Farewell

von TheWInd
GeschichteDrama, Übernatürlich / P18 Slash
HIM
11.12.2019
12.12.2019
60
101.897
 
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11.12.2019 250
 
Sie gaben mir einen Namen. Einen sehr alten Namen. Im längst versunkenen Babylon wurde die Venus als Tagesstern bezeichnet. So nannten sie mich. Oder auch den Sohn der Morgendämmerung. Den Morgenstern. Andere Völker nannten mich Phosphoros, den Lichtträger. Oder den Lichtbringer.
Heute bin ich keins von all dem. Ich habe mich von der Welt abgewandt. Ich wurde verbannt, gehasst und verjagt. Aber ich überlebte. Ich bin älter als die Menschheit, oder der Himmel, unter dem sie lebt. Älter als der Wind, oder das Wasser.
Meinen wahren Namen werde ich nicht preisgeben. Wussten doch schon die alten Babylonier, welche Macht ein Name besitzt. Und doch... vielleicht wird eines Tages dieser Augenblick kommen, in dem ich mich nach meinem richtigen Namen sehnen werde, und auch danach, mit ihm angesprochen zu werden. Mich mit ihm vereinen zu können. Nach so langer, langer Zeit in Dunkelheit und Schande.
Zeit ist für mich bedeutungslos geworden. Es ist bloß ein Wimpernschlag, ein Atemzug. Vorbei. Oh du schöne Welt, wie gerne würde ich dir beim Untergang zuschauen. Und doch erfreue ich mich noch immer an jedem neuen Sonnenaufgang. Seufzend betrachte ich das helle, frische Licht, das alles mit seinem Zauber überzieht. Alles wirkt wie reingewaschen. Oder neu erschaffen. Wie am ersten Tag, wo alles entstand.
Haben die Menschen mich vergessen? Mich? Den Morgenstern? Bin ich nicht mehr anbetungswürdig? Bin ich bloß noch ein düsterer Schatten? Früher... da priesen sie mich und meinen alten Namen. Jetzt ist er in Vergessenheit geraten. Und damit auch meine alte Geschichte...
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