The biggest mistake

von hezky
GeschichteDrama / P12
09.12.2019
15.12.2019
2
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Benedikt stand bei Saskia an der Theke in der Bäckerei. Ihm fiel das verheimlichen ihres gemeinsamen Seitensprungs nicht schwer, er wusste aber das es Saskia anders ging. Mittlerweile waren aber schon über 3 Monate vergangen und er hatte die Hoffnung, dass auch Saskia langsam damit klarkam. Benedikts Beweggründe darüber zu schweigen waren egoistischer als Saskias. Er wollte seine Beziehung zu Ute und zu seinem Bruder nicht riskieren. Saskia wollte ihre Beziehung zu Jakob natürlich auch nicht riskieren, hauptsächlich wollte sie Jakob aber den Schmerz und die Enttäuschung ersparen. So versuchten sie und Benedikt ganz normal miteinander umzugehen und sich nichts anmerken zu lassen.
„Hey Saskia, ich hätte gerne 2 Quarkplunder.“ Er sah sie genauer an und stutze. „Geht es dir nicht gut? Du siehst etwas blass aus.“ Saskia packte ihm die 2 Teilchen ein und winkte ab. „Alles gut, dass macht dann 3,00 €.“ Er reichte ihr das Geld und ging Richtung Tür, er drehte sich nochmal um und schaute sich Saskia nochmal genauer an. Irgendwas stimmte defintiv nicht mit ihr und ihm kam ein schlimmer Verdacht, aber er schüttelte ihn ab und verliess die Bäckerei.

Jetzt sprach ausgerechnet Benedikt sie schon darauf an, dass war das letzte was sie wollte. Eigentlich hatte Saskia in den letzten Wochen gelernt mit der Lüge zu leben, es fiel ihr nicht leicht, aber sie behielt es sich für sich um Jakob nicht zu verletzen. Jetzt saß die allerdings in ihrem Bad und hielt drei Schwangerschaftstest in ihrer Hand. Keiner von ihnen war eindeutig positiv, sie sollte eigentlich erleichtert sein, aber sie war es nicht. Eine Schwangerschaft war das letzte was sie jetzt wollte, aber sie vertraute dem Ergebnis nicht. Sie kannte ihren Körper gut genug und wusste das irgendetwas nicht stimmte, Übelkeit, unregelmäßige Blutungen, Müdigkeit und sie konnte sogar feststellen das ihr Bauch geschwollener war als sonst. Sie fuhr sich mit der Hand über ihr Gesicht, atmete einmal tief durch, verpackte die Schwangerschaftstest in einen kleinen Beutel und wollte damit die Wohnung verlassen. Gerade als sie gehen wollte, ging die Wohnungstür auf und Jakob kam rein. „Hey mein Schatz, du bist garnicht in der Konditorei?“ Saskia schaute ihn etwas erschrocken an. „Ich wollte die Backfibel holen und ich bin auch schon wieder auf den Rückweg. Aber was machst du hier? Du solltest doch eigentlich noch bis heute Abend Schicht haben.“ Jakob ging zu ihr und küsste sie, vorsichtig verstaute sie die Tüte mit den Tests in ihrer Rocktasche, damit Jakob sie nicht zu Gesicht bekommt. „Ein Kollege hatte mich vorhin gefragt ob ich mit ihm tausche. Schade das du rüber musst zum arbeiten.“ Er zog sie an sich ran und in Saskia stieg die Panik, dass er bemerken würde, dass sie was vor ihm versteckte. Aber er bemerkte nichts. „Ich versuche mich zu beeilen, dann können wir vielleicht noch was am Nachmittag machen.“ Jakob küsste sie nochmal. „Das wäre schön.“
Saskia lächelte Jakob nochmal an und verschwand dann aus der Wohnung. Sie ging zu den Mülltonnen und schaute sie um, gerade als sie die Tüte in die Tonne werfen wollte, stand Benedikt hinter ihr und erschreckte sie so sehr, dass ihr die Tüte aus der Hand fiel und die Tests auf den Boden fielen. Sofort bückte sie sich danach, in der Hoffnung das Benedikt es nicht bemerken wurde, aber der Wunsch wurde ihr nicht erfüllt. Noch bevor sie die Tests aufheben konnte, hatte  er sie schon in der Hand. „Ich wusste doch das etwas nicht stimmt. Bist du etwa schwanger?“ Er schaute sie mit finsterer Miene an. Saskia rieß ihm die Tests aus der Hand, packte sie in die Tüte und ließ sie in die Tonne fallen. Sie schaute sich um ob jemand in der Nähe war. „Nein bin ich nicht, also  keine Ahnung, sie sind nicht positiv ausgefallen, aber ich bin mir nicht sicher.“ „Wie du bist dir nicht sicher?“, sein Tonfall wurde unbewusst lautet. „Bist du nun schwanger oder nicht?“ Saskia zögerte etwas. „Ich weiß es nicht, ich gehe jetzt zu Sina in die Praxis, dann bekomme ich hoffentlich die Bestätigung das es wirklich nicht so ist.“ „Okay, dann sagst du mir aber danach bescheid, lass uns hoffen das es nicht der Fall ist. Ich dachte unser kleiner Seitensprung ist vom Tisch und das wir das Thema nie wieder ansprechen müssen.“ „Du musst mich nicht daran erinnern, dass es der größte Fehler in meinen Leben war.“ Sie ließ ihn stehen und ging direkt zu Sina in die Praxis. Dabei war sie so schnell unterwegs, dass sie garnicht bemerkte wie Jakob im Hausflur stand, mit der Backfiebel in der Hand und schaute als wäre er gerade einem Geist begegnet. Er hatte alles mit angehört. Eigentlich wollte er seiner Frau nur das Buch hinterhertragen, was sie anscheinen vergessen hatte und nun stand er da und wusste nicht wie ihm geschah.

„Hey Saskia, brauchst du ein Rezept?“, fragte Vivi sie an der Rezeption.
„Ähm nein, ich wollte fragen ob Sina kurz Zeit für mich hat?“.
Vivien merkte schon das Saskia ihr nicht verraten wollte worum es genau ging  und schaute ohne weiter zu fragen in den Terminkalender. „Du hast Glück, der nächste Termin wurde abgesagt, wenn du dich kurz hinsetzt, dann kommst du schon als nächstes dran. Saskia bedankte sich mit einem Lächeln und setzte sich nervös hin. Keine 5 Minuten später ging auch schon Sinas Tür auf und sie holte sich die nächste Patientenakte und schaute fragend auf,als sie Saskias Namen lass. „Saskia?“ Sie stand auf und ging hinter Sina mit in das Behandlungszimmer. „Was kann ich für dich tun?“
Saskia war für gewöhnlich kein großer Patient bei Sina, nur um ab und an mal ein Rezept zu holen, deshalb konnte sich Sina schon denken, dass es Saskia nicht gut ging oder sie irgendwas auf dem Herzen hatte.
Saskia setzte sich auf die Liege und schaute etwas betroffen auf ihre Hände.
„Ich habe Angst schwanger zu sein, allerdings habe ich schon  3 Tests gemachen und alle waren negativ. Aber ich habe einige Symptome die mir komisch vorkommen.“ Sina musste unweigerlich an ihre Abtreibung denken und sie fragte sich warum Saskia so besorgt war schwanger zu sein. Sie wusste ja nichts von dem One-Night-Stand mit Benedikt und konnte daher ihre Ängste nicht nachvollziehen. „Was für Beschwerden hast du denn?“
„Ich habe zwar noch meine Regel, aber die ist sehr unregelmäßig, dann ist mir ständig übel und ich bin allgemein ziemlich müde.“ Sie hielt ihre Hand auf ihren Bauch. „Zudem habe ich das Gefühl das mein Bauch etwas dicker ist als sonst.“
Sina bat Saskia sich auf die Liege zu legen und ihren Bauch freizumachen.
„Ich mache jetzt ein Ultraschall, damit haben wir am schnellsten Klarheit.“ Saskia legte sich auf ihren Rücken, ihr Herz raste wie verrückt. „Nicht erschrecken, ich werde etwas Gel auftragen.“ Während Sina sie untersuchte, schaute Saskia starr an die Decke. Sie wurde etwas nervös, als Sina garnicht mehr fertig wurde und anscheinend immer wieder irgendwelche Aufnahmen ranzoomte um genauer zu erkennen, was sie da sah. „Hast du in letzter Zeit abgenommen, obwohl du das Gefühl hast das dein Baumumfang größer geworden ist?“ Saskia dachte kurz drüber nach, darüber hatte sie sich garkeine Gedanken gemacht. „Jetzt wo du fragst, ja ich glaube schon.“ „Schwitzt du Nachts häufig?“ Auch darüber hatte Saskia nicht nachgedacht und musste die Frage bejahen. Das waren alles so Dinge über die sie nicht groß nachdachte, sie dachte einfach das sie Nachts zuviel anhatte oder mit dem Gewichtsverlust hatte sie auf den Stress in der Konditorei geschoben, immerhin war sie nach Irenes Tod die Chefin und arbeitete von frühs bis abends.
„Warum fragst du?“ Sina wischte das Gel von Saskias Bauch und blickte sie ernst an.
„Du kannst dich wieder aufsetzen.“ Saskis zog ihren Rock wieder nach oben, setzte sich hin und schaute Sina besorgt an. „Sina ist alles okay?“
„Ich kann dir schon mal sagen das du nicht schwanger bist.“ Als Saskia das hörte, fiel ihr ein Stein vom Herzen, aber das besorgte Gesicht von Sina macht ihr ziemlich Angst. „Aber ich habe etwas anderes entdeckt und ganz ehrlich das gefällt mir ganz und garnicht.“ „Was meinst du?“ „Deine Symptome sprachen zwar für eine Schwangerschaft, aber sie sprechen auch für andere Veränderungen und was ich gerade beim Ultraschallbild gesehen hab, hat mein Verdacht so ziemlich bestätigt.“ Langsam machte sich Saskia richtig Sorgen, sie kannte ihre Cousine, für gewöhnlich war sie niemand der etwas dramatisierte.
„Es sieht ganz danach aus, dass du Eierstockkrebs hast.“
Saskia wusste garnicht was sie sagen sollte, sie war völlig überfahren von der Diagnose. „Aber wie kann das sein? Wie kommst du darauf?“ Sina zeigte ihr die Aufnahmen und die deutlichen Umrisse von etwas was da nicht sein sollte. „In meiner Zeit im Krankenhaus, habe ich solche Aufnahmen schon ein paar mal gesehen und jedesmal was es dieselbe Diagnose. Ich weiß ich sollte dir ohne hundertprozentige Sicherheit nicht solche Angst machen, aber wenn ich Recht habe, dann musst du sofort ins Krankenhaus um das abklären zu lassen.“ Sie nahm Saskias Hand in ihre und drückte sie beruhigend. „Ich gebe dir jetzt eine Überweisung mit und du versprichst mir noch heute ins Katharinenhospital zu gehen, die Kollegen in der Gynäkologie sind wirklich gut.“ Saskia stand wie von der Tarantel gestochen auf und lief unruhig im Zimmer auf und ab. „Aber das geht nicht Sina, ich muss doch in die Konditorei.“ Sina versuchte Saskia zu beruhigen. „Das ist jetzt völlig zweitrangig, Leni und Antoine sind doch auch noch da und für den Rest findet sich eine Lösung. Du sollst ja jetzt auch erstmal nur für Untersuchungen ins Krankenhaus, dass dauert eins, zwei Tage. Vielleicht irre ich mich ja und sie finden nichts ernstes und dann stehst du schneller als dir lieb ist wieder hinter der Theke.“ Saskia spürte das Sina das nur sagte um sie zu beruhigen,aber selber nicht wirklich daran glaubte. „Wenn du willst, gehe ich dann gleich zu den beiden in die Backstube und sage ihnen das du ein paar Tage ausfällst, den Grund muss ja niemand erfahren.“ Saskia schüttelte energisch den Kopf. „Nein das bespreche ich allein mit ihnen.“ „Okay, aber danach gehst du sofort Heim, sprichst mit Jakob und gehst noch heute ins Krankenhaus.“ Sina gab Saskia die Überweisung in die Hand. „Sollte ich recht haben, muss schnell gehandelt werden. Dieser Krebs ist sehr aggressiv.“ Saskia nahm den Schein, faltete ihn und steckte ihn in ihre Rocktasche. Sie war schon auf dem Weg zur Tür. „Saskia ich kann dich auch begleiten wenn dir das lieber wäre.“ Saskia versuchte zu lächeln. „Danke dir, aber ich schaffe das allein, versprochen.“ Saskia ging aus der Praxis ohne sich von Vivien zu verabschieden. Sina kam aus ihrem Zimmer und strich sich mit der Hand über ihr Gesicht. „Alles okay?“, fragte Vivien ihre Chefin. „Bitte lass mich unrecht haben.“
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