Zwischen Leben und Tod

GeschichteDrama, Angst / P12
Alexander Hetkamp Dr. Markus Bauer Franco Fabiano OC (Own Character) Oliver Dreier Phil Funke
10.12.2019
14.01.2020
10
8623
4
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Mittlerweile schien alles soweit gut zu verheilen. Eine Woche später sollte er seine Reha antreten. Die Zeit war wie im fluge vergangen.. Dann war es soweit. Phil wurde abermals in den Rollstuhl mobilisiert, da er noch nicht wirklich laufen konnte. Der Koffer war gepackt und stand am Bett. Geduldig wartete er noch auf seine Unterlagen. Währenddessen hing er seinen Gedanken nach. Viele Fragen gingen ihm durch den Kopf. Wurde aber kurze Zeit später wieder heraus gerissen, da es an der Tür klopfte. Herein sagte Phil. Es waren Franco und Dustin. Die Freude war groß, schließlich würden sie sich mehrere Wochen nicht sehen. Zudem hatten sie einen großen Strauß Blumen dabei. Darin befand auch eine Karte mit Genesungswünsche und die Unterschriften von den Kollegen/innen. Phil war total überwältigt, als er diese las. Dabei lief ihm die eine oder andere Träne über die Wange. Als es abermals klopfte und der Pfleger mit den Papieren herein kam, wischte er sich schnell die Tränen vom Gesicht. Er gab sie Phil und dann ging es los. Er schob ihn aus dem Zimmer in den Korridor, Richtung Fahrstühle.  Franco nahm den Koffer und folgten ihnen mit Dustin. Sie fuhren zusammen nach unten. Als sie draußen waren, schien die Sonne. Es war warm und neben dem üblichen Straßenlärm, konnte man auch Vögel zwitschern hören. Der Fahrdienst, der ihn zur Reha-Klinik fahren sollte stand schon bereit. Trotzdem bat Phil kurz inne zu halten. Er sog die frische Luft ein. Wie sehr hatte er dies vermisst. Franco hatte indessen schon den Koffer verstaut. Sie verabschiedeten sich von einander. Wir bleiben in Kontakt meinte Dustin. Wenn du irgendwas hast, worüber du reden möchtest, sind wir für dich da ergänzte Franco. Phil bedankte sich. Kurz darauf wurde er auf eine Art Hebebühne geschoben und hochgefahren. Im Auto wurde der Rollstuhl noch zusätzlich fixiert.  Danach ging es los. Während der Fahrt hing er wieder seinen Gedanken nach und fragte sich, ob er je wieder seinem Beruf nachgehen konnte. Noch viele weitere Fragen schossen ihm durch den Kopf. Jedoch mochte er erst gar nicht daran denken. Erstmal wieder gesund werden stand im Vordergrund. Er war dem entsprechend voller Optimismus. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte sie ihr Zielort erreicht. Die Fixierung wurde gelöst und wieder mit der Hebebühne hinab gefahren.   Die Klinik lag abseits, mehr ländlich geprägt und fast kein Lärm. Wieder war Vogelgezwitscher zu hören. Hier ist es sehr schön, mal schauen  was mich so erwartet dachte Phil. Drinnen am Empfang gab er seine Unterlagen ab. Alles wesentliche wurde besprochen. Zudem bekam er noch einen auf ihn abgestimmten Wochenplan. Danach wurde er auf sein Zimmer gebracht. Es war eher spartanisch eingerichtet mit einem Bett, einem Schrank sowie ein Tisch mit zwei Stühlen daran. Ebenso ein großes behindertengerechtes Bad. Er hievte den Koffer irgendwie auf das Bett und fing an auszupacken. Dabei versuchte er auf dem linken Bein hüpfend, mit der Wäsche in der Hand, diese in seinen Schrank zulegen. Leider klappte es nicht so, wie er es sich dachte. Beinahe wäre gestürzt, konnte sich aber gerade noch so abstützen. Seine Muskulatur hatte sich mehr oder weniger abgebaut, während der letzten Zeit. Es war für ihn frustrierend, aber musste einsehen dass er vorerst bei einigen Dingen, Hilfe brauchen würde. Zumindest bis er wieder soweit alleine dazu im Stande war. Phil drückte den Knopf und wenige Minute später kam ein Pfleger. Er bat ihn, ihm zu helfen. Kurz darauf war alles verstaut. Der Pfleger ging und er war wieder allein. Phil rollte zum zu Fenster und schaute hinaus. Er hatte das Fenster hinten raus zu einem schön liebevoll gestalteten Park. So schön dachte er bei sich. Dennoch fühlte sich einsam und verlassen, obwohl er zu seinen Freunden, Kollegen/ginnen und auch zu seinen Eltern Kontakt hielt. Sie waren für ihn da und dass schätzt er sehr. Sie schrieben sich  oder telefonierten so oft es ging. Wenig später beschoss er ein wenig die Reha-Klinik zu erkunden, da diese für einige Wochen sein Zuhause sein würde. Sie war sehr groß und es gab vieles zu entdecken.  Hier  wurde einiges geboten. Phil versuchte auch irgendwie Kontakte zu knüpfen. Er fand den einen oder anderen, mit dem er sich mal unterhalten konnte. Es tat gut. Trotz alle dem fiel ihm die Eingewöhnung alles andere als leicht. Vielleicht legte es sich bald dachte Phil. Mittlerweile war Abendbrotzeit, aber er hatte keinen Appetit. Zumindest trank er einen Tee. Danach wollte nur noch ins Bett und schlafen. Morgen würde einiges anstehen. Am nächsten Tag wurde erstmal untersucht, gemessen und gewogen. Dabei kam heraus dass ziemlich viel an Gewicht verloren hatte. Nach dem sie alles besprochen hatten, bedankte er sich und rollte hinaus. Er kam zwar ganz gut mit dem Rollstuhl klar, aber hoffte dass er sobald wie möglich wieder auf die Beine kam. Er freute sich schon darauf bald  wieder auf seinen eigenen Beinen stehen zu können, ohne Schmerzen zu haben. Trotz alle dem wollte es schaffen und war hoch motiviert. Jetzt standen noch Physiotherapie sowie Muskelaufbau-Training auf dem Plan. Einige Tage vergingen und Phil durfte langsam anfangen mit Krücken zu laufen, was initial gar nicht so einfach war. Er versuchte mit sich selbst geduldig zu sein, nur leider klappte es nicht immer.  Laut seinen Therapeuten hatte bisher einiges gemeistert. Sie waren zuversichtlich. Sein Muskulatur regenerierte sich allmählich. Nach und nach klappte es besser und brauchte von da an keine Rollstuhl mehr. Er freute sich sehr darüber endlich wieder beweglicher zu sein.
Doch plötzlich schlug alles ins Gegenteil um und all seine Motivation und Zuversicht waren wie weggeblasen. Phil bekam wiederkehrende, quälende Alpträume, schlief schlecht oder so gut wie gar nicht. Wachte meist schreiend auf, weinte und schlug sogar um sich. In diesen Phasen war er nicht zugänglich. Auf einmal schien alles sinnlos zu sein. Er fühlte sich hilflos. Verweigerte Essen und teilweise das Trinken. Zog sich immer wieder zurück, wollte niemanden sehen und hören oder mit jemandem reden. Er schien wie ausgewechselt, so kannte er sich selbst nicht. Immer wieder kamen ihm diese Bilder in den Kopf und Erinnerungen an dem Unfall.  Damit kam er nicht klar. Er war innerlich zerbrochen. Man riet ihm mit einem Psychologen darüber zu reden. Anfänglich hatte Phil Schwierigkeiten sich zu offenbaren, aber er sah schließlich selber  ein, dass es so nicht weitergehen konnte. Nach einigen Gesprächen ging es ihm wieder besser und es ging langsam wieder aufwärts. Er wollte es jetzt schaffen. Sich nicht mehr unterkriegen lassen und nicht aufgeben!
Einige Wochen später war die Reha beendet und er konnte endlich nach Hause. Wieder wartete er auf seine Entlassungspapiere. Sein Koffer war gepackt. Es klopfte an der Zimmertür. Herein entgegnete Phil. Zu seiner großen Überraschung, stand Franco in der Tür. Die Freude war groß.  Wenige Minuten später bekam auch endlich seine Unterlagen, dann es ging nach Hause. Auf dem Rückweg unterhielten sich die beiden. Phil erzählte Franco von den letzten Ereignissen und dass er sich aufgrund dessen  einer Gesprächstherapie unterzogen hatte. Diese hatte ihm sehr geholfen, denn bis er wieder arbeiten durfte dauerte es nicht ein wenig.  Er musste trotzdem weiterhin zu einem Therapeuten um alle Geschehnisse besser verarbeiten zu können. Er behielt von den ganzen Geschehnissen keine Folgeschäden zurück. Nur paar Narben erinnerten ihn daran. Nach fast einem Jahr wurde Phil wieder für Diensttauglich erklärt und durfte wieder als Notarzt arbeiten. Er liebte seinen Beruf nach wie vor.  Endlich konnte er ohne Krücken laufen. Auf der Einsatz-Wache waren alle froh, dass er wieder da war und hatten ihm zu Ehren, eine kleine Grillparty organisiert. Zum Glück blieb es heute ruhig. Sie unterhielten sich noch noch eine ganze Weile und ließen den Abend gemütlich ausklingen. Seine Eltern ließen es sich natürlich nicht nehmen ebenfalls kommen, um ihren Sohn wieder in ihre Arme zu schließen. Sie hatten ihn sehr vermisst.
Indessen wurde Herr Berger von einem Gericht  wegen wiederholter Trunkenheit am Steuer, Fahrerflucht mit unterlassener Hilfeleistung und schwerer Körperverletzung zu mehreren Jahren Gefängnis verurteilt. Außerdem muss er ein Schmerzensgeld bezahlen. Seine Frau ließ sich von ihm scheiden. Sie hatte nun endgültig genug von seinen Eskapaden. Sie zog weg und fing in einer anderen Stadt ein neues Leben an.

                                                                                                             –  ENDE –