Das Wunder der Baker Street 221b

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
DI Gregory Lestrade Dr. John Watson Mary Morstan / Watson Mrs. Hudson OC (Own Character) Sherlock Holmes
13.12.2019
14.02.2020
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Titel der Geschichte
Das Wunder der Baker Street 221b

Besonderes vor dem Kapitel
Die Handlung in diesem Kapitel stammt zum Teil mal wieder nicht aus meiner Feder, doch ich habe sie etwas umgeändert. Ich mag Irene Adler einfach nicht, weswegen ich nicht viel über ihre und Sherlock’s Beziehung schreiben wollte. :D


Kapitel 19. Sherlock, der Hellseher

Fröhlich summend kam Martha Hudson in ihre Wohnung hinein und war verwundert, dass der Fernsehen lief. Hatte Gwyn den etwa vergessen auszuschalten??
Verwirrt lief sie ins Wohnzimmer und erschrak kurz, als sie ihre Nichte auf dem Sofa schlafend vorfand. Was machte sie denn schon hier??
Überprüfend sah sie auf die Wanduhr. Kurz vor 12. Vielleicht bekam sie ja früher frei!
Lächelnd lief Martha in die Küche und begann den Tisch zu decken, damit sie zusammen frühstücken konnte.

Da Gwyneth so darauf bestand, verbrachte die Hudson wirklich die Nacht bei ihren Mietern und durfte sogar in John’s Bett schlafen. Die Couch war für die ältere Dame ziemlich unkomfortabel und würde wahrscheinlich nur noch zu mehr Schmerzen führen.

Als das Frühstück fertig und serviert war, füllte sie noch leckeren Kakao in Gwyneth’ Tasse und ging dann zurück zu der Schlafenden, um sie sanft an der Schulter zu rütteln, ''Gwyn..?! Gwyn, wach auf! Ich habe uns Frühstück gemacht, Schätzchen!“
Natürlich wirkte diese Technik irgendwann, sodass ihre Nichte langsam die Augen öffnete und die Hand sofort ängstlich wegschlug. Verschreckte Augen sahen Martha an.
Diese verstand ihre Reaktion nicht, ''Kindchen..! Was ist denn los, hattest du einen Alptraum?“

Schwer atmend, nickte sie und befeuchtete dann ihre Lippen, ''Ich.. Ja, hatte ich. Tut mir leid, dass ich dich deswegen angegriffen habe, Tantchen.“
''Ach, Süße. Ist halb so schlimm, das kann doch jedem mal passieren. Aber wieso bist du eigentlich schon hier? Hast du früher Feierabend bekommen?“
Zögerlich nickte Gwyn, da sie es hasste jemanden anzulügen, ''Genau, es gab wirklich sehr wenig zu tun und da gab Burt mir überraschenderweise früher frei. Wieso hast du mich eigentlich geweckt?“

''Wie schön. Ich habe Frühstück gemacht und dachte mir, dass wir es dann zusammen verputzen könnten.“
Eigentlich war Gwyn sofort immer sehr Begeistert, wenn sie Zeit mit ihrer Tante verbringen konnte, doch überraschenderweise bekam Martha von ihrer Nichte und ein leichtes Lächeln, ''Ich komm sofort.“
Nickend verschwand die Ältere wieder und Gwyn musste sich erst mal richtig hinsetzen, um sich richtig strecken zu können. Schon wieder waren ihre Träume nicht von Glück erfüllt worden.

Als sie Martha’s Berührung bemerkt hatte, glitt sofort wieder dieses ekelige Gefühl von Missbrauch und Ausnutzung durch ihren Körper und eine starke Gänsehaut überkam sie. Hoffentlich würde das bald aufhören, sonst würden alle bald noch Verdacht schöpfen. Und nochmal schlagen, wollte sie ihre Tante wirklich nicht!
Nachdem sie kurz im Bad auf der Toilette war, lief sie in die Küche und leistete ihrer Tante dort Gesellschaft, welche schon genüsslich ihr Brot mit Marmelade und Quark aß.
Genüsslich trank sie ihren warmen Kakao und lauschte der Musik aus dem Radio.

Martha schien zu bemerken, dass Gwyneth irgendwas bedrückte, weswegen sie das Frühstück bis zum Schluss stumm beendete.
Selbst beim abwaschen, sagte sie nichts und Gwyn war ihr sehr dankbar dafür. Gähnend lehnte sie sich an die Anrichte, wo ihre Tante in der Zeit neuen Tee kochte und sich dann an ihre Nichte wendete, ''Könntest du mir noch den Gefallen tun und für mich ein paar Sachen einkaufen? Das lenkt dich bestimmt etwas ab und wenn du möchtest, kannst du die Männer oben fragen, ob sie auch etwas brauchen.“
Auch wenn die Rotbraun-haarige wirklich nicht die geringste Lust hatte, nickte sie lächelnd, ''Gute Idee, hast du eine Liste gemacht?“

''Noch nicht, aber gehe ruhig erst mal nach oben und dabei schreibe ich sie dir.“
''Gut, so machen wir es.“ Erneut gähnend, lief Gwyn in ihr Zimmer um sich die Wertsachen zusammenzusammeln und schlüpfte danach in ihre Stiefel. Die Jacke hatte sie im Flur hängen lassen. ''Ich bin dann gleich wieder da!“
Müde und ausgelaugt erklimmte sie die vielen Treppen und klopfte dann träge an der Tür, welche erst nach ein paar Minuten geöffnet wurde.

Erneut von John Watson,''Gwyn! Alles gut bei dir? Du warst gestern ja so fertig.“
''Hey, John. Ja, mir geht’s besser, habe nur ein wenig Schlaf gebraucht. Ich wollte nicht stören und nur schnell fragen, ob ihr etwas vom einkaufen bräuchtet. Ich wollte nämlich gleich schnell gehen.“
''Oh, ähm.. jetzt wo du es sagst. Es ist nicht viel, ich mache dir eben eine Liste. Komm ruhig rein, aber wundere dich bitte nicht darüber, dass wir gerade eine Klientin hier haben.“

''Keine Sorge, ich bin gar nicht da.“ Leise lachend trat sie also ein, während der Arzt in die Küche verschwand und ihr Blick glitt zum Stuhl, doch auf diesem saß seltsamerweise keine Klientin, sondern Sherlock. Und dieser.. sah zu seinem Sessel und auf diesem saß... Miss Adler?! Dass der Holmes wirklich jemand anderen auf seinem Sessel sitzen lies, machte Gwyn etwas traurig. Erneut hatte Sherlock etwas zugelassen, was er bei anderen nicht tat. Und natürlich machte er dies nur bei der einen Frau.

Diese sah sie lächelnd an und stand auf. Erst da bemerkte Gwyn, dass die Domina Sherlock’s Morgenmantel trug und gewaschene Haare hatte. Ob sie... Die Nacht zusammen verbracht hatten?
Ihre schmerzhaften Theorien wurden genau von der Frau unterbrochen, welche ihr nun lächelnd die Hand hinhielt, ''Hey, schön Sie richtig kennenzulernen. Ich bin Irene Adler.“ Erneut fuhr Gwyn eine Gänsehaut über den Rücken. Der Name...
Bevor jemand ihre Gedanken erraten konnte, erwiderte sie den Händedruck falsch lächelnd, ''Freut mich ebenso und mein Name ist Gwyneth Morton.“ Irgendwas blitzte in den Augen der Adler auf, doch was es genau war, konnte Gwyn nicht sagen.

Ihre Gedanken glitten zurück zum letzten Abend. Wut stieg in ihr auf, doch sie schaffte es diese zu bändigen. Wegen dieser... Schlange wurde ihre Tante gestern bedroht!! Am liebsten würde sie-
''Sooo, hier ist sie auch schon. Wie du siehst, sind es nur wenige Dinge.“ Plötzlich war der Watson wieder bei ihr und hielt ihr lächelnd ein kleines Blatt Papier unter die Nase.
Nickend nahm sie dieses ihm aus der Hand, ''Super, dann bringe ich es nachher vorbei. Bis später, ihr Beiden. War schön nochmal Ihre Bekanntschaft gemacht zu haben, Miss Adler.“ Beide Frauen und Sherlock zusammen wussten, dass Gwyneth log. Auch den Grund dafür.

Der Einkauf ging schnell vonstatten, da die Liste zum Glück wirklich nicht lang war.
Und natürlich, weil das Leben Gwyneth Morton doch so sehr liebte, platzte sie mitten in einem ziemlich intensiven Moment zwischen Sherlock und Irene rein.
Schnell entschuldigte sie sich und trug die Tüte in die Küche, doch lies sie dort stehen. Noch einen Blick in den Kühlschrank zu werfen, das wollte sie nicht. Das erste Mal war schon ein zu großer Schock.

In der Zwischenzeit, als Gwyneth in ihrem Zimmer lag und über den Abend nachdachte, war Martha insgeheim hochgegangen und hatte John hinaus gebeten. Sherlock war in der Zeit schon für die Lösung des Falles unterwegs.
Unten an der Treppe, fragte John sofort, ''Was ist denn los, Mrs. Hudson? Ist irgendwas passiert?“
''Nein, nein John. Mit mir ist alles gut, es geht eher um Gwyneth.“
''Was stimmt denn nicht mit ihr?“

''Sie... Ich glaube ihr ist irgendwas zugestoßen, was sie sehr quält. In der Nacht konnte sie wohl kein Auge zumachen, weswegen sie heute Vormittag auf meinem Sofa eingeschlafen war und als ich sie weckte, da... da ist sie sofort erschrocken wach geworden und hat meine Hand weggeschlagen. Sie sagte zwar, dass es wohl nur an einen Alptraum lag, aber.. ich kenne sie einfach zu gut! Da steckt mehr dahinter! Bitte haben Sie ein Auge auf meine Nichte, ich mache mir wirklich Sorgen..! Bitte John..!“

Sofort hielt er seine Vermieterin bei beiden Schultern fest, ''Keine Sorge, ich habe auch längst bemerkt, dass irgendwas nicht mit ihr stimmt. Kann es vielleicht an ihren neuen Freund liegen?“
Ratlos schüttelte Martha den Kopf, ''Keine Ahnung, ich wusste vorher gar nicht, dass sie einen hat. Wenn er sie aggressiv angefasst hat, oder-“ Da Martha sich erneut begann aufzuregen, drückte er einmal beide Schultern sanft, ''Mrs. Hudson.. Ich bin mir sicher, dass dies nicht geschehen war. Aber ich werde es weiter beobachten, Sie haben mein Wort.“
Erleichtert seufzte sie, ''Danke John.. Dann wünsche ich Ihnen und Sherlock noch eine gute Nacht.“
''Ihnen und Gwyneth auch.“

Keiner von den beiden wusste, dass Gwyneth sie gehört hatte. Sofort lief sie wieder in ihr Zimmer, da Martha wieder in die Wohnung kam. Mist..! Wieso musste ihre Tante auch so schnell misstrauisch werden?!
Seufzend lief sie ins Bad, um sich schnell die Verbände zu erneuern. Zum Glück waren die Schmerzen etwas weniger geworden. Doch die Alpträume blieben natürlich.
Bevor sie schlafen ging, überprüfte sie aber nochmal ihr Handy.
Natürlich hatte Henry ihr wieder geschrieben.

Hey, Süße.
Ist alles gut? Ich wollte dich heute überraschend nach der Arbeit abholen, aber dein Kollege meinte, dass er dich wohl ziemlich früh nach Hause geschickt hat, da du wohl sehr übermüdet warst.
HS

Während Gwyneth gerade lächelnd dem Smith antworten wollte, bekam sie überraschenderweise noch eine weitere Nachricht. Doch dieses mal.. war diese von.. Sherlock Holmes??
Neugierig brach sie kurz ihre Nachricht ab und ging zu seinem Chat. Starke Gänsehaut überfuhr ihren Rücken.


Nehmen Sie sich in Acht.
SH

Das war alles?!

Seufzend schrieb sie die Nachricht an Henry zu Ende und beschloss dann versuchen zu schlafen. Davor jedoch.. holte sie etwas aus ihrem Koffer und steckte es sich in die Pyjama Hose. Sie hatte eine gewisse Vorahnung.

Hey..
Keine Sorge, mir geht’s ganz gut. Konnte die vorige Nacht nur nicht so gut schlafen, weswegen Burt mir früher Feierabend gab.

Wenn du möchtest, können wir uns morgen aber sehen. Habe über das Wochenende sowieso frei :-D
Bis morgen :-*
GM

Es schien, als wenn man es mal gut mit Gwyneth meinte.
Dieser Schlaf war mal, im Gegensatz zu den vorigen, ziemlich erholsam. Keine Alpträume, keine imaginären Schmerzen, die sie in diesen ertragen musste... nichts.
Doch natürlich blieb die Nachricht des Consulting Detective’s so sehr in ihren hintersten Gedanken kleben, sodass der Schlaf nicht zu tief war. Gwyn spürte, dass diese Nacht noch etwas passieren würde.


Während die Morton also leise schnarchend in ihrem Bett lag, bemerkte keiner, wie eine Person in die Wohnung von Martha Hudson einbrach und das Schlafzimmer von Gwyn ansteuerte. An den Highheels erkannte man, dass es eine Frau war.
Die Hand, welche die Klinke der Zimmertür umschloss, war blass und die Nägel trugen blutroten Nagellack. Die andere Hand, welche in der Tasche des Mantels verborgen war, hielten kühles und schweres Metall.
Da der Boden aus Teppich bestand, konnte man die Schritte der Schuhe nur dumpf vernehmen, was ein großer Vorteil war.

Ein großes Grinsen glitt über ihre blutroten Lippen, als sie Gwyneth in ihrem Bett liegen sah. Das würde alles noch vereinfachen!
Leise lief die Person ein paar Schritte auf das Bett zu und holte endlich den verborgenen Gegenstand heraus, mit welchem sie auf den Haarberg zielte, der oben aus der Decke lugte. Eine silberne, kleine Pistole, welche im Mondlicht glitzerte. Die Vorhänge hatte Gwyneth nämlich offengelassen. Die unbekannte Frau konnte ihr Glück gerade kaum fassen. Niemand würde hiervon etwas mitbekommen.

Die alte Frau nebenan schlief tief und fest, durch ihren Schalldämpfer würde man nicht einen Mucks hören und ihr baldiges Opfer schlief selbst so tief!
Als sie gerade die Decke etwas von ihrem Kopf entfernen wollte, vernahm sie selbst ein Klicken hinter ihr, ''Das bringt Ihnen eh nichts.“

Erstarrt und verwundert zugleich, sah die Unbekannte weiterhin auf die Haare und zog dann mit einem Ruck die Decke weg. Darunter lag niemand, nur ein paar rotbraune Haare und ein Haufen aus Kissen, welcher den Körper einer Person darstellte.

Gwyneth Morton lag nicht in ihrem Bett, sondern stand mit einem ernsten Gesichtsausdruck hinter der Person. Auch in ihrer Hand lag eine schwere Waffe, mit welcher sie auf den Hinterkopf der Frau zielte.
Mit einem leichten Lächeln drehte die Einbrecherin sich um und erschrak nicht mal bei dem Anblick des Laufs, ''Woher wussten Sie es..?“
''Ich bekam einen Tipp. Und jetzt sagen Sie mir, wieso Sie mich umbringen wollten.“

''Das wissen Sie doch schon längst oder muss ich Ihnen es noch einmal erzählen?“
''Damit ich niemandem von Ihrem kleinen Geheimnis erzählen kann.“

''Da kommen wir der Sache doch schon näher.. Welche Sache ist das denn?“
Hart schluckend, bemerkte Gwyneth wie ihr Arm schon zu zittern begann, ''Möchten Sie wirklich, dass ich es Ihnen sage?“
Stumm nickte die Frau, weswegen Gwyneth nochmal tief durchatmete und mit zittriger Stimme den Grund nannte, ''Weil Sie.. Irene Adler.. meine Schwester und meine Schwägerin auf dem Gewissen haben.“


Irene schien sich nicht mal schuldig zu fühlen, da sie weiterhin lächelte, ''Ich denke, wir sollten diese Unterhaltung an einen anderen Ort weiterführen. Was halten Sie von dem Hyde Park?“
''Hervorragende Wahl.“ Ohne die Blicke voneinander zu nehmen, öffnete Gwyn die Tür und beide Frauen verließen die Baker Street. Natürlich folgten zwei Männer ihnen.


Während des langen Weges drückten die Frauen sich gegenseitig ihre Pistolen in den Rücken, doch niemand konnte dies sehen. Denn ihre Hände waren unter den Mänteln, der Anderen. Man konnte fast schon meinen, dass sie ein verliebtes, lesbisches Pärchen wären und nur einen nächtlichen Spaziergang machen würden. Der „Spaziergang“ verlief in gnadenloser Stille, wo Gwyneth sich innerlich selbst dankte, dass sie so einen warmen Mantel und Stiefel vorher angezogen hatte. Die Nachricht, welche ihr Sherlock geschickt hatte, lies ihr die halbe Nacht keine Ruhe.

Am Hyde Park angekommen, stellten sie sich neben den Serpentine und richteten erneut die Waffen auf die Gegenüberstehende.
Gwyneth fragte endlich das, was sie all die Jahre gequält hatte, ''Wieso haben Sie sie umgebracht?“

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