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Weglaufen ist auch (k)eine Lösung

von Lelema
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama / P12 / Gen
Dr. Kai Hoffmann Dr. Maria Weber OC (Own Character)
13.12.2019
17.04.2020
9
9.799
4
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13.12.2019 1.141
 
“Wir bringen sie in die Sachsenklinik”, sprach der Notarzt und schon fuhr der Rettungswagen los.
Er blieb wie festgewurzelt stehen, mitten auf der Straße, beobachtete wie der Wagen um die Kurve bog. Am liebsten würde er mitfahren, aber war ja kein Angehöriger, sondern nur ein guter Freund. Er seufzte und sah an sich herab. Auf sein gelbes T-Shirt war ein roter Blutfleck.

“Geht es dir gut?”, fragte die weibliche Stimme.

Er nickte leicht. Noch immer sah er zur Kurve, wo einst der Rettungswagen abbog.

“Sie ist jetzt in guten Händen. Am besten wir räumen auf und dann kannst du auch Dienstschluss machen”, meinte sie.

Er beeilte sich sehr die Wachstation am See aufzuräumen, sich in seine Alltagskleidung zu werfen und dann schleunigst mit dem Fahrrad zu seiner guten Klassenkameradin zu gelangen. Er hatte Anfangs gar kein Plan, wo genau sich die Sachsenklinik in Leipzig befand. Was wahrscheinlich daran lag, dass er in einem Vorort auf der anderen Seite der Stadt wohnt und Leipzig bekanntlicherweise nicht nur ein Krankenhaus besitzt.

Er sicherte sein Fahrrad vor der Tür und betrat das Foye der Klinik.
“Guten Tag, ich möchte eine Freundin besuchen. Sie wurde vor zwei Stunde eingeliefert. Mara Krüger”, sprach er. Die Dame am Empfang erwies sich als außerordentlich freundlich, verriet dem Jugendlichen die Station- und Zimmernummer.



“Felix!”, freute sie sich riesig. Sie war zwar erst seit wenigen Minuten auf ihrem Zimmer angekommen, aber ihr war bereits jetzt schon langweilig. Ein Teil ihrer Sommerferien im Krankenhaus zu verbringen und zusehen wie ihre Freunde sich bei heißen Temperaturen im See abkühlen möchte sie definitiv nicht.

“Hey”, begrüßte er sie, “Ich habe dir deine Sachen mitgebracht,” und legte ihren Rucksack auf einen der Stühle ab. Sie bat ihm ein Sitzplatz an der Bettkante an und sprach, “Sie haben sich die Verletzung angesehen und beraten sich jetzt.”

Sie stolperte unglücklicherweise, knickte mit ihrem Knöchel um und landete mit dem Kopf auf hartem Asphalt. Die Platzwunde wurde bereits genäht und ist gar nicht mal so schlimm wie es aussah - leichte Gehirnerschütterung. Dennoch muss sie zur Beobachtung hier bleiben.

Es klopfte an der Tür. Kurz darauf wird diese geöffnet, “Hallo Mara. Ich bin Dr. Hoffmann”, stellte er sich vor und näherte sich den beiden Jugendlichen.

Mara sah Felix’s geschockten Gesichtsausdruck als dieser den Namen des Arztes hörte. Sie sah eindeutig die Panik in seinem Gesicht geschrieben, “Felix geht es dir gut?”, fragte sie besorgt, streckte ihre Hand zu ihrem Freund aus, aber dieser wich aus.

“Ähm wir sehen uns. Bis dann”, meinte er knapp. Als er sich umdrehte um den Raum zu verlassen ließ sich ein Blickaustausch mit dem Arzt nicht vermeiden. Nun sah Kai erschüttert sein gegenüber an. Blonde Haare, blaue Augen.

“Du, du bist groß geworden”, sprach Kai.

Der Junge verzichtet auf eine Antwort, sondern rammte Kai, welcher im Weg stand, zur Seite und verließ Hals über Kopf die Sachsenklinik. Kai führte seine rechte Hand zu seiner linken Bauchseite. Der Junge hatte eine ganz schöne Kraft entwickelt als er den Ellbogen in seine Bauchseite stieß.

“Normalerweise ist er ganz lieb”, unterbrach Mara die unangenehme Stille, “Wissen Sie er hat mich Erstversorgt. Er kann sowas ziemlich gut.”                        

“Dr. Hoffmann?”, fragte Mara irritiert als dieser sich nach wie vor nicht regte. Sie verstand nicht, wie diese Begegnung beide Männer so aus der Bahn werfen konnte. Eindeutig kannten sie sich schon vorher und eindeutig waren sie nicht gut aufeinander zu sprechen. Viel mehr geschockt sich zu sehen.

“Äh. Ja also dein Knöchel ist gebrochen”, erklärte er, “Leider sind auch die Bänder gerissen. Wir werden dich gleich morgen früh operieren.”


Zwei Tage später hielt Kai noch immer die Station, wo Mara Krüger liegt, im Auge. Der Junge wird sie sicherlich noch einmal besuchen wollen.

“Suchst du jemanden?”, fragte Maria neugierig. So merkwürdig hat sich der Chefarzt noch nie verhalten.

“Nein”, meinte er knapp.

“Wirklich? Du verlässt ja kaum die Station.”

“Vielleicht liegt das daran, dass ich hier arbeite”, meinte er. Im selben Moment kam Sarah um die Ecke und nahm den Chefarzt mit zu Roland ins Büro um sich mit den Ärzten auszutauschen. Nach dem kurzen Meeting stand er vor dem Fahrstuhl. Als sich dessen Türen öffneten und ein Teil der Leute aussteigen, sah er an der hinteren Ecke den Jungen.

“Hallo Felix”, begrüßte er den 14-jährigen. Felix würde am liebsten aussteigen, aber es war die falsche Station. Er wollte doch ins Erdgeschoss zum Ausgang. Die anderen Fahrgäste stiegen jedoch auf dieser Etage aus und Kai war der einzige, der zu stieg.

“Ich hatte vorgestern gar keine Gelegenheit gehabt zu Fragen wie es dir geht?”, meinte Kai.

“Bestens. Danke der Nachfrage.”

“Ich verstehe, dass du wütend auf mich bist, aber denkst du nicht jeder hat eine 2. Chance verdient?”

Felix starrte sehnsüchtig zur geschlossenen Fahrstuhltür. Warum kann sie nicht aufgehen? Egal auf welcher Etage er ist, er möchte einfach nur hier raus. Länger mit diesem Mann auf kleinstem Raum hält er nicht aus.

“Was damals passiert ist, Felix, tut mir schrecklich leid”, sprach Kai.

Endlich. Die Fahrstuhltür öffnete sich. Sofort eilte der 14-Jährige hinaus, doch leider ließ Kai ihm keine Ruhe. Bis vor die Klinik zum Fahrradständer verfolgte er dem Jungen, “Felix bitte lass uns reden!”

“Was willst du? Denkst du mit einer einfachen Entschuldigung und einer Moralpredigt über zweite Chancen ist alles wieder gut?”, fragte Felix genervt während er die Zahlenkombination seines Fahrradschlosses in die richtige Position dreht.

“Nein”, seufzte Kai und beobachtete den Jungen, wie er nun sein Fahrradschloss um die Stange des Lenkrades fest macht. In wenigen Augenblicken wird er mit seinem Rad davon fahren und ob er noch einmal zur Sachsenklinik kommt ist Fragwürdig, da Mara Krüger am nächsten Tag entlassen wird.

“Ich würde gerne wieder ein Teil deines Lebens sein”, sagte er.

“Kein Bedarf”, Felix schwang sich stilvoll auf sein Rad und hielt für einen Moment Inne. Reflexartig glitt seine Hand zu seinem Kopf. Mal wieder schmerzte es sehr.

“Alles in Ordnung?”, besorgt führte Kai seine Hand zu Felix’s Kopf, um diesen leicht zu ihm zu lenken, sodass er auch die Augen sah.

“Fass mich nicht an”, fauchte Felix.

“Hast du häufiger Kopfschmerzen? Schwindel?”, fragte Kai besorgt, “Warst du schon einmal beim Arzt? Wenn nicht, Ich würde dich gerne untersuchen. Es dauert auch nicht lange.”

“Ich habe Migräne. Ist auch kein Wunder, wenn man dich sehen muss”, schon riss er sich von Hoffmann’s Handgriff los und fuhr mit dem Rad davon...


Die Idee zur Geschichte habe ich schon ein bisschen länger. Eigentlich seit der Folge, wo Martin herausgefunden hat, dass Kai’s Frau schwanger war. Nach der aktuellen Weihnachtsfolge habe ich meine erste Idee nochmals abgeändert und jetzt erstmalig hochgeladen.
Was denkt ihr woher kennen sich die beiden?
Besteht Interesse an dieser Geschichte?
Ich würde mich natürlich sehr auf eure Kommentare freuen!
Viele Grüße, Lelema
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