt, nachdem er sich mehrmals versichert hatte, dass der Gang leer war und niemand ihm folgte, zum besagten Raum. Doch plötzlich hörte er Schritte hinter sich, als er schon fast die Tür erreicht hatte. Ruckartig drehte er sich um und sah in Augen von Warren. Natürlich erkannte er ihn sofort – er war der Sohn des Firmenchefs, von dem er Informationen stehlen sollte.
Warren ging auf Kurt zu, doch dieser überlegte nicht lange und teleportierte sich hinter ihn, bevor er fluchtartig den Gang verlassen wollte.
„Warte.“ Kurt stockte. Warren klang kein bisschen wütend oder angewidert. Aber müsste er das nicht sein? Verabscheute er Mutanten nicht genauso wie sein Vater? Außerdem müsste es für Warren offensichtlich gewesen sein, was ein Teleporter im Aussteller-Bereich suchte. Sicherlich würde er nicht an die Tür klopfen und freundlich nach Information fragen.
„Warum bist du hier?“, riss Warren Kurt aus den Gedanken.
„Ich – ich suche die Toiletten“, log er mit stotternder Stimme.
„Nein, warum bist du auf der Messe?“, drückte Warren seine Frage genauer aus.
Kurt suchte fieberhaft nach einer Antwort, doch in seinem Kopf wollte sich kein brauchbarer Satz zusammensetzten.
„Bist du hier, weil du – geheilt werden willst?“, fragte Warren weiter.
Kurt nickte heftig, doch Warren konnte ihm nicht wirklich glauben. Dazu war er viel zu selbstbewusst angezogen. Mit seiner Kleidung betonte er regelrecht, dass er ein Mutant mit blauer Haut war.
„Und warum willst du das?“, fuhr Warren trotzdem fort und traute sich nicht, – obwohl er es gerne getan hätte –, dem Junge zu sagen, dass er wunderschön war.
„Ich will normal aussehen“, erklärte Kurt zögernd.
Gerade als Warren etwas entgegnen wollte, erkannt er, was nicht passte. Er hatte den Jungen tatsächlich schon einmal gesehen – in den Nachrichten. Kurt war einer der X-Men – genauso wie seine Freunde. Warren war sich jetzt sicher, dass sie etwas planten.
„Warum bist du wirklich hier?“, fragte Warren deshalb.
„Das habe ich doch gesagt“, antwortete Kurt kleinlaut.
Warren schüttelte den Kopf. „Du bist einer der X-Men. Ihr plant doch etwas, oder?“
„Nein.“ Kurt versuchte überzeugend zu klingen. Er wunderte sich darüber, warum Warren nicht einmal ansatzweise wütend war; dabei hatte er doch gerade herausgefunden, warum er und seine Freunde auf der Messe waren. Außerdem musste Warren auch wissen, dass es etwas mit der Firma seines Vaters zu tun hatte. Warum war er also nicht wütend? Kurt merkte nicht, dass er die Frage laut ausgesprochen hatte.
„Warum ich nicht wütend bin“, fragte Warren verwundert, „warum sollte ich wütend sein?“
„Das habe ich nicht gemeint“, stotterte Kurt. Er war unheimlich nervös und mit der Situation völlig überfordert. Warum hätte er auch damit rechnen sollen, dass er auf Warren trifft, dessen Charme ihn nicht klar denken ließ?
„Was dann?“
„N– Nichts“, meinte Kurt schnell, „ich sollte wieder gehen.“
Er drehte sich um, doch Warren stellte sich ihm in den Weg. „Ich kann euch vielleicht helfen.“
„Was?“, fragte Kurt perplex.
„Geht es um die Firma meines Vaters?“
„Warum sollte ich dir das sagen“, entgegnete Kurt, doch der Ton seiner Stimme verriet, dass Warren richtig lag.
„Dann kann ich euch helfen“, erklärte er.
„Angenommen du hättest Rechts“, fragte Kurt zögernd, „warum würdest du uns helfen wollen? Du weißt nicht einmal, um was es geht.“
„Vielleicht schon“, meinte Warren und fügte viel leiser hinzu, „ihr seid sicherlich nicht hier, um eine Rezeptur zwischen die Unterlagen meines Vaters zu schieben – sondern um etwas zu stehlen.“
Kurt entgegnete nichts. Warum würde Warren ihnen dabei helfen, Informationen von der Firma seines Vaters zu stehlen? Deshalb fragte er: „Angenommen – Warum würdest du uns dabei helfen?“
„Können wir darüber woanders reden? Hier sind überall Kameras.“
Kurt nickte zögerlich.
„Ich verspreche auch, dich nicht zu berühren“, erklärte Warren, als er Kurts Unentschlossenheit bemerkte, „dann kannst du dich jederzeit wegteleportieren.“ – „Ich wohne in dem Hotel gleich nebenan. Dort können wir ungestört reden.“
Also folgte Kurt Warren. Sie gingen durch das Zimmer seines Vaters, bevor sie den Parkplatz überquerten und anschließend die Hotellobby betraten. Warren wohnte gleich im ersten Stock, weshalb sie schnell sein Zimmer erreicht hatten.
„Ich finde es falsch, dass Mutanten ihre Fähigkeiten verlieren sollen“, erklärte Warren, nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, „deshalb will ich euch helfen, Informationen zu stehlen – beziehungsweise könnte ich sie besorgen.“
„Das würdest du wirklich tun?“, fragte Kurt überrascht.
Warren nickte. „Mein Vater hätte es verdient.“
„Wieso?“ Kurt glaubte nicht, dass das der einzige Grund war, doch als Warren mit den Schultern zuckte, ließ er es bleiben.
„Er hat keine Unterlagen mit zur Messe genommen – die sind ihm viel zu wichtig“, fuhr Warren fort, „aber nach dem Wochenende sind wir wieder bei seiner Firma. Ich kann euch Unterlagen zum Mittel, das er herstellt, kopieren.“
„Okay“, entgegnete Kurt und wusste nicht so recht, wie er sich bedanken sollte. Das alles war viel zu einfach gewesen. „Danke – schätze ich.“ Um in Kontakt zu bleiben, tauschten sie ihre E-Mail Adressen aus.
Dann herrschte eine kurze Stille zwischen Kurt und Warren, in der die Luft ein wenig zu knistern begann. Kurts Atmen wurde hektischer und sein Herz schlug schneller. Er würde lügen, wenn er sagte, dass er sich nur ein wenig von Warren angezogen fühlte. Da ihm das irgendwie unangenehm war, meinte Kurt: „Ich sollte besser wieder gehen. Meine Freunde warten bestimmt schon auf mich.“
„Du könntest auch noch ein bisschen bleiben“, entgegnete Warren.
Einerseits wollte Kurt das, doch aus welchem Grund wollte Warren, dass er blieb? Er konnte sich schlecht vorstellen, dass Warren genauso an ihm interessiert war, wie umgekehrt. Auch wenn er Mutanten nicht verabscheute, hieß das noch lange nicht, dass er ihn schön fand oder Interesse an ihm hatte.
„Okay“, meinte Kurt trotzdem.
„Willst du was trinken? Ich habe –“, fragte Warren, während er zu dem kleinen Kühlschrank in seinem Zimmer lief, „– Wasser, Bier und Saft.“
„Ich nehme gerne ein Wasser“, antwortete Kurt, während er damit begann, sich Warrens Hotelzimmer genauer anzusehen. Es war riesig und eher so eingerichtete, wie ein Zimmer in einem Schloss. Elegante Vorhänge zierten die Fenster und überall stand Deko, die sicherlich teuer war. In einer Ecke des Zimmers stand eine große Sofaecke und von dem Bett, das daneben stand, wollte Kurt erst gar nicht anfangen.
„Dein Zimmer ist schön“, meinte er deshalb und sah Warren mit den Schultern zucken.
„Ein kleines, einfaches Zimmer würde mir reichen“, entgegnete er und reichte Kurt sein Wasser, bevor sie gemeinsam zur Sofaecke gingen und sich setzten.
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