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Union

von Unnamed
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P18 Slash
Donatello Leonardo Michelangelo OC (Own Character) Raphael
10.12.2019
22.11.2020
10
42.070
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Dieses Kapitel
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22.11.2020 4.174
 
„Leiser, mein Liebling.“, hauchte Raph, er hatte selbst eine Hand vor seine Lippen gelegt um seine Laute zu Dämpfen. „Wir wollen doch nicht gehört werden, oder?“

Pearl schüttelte leicht den Kopf, gab aber dennoch ein genüssliches seufzen von sich. Raph schmeckte so gut. Kurz ließ er los, leckte zärtlich über die Spitze und holte tief Luft. Das Raphs Glied beständig seinen Mund ausfüllte machte das atmen unter der schweren Winterdecke nicht gerade leicht. Er selbst war so erregt, allein schon von dem Geruch, der ihn umgab, Raphs gedämpften keuchen und leisem Stöhnen, seine freie Hand, welche sich in Pearls Haare verkeilt hatte und schon schmerzhaft an ihnen zog. Doch dieser sanfte sinnliche Schmerz ließ einen heißen Schauer über seinen Rücken laufen, es fühlte sich so gut an.

Es waren zwei Tage vergangen seitdem sie im Bad unterbrochen worden waren und seitdem war ihnen der Gedanke an ein weiteres Mal nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Und Pearl hatte die Chance am Schopf ergriffen. Alle schliefen tief und fest, es war mitten in der Nacht, der silberne Mond schickte sein schwaches Licht durch das Fenster, auch wenn es ihm logischerweise egal war. Und nachdem er kurz ins Bad gegangen war und war zurückgekommen, hatte es ihn so heiß überkommen. Er hatte den Raum betreten und Raphs Geruch hing fast schon schwer und erdrückend in der Luft, sein tiefer ruhiger Atem und sein lauter dunkler Herzschlag. Es war zu viel gewesen und sein ganzer Körper hatte gekribbelt und von Verlagen gepackt, hatte er sich unter die Decke geschoben. Ein wenig Streicheln, ein paar sanfte Küsse an den richtigen Stellen und da war das Objekt seiner Begierde. Nur wenige Augenblicke in sein Tun hatte er endlich Raphs Hand auf seinem Kopf gespürt, sowie das leise Stöhnen seines Namens. Wie sich sein Herzschlag beschleunigte, sein Atem flacher wurde. Unter seinen Finger spürte er wie sich seine Haut erhitzte, er zuckte und seine Muskeln spielten, als er sich richtig hinlegte, Pearl seine Arbeit leichter machte… Eine perfekte zuckersüße Vorspeise, eine wohl verdiente Belohnung, nach dem vielen Training, ein willkommener Moment dieser Innigkeit, nach allem was sie durch gemacht hatten. Wieder erschauerte er, bei dem Gedanken an den Hauptgang.

Raphs Körper bewegte sich unter ihm. Seine Hüfte zuckte vor und er musste tief Luft holen um nicht würgen zu müssen. Raphs Griff wurde fester und das ziehen härter. Pearl musste ein lachen unterdrücken, um sich weiter darauf zu konzentrieren, was nun wichtig für ihn war. Und das war, dass Raph kurz davor war ihm zu geben, was er wollte. Er hörte Raph tief Luft holen, als wolle er etwas sagen, vielleicht ihn warnen, doch Pearl dachte gar nicht daran los zu lassen. Wie aus Protest nahm er ihn tiefer in sich auf und schloss die Lippen fest. Seine Zunge strich die seidige feuchte Haut hinauf und hinunter. Der Geruch unter der Decke wurde fast schon zu viel, seine Augen begannen zu Tränen, sein eigenes Glied tat weh und schrie nach Aufmerksamkeit, sein eigener Körper war so angespannt, er spürte jeden Muskel seines Körpers, bevor auch Raph sich anspannte und endlich etwas Heißes in seinen Mund lief. Salzig, etwas bitter, cremig und so…gut.

Bebend hob Raph die Decke an und sah zu seinem Pearl runter. Er hatte sich fest in die Hand beißen müssen, zu gerne wäre er laut gewesen, hatte Pearl hören lassen, wie sehr es ihm gefiel, doch die Wände waren dünn und sie mussten ruhig sein, wenn sie nicht wieder unterbrochen werden wollten. Er sah zu ihm hinab, und Pearl drehte den Kopf als könne er Raph sehen und löste seinen Mund von seinem Glied. Scharf zog er die Luft ein, als die kalte Nachtluft seine Haut erreichte, welche noch mit milchigen klebrigen Fäden mit Pearls Lippen verbunden waren. Schwer atmete sein Geliebter, wie er da lag, nur in diesem schwarzen Tanktop und den Hautengen weißen Shorts, sein Mund verklebt, seine Schultern und seine Wangen bedeckt mit einem sanften Rosaschimmer. Wie war er an so einen heißen Boyfriend gekommen? Ihr Gespräch vor all den Monaten am Harfen kam ihm wie die Erinnerung eines Fremden vor, er wollte nicht mal daran denken, wie fern sie ihm wirklich vor kam, nach seiner Rückkehr in diese Welt. Es war ihm auch egal. Wichtig war nur, dass dieser Hot Shot, sein Hot Shot war.

„Komm her, Babyboy.“, knurrte Raph leise und grinste ihn leicht an.
„Hai, Sensei.“, wisperte Pearl zurück und gab sich als submissiver schüchterner Schüler. Langsam rutschte er zu Raph hoch und ließ sich in einen gierigen Kuss verwickeln. Raph konnte Reste von sich selbst schmecken. Neugier erfasste ihn, es war anders als alles was er bisher geschmeckt hatte… Wie… Pearl wohl schmeckte…?

„Pearl…“, flüsterte er leise und löste den Kuss für einige Sekunden.
„Ja? Raph?“
„Setzt dich auf meine Brust… So nah es geht an mein Gesicht ran.“, raunte Raph, welcher zu faul war, gerade die Position groß zu wechseln, aber es jetzt unbedingt wissen wollte… Wie schmeckte sein Partner. Pearl starrte ihn für einige Sekunden verwirrt an, bis er zu begreifen schien und kurz verlegen den Kopf wegdrehte. Langsam setzte er sich auf, streifte die Shorts ab und begann vor zu rutschten. Raph lief das Wasser im Mund zusammen. Sie wie Pearl auf seiner Brust saß und er zu ihm hochsah, hatte sein Freund etwas von einem Heiligtum. Groß und schön und anbetungswürdig. Es hatte sich noch nie so gut angefühlt der unten liegende zu sein. Langsam beugte Pearl sich vor und stützte sich an der Wand ab, er hob seinen Unterleib an und reckte sich Raph etwas entgegen. Der süße Geruch, der von ihm ausging war benebelnd, berauschend, verführerisch.

„Bereit, Raph?“, schnurrte Pearl, sein Körper zitterte stark, er spürten den heißen Atem auf seiner empfindlichen Haut, es war elektrisierend! Er spürte Raphs Hände, welche sie sanft um seine Beine legten, ihn sanft in seiner Haltung unterstützend, wie sie nachdem sie den richtigen Halt gefunden hatten, ihren Griff verstärkten. Als Antwort spürte er nur etwas heißes Nasses, was sanft über seine Spitze strich und nochmal, vorsichtig, testend, als würde man eine neue Sorte Eis probieren, sich nicht sicher war, ob es einem gefiel, bevor man gierig zulangte. Erschrocken biss er die Zähne zusammen, er durfte nicht laut aufstöhnen! Alle anderen schliefen, sie waren nur wenige Zentimeter von ihnen entfernt. Nicht laut werden, egal wie gut sich diese heiße Enge um sein Glied anfühlte, egal wie gut sich die Zunge anfühlte, die ihn verwöhnte. Dieser tiefe Sog, diese Gier, die Art wie seine Hände seinen Körper hielten und ihn sanft vor und zurück bewegte. Sollte er? Sollte er wirklich?

Er sollte! Pearl sollte sich mit bewegen, er hatte genug getestet, er hatte kurz gekostet, nun wissend, dass er eine Droge anheimgefallen war. Gott! Morgan hätte ihm vor Jahren sagen sollen, wie gut das schmeckte und sich anfühlte. Wieder schob er Pearl vor und zurück, im Versucht ihm zu zeigen was er zeigen sollte und wie immer verstand er was Raph von ihm wollte. Er begann seine Hüfte zu bewegen, tief glitt Pearl in seinen Mund und wieder zurück. Es fiel ihm so schwer zu atmen, doch das war egal, er hörte wie Pearls unterdrückte Laute höher wurden, kaum dass er sich bewegte, oh verdammt! Er traute sich kurz die Augen zu öffnen, welche er in tiefem Genuss geschlossen hatte. Ein Bild der Götter brannte sich in sein Gehirn. Wie er sich bewegte, sein schwarzes Top bewegte sich leicht im Rhythmus von seinen Bewegungen. Seine Wangen rot, seine Augen geschlossen, weiße Strähnen, welche in sein Gesicht hingen, seine Haut, überzogen von einem leichten Schweißfilm überzogen, glitzernd und schimmernd, als sei er aus einem weißen Kristall, wie er den Mund geöffnet hatte, leicht hechelnd, sein hohes Stöhnen durch schweres lüsternes Keuchen ersetzend. Würde er allein von diesem Anblick kommen? Ja! Es juckte ihn sehr sich selbst anzufassen, so wie er Pearl sah, doch er wollte noch warten, bis sie zum Höhepunkt diese Nacht kamen. Seine Finger krallen sich in die weiße Haut, sicher würde er kleine Kratzer hinterlassen, doch er wusste, Pearl stand drauf. Er riss den Kopf in den Nacken, nun laut und ächzend keuchend, verzweifelt nach Luft schnappend, als seine Bewegungen schneller und härter wurden. Er spürte wie sich seine Muskeln unter seinen Finger anspannten und auch er eine Hand vor seinen Mund schlagen musste, als er mit einem unterdrückten stöhnen kam.

Süß… Wie Honig, eine leichte bittere Note, etwas salzig, doch vor allem süß, dickflüssig und heiß! Daran konnte sich Raph sehr, sehr gut gewöhnen. Gierig schluckte, saugte jeden Tropfen in sich auf, bevor er keuchend losließ.

„Verdammt… Warum haben wir das noch nicht gemacht?“, keuchte er leise und Pearl lachte leicht, welcher zurück rutschte und sich auf seinen Bauch setzte.
„Weil wir nur zweimal Sex hatten bisher und das eine Mal warst du dicht und das andere Mal sind wir davon ausgegangen, dass wir sterben werden. Da war wenig Zeit für Erotik.“
„Wo du recht hast…“, flüsterte er und setzte sich auf und hielt Pearl dicht an sich. „Kannst du noch? Oder bist du-…“
„Du machst wohl Witze… das war noch nicht alles…. Lass es uns so machen. Ich will auf seinem Schoß bleiben.“, flüsterte Pearl und hauchte einen Kuss auf die heißen noch ganz feuchten Lippen. Raph lächelte und nickte und stricht mit einem Finger über Pearls Lippen.

„Mund auf. Ich will dich gut vorbereiten. Du sollst nicht wieder Schmerzen haben.“, raunte Raph und beobachtete zufrieden, wie Pearl den Mund aufmachte und seinen Finger in den Mund nahm. Während er ihn sanft streichelte und um ihn herum griff und begann ihn vorzubereiten, behielt er Pearls Gesicht genau im Blick, die Art wie er auch sanfte Berührungen reagierte, sein leichtes Zucken, sein Zittern, das unterdrückte Wimmern. Er ließ wenigstens schön locker und war schnell bereit. Wie schon so oft lehnte er seine Stirn an Pearls und rückte ihn auf seinem Schoß zurecht. Er zögerte, Pearl hatte plötzlich diesen seltsamen Ausdruck aus auf dem Gesicht, nicht mehr diese freudige Erwartung, nicht mehr die Erregung von eben, es war wieder dieser besorgte Gesichtsausdruck, während seine Finger über seinen Brustpanzer strichen. Langsam glitten seine Finger Raphs Hals hoch, über sein Gesicht, unter seine Maske, blieben seine Finger besonders lange an seinem Auge hängen, bevor er langsam den Stoff entlang, bis er die langen Enden in der Hand hielt und sie sanft um seine Hände wickelte.

„Baby? Alles gut? Soll ich?“, hakte Raph vorsichtig nach und erhielt ein langsames Nicken von Pearl. Noch immer zögerte er, wo war die Begeisterung von eben hin? Doch dann nahm Pearl ihm die Entscheidung ab, ließ einen Teil der Maske los, packte das Glied und ließ sich langsam darauf nieder. Raph schloss sofort genießend die Augen, es war heiß und eng, es fühlte sich so unendlich gut an. Er spürte wie Pearl sich anspannte und sich fest gegen seine Brust drückte, schwer atmend. Er grinste leicht und wollte sich bewegen, doch Pearl war zu verspannt, er konnte sich nicht regen, ohne ihm weh zu tun. Besorgt, sah er Pearl wieder an, was war los? Hatte er schmerzen? Warum spannte er sich so an, eben war er so entspannt gewesen.

„Pearl, entspann dich, so kann ich mich nicht-…“
„Ich weiß. Das war der Plan, den ich eben geschmiedet habe.“, unterbrach Pearl ihm im Flüsterton. Verwirrt sah Raph ihn an, wollte Pearl Sexspielchen spielen?

„Was hast du vor, Baby?“, schnurrte er und versuchte sich darauf einzulassen.
„Du musst mir Fragen beantworten, dann bewege ich mich für dich.“, erklärte Pearl und strich über seine Wange. Nach kurzem Zögern nickte Raph.
„Gut. Vertraust du mir?“

Was war das denn für eine seltsame Frage? Das fragte er jetzt? Während er seinen Schwanz in ihm drin hatte? Sein Ernst? Sofort bejahte er und Pearl nickte leicht, wie versprochen begann er sich etwas zu bewegen und Raph seufzte zufrieden. Diese sanfte Reibung… Das war schon so gut…
„Würdest du mich anlügen?“, fragte Pearl weiter.
„Ich hatte auf mehr sexy Fragen gehofft.“, entgegnete Raph mit hoch gezogener Augenbraue. „Ich würde dich nicht anlügen. Du bist die einzige Person, zu der ich immer ehrlich bin.“

„Was würdest du vor mir geheim halten?“, fragte Pearl weiter, dessen ganzer Körper sich jetzt mit bewegte, seine Stimme war ein bisschen keuchend. Raph runzelte nun sehr die Stirn, was wollte sein Freund von ihm?
„Nichts was mir akut einfallen würde. Kannst du mich jetzt nach einer Sexstellung oder so fragen? Oder zumindest nach meiner Lieblingssorte Eis?“

Doch Pearl schüttelte den Kopf und lehnte seine Stirn an Raphs, den er in einem heißen Move an seiner Maske zu sich ran zog. Abwartend, schwer atmend, sah er zu Pearl hoch. Was kam jetzt als Nächstes? Was lag seinem Engel plötzlich so schwer auf seiner Seele?
„Was ist in der Dimension X passiert, Raph?“

Raphs Hände schnellten vor und packten ihn an den Hüften, hielten ihn fest. Pearl unterbrach sofort seine Bewegungen. Ein Schauer überkam Raph, jedoch nicht die sexy Variante, welche ihn heute Nacht schon ein paar Mal überkommen war. Ein Schauer der Angst, bei er Erinnerung an die kalte Nadel, die seine Haut durchdrang, in seine Ader eine eisige Flüssigkeit entließ, welche seinen Kopf drehen ließ, die ihm das Atmen schwer machte und er auf kaltem Boden zusammenbrach, sein linkes Auge begann zu tränen, als ihn ein alter Schmerz erfasste, der ihn lähmte und schluchzen ließ, als hätte man ihm das Auge ausgestochen. Ein Zittern brach über seinen Körper herein, bei dem Gedanken, an die elektrischen Schläge, welche nach und nach seinen Geist und Willen niederbrachen, die Reste zusammen gehalten von der Hoffnung seinen Pearl wieder zu sehen. Eine Hoffnung, welche manchmal wie ein unrealistischer Traum gewirkt hatte, eine Hoffnung, welche von Tag zu Tag schwächer geworden war…

Aber eine Hoffnung die Wahr geworden war. Was hatte es für einen Sinn über diese Grausamkeiten nachzudenken? Sie hatten keine Konsequenzen für ihn gehabt, er hatte keine Albträume, er hatte keine Angst, kein Trauma, er war nicht wie Morgan, gebrochen und hilflos durch das was ihm angetan worden war, er war nicht wie Leo, dessen Erfahrungen ihn von Grund auf geändert hatten. Er war genauso wie früher, nichts war an ihm hängen geblieben… Es gab keinen Grund darüber zu sprechen. Diese paar Narben, diese kleinen Veränderungen seines Aussehens, nichts was groß der Rede wert war. Er musste keine Schuld mehr fühlen, darüber dass er aufgeben hatte und sich und seine Brüder fast für immer in dieser Dimension gebracht hatte. Hätte Leatherhead sie nicht gefunden, wäre sie noch immer dort, aber hey! So war es nicht gekommen? Er musste keine Angst haben, er musste sich nicht an diese Schmerzen erinnern! Das war Vergangenheit, er sollte nicht über sie Jammern, er sollte sich Freuen und die Gegenwart feiern, und genau das würde er jetzt tun.

Erschrocken keuchte Pearl auf, als Raph sich plötzlich aufrichtete und sich halb über ihn kniete. Er packte sein Bein und legte es über die Schulter, das andere drückte er in die Matratze, so wie Pearl da seitlich auf dem Bett lag. Jetzt war er es wieder der über Pearl thronte, der fast etwas verschreckt zu ihm aufsah. Schnurrend beugte er sich zu Pearl runter, das Bein, welches er über seine Schulter gelegt hatte, zog er einfach mit sich, als er ihm einen Kuss auf Pearls Wange hauchte.

„Lass uns jetzt nicht darüber sprechen, Babyboy. Das ist wirklich kein erotisches Thema und gerade bin ich nur daran interessiert.“, wisperte er, während sich Pearls Augen weiteten sich etwas.
„Raph, bitte… du musst mit mir oder irgendwem-… AH!“

Schnell hielt er sich den Mund zu, als Raph in ihn stieß, tief und kräftig. Sofort ließ er locker und begann Raphs Bewegungen zu unterstützen, das hier sollte nicht weh tun, sondern schön sein. Und es fühlte sich auch noch immer sehr gut an. Seine Bewegungen waren tief und kraftvoll, fast etwas zu schwungvoll. Der Lattenrost knarzte unter ihrem Treiben. So gut es auch war, er kam nicht umhin Raph kurz verärgert anzusehen. Doch Raph lachte, was Pearl nicht täuschen konnte.

Er hatte Raphs Herz gehört, wie es von ruhig und entspannt zu fast Panisch ging. Es hatte so laut und schnell geschlagen, von einer Sekunde auf die andere, Pearl hatte nicht mal Zeit gehabt zu reagieren, bevor Raph ihn in diese seitliche Position gebracht hatte und das Thema schwungvoll gewechselt hatte. Hitze floss durch seinen Körper und sein Kopf fühlte sich benebelt und mit süßeren Gedanken gefüllt. Ein heißes Ablenkungsmanöver, welches nicht funktionierte. Zu gern würde Pearl sich gedankenlos diesem Spaß hingeben, diesem guten Gefühl, welches sich in seinem Körper ausbreitete, glühend, es fühlte sich an, als würde sein Inneres langsam zu schmelzen begann. Doch die Sorge um seinen Liebsten ließ sich nicht so leicht ersticken. Alles was ihn davon abhielt Raph zu sagen was er dachte, war seine eigene Hand, welche er sich über den Mund gelegt hatte, seine Laute zu dämpfen, damit niemand jetzt auf die letzten Meter geweckt wurde.

Liebevoll sah er auf seinen Pearl nieder, als er sein hübsches Gesicht in eine wütende Grimasse verzog, bevor es die Spannung wieder verlor, er die blinden Augen schloss und sich dem hingab, was sie hier taten. Wie seine weiße Haut einen sanften roten Schimmer annahm, er seinen Mund mit seiner Hand bedeckte, sein schönes Stöhnen erstickte. Zu gerne hätte er jedes noch so leises seufzten Genossen, doch es war leider notwendig gewesen. Sein Top rutschte mit jeder Bewegung weiter seinen Körper hoch, zeigte seinen schlanken Bauch, auf dem sich ganz schwach Muskeln abzeichneten. Er konnte genau sehen, wie schnell sich seine Brust rauf und runter bewegte, während er tief Luft holte. Allein dieser Anblick… Raph könnte ihn ewig so sehen. Das Glitzern des dünnen Schweißfilms auf seiner Haut, seine zerzausten Haare, auch jetzt, so viel Kürzer wie sie waren, war es immer noch ein heißer Anblick. Er liebte es Pearls Körper so arbeiten zu sehen. Er spürte wie sich seine Muskeln um ihn herumbewegten, er konnte seine Bewegungen sehen, die geschmeidigen Bewegungen unter seiner Haut, seine Hitze wie sie auf ihn übergriff und all seine Ängste wegfegte, seine gedämpfte Stimme, wie sie seinen Kopf ausfüllte, wo kein Platz mehr für dunkle Erinnerungen waren. Kein Platz mehr für Verzweiflung, für Schmerz, für Einsamkeit, da war nur noch Platz für sündhaftes Vergnügen, für Wärme, Leben und eine Zukunft… Zumindest für jetzt, alles andere würde wiederkommen, jetzt musste er genießen, was er fühlte und wie glücklich es ihn machte. Zu schnell würde es enden…



„Karai, hervorragende Nachrichten.“, verkündete Shredder. Karai hielt das Handy an ihr Ohr, sie konnte es kaum halten, so zitterte sie am ganzen Körper. Er würde wissen wollen wie es hier lief… Wie sollte sie ihm erklären, dass sie sowohl Morgan als auch den Symbionten verloren hatte? Den Symbionten, von dem sie ihn hatte überzeugen können, der ihre Armee verbessern und unbesiegbar machen sollte und der nun spurlos verschwunden war? Sie raffte sich zusammen und setzte ein Lächeln auf, welches ihr Vater zwar nicht sehen konnte, aber hören sollte. Sicher würde es eh noch eine ganze Weile dauern bis er heim kam, bis dahin würde sie sicher den Symbionten gefunden haben und für Morgan hatte sie dann auch eine Ausrede wo er war… Nach dem letzten Experiment der Kraang und dem Versuch an seine Erinnerungen und die Taten im Stecker zu kommen, war Morgan in einer so schlechten Verfassung gewesen, vielleicht war er tot. Sie lächelte etwas, räusperte sich und bereitete sich vor zu antworten. All diese Gedanken hatten nur Millisekunden gebraucht um durch ihren Kopf zu rauschen.

„Hervorragende Nachrichten, Vater?“
„Jawohl, mein Kind. Ich habe den perfekten Ehemann für dich gefunden. Wir kommen Morgen nach Hause.“

Er kam morgen nach Hause? Er kam… morgen nach Hause…. Ihr war ihr Lächeln sichtlich aus dem Gesicht gefallen, den Xever, Bradford, Tigerclaw und Kraang Sub-Primus tauschten im selben Moment Blicke aus. Eigentlich waren sie gerade in einer Besprechung gewesen. Wie sie die Stadt besser durchkämmen konnten. Sie hatten verschiedene Technologien, Strategien und Abläufe besprochen und waren tatsächlich zu einem halbwegs guten Plan gekommen, so hatte Karai gedacht. Xever würde eine Gruppe von Foot-Bots und nehmen und die Kanalisation systematisch durchsuchen, Bradford und Tigerclaw sollten die Stadt unter sich aufteilen und jeden Abend die gesamte Stadt patrouillieren, diesen Rundgängen würde Karai sich auch selbst anschließen. Sub-Primus würde mit Flugschiffen den Himmel abfliegen, klar konnte der Symbiont nicht fliegen, aber aus der Luft heraus konnten sie deutlich schneller, wenn auch ungenauer die Stadt abscannen, ihm weniger Zeit geben sich zu verstecken. Dennoch, Sub-Primus hatte eben ausgerechnet, dass diese Methode mindestens eine Woche in Anspruch nehmen würden und dann würden sie erst wissen, ob sich der Symbiont überhaupt noch in New York befand und nicht geflohen war.

Eben hatte das noch vergleichsweise schnell für Karai geklungen, doch nun klang es wie eine Ewigkeit! Wieder musste sie sich räuspern und bekam ein kurzes Lachen über die Lippen, im Versuch ihre steigende Panik zu unterdrücken.
„Morgen… Morgen schon. Willst du nicht noch eine Weile in Japan bleiben? Sicher hast du noch-…“
„Karai, du willst mir doch sicher nicht ausreden zurück zu kommen, oder?“
Die knurrende Stimme ihres Vaters ließ einen kalten Schauer ihren Rücken runter laufen und ein schwerer Stein legte sich in ihren Magen.
„Nein, Vater, natürlich nicht.“, wisperte sie zurück.
„Gut, wir werden um 19 Uhr zurück sein. Sei dann bereit, jemand soll uns am Flughafen abholen.“
„Ja, Vater…“

„Und Karai, wenn ich heimkomme, ist besser alles so wie es sein soll. Sonst haben wir ein Problem miteinander.“, zischte Shredder, bevor er auflegte, wissend das etwas im Busch war. Ein sanftes Rascheln ließ ihn zu seinem baldigen Schwiegersohn sehen, welcher ihm gegenübersaß. Seine kalten schwarzen Augen ruhten auf ihm. Eben hatte er die Beine übereinander geschlagen und trank einen Schluck Tee.
„Ayamura-sama…“
„Nicht doch, mein Freund. Ich kann es kaum erwarten ihre Tochter kennen zu lernen.“, flüsterte Izaya und nahm einen weiteren Schluck.



Langsam sah Karai von ihrem Handy auf, sie hatte es für einige Sekunden schweigend angestarrt, nachdem sie es vom Ohr genommen hatte. Dann sieht sie ihre kleine Gruppe an, die sie alle abwartend und mit unverhohlener Neugier ansahen. Sie öffnete kurz den Mund, schluckte und räusperte sich, schluckte erneut und murmelte mit heiserer Stimme…

„Er kommt Morgen heim…“
Nun waren es Xever und Bradford, welche die Fassung verloren, offenkundig wissend was sie alle erwartete. Tigerclaw hob nur eine Augenbraue, während Sub-Primus leise vor sich hin kicherte und zur Tür schwebte.

„Dann sollten wir uns besser mal auf die Suche machen, nicht wahr?“
„Ausgezeichnete Idee!“, japste Xever und folgte. „Wir haben diesen Symbionten so gut wie gefunden!“
Hektisch nickte Bradford und nur Sekunden später war Karai mit Tigerclaw allein. Sie saß auf dem Thron ihres Vaters, er ihr Gegenüber. Still und unbeweglich. Er musterte sie von oben bis unten, sein Ohr zuckte leicht. Karai versuchte Haltung vor ihm zu bewahren, jedoch ohne Erfolg, sie sah einfach nur zu ihm auf.

„Morgen? Wann genau?“, durchbrach er irgendwann die Stille.
„19 Uhr. Jemand muss ihn abholen, am Flughafen. Ich schicke einfach ein paar Bots. Stell sicher, dass ihr alle hier seid. Für einen passenden Empfang und meine folgende Enthauptung.“, murrte Karai und versteckte für einige Sekunden ihr Gesicht in den Händen.

„Was wirst du ihm erzählen?“, hakte Tigerclaw nach einer Weile nach.
„Ich weiß es noch nicht, vielleicht erzähle ich ihm, dass Morgan verreckt ist… Bei dem Symbionten… keine Ahnung.“
Ein kurzer verwirrter Gesichtsausdruck unterbrach Karais Verzweiflung. Warum legte der Mutant so sehr die Ohren an, kaum dass sie sagte, dass Morgan gestorben sei. Sie beide wussten, dass es nicht wahr war. War es also wegen der Lüge, oder wegen etwas anderem. Karai kam nicht umhin kurz daran zu denken, wie seltsam die Stimmung zwischen ihm und Morgan gewesen war und wie unzufrieden er offenkundig gewesen war, als sie das letzte große Experiment hatten machen wollen. Jedoch sagte erstmal eine Weile nichts weiter dazu. Er sah sie einfach nur an, als würde er auf noch irgendwas warten, einen Befehl, oder eine Aussage? Oder erfreute er sich einfach nur an ihrer Verzweiflung und ihrer Angst? Oder was wollte er noch von ihr? Sie knurrte leicht und sah den Tiger an.

„Du hast auch zu tun. Na geh schon… Ich muss jetzt hier noch genug vorbereiten.“
Langsam nickte er, drehte sich langsam um, bevor er nochmal über die Schulter sah.
„Wenn er heimkommt, dann hat er jemand gefunden. Wer ist der Glückliche?“

Der Glückliche? Stimmt… dass hatte ihr Vater gesagt. Er hatte den richtigen Mann gefunden, einen ihr fremden Mann, jemand den sie nicht kannte, den sie nicht liebte, sie hatte nicht mal seinen Namen erfahren, all ihr Schock hatte sie ganz vergessen lassen, was ihr Vater ihr eigentlich hatte sagen wollen. Dass sie einen Verlobten hatte. Einfach so, weil er es so entschieden hatte, aus keinem anderen Grund. Ohne Gefühle, ohne richtigen Antrag, ohne alles…

Sie konnte nicht antworten, nichts tun, als Tigerclaw sprachlos anzusehen, welcher nach einer Weile mit den Schultern zuckte und ebenfalls den Thronsaal verließ und als die Tür ins Schloss fiel, begannen ihre Augen zu brennen, langsam liefen warme Tränen ihr Gesicht runter, als sie sich bewusst wurde, wie sehr sie Leo vermisste.
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